Fahrrad Licht mit Batterie im Test: Sicherheit und Sichtbarkeit im Straßenverkehr

Licht am Fahrrad ist in der dunklen Jahreszeit einfach Pflicht. Sei es, um in der Dämmerung und im Dunkeln gut zu sehen oder um von anderen Verkehrsteilnehmern besser gesehen zu werden. Nicht immer ist klar, was man braucht und wieviel Geld man wirklich ausgeben sollte.

Am 29. Oktober war es mal wieder so weit - die Uhren wurden eine Stunde zurückgestellt. Spätestens jetzt ist es draußen dunkel, wenn wir uns auf den Weg von der Arbeit nach Hause machen. Wer dann noch eine Feierabendrunde anschließen möchte, kommt um eine passende Lampe nicht herum.

Immer hellere StVZO-Lampen

Seit das Pendeln mit dem Fahrrad - auch dank der Leasing-Angebote von Jobrad und Co - immer beliebter wird, konstruieren die Hersteller zunehmend besonders helle Scheinwerfer, die dennoch die Vorgaben der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) erfüllen. Einige verfügen zusätzlich über ein Fernlicht, das auch das Fahren abseits befestigter Wege ermöglichen soll.

Wir haben sechs helle Straßenleuchten auf ihre Offroad-Tauglichkeit überprüft. Zudem geben wir die wichtigsten Infos rund um das Thema Beleuchtung und stellen ergänzend drei leichte Helmlampen sowie drei StVZO-Rücklichter vor.

Helm oder Lenker?

Dass die reine Lichtausbeute von StVZO-Beleuchtung auch auf dem Trail kein Problem mehr darstellt, machen Lupine und Supernova eindrucksvoll klar. Mit 2400, beziehungsweise 3000 Lumen leuchten die Strahler im maximalen Modus heller als so manches Pkw-Licht. Zudem verfügen beide Lampen über ein „echtes“ Fernlicht, das den Lichtpegel nach oben erweitert und auch tief hängende Äste sichtbar macht.

Das Problem ist die Art und Weise der Montage: Für den Straßenverkehr muss die Lampe am Lenker angebracht sein. Weil der Blick des Fahrers der Lenkbewegung aber immer ein Stück voraus ist, steuert man in engen Kurven quasi ständig ins Dunkel - das ist nicht nur unangenehm, sondern auch gefährlich. Selbst die breiten Leuchtkegel von Lupine und Supernova können das Problem nicht gänzlich lösen.

Auf breiten Forstwegen ist das kein Problem. Hier reicht sogar die Leuchtkraft einer Sigma Aura 100, um sicher in die Zivilisation zurückzufinden. Wer aber wirklich im Dunkeln über die Trails räubern will, kommt um Helmlampen, die wir in einem anderen Artikel getestet haben, nach wie vor nicht herum. Als Zusatzleuchte zur StVZO-Lampe am Lenker reichen dann aber kompakte Modelle wie die Cube Acid oder Lupines Piko völlig aus. Achtung beim Einbiegen in den Straßenverkehr: Spätestens dann muss die Helmbeleuchtung ausgeschaltet werden.

Vergleich Fahrradbeleuchtung: Aussagekräftige Leuchtbilder

Für eine bessere Vergleichbarkeit der Lampen haben wir uns natürlich wieder auf eine nächtliche Foto-Session begeben und von allen Lampen im Test Leuchtbilder fotografiert. Welche Wirkung dabei ein echtes Fernlicht hat, zeigen eindrucksvoll die beiden Leuchten von Lupine und Supernova.

Im Abblendmodus ist die Lupine StVZO-konform. Das Fernlicht öffnet den Lichtkegel nach oben und macht Trailfahrten möglich

StVZO-konform - was heißt das?

Auch wenn die StVZO seit Jahren immer mehr in EU-Regeln überführt wird, wer aktuell auf deutschen Straßen unterwegs ist, braucht eine StVZO-konforme Beleuchtung. Maßgeblich sind für Fahrradfahrer §64, §65 und §67. Dank einiger Anpassungen sind die Vorschriften inzwischen praxistauglicher geworden.

So darf die Beleuchtung auch abnehmbar sein und per Akku betrieben werden. Eine StVZO- Beleuchtung muss einen blendfreien Lichtkegel − ähnlich wie das Abblendlicht am Auto - aufweisen und mindestens 10 Lux generieren. Zusätzlich kann die Fahrradbeleuchtung auch über ein Fernlicht verfügen. Blinkende Front- oder Rücklichter sind nicht zugelassen.

Ein bestimmter Winkel ist bei der Montage nicht mehr vorgeschrieben. Allerdings darf das Licht entgegenkommende Fahrer nicht irritieren. Ob eine Lampe der StVZO entspricht, erkennt man an der K-Nummer des Kraftfahrt-Bundesamts. Übrigens: Wer ohne entsprechende Beleuchtung angehalten wird, muss mit 20 Euro Bußgeld rechnen. Im Falle eines Unfalls kann man auf Schadensersatz und/oder Schmerzensgeld verklagt werden.

5 Fahrradlichter im Test, die der StVZO entsprechen

Busch & Müller IQ-XM Speed

Verglichen mit den teils deutlich günstigeren Lampen enttäuscht die maximale Lichtausbeute der IQ-XM etwas. Sie leuchtet zwar weit, ausreichend breit und öffnet den Lichtkegel im Fernlicht auch leicht nach oben. Für echte Trail-Fahrten ist sie aber gerade im Nahbereich zu dunkel. Zudem ist das Leuchtbild wenig homogen. Die Fernbedienung arbeitet nur kabelgebunden, die Lenkerhalterung wirkt altbacken. Optional gibt es aber eine schicke Alu-Schelle. Sehr filigrane Steckverbindung. Gut fürs Pendeln auf Forstwegen, aber weniger für Trails gemacht.

Eigenschaft Wert
Preis 299,90 Euro
Gewicht (Lampe / Akku / fahrfertig) 117 g / 252 g / 396 g
Akku-Laufzeit / Ladezeit 1:14 h / 4:45 h
Lux / Fernlicht / Akku-Leistung 178 Lux / ja / 4600 mAh

Cateye GVolt 100

Der halbkreisförmige Lichtkegel der Cateye geht wenig in die Breite und lässt vor allem den Nahbereich sehr dunkel erscheinen. Dafür reicht ihr Licht auch in 25 Metern Entfernung noch aus, um Hindernisse deutlich sichtbar zu machen. Der Akku ist rückseitig an den Lampenkopf angedockt und lässt sich einfach wechseln. Per Zusatz-Akku (69,95 Euro) ließe sich so die Laufzeit verdoppeln.

Clever: Die Cateye lässt sich auch kopfüber am Lenker montieren, wenn man den Lampenkopf um 180 Grad dreht oder per Adapter zum E-Bike-Licht umfunktioniert. Insgesamt kurze Laufzeit und wenig trail-geeignet.

Eigenschaft Wert
Preis 129,95 Euro
Gewicht (Lampe / Akku / fahrfertig) 78 g / 99 g / 195 g
Akku-Laufzeit / Ladezeit 1:38 h / 3:00 h
Lux / Fernlicht / Akku-Leistung 128 Lux / nein / 3400 mAh

Lezyne Super StVZO 600+

Lezynes neue Super 600+ verfügt über vier sinnvoll abgestufte Leuchtmodi. Im maximalen Modus leuchtet sie den Weg breit und homogen aus, selbst in 25 Metern Entfernung. Leider fehlt ein echtes Fernlicht, das auch den Über-Kopf-Bereich sichtbar machen würde. So bleibt die Lezyne eine ausdauernde Lenkerlampe für Offroad-Pendler oder dient als Ergänzung zu einer - dann aber helleren - Helmleuchte.

Die Montage am Lenker mit ihrem knubbeligen Gummiband ist fummelig. Die Restlaufzeit lässt sich anhand der Farbanzeige nicht optimal abschätzen. Top: der sehr große 6600-mAh-Akku.

Eigenschaft Wert
Preis 109,95 Euro
Gewicht (fahrfertig) 203 g
Akku-Laufzeit / Ladezeit 4:06 h / 6:20 h
Lux / Fernlicht / Akku-Leistung 117 Lux / nein / 6600 mAh

Lupine SL MiniMax AF

Die Verarbeitung der Lupine ist ein Highlight. Per schicker Alu-Schelle lässt sie sich mittig am Lenker platzieren. Bedient wird die MiniMax über eine Bluetooth-Fernbedienung. In der Dämmerung wechselt die Lampe dank Helligkeitssensor vom Tagfahr- ins Abblendlicht. Schon dieses lässt kaum Details im Dunkeln.

Aktiviert man das Fernlicht, wird der Weg auf über 50 Meter absolut homogen ausgeleuchtet. Der Lichtkegel reicht bis weit über den Kopf. Durch den breiten Kegel leuchtet die MiniMax auch leicht in die Kurve hinein. Mit etwas Gewöhnung gelingen auch Trail-Fahrten sicher.

Eigenschaft Wert
Preis 530 Euro
Gewicht (Lampe / Akku / fahrfertig) 89 g / 195 g / 317 g
Akku-Laufzeit / Ladezeit 1:27 h / 2:34 h
Lux / Fernlicht / Akku-Leistung 290 Lux / ja / 5000 mAh

Sigma Aura 100

Sigmas Aura ist aktuell nur im Set mit dem Blaze-Rücklicht zu haben. Clever: An der Lampe wird auch der Akku-Stand des Rücklichts angezeigt, die Steuerung ist ebenfalls gekoppelt. Per Automatikfunktion passt sich die Aura an das Umgebungslicht an und spart so Akku.

In der hellsten Stufe leuchtet die Sigma Nah- und Fernbereich sauber aus. Die Breite des Lichtpegels ist aber stark begrenzt. Fahrten auf Waldwegen sind dennoch gut möglich. Ihr kleiner Akku ist überraschend ausdauernd. Für Trails ist die Lampe aber nicht gemacht. Preiswertes Set für Pendler, die auch mal durch den Wald müssen.

Eigenschaft Wert
Preis 109,95 Euro
Gewicht (Lampe / fahrfertig) 97 g / 112 g
Akku-Laufzeit / Ladezeit 3:12 min / 4:18 h
Lux / Fernlicht / Akku-Leistung 135 Lux / nein / 2000 mAh

Supernova M99 B54 Max

Hier ist der Name Programm: Wechselt man an der Lenkerfernbedienung zum Fernlicht, explodiert gefühlt ein Stern auf dem Trail. Selbst in über 50 Metern erscheint der Weg taghell. Breite und Höhe des Leuchtkegels reichen locker für Fahrten auf nächtlichen Trails.

Lampe und Akku sind aber richtige Klopper und bringen zusammen über ein halbes Kilo auf die Waage - trotz Carbon-Gehäuse am Akku. Die Alu-Schelle positioniert die M99 mittig vor dem Vorbau. Ein Tagfahrlicht sorgt für Sicherheit in der Stadt. Die Leuchtstufen lassen sich frei programmieren.

Eigenschaft Wert
Preis 899 Euro
Gewicht (Lampe / Akku / fahrfertig) 197 g / 300 g / 539 g
Akku-Laufzeit / Ladezeit 1:15 h / 5:20 h
Lux / Fernlicht / Akku-Leistung 462 Lux / ja / 4500 mAh

StVZO-Fahrradlampen machen im Gelände nur dann Sinn, wenn sie ein echtes Fernlicht besitzen, das den Leuchtpegel deutlich nach oben erweitert. Solange die Lampe am Lenker sitzt, ist die Ausleuchtung aber auch dann nicht optimal.

Testsieger Fahrradbeleuchtung

Nicht nur das Gesehen-Werden ist essenziell, sondern auch das Sehen des Weges selbst - natürlich ohne dabei den Gegenverkehr zu blenden. Wir haben 51 Fahrradlicht-Sets getestet, die in Deutschland für den Straßenverkehr zugelassen sind. Das ist längst nicht bei allen Modellen, die man online kaufen kann, der Fall.

Das Set der Sigma Aura 80 USB-Front- und der Blaze-Rücklampe konnte das Rennen um den Testsieg knapp für sich entscheiden. Beide Lampen sind hervorragend verarbeitet, leicht zu montieren und kommen ohne permanenten Halter am Lenker aus.

Die Aura 80 USB verfügt über vier Leuchtmodi mit Beleuchtungsstärken von 80, 60, 40 und 20 Lux. Die Leuchtdauer bei höchster Stufe betrug in unserem Test knapp über fünf Stunden. Die Ausleuchtung der Frontlampe ist ausreichend, um auch mal nachts im Wald zu fahren.

Das Blaze-Rücklicht verfügt über einen Nacht- und einen Tag-Modus und ist zusätzlich mit einer gut funktionierenden Bremslichtfunktion ausgestattet. Leicht zu montieren und schön kompakt.

Das Fahrradbeleuchtungs-Set mit der GVolt-70-Front- und der Rapid Micro-G-Rücklampe hat nur knapp den Testsieg verfehlt. Die Frontlampe verfügt über drei Leuchtmodi mit Beleuchtungsstärken von 70, 50 und 10 Lux. Bei vollem Akku haben wir eine Brenndauer von knapp 3 Stunden im High-Modus und mehr als 18 Stunden im Low-Modus gemessen. Die Leuchten lassen sich gut montieren und bleiben während der Fahrt an Ort und Stelle. Die Lampen sind gut verarbeitet, leicht und haben eine schlanke Bauform, damit sie auch mal in der Hosentasche getragen werden können.

Das Fahrradbeleuchtungs-Set Büchel BLC 820 war eines der hellsten im Test. Das BLC 820 besitzt drei Leuchtmodi. Zwei LED-Leisten in der Frontlampe informieren den Fahrer über den gewählten Leuchtmodus sowie über den Ladezustand des Akkus. Die 121 Gramm leichte Front- und 32 Gramm leichte Rückleuchte werden über dicke Gummibänder fixiert, die die Fahrradbeleuchtung in Position halten. Der besondere Clou der Lampe: Um die Leuchtdauer zu verlängern, verfügt die Frontleuchte über eine automatische Lichtsteuerung und das Rücklicht über einen Tag-Nacht-Modus sowie eine gut funktionierende Bremslichtfunktion.

Die mit Abstand längste Akkulaufzeit im Test - zumindest beim Frontlicht. Die Trelock LS950 Control hat vor allem eins: eine extrem lange Akkulaufzeit auch bei hoher Leuchtstärke. Daher konnten wir nicht anders, als ihr eine Empfehlung auszusprechen, auch wenn sie ein paar kleine Kritikpunkte mitbringt. Mit 56 Stunden Durchhaltevermögen im Low-Modus und 14 Stunden im High-Modus schlägt sie die Konkurrenz um Längen. Länger leuchten nur batteriebetriebene Leuchten.

Das Set von Sigma um die Aura-60-Front- sowie die Nugget-II-Rückleuchte ist super verarbeitet und macht von allen getesteten Lampen mit den hochwertigsten Eindruck - und das, obwohl es zu den günstigeren Sets gehört. Die Lampe verfügt über alles Nötige, wie eine Ladestandsanzeige, drei Leuchtmodi, beleuchtete Seiten und lässt sich einfach montieren.

Gesetzliche Anforderungen an die Fahrradbeleuchtung

Wo vor dem Jahre 2017 noch fest angebrachte Lichter am Rad montiert sein mussten, die zwingend über einen Dynamo mit Strom versorgt werden mussten, dürfen heutzutage auch Akku-Leuchten verwendet werden. Allerdings haben nicht alle Lampen, die man im Handel findet, die Zulassung für den Straßenverkehr, da hier gewisse Anforderungen erfüllt sein müssen.

So müssen die Lampen eine vom Kraftfahrtbundesamt erteilte Zulassungsnummer aufweisen, damit die Hersteller auch mit „StVZO-zugelassen“ werben können und der Radler sie legal im Straßenverkehr einsetzen darf. So muss z. B. Für das Frontlicht gilt es, eine Höhe zwischen 40 bis 120 Zentimetern, für das Rücklicht eine Höhe zwischen 25 bis 125 Zentimetern einzuhalten.

»Fahrräder müssen mit einem oder zwei nach vorn wirkenden Scheinwerfern für weißes Abblendlicht ausgerüstet sein. Wichtig ist noch, dass zwar eine ständige Anbringungspflicht entfällt, es aber je nach Bedingungen notwendig ist, die Lampen anzubringen.

Helmlampen vs. StVZO-Lampen

Im Vergleich zu den StVZO zugelassenen Fahrradlichtern haben alle Helmleuchten keine Zulassung und sind somit nicht im Straßenverkehr zugelassen. Zudem verfügen diese Lampen über enorm hohe Lichtleistungen, nicht selten weit über 2000 Lumen, um so gut wie möglich den Trail sichtbar zu machen.

Lumen vs. Candela vs. Lux

Der Lichtstrom bzw. die Lichtleistung wird in Lumen [lm] angegeben. Dieser Wert gibt Auskunft über die Helligkeit eines Leuchtmittels, genauer gesagt wie viel Licht einer Lampe zu allen Seiten hin ausgestrahlt wird und somit generell zur Verfügung steht.

Candela [cd] beschreibt den Lichtstrom, der in eine bestimmte Richtung abgestrahlt wird. Die Beleuchtungsstärke wird in Lux [lx] angegeben und gibt Auskunft über den Lichtstrom, der auf eine beleuchtete Fläche fällt. Da es sich hier um eine Empfängergröße handelt, ist die reine Lux-Angabe der Lampe wenig aussagekräftig, da sie vom Abstand des Leuchtmittels zur angeleuchteten Fläche abhängt. Die Beleuchtungsstärke kann jedoch recht einfach mit einem Luxmeter ermittelt werden.

Die Qual der Wahl: So finden Sie die richtige Fahrradbeleuchtung

Wer über den Kauf einer Fahrradbeleuchtung nachdenkt, sollte sich erst einmal über das Einsatzgebiet der Lampen für die dunkle Jahreszeit im Klaren sein. Soll es ein günstiges Beleuchtungsset für die kurze Fahrt zur U-Bahn sein, eine Lampe, die den Radweg bei Nässe gut ausleuchtet, oder gar eine Flutlichtanlage für den Helm, um auch nachts über den Bike-Trail jagen zu können?

Für die ersten beiden Optionen kommen nur StVZO-konforme Lampen infrage. Für das Night-Biking sind extra helle Helmlampen die beste Wahl. Allerdings sind diese Lichtmonster im Straßenverkehr oft unzulässig, da sie stark blenden können.

Für kurze und gelegentliche Fahrstrecken reicht häufig eine kleine und leichte Fahrradleuchte mit integriertem Akku und USB-Ladeschnittstelle. Aber auch rein batteriebetriebene Exemplare können für Sparfüchse, welche die Leuchte nur selten nutzen, eine Alternative sein. Solche Lampen sind schnell an- und abgesteckt, haben aber oft nur begrenzte Lichtleistung und Leuchtdauer.

Systeme mit separatem Akku sind schwerer und umständlicher anzubauen, halten jedoch länger durch und können mehr Licht liefern. Ideal für lange Touren oder wo es auf maximale Ausleuchtung ankommt.

Im öffentlichen Straßenverkehr muss die Fahrradlampe über eine amtliche Bauartgenehmigung verfügen. Erkennbar an dem Prüfkennzeichen - es besteht aus einem Wellensymbol, einem großen K und einer vierstelligen Zahl.

Der Weg zur perfekten Fahrradlampe

Hat man sich für eine Lampenart entschieden, raten wir zu einer Probefahrt im Dunkeln. Auf seiner Hausstrecke oder im üblichen Fahrradeinsatz wird die Ausleuchtung getestet. Dabei sollten Nutzer zudem Montage und Bedienung im Dunkeln ausprobieren - auch mit Handschuhen. Die Bedienknöpfe der Fahrradbeleuchtung müssen gut erreichbar und leicht zu betätigen sein, damit die Lampe auch während der Fahrt einhändig zu bedienen ist. Automatiken und Dämmerungssensoren sind dabei hilfreich.

Jetzt noch die Höheneinstellung so anpassen, dass das Nahfeld ausreichend ausgeleuchtet wird und die Hell-Dunkel-Grenze in der Ferne noch gut zu sehen ist. Der beleuchtete Bereich vor dem Rad muss ohne dunkle Flecken möglichst homogen ausfallen - das ist besonders wichtig bei Nässe, denn Spiegelungen und Lichtreflexe fallen dann noch stärker auf und sind eine große Herausforderung für die Augen.

Bei höherer Fahrgeschwindigkeit muss das Fahrradlicht so weit nach vorn und zur Seite ausleuchten, dass man Hindernisse rechtzeitig erkennt und nie das Gefühl von Blindflug aufkommt. Dabei ist ganz klar: Je schneller man unterwegs sein will, desto stärker muss die Fahrradlampe sein und sollte idealerweise eine Fernlichtfunktion haben.

Grundsätzlich gilt ähnlich wie beim Auto das Sichtfahrgebot: Man sollte schon zur eigenen Sicherheit innerhalb des Lichtkegels vollständig zum Stehen kommen können.

Wie hell sollte mein Fahrradlicht sein?

150 Lux oder 1400 Lumen - Anbieter von LED Fahrradlicht locken gerne mit großen Zahlen bei den Angaben zur Leuchtkraft. Bei seriösen Lampenanbietern kann man sich meist darauf verlassen. Höhere Lux- oder Lumen-Zahlen bedeuten dann grundsätzlich auch mehr Leuchtkraft.

Wichtiger jedoch als die reinen Lichtleistungsangaben ist die Lichtverteilung. Ideal ist eine klar definierte Hell-Dunkel-Grenze in der Ferne und ein homogen ausgeleuchteter Bereich dazwischen bis direkt vor das Fahrrad. Wenn dann noch die Seitenausleuchtung breit und symmetrisch ist, gibt es keine Schreckmomente wegen plötzlich aus der Dunkelheit auftauchender Hindernisse.

Akkuleuchten profitieren von neuer LED- und Batterie-Technik

Die Fahrradbeleuchtung ist dank der energieeffizienten LED-Technik und leichter Lithium-Ionen-Akkus deutlich zuverlässiger geworden. Somit eignen sich batterie- oder akkubetriebene Fahrradlichter nicht nur für gelegentliche Einsätze, sondern machen das Fahrrad alltagstauglich, auch weil regelmäßiges Nachladen nicht mehr so häufig notwendig ist.

Letztlich gibt es mehr Lichtleistung bei weniger Gewicht. Fahrradbeleuchtungen mit integriertem Akku sind mittlerweile so leicht, dass sie fest am Lenker fixiert bleiben. Systeme mit kompaktem Akku-Packs im Flaschenhalter versorgen Hochleistungs-LEDs über Stunden mit Strom.

Akku fest eingebaut versus Batteriefach

Beim Großteil der Akkuleuchten sind mittlerweile die Energiespeicher fest eingebaut. Da spricht erst einmal nichts gegen, sind doch Leistungsdichte und Ladezyklen auf eine lange Nutzungsdauer optimiert. Der Vorteil eines Wechsel-Akkus in Batterieform liegt klar auf der Hand: Ist der Akku leer, kann man einfach den Ersatz-Akku oder Batterien einwechseln. Systeme mit externem Akku sind noch flexibler. Ist ein Akku leer, kann ein zweiter oder größerer angesteckt werden.

Bajonettverschluss, Knebel oder Gummilasche

Normalerweise wird das Frontlicht am Lenker oder der Gabel befestigt. Das ist logisch, da der Lichtkegel dann immer genau den Weg erfasst, den der Fahrer ansteuert. Je nach Ausführung wird die Fahrradbeleuchtung entweder an einem zuvor angeschraubten Adapter oder direkt über das Lampengehäuse am Rad befestigt.

Die Mehrzahl der Frontlichter lässt sich so schnell an- und abbauen. Das ist wichtig, schließlich soll die teure Fahrradlampe nicht unbeaufsichtigt am Rad bleiben, wenn es unterwegs abstellt wird - sonst ist sie schnell weg.

Die Standard-Sets sind meist ähnlich aufgebaut. Die werkzeugfreie Montage erfolgt mittels fest integrierter Gummiriemen oder extra Plastikschraubklemmen. Die Lampen mit Gummiriemen, sei es Front- oder Rücklicht, sind schnell angebracht und passen universell an verschiedene Lenker oder Sattelstützdurchmesser.

Wenn die Beleuchtung tagsüber nicht montiert ist, sind keine unschönen Halter am Fahrrad - für Puristen und Ästheten ein echtes Kaufargument. Die Leuchten müssen aber jedes Mal nach der Montage neu ausgerichtet werden. Hier kommt einem die neue Regelung, dass nur niemand geblendet werden darf, entgegen.

Bei Systemen mit separatem Halter werden diese mit Klemme, Knebelschraube und verschieden dicken Unterleggummis an den Lenker oder die Sattelstütze angepasst. Das ist oftmals recht fummelig, bei ungünstigen Platzverhältnissen ist eine exakte horizontale Ausrichtung der Lampe nicht möglich. Der Vorteil: Einmal positioniert, sind die Lampen schnell an- und abgesteckt und gleich korrekt ausgerichtet. Unbedingt auf die Klemmweite der Schelle achten.

Standard-Lenker haben ein Durchmesser von 25,4 Millimeter und Oversized-Lenker von 31,8 oder gar 35,0 Millimeter, also vorher Lenkerdurchmesser an der dicksten Stelle messen. Bei Sattelstützen gilt für das Rücklicht gleiches, hier gibt es Durchmesser von 25,0 bis 35,0 Millimeter. Bei Aerolenker und ovalen Sattelstützen versagen die üblichen Schellenbefestigungen, am ehes...

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