Eine Minipumpe am Fahrrad kann Ihnen viel Ärger ersparen: Sinkt der Luftdruck in einem Reifen ab, können Sie sich mit Aufpumpen im günstigen Fall bis nach Hause retten. Oder noch besser: Sie haben Flickzeug oder einen Schlauch dabei.
Die Qualität solcher Geräte zeigt sich jedoch erst im Notfall: Wie lange muss ich mit dem kleinen Ding pumpen, um mein Fahrrad wieder fahrbereit zu bekommen? Wie anstrengend ist das? Und schafft die kleine Pumpe es überhaupt, so viel Druck aufzubauen, wie ich für ein schnelles Fortkommen mit meinen Reifen benötige? Das sind die Fragen, die wir an die sechs getesteten Modelle hatten. Nach viel Pumpen und noch mehr Muskelkater in den Armen fielen die Antworten sehr unterschiedlich aus.
Minipumpen sollen bei jeder Fahrt dabei sein, dürfen am Fahrrad nicht stören. Fünf der getesteten Modelle lassen sich am Rahmen befestigen, passende Halter werden mitgeliefert. Die sechste Pumpe ist so klein, dass sie in die Jackentasche passt. Notfalls auch in die eines Rennradtrikots.
Bei der Auswahl spielen Kriterien wie Maximaldruck, Volumen, Praxistauglichkeit und nicht zuletzt das Gewicht eine Rolle. Wer mit einem E-Bike unterwegs ist, das bereits 23 Kilogramm wiegt, kann zu einer großen, bequemen Pumpe greifen. Rennradfahrer und Mountainbiker wollen Gewicht sparen: Sie sind mit kleinen Geräten besser bedient. Doch nicht alle sind in der Lage, einen Rennradreifen auf 7 bar zu bringen.
Komfortabel ist die Arbeit mit keiner der getesteten Pumpen. Sie sind für den Notfall unterwegs gedacht. Für das schnelle Aufpumpen zu Hause würden wir auf jeden Fall eine Standluftpumpe empfehlen.
Sie wollen mehr darüber wissen, was bei Luftpumpen zu beachten ist? Klicken Sie hier, um zu unseren FAQ zum Thema zu kommen.
Testbedingungen und -methoden
Um eine einheitliche Testsituation zu schaffen, habe ich mir mein Hinterrad vom Bombtrack Beyond geschnappt, welches 29 Zoll groß ist und einen Continental RaceKing Reifen mit 2,2 Zoll Breite und Schlauch hat. Für den Test wurde der Reifen auf 0 Bar gesetzt. Anschließend habe ich mit jeder Pumpe 100 Pumpstöße in den Reifen/Schlauch gegeben und den dann vorhandenen Druck gemessen.
Ob es Unterschiede zwischen Tubeless Reifen und den Schlauchreifen aus meinem Test gibt, was die Pump-Performance angeht, kann ich nicht sagen. Auch gilt es zu beachten, dass bei schmaleren Reifen ggf. die Werte abweichen können und zum Beispiel höher ausfallen.
So haben wir getestet: Alle Pumpen mussten einen 40 Millimeter breiten Reifen eines Gravelbikes von platt auf drei Bar bringen. Ein typisches Pannenszenario und übertragbar auf viele E-, City- und Tourenbikes, die mit vergleichbar dimensionierten Reifen unterwegs sind. Anschließend musste jede Pumpe zeigen, ob sie auch eine Rennradtour retten kann und mindestens 7 bar erreicht.
Getestete Miniluftpumpen
Diese Miniluftpumpen haben wir getestet:
- BBB Cycling Doubleshot (UVP: 59,95 Euro)
- Contec Air Support Go Switch (UVP: 17,95 Euro)
- Crankbrothers Klic HV Gauge (Herstellerpreis: 49,99 Euro)
- Lezyne Pocket Drive Pro (UVP: 44,95 Euro)
- SKS Airflex Explorer (UVP 34,95 Euro)
- Topeak Turbo Morph Digital (UVP: 79,95 Euro)
Mit einem Klick auf den Produktnamen gelangen Sie zu ausführlichen Einzeltests.
Einzeltests und Ergebnisse
Blackburn AirStik SL
Diese sehr kleine und leichte Pumpe hat mir mal Stephan geschenkt. Sie ist so gesehen ideal für das Bikepacking, braucht kaum Platz, passt in jede Tasche oder auch ins Trikot. Mit 60g (selbst gewogen) und einer Länge von 16 cm ist sie wirklich sehr kompakt. Diese Pumpe steckt man klassisch auf das Ventil und legt los. Beim Pumpen muss man aber aufpassen, dass man sich nicht versehentlich den Finger vorne klemmt. Die 100 Pumpstöße gehen recht einfach, der Pumpenkopf wird auch nicht warm.
Am Ende steht bei der Blackburn ein erreichter Luftdruck im Reifen von 0,31 Bar. Nach 200 Pumpstößen ist ein Druck von 0,77 Bar erreicht. Nicht schlecht. Wenn ich von einem Zieldruck von 1,9 Bar ausgehe, dann braucht es rechnerisch um die 500 Pumpstöße, bis ich diesen erreicht habe. Der Preis der AirStik SL beträgt 28 Euro, was ok ist. Dafür bekommt man eine gut verarbeitete Pumpe, die sehr leicht und kompakt ist. Und die - mit etwas Geduld - dann auch Luft in den Reifen bringt.
Silca Tattico
Die Silca habe ich mir mal als Alternative zur Lezyne Pumpe (siehe unten) gekauft. Bei der Tattico zieht man den Kopf mit einem Schlauch aus der Pumpe und klemmt diesen dann am Ventil fest. Anschließend funktioniert die Pumpe wie eine normale Luftpumpe und wird ausgezogen 41,5 cm lang. Der Kopf kann je nach Ventilart noch umgeschraubt werden. Also von Auto-Ventil auf französisches Ventil und umgekehrt.
Die Klemmung ist vorteilhaft, da so der Kopf festsitzt und man die Pumpe auch an Ventilen benutzen kann, die kein Gewinde aufweisen. Allerdings habe ich es mit der Tattico auch geschafft, den Ventilkopf leicht zu verbiegen. Durch das Pumpen entsteht ja auch eine Bewegung. Diese führte dann dazu, dass der Pumpenkopf sich bewegte und trotz Klemmung sich etwas löste und dadurch den Ventilkopf verbogen hat. Aber wenn man das weiß, kann man dem Vorbeugen und ohne Beschädigungen arbeiten.
Obwohl der Pumpenkopf an der Tattico zusammengeschoben durch eine Gummikappe geschützt ist, kommen Staub und Dreck mit der Zeit rein, was dann dazu führt, dass sich der Kopf nicht mehr so einfach aus der Pumpe ziehen lässt. Im Test hat die Tattico dann nach 100 Pumpstößen einen Druck von 0,43 Bar im Reifen aufgebaut. Da hätte ich etwas mehr erwartet. Aber nach weiteren 100 Pumpstößen habe ich schon einen Druck von 1,22 Bar. Das ist nicht schlecht. Beim Pumpen wird natürlich der Pumpkörper etwas warm, aber nicht unangenehm. Laut Hersteller kann die Tattico bis zu 7 Bar maximal leisten.
BBB Cycling Doubleshot
Diese neue Pumpe von BBB ist interessant, denn hier wurde im Prinzip eine “normale” Luftpumpe geteilt und kompakt zusammengesteckt. Die BBB ist mit nur 83g die zweit-leichteste Pumpe in diesem Vergleich (selbst gewogen), kostet allerdings auch 60 Euro. Sie ist aus Aluminium gefertigt und besteht aus zwei Teilen, die zum Pumpen dann zusammengeschraubt werden. Zum Transport werden die Pumpenteile zusammengeschoben. Damit sind sie Maße 12 cm Länge x 4 cm Breite. Das macht sie angenehm kompakt und ideal zum Transport, wenn es auf Platz und Gewicht ankommt.
Nach 100 Pumpstößen hat die BBB einen Luftdruck von 0,35 Bar aufgebaut. Das ist nur wenig mehr als die Blackburn. Und 19% weniger Druck als die Tattico nach 100 Stößen. Ich habe mit dieser Pumpe den Test sogar mehrmals gemacht und dabei war der niedrigste erreichte Luftdruck auch mal nur 0,26 Bar. Da hätte ich allerdings etwas mehr erwartet, aber vermutlich liegt die BBB mit diesen Werten einfach auch nur im Mittel, angesichts Kompaktheit und Gewicht.
Für die Doubleshot gibt es keine Halterung zur Befestigung am Rahmen. Die habe ich auch nicht vermisst, denn die kleine und leichte Pumpe passt mit einer Transportlänge von nur zwölf Zentimetern neben dem Ersatzschlauch in meine kleine Satteltasche, aber auch in jede Trikot- oder Jackentasche. Mit ihren 84 Gramm stört sie weder dort noch an anderen Stellen.
Die kleine Pumpe besteht aus zwei nebeneinander gesteckten Rohren, die sich leicht voneinander lösen lassen. Verschraubt man beide Teile miteinander, entsteht eine Pumpe mit zwei Kammern und einer Gesamtlänge von 23 Zentimetern. Vorteil des geringen Durchmessers von nur 1,8 Zentimetern: Prinzipiell kann man mit wenig Kraftaufwand hohen Druck aufbauen. Im Test habe ich jedoch bei 6,5 bar aufgegeben: Es gibt nämlich keinen Griff, der beim Pumpen für sicheren Halt sorgen würde und mit dem man mehr Kraft ausüben könnte. Stattdessen rutsche ich mit schwitzigen Händen ab.
Um den breiten Testreifen auf 3 Bar zu bringen, waren 380 Hübe nötig. Das ist viel, aber deutlich weniger als mit der ebenso leichten und nicht ganz so kompakten Pocket Drive Pro von Lezyne. Beim Pumpen setzt man den Kopf direkt auf das Ventil. Es gibt keinen Schlauch oder Schnellverschluss. Der Kopf passt nur an Dunlop- und Presta-Ventile.
Vorteil des geringen Durchmessers von nur 1,8 Zentimetern: Prinzipiell kann man mit wenig Kraftaufwand hohen Druck aufbauen. Im Test habe ich jedoch bei 6,5 bar aufgegeben: Es gibt nämlich keinen Griff, der beim Pumpen für sicheren Halt sorgen würde und mit dem man mehr Kraft ausüben könnte. Stattdessen rutsche ich mit schwitzigen Händen ab.
Lezyne Micro Floor
Das ist schon meine zweite Lezyne Micro Floor. Die erste hat vor zwei Jahren ihren Geist aufgegeben und ließ sich nicht mehr bewegen. Die Micro Floor unterscheidet sich von den anderen Pumpen dadurch, dass sie eine Mini Standpumpe ist. Ausgezogen beträgt die Länge der Lezyne 50 cm und der kleine T-Griff am Ende der Pumpe ist sehr angenehm bei der Bedienung.
Allerdings ist die Micro Floor auch dafür bekannt, dass durch das Verschrauben des Pumpenkopfes mit dem Ventil sehr oft nach dem Pumpen das Ventil mit rausgeschraubt wird. Das ist mir zum Beispiel kurz vor dem Start des Bohemian Border Bash Race passiert. Dieser Nachteil ist wirklich ärgerlich, denn ansonsten ist diese Luftpumpe mein klarer Favorit und war immer dabei, wenn es wirklich drauf an kam. Sie wiegt 191g (selbst gewogen) und ist damit die schwerste Pumpe in diesem Test. Dafür liefert sie aber die beste Performance im Vergleich: nach 100 Pumpstößen lag der Luftdruck im Reifen bei 0,76 Bar. Nach weiteren 100 Pumpstößen hatte ich im Test einen Druck von 1,44 Bar erreicht. Das ist schon sehr gut und sehr schnell.
Man sollte jetzt aber nicht die Blackburn oder die BBB mit der Lezyne vergleichen. Das sind einfach unterschiedliche Voraussetzungen, denn die Lezyne bringt mehr Volumen und Power mit. Die Micro Floor braucht auch etwas mehr Platz als die Tattico, denn komprimiert misst sie 30cm Länge x 5 cm Breite. Die Druckanzeige nutze ich nie, denn die Plastik ist schon stumpf und somit kann ich wenig sehen. Der Schlauch hat sich aber als sehr robust erwiesen. Bei meiner alten Lezyne ist er mal unten aus dem Pumpenfuß herausgefallen und ich dachte schon, er sei abgebrochen.
Stand jetzt kommt wieder die Lezyne mit in den Balkan. Trotz des Mehrgewichts habe ich bei ihr das bessere Gefühl und kann mich mehr darauf verlassen. Allerdings ist die Silca Tattico ebenfalls noch nicht ganz aus dem Rennen. Sie liegt in ihrer Leistung nur wenig hinter der Lezyne und hat eine Klemmung und wird nicht geschraubt. Zudem ist sie etwas leichter, was aber zu vernachlässigen ist.
Contec Air Support Go Switch
Die Air Support Go Switch hat einen Schalter zum Wechseln zwischen HV und HP - also zwischen einer hohen Volumenleistung und hohem Druckaufbau. Wobei »hohes Volumen« bei der kleinen Pumpe relativ ist: mit gemessenen 30 cm3 Volumen benötigte ich 255 Hübe, um den Testreifen in der Einstellung »HV« auf 3 bar aufzupumpen. Das ist unterer Durchschnitt.
Überzeugen konnte mich die kleine Pumpe am Rennradreifen: Erst bei 7,1 bar habe ich aufgegeben - für mein Rad und mich sogar etwas mehr Druck, als ich benötige. Die Pumpstrategie am Rennrad lautet: Schnell im Modus HV 3 oder 4 bar Druck aufbauen, dann auf HP umschalten und langsam und mit vielen Hüben Richtung Zielmarke voran arbeiten. Mission accomplished!
Crankbrothers Klic HV Gauge
Bei der Klic HV Gauge von Crankbrothers fragte ich mich: Ist das clever? Oder schlicht über-designt? Die Pumpe hat vorn keinen sichtbaren Pumpenkopf, erst nachdem man den Ring gedreht hat, wird ein magnetischer Anschluss für einen Schlauch freigelegt. Diesen findet man im Handgriff, wenn man das Ende des Griffs zu einem »T« aufklappt. Der Schlauch wird magnetisch gehalten. Zumindest im Prinzip, denn er muss mitsamt Gewinde über das Ventil gedreht werden. Für den Einsatz an Schrader-Ventilen lässt sich das vordere Ende umgedreht einsetzen.
Leider ist nur eine Hälfte des etwa 17 Zentimeter langen Schlauchs flexibel. Die andere beherbergt ein Manometer, das Werte von 1 bis 7 bar und zehn bis 100 PSI anzeigt. Da es direkt auf das Ventil gesetzt wird, ragt ein Bereich von mehr als zehn Zentimetern Länge in Richtung Radnabe, bevor der Schlauch abknicken kann. Da ist man bei Rädern mit Bremsscheibe mit dem Pumpenkopf schon nah an der Scheibe. Man sollte wohl von rechts aufpumpen. Bei Mountainbikes mit großen Ritzeln wird es an der Kassette des Hinterrads eng.
Das Manometer zeigte im Test etwas zu wenig an: 2,9 bar bei mit dem Referenzgerät gemessenen 3 bar. Das sollte für unterwegs ausreichend genau sein. Mit einer Länge von rund 26,5 Zentimetern und einem Durchmesser von 2,6 Zentimetern ist die Klic HV Gauge relativ groß, bleibt aber mit einem Gewicht von 133 Gramm im Rahmen.
Unsere HV-Variante sieht Crankbrothers für Mountainbikes und Gravelbikes vor. Es gibt noch eine HP-Variante für Rennräder, die mehr Druck schaffen soll. Aber auch unser Exemplar kam am Rennrad auf 7 bar, wenn auch mit Mühe. Dafür waren am 40-Millimeter-Reifen eines Gravelbike nur 192 Hübe nötig, um ihn auf 3 bar zu bringen.
Für die Montage am Rad liefert Crankbrothers einen Halter samt Ösen für einen Spanngummi mit, aber kein solches Gummi, sondern nur Klettband. Ein davon unabhängiges Problem: Der im Inneren des Pumpengriffs aufbewahrte Schlauch mit seinem Manometer klappert während der Fahrt.
Beim Pumpen hilft der ausklappbare Pumpengriff, der im Ruhezustand die Pumpenstange vor dem Herausrutschen sichert. Der Pumpenkopf wird direkt an das Ventil angesetzt und verfügt über eine Verriegelung. Für den Wechsel zwischen Schrader- und Presta-/Dunlop-Aufnahme muss das Kopfende abgeschraubt und andersherum wieder aufgesetzt werden. Eigentlich kein Thema, wenn das Kunststoffgewinde nicht so schwergängig wäre. Ein Gewinde aus Metall würde das Schrauben erleichtern. Auch die Schutzklappe vor der Ventilöffnung wirkt etwas billig.
Lezyne Pocket Drive Pro
Die Pocket Drive passt mit 15 Zentimetern Länge und einem Durchmesser von etwa 2,5 Zentimetern tatsächlich in die namensgebende Tasche von Jacke oder Trikot. Hersteller Lezyne liefert dennoch eine kleine Rahmenhalterung mit. Sie ist ebenso wie die meisten Bestandteile der Pumpe selbst aus Aluminium. Alles wirkt stabil und hochwertig.
Beide Enden der Pumpe sind mit Gummipfropfen verschlossen. Am Griffende zieht man einen rund zwölf Zentimeter langen Schlauch heraus und schraubt ihn vorn an den Pumpenkopf. Welche Seite des Schlauchs man an die Pumpe ansetzt, entscheidet darüber, ob man Schrader- oder Presta/Dunlop-Ventile bedienen kann. In beiden Fällen muss der Schlauch auf das Ventil geschraubt werden, einen Schnellverschluss gibt es nicht.
Wie bei anderen Pumpen mit Schlauch zum Aufschrauben besteht hier die Gefahr, dass sich Presta-Ventile beim Lösen des Schlauchs herausziehen. Tatsächlich mache ich diese Erfahrung an meinem Rennrad: Beim Herausschrauben des Schlauchs löst sich das Ventil und die mühsam hineingepumpte Luft entweicht. Für solche Fälle gibt es Abhilfe: Der Ring am Schlauch der Pumpe hat Aussparungen, die auf den Ventilkopf eines Presta-Ventils passen.
Die Lezyne-Pumpe ist offensichtlich für Rennradfahrer konzipiert. Die schmalen Reifen eines Rennrades bekomme ich damit auf die gewünschten 7 bar aufgepumpt, aber das dauert und ab 6 bar wird es mühsam. Das Volumen der Pocket Drive Pro beträgt nur rund 17 cm3.
SKS Airflex Explorer
Hersteller SKS bietet die Airflex in den Varianten »Explorer« für Mountainbikes und »Racer« für Rennräder an. Wir haben uns für die Explorer entschieden und damit für mehr Volumen, aber geringeren Druck.
Mit unserem Testreifen aus dem Gravelbike-Segment kommt sie gut klar. Mit der 43 cm3 fassenden Pumpe benötige ich nur 206 Hübe bis zum Zieldruck von 3 bar. Da sich die Airflex mit den gummierten Griffen vorn und am Auszug gut anfasst, macht das Pumpen auch nicht viel Mühe. Zumindest bis zu den anvisierten 3 bar. Bei meinen Versuchen am Rennradreifen zeigt sich, dass es ab diesem Wert anstrengend wird. 5 bar gibt SKS als Maximalwert an. Ich schaffe sogar etwas mehr, aber dann werden die Arme doch sehr müde und ich gebe kurz vor 6 bar auf.
Vor dem Pumpen zieht man am Kopf hinter einer Abdeckung einen etwa zwölf Zentimeter langen Schlauch heraus. Anders als etwa bei der Pumpe von Lezyne muss man ihn nicht festschrauben, sondern bis zum Anschlag herausziehen und am Ventil einschrauben. Ebenfalls anders (und besser) als bei der Konkurrenz: Der Kopf passt ohne Umstecken an alle drei Ventilarten. Da hat sich SKS einen cleveren Mechanismus ausgedacht.
Das Einschrauben des Schlauchs ist einerseits eine feine Sache, ich habe mehr Freiheit bei der Pumpbewegung, und ich rüttele nicht am Ventil herum. Allerdings passiert mir an meinem Rennrad zunächst etwas, das mit allen Schraubpumpenköpfen an Presta-Ventilen passieren kann: Immer, wenn ich den Pumpenschlauch nach dem Pumpen herausschraube, kommt das Ventil mit heraus, und der Reifen ist wieder platt. Da hilft es auch nicht, das Ventil mit den Fingern neu zu fixieren: Nur mit Werkzeug wird es so fest, dass es in seiner Hülle bleibt.
Die Pumpe wird mit einem Halter geliefert, der sich gut unter einen Flaschenhalter schrauben lässt. Die 21 Zentimeter lange und mit einem Durchmesser von drei Zentimetern etwas pummelige Pumpe sitzt sicher am Unterrohr. Das Pedal passt knapp daran vorbei. Doch Vorsicht: Man muss sie so positionieren, dass sowohl der Pumpenkörper als auch der Griff vom Spanngummi gehalten werden, sonst klappert es beim Fahren. Die Abdeckung über dem Kopf schützt den Schlauch vor Feuchtigkeit und Schmutz.
Das gefällt an der Airflex Explorer von SKS: Sie fasst sich gut an und ist nicht zu schwer. Der Kopf passt ohne Umbau an alle Ventilarten.
Das weniger: Hoher Luftdruck ist machbar, aber nur mit viel Kraft.
Topeak Turbo Morph Digital
Die Turbo Morph Digital kann man kaum als »Minipumpe« bezeichnen. Mit einer Länge von 35 Zentimetern ist sie fast dreimal so lang wie das kleinste Modell im Testfeld und 318 Gramm auch nicht leicht. Dafür ist sie eine Art Mini-Standluftpumpe. Oben lässt sich ein Griff, unten ein Fuß ausklappen. Der 25 Zentimeter lange Schlauch reicht aus, um an ein in Richtung Boden gedrehtes Ventil heranzukommen. Zumal die Enden des Schlauchs sowohl an der Pumpe als auch am Kopf frei drehbar sind.
Der Kopf hat eine Klemme für das Ventil. Er bedient sowohl Schrader- als auch Dunlop-/Presta-Ventile. Für den Wechsel auf die kräftigeren Schrader-Ventile muss der Abschlussring gelöst und das innen liegende Gummi sowie das Ventilinnere umgedreht werden. Das ist etwas komplizierter als bei der Konkurrenz.
Im Vergleich zu einer normalen Standluftpumpe ist die Turbo Morph Digital klein, weshalb man sich beim Pumpen tief bücken muss. Aber der große Vorteil einer Standluftpumpe bleibt: Man kann mit seinem Körpergewicht Richtung Boden einen viel höheren Druck ausüben als allein mit der Armmuskulatur.
Das Volumen beträgt 65 cm3, unser Testreifen ist nach 119 Hüben auf 3 bar aufgepumpt. Wann der nötige Druck erreicht ist, kann man auf dem integrierten digitalen Manometer ablesen. Es zeigte 2,92 bar bei tatsächlichen 3 bar an, das ist vertretbar. Die im Test angestrebten 7 bar am Rennrad erreichten wir mit der Pumpe mühelos.
Für die Befestigung am Rahmen liefert Topeak eine Halterung für Rahmenschrauben mit, da eine so große Pumpe nicht mit einem Flaschenhalter harmoniert. Man muss also ein Rohr suchen, das ausreichend Platz bietet. Oder man nutzt nicht die Schrauben, sondern die ebenfalls mitgelieferten Kabelbinder, um die Halterung zu befestigen. Doch egal, wie man sie befestigt, der kleine Standfuß kann gegen den Rahmen stoßen. Dann klappert es bei größeren Schlaglöchern. Ich habe schließlich einen kleinen Filzgleiter drauf geklebt. Dann ist Ruhe.
Das gefällt an der Turbo Morph Digital von Topeak: Sie macht das Aufpumpen einfach und mit dem Manometer weiß man genau, wann der richtige Druck erreicht ist.
Das weniger: Sie ist groß und schwer.
Für wen sich die Turbo Morph Digital eignet: Besitzer schwerer E-Bikes, für die die zusätzlichen 318 Gramm keine Rolle spielen.
Weitere Aspekte und Empfehlungen
Ich habe manchmal auch noch zwei CO2-Kartuschen dabei. Allerdings habe ich mit Gas auch schon die Erfahrung gemacht, dass durch die Kälte beim Auslösen der Ventilkopf so beschädigt wurde, dass er abgebrochen ist.
Mit Interesse schaue ich auch auf die neuen und sehr kompakten elektrischen Pumpen. Diese wiegen meist um die 100g und bringen genug Power mit, um den Reifen mindestens zwei mal aufzupumpen. Danach lassen sie sich einfach via USB wieder aufladen.
Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels fehlte der Hinweis, dass in die Minipumpe von Lezyne ein Schlüssel zum Festziehen von Presta-Ventilen integriert ist.
Tabellarische Übersicht der getesteten Pumpen
| Pumpe | Gewicht (g) | Länge (cm) | Druck nach 100 Stößen (Bar) | Preis (ca.) |
|---|---|---|---|---|
| Blackburn AirStik SL | 60 | 16 | 0,31 | 28 Euro |
| BBB Cycling Doubleshot | 83 | 12 | 0,35 | 60 Euro |
| Silca Tattico | N/A | 41,5 (ausgezogen) | 0,43 | N/A |
| Lezyne Micro Floor | 191 | 50 (ausgezogen) | 0,76 | N/A |
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