Jeder Fahrradfahrer sollte eine Minipumpe für unterwegs dabeihaben. Aber um zu Hause die Fahrradreifen aufzupumpen, sind Standluftpumpen komfortabler. Ohne Luft im Reifen rollt das Fahrrad schlecht. Deshalb muss regelmäßig zur Luftpumpe gegriffen werden.
Standluftpumpen im Test
Wir betrachten in unserem Test die großen Standpumpen für zu Hause und die handlichen Minipumpen, die uns unterwegs aus einer Pannensituation retten. Eine Standluftpumpe gehört in jeden Haushalt. Mit ihnen ist das Aufpumpen schmaler, aber auch voluminöser Reifen eine Leichtigkeit. Normalerweise sind sie mit einem Manometer ausgestattet, damit erkenntlich ist, welcher Druck bereits im Reifen herrscht. Im Test haben wir festgestellt, dass nicht jedes Manometer genau misst.
City-Biker dürften kleine Druckdifferenzen nicht besonders interessieren, für Mountainbiker hingegen können genaue Werte durchaus wichtig sein. Wer aber nach dem Motto "Hauptsache Luft" fährt, der wird selbst mit dem preisgünstigsten getesteten Modell zufrieden sein.
Testsieger Standluftpumpen: Lezyne Steel Floor Drive
Die Lezyne Steel Floor Drive ist in vier Farben erhältlich. Stahlzylinder, Aluminiumfuß und Holzgriff machen die Standpumpe zu einem robusten und gleichzeitig schicken Alltagsbegleiter. Das große, gut ablesbare 3,5-Zoll-Manometer mit seinen feinen Abstufungen ist das beste im Testfeld und trägt zum stabilen Stand der Pumpe bei. Der Pumpenkopf wird bei diesem Modell aufs Ventil geschraubt statt gesteckt.
Im Test erreichte die Lezyne Steel Floor Drive die Note "sehr gut" - mit 18,5 von 20 Punkten.
Preis-Leistungs-Sieger Standluftpumpen: Topeak JoeBlow Sport III
Die stabil stehende Topeak JoeBlow Sport III aus Stahl mit dem gummierten Griff macht sofort einen hochwertigen Eindruck - und das, obwohl sie gar nicht teuer ist. Das etwas nach oben versetzte, präzise Manometer ist gut ablesbar, dürfte aber feiner abgestuft sein. Der Pumpenkopf lässt sich schnell und einfach an den unterschiedlichen Ventilarten festklemmen und lässt selbst bei der Demontage kaum Luft entweichen. Kaufempfehlung!
Im Test erreichte die Topeak JoeBlow Sport III die Note "sehr gut" - mit 18 von 20 Punkten.
Minipumpen im Test
Minipumpen sollten auf jeder längeren Radtour im Gepäck sein, um sich bei einer Panne selbst helfen und die Tour zu Ende fahren zu können. Praktisch: Alle acht getesteten Modelle werden mit einer Rahmenhalterung verkauft, die anstelle oder unter dem Flaschenhalter montiert wird. So nimmt die Pumpe keinen Platz im Gepäck weg.
Für unterwegs sind besonders handliche Modelle natürlich praktisch. Die geringe Größe führt aber zu Kompromissen. Bis drei Bar im 42 Millimeter breiten 28-Zoll-Reifen erreicht sind, sind mit der kleinsten getesteten Pumpe über 400 Hübe zu tätigen. Das dauert! Zum Glück existieren auch Minipumpen, die dafür weniger als die Hälfte der Hübe benötigen. Weiterhin haben viele Modelle Probleme mit hohen Reifendrücken. Teilweise muss schon bei drei Bar sehr viel Kraft aufgewendet werden, um noch pumpen zu können. Andere Modelle hingegen lassen sich selbst bei sechs Bar Reifendruck noch locker bedienen.
Testsieger Minipumpen: Silca Tattico
Die Silca Tattico hat einen integrierten Schlauch, der nach dem Öffnen einer Gummikappe herausziehbar ist. Mithilfe eines Hebels wird der Schlauch unkompliziert am Ventil festgeklemmt. Kein Geschraube. Dadurch lässt sie sich besonders gut handhaben. Hoher Druck stellt sie vor keine Probleme, und auch das Hubvolumen bewegt sich noch im guten Bereich.
Im Test erreichte die Silca Tattico die Note "sehr gut" - mit 17 von 20 Punkten.
Preis-Leistungs-Sieger Minipumpen: Red Cycling Pro Clever Air HV
Die Red Cycling Pro Clever Air HV ist die zweitkleinste Pumpe im Test und hat trotzdem das zweitgrößte Hubvolumen. Nur 44 Hübe benötigten wir fürs erste Bar am 40 Millimeter breiten 28-Zoll-Reifen. Auch in puncto Gewicht liegt sie auf Platz zwei. Trotz ihrer Kompaktheit lässt sie sich gut pumpen. Nur bei hohen Drücken muss die Pumpe passen. Unser neuer Favorit für breite Reifen!
Im Test erreichte die Red Cycling Pro Clever Air HV die Note "gut" - mit 16 von 20 Punkten.
So wurde getestet
Standluftpumpen
Standluftpumpen sollen lange halten. Im Punkt Wertigkeit haben wir deshalb bei viel Plastik, störenden Geräuschen oder mangelhafter Funktion Punkte abgezogen. Damit schnell viel Luft in den Reifen gelangt, ist das Hubvolumen wichtig. Das haben wir an einem 28-Zoll-Reifen mit 40 Millimeter Breite getestet. Waren drei Bar nach nur 18 Pumphüben erreicht, haben wir 5 Punkte vergeben, bei 30 Hüben waren es nur noch drei Punkte.
In der Handhabung gab es Abzug für mangelnde Ergonomie und kippeligen Stand. Mussten Pumpköpfe aufs Ventil geschraubt werden, haben wir 0,5 Punkte abgezogen, da dies deutlich aufwändiger als das Stecken ist. Beim Manometer haben wir Punkte abgezogen, wenn es schlecht ablesbar, nicht fein abgestuft oder gar ungenau war.
Minipumpen
Natürlich ist auch bei den Minipumpen das Hubvolumen wichtig, damit das Aufpumpen nicht zu lange dauert. Im Test haben wir einen 42 Millimeter breiten 28-Zoll-Reifen befüllt. 40 Hübe für ein Bar Druck ergaben fünf Punkte, 80 Hübe drei Sterne, 120 Hübe einen Punkt.
Ein weiterer Bewertungspunkt ist das Gewicht. 100 Gramm führten zu fünf Punkten, 200 Gramm zu drei Punkten. Trotz der kompakten Größe soll das Pumpen leicht von der Hand gehen. Wie gut das gelang, haben wir im Punkt Handhabung bewertet.
Viele der kleinen Pumpen schaffen keine hohen Drücke. Wir haben im Punkt Pumpfähigkeit untersucht, ob wir bei City-Bike-typischen vier Bar noch Luft in den Reifen bekommen. Bei einem vergebenen Punkt war dies nicht möglich, bei fünf Punkten war es einfach.
Wie viel Druck ist richtig?
Die Beschriftung auf der Reifenflanke gibt einen groben Aufschluss. Generell gilt: Geringer Druck macht das Fahren komfortabler und erhöht den Grip, allerdings steigt die Gefahr eines Plattens durch Durchschläge an Bordsteinen oder Wurzeln.
Viel Druck macht schnell? Nicht unbedingt. Da der Untergrund selbst auf Asphalt nicht komplett eben ist, wird man von den vielen kleinen Schlägen und Hüpfern ausgebremst. Letztendlich muss jeder den richtigen Druck individuell finden, eine Formel dafür gibt es nicht.
Akku-Luftpumpen
Wer seinen Fahrradreifen nicht per Hand aufpumpen möchte, kann zu elektrischen Akku-Luftpumpen greifen. Diese sind klein, handlich und messen in den meisten Fällen zusätzlich den Reifendruck. Neben Fahrradreifen pumpen sie auch Autoreifen, Bälle, Luftballons, E-Scooter und vieles mehr auf. Praktisch sind elektrische Akku-Luftpumpen aber auch für Rollstuhlfahrer, die mit ihnen sitzend einen platten Reifen auffüllen können.
Bei der Auswahl beschränken wir uns auf Luftpumpen mit integriertem Akku. Diese Variante ist mobil, einfach zu handhaben und damit praktisch, wenn weder Steckdose noch Powerstation in der Nähe sind.
Testsieger Akku-Luftpumpen: Bosch Easypump
Insgesamt setzt sich die Bosch Easypump souverän an die Spitze der besten mobilen Luftpumpen mit Akku. Sie besticht durch ihre kompakte Bauweise, das geringe Gewicht und das durchdachte Design mit integrierten Adaptern für alle gängigen Ventile. Die Taster zur Bedienung sind groß, gut erreichbar und logisch angeordnet. Über sie bestimmt der Nutzer den gewünschten Bar-Wert. Ist dieser erreicht, schaltet sich die Luftpumpe selbstständig ab. Das kleine Display lässt sich auch bei direkter Sonneneinstrahlung noch gut ablesen. Eine integrierte LED-Leuchte hilft beim Aufpumpen in dunkler Umgebung.
Mit einem Preis von 50 Euro ist die Bosch Easypump zwar kein Schnäppchen, dafür bekommt man aber ein hochwertiges Markenprodukt mit guter Leistung und durchdachter Ausstattung. Billige No-Name-Produkte können da qualitativ nicht mithalten.
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| kompakt, leicht, durchdachtes Design mit integrierten Adaptern | recht hoher Preis |
| hohe Verarbeitungsqualität, einfache Bedienung | keine Schnellladefunktion |
| gute Luftleistung und hoher Maximaldruck | kein Klemmventil |
Beste kleine Akku-Luftpumpe: Anoutway AT1 Pro
Die Anoutway AT1 Pro ist ein kleines Kraftpaket mit großer Wirkung. Sie vereint Kompaktheit mit präziser Druckkontrolle. Dafür ist laut wie ein Presslufthammer im Miniaturformat und der Akku hält nur für zwei Reifen - für Notfälle unterwegs ist sie dennoch Goldwert.
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| nur 156 Gramm (inkl. Zubehör) | laut |
| Display mit automatischer Abschaltung | nach zwei Reifen oder 5 Minuten ist der Akku leer |
| umfangreiches Zubehör inklusive Schutzhülle | teurer als klassische Handpumpen |
| passt in jede Trikottasche |
Leistungs-Sieger Akku-Luftpumpe: Fanttik X8 Apex
Schnelle, leistungsstarke Akku-Luftpumpe mit ausdauerndem Akku, aber etwas klobig und schwer für den mobilen Einsatz.
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| schnelle Pumpgeschwindigkeit | recht groß und schwer |
| lange Akkulaufzeit | |
| als Powerbank nutzbar | |
| gutes Display |
Preis-Leistungs-Tipp Akku-Luftpumpe: ATJ-8466
Mit der ATJ-8466 bekommt man eine leistungsstarke elektrische Luftpumpe im handlichen Mini-Format, die sich dank umfangreicher Ausstattung und Zusatzfunktionen für viele Anwendungen eignet. Besonders bezüglich ihres sehr günstigen Preises setzt sie sich von den meisten anderen Akku-Luftpumpen ab.
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| sehr günstig | etwas lauter als andere Mini-Pumpen |
| Akku bis zu 6000 mAh groß | kein Transportbeutel im Lieferumfang |
| integrierte Powerbank Taschenlampe |
Worauf gilt es beim Kauf zu achten?
Beim Kauf sollte man darauf achten, dass die Pumpen genügend Druck aufbauen. Bei einem Trekking-Rad sollten im Reifen zwischen 2,5 bar und 4,5 bar herrschen, das schaffen alle elektrischen Pumpen. Bei einem Rennrad können es bis zu 10 bar sein, das können nicht alle. Auch kann es etwa in der Nacht hilfreich sein, wenn die Luftpumpe eine zusätzliche Taschenlampe an Bord hat.
Eines sollten Käufer allerdings wissen: Die elektrischen Luftpumpen sind ohne Ausnahme laut. Auch sind sie verglichen mit einer manuellen Standpumpe langsam. Selbst die schnellsten benötigen über eine Minute, um einen komplett leeren Fahrradreifen auf 3,5 bar aufzupumpen.
Alternative: CO₂-Luftpumpe
Nicht elektrisch, dafür aber unschlagbar leicht, kompakt und günstig sind CO₂-Luftpumpen. Ihr Funktionsprinzip ist denkbar einfach. Sie bestehen im Grunde aus einer CO₂-Kartusche mit Gewinde, auf das ein Adapter für das Fahrradventil geschraubt wird. Darin befindet sich ein Dorn, den der Nutzer zum Befüllen des Reifens in die Versiegelung der Kartusche schraubt.
Dabei kosten sie zwischen 5 und 20 Euro. Pro Kartusche zahlt der Käufer 1 bis 4 Euro. Funktionell unterscheiden sie sich nicht. Allerdings passen häufig nur Kartuschen mit Gewinde.
Für die optisch ähnlichen Patronen ohne Gewinde, die üblicherweise genutzt werden, um Schlagsahne aufzuschäumen, benötigt man spezielle CO₂-Pumpen mit Griffstück. Vorteil der CO₂-Luftpumpen mit Griffstück: Der Nutzer ist vor der plötzlich auftretenden Kälte an der Kartusche geschützt. Einige Hersteller solcher Pumpen ohne Griffstück liefern gleich einen Schaumstoff- oder Neoprenüberzug für die CO₂-Patrone mit. Diese lassen sich nicht wiederbefüllen und landen nach ihrer Nutzung im Hausmüll. Auf Flügen sind sie nicht erlaubt.
Beim Ausprobieren stellen sich beide Varianten in ihrer Nutzung als eher umständlich heraus. Zunächst schraubt man die Patrone bis zum Anschlag in den Kopf und bringt die CO₂-Pumpe am Ventil an. Dabei funktionieren beide sowohl an Sclaverand- als auch an Schraderventilen. Dann dreht man die Stellschraube mit dem Dorn in die Patrone und öffnet so die Versiegelung. Nun füllt sich der Reifen eines City-Bikes innerhalb etwa fünf Sekunden auf nachgemessene 5 bar.
Hat man sie nicht korrekt am Ventil befestigt und öffnet die Versiegelung, entleert sich die Patrone innerhalb weniger Sekunden. Hier ist Vorsicht geboten. Auch sollte man beim Auffüllen keinesfalls die Patrone selbst oder andere Metall-Elemente berühren. Diese kühlen extrem ab und können so zu Verletzungen führen. Gerade beim günstigen Barbieri Mikrobo ist das schwierig, schließlich kommt es nicht wie der CO2-Inflator mit einem Patronenschutz.
Insgesamt sind CO₂-Pumpen brauchbar und gerade wegen ihres geringen Gewichts und des günstigen Preises verlockend. Jedoch sollte man mit ihnen zu Hause dringend probehalber ein paar Reifen aufpumpen, denn ihre Nutzung erfordert Übung.
Fazit
Mobile elektrische Akku-Luftpumpen sind praktisch, um ohne Muskelkraft einen exakten Druck im Reifen aufzubauen - aber auch, um den Reifendruck zu prüfen. Dabei zeigen sich die Modelle flexibel: Egal ob Fahrrad-, Mofa, Autoreifen, E-Scooter oder Ball - die entsprechenden Adapter liegen meist bei. Wer jedoch etwas großvolumiges wie eine Luftmatratze per Akku aufpumpen will, für den führt fast kein Weg am Einhell Pressito 18/25 vorbei.
Große Unterschiede gibt es bei der Optik, der Nutzbarkeit und den Maßen. Hier liegen die Luftpumpen von Bosch, Einhell, Xiaomi und Cycplus klar vorn. Die Bosch Easypump überzeugt dank ihres durchdachten Designs. Sie ist zudem klein genug, um sie auch mal mitzunehmen. Dafür ist der Einhell CE-CC Akku-Kompressor zu groß. Er lässt sich aber besonders komfortabel bedienen und funktioniert mit Einhell-Akkus. Die Xiaomi-Mi-Pumpe funktioniert ebenfalls anstandslos und sieht dabei auch richtig schick aus. Alles an dieser Pumpe wirkt wie aus einem Guss. Wer auf einen besonders kompakten Formfaktor und geringen Gewicht Wert legt, sollte sich die Laotie Z1 Mini genauer anschauen.
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