Fahrrad Luftpumpe Manometer Test: Alles, was Sie wissen müssen

Luftgefüllte Reifen dämpfen Erschütterungen und Stöße weit besser als Hartgummireifen und sind obendrein leichter. Jeder Reifen verliert mit der Zeit Luft. Alltagsradler sollten daher regelmäßig ihren Reifenluftdruck überprüfen. Wenn das Rad eine längere Zeit nicht bewegt wurde, sollte der Luftdruck sowieso geprüft werden, bevor die Fahrradtour startet.

Warum ist der richtige Reifendruck wichtig?

Zu wenig Luft bzw. Luftdruck schadet nicht nur dem Reifen - vor allem, wenn man über Bordsteine oder Bodenunebenheiten fährt -, es kostet mehr Kraft beim Fahren. Ein voller Reifen hat nicht automatisch ausreichend Druck. Denn ein Fahrradreifen verliert im Durchschnitt in einem Monat 1 bar, daher sollten Sie den Luftdruck regelmäßig überprüfen.

Viele Fahrräder sind beim Kauf schon mit einer Luftpumpe ausgestattet. Wie gut Ihre Fahrradpumpe ist, können Sie ganz leicht selbst feststellen: Pumpen Sie, während Sie die Auslassöffnung Ihrer Pumpe mit dem Daumen zuhalten.

Arten von Fahrradpumpen

Es gibt verschiedene Arten von Fahrradpumpen, die jeweils für unterschiedliche Zwecke geeignet sind:

  • Standpumpen: Ideal für zuhause. Sie haben ein höheres Kolbenvolumen als Handpumpen, dadurch geht das Aufpumpen deutlich schneller. Mit ihnen kann man einen Reifen auch richtig schön prall aufzupumpen, denn bauartbedingt kann man mit ihnen mehr Druck aufbauen, als es mit einer Handpumpe möglich ist. Viele Standpumpen kommen mit Manometer.
  • Handpumpen und Minipumpen: Ideal für unterwegs. Mit ihnen kann ein platter Reifen wieder einigermaßen mit Luft befüllt werden, sodass Sie Ihre Runde fortsetzen und wieder nach Hause fahren können. Gängige Minipumpen schaffen es meist aber nicht, so viel Druck wie eine Standpumpe aufzubauen. Ein Manometer ist bei Handpumpen eher die Ausnahme.
  • Elektrische Luftpumpen: Inzwischen gibt es aber auch kleine, handliche Akku-Luftpumpen. Sie kosten nicht die Welt und füllen den Reifen, ohne dass man sich anstrengen muss. Klingt toll, hat aber einen Haken: Der Akku muss erstmal voll sein. Und da man eine Fahrradpumpe nicht ständig braucht, ist dann, wenn man sie braucht, garantiert der Akku leer. Bis er aufgeladen ist, vergehen Stunden. Zweites Manko: Akku-Kompressorpumpen sind im Betrieb ziemlich laut. Wirklich überzeugt haben uns diese Modelle für den Einsatz am Fahrrad nicht, für ältere Menschen und alle, die die Pumperei wirklich satt haben, können sie aber dennoch eine gute Wahl sein.
  • CO2-Kartuschenpumpen: Sinnvoll sind CO2-Kartuschenpumpen daher nur als Pannenhilfe für unterwegs. Problematisch sind Kartuschenpumpen auch in der Anwendung: Die Kartuschen werden beim Aufpumpen sehr kalt, man muss aufpassen, sich keine Erfrierungen zu holen. Und wenn man etwas falsch macht, landet der Inhalt der Kartusche womöglich nicht im Reifen. Hat man nur eine dabei, schaut man dann in die Röhre. Eine richtige Fahrradpumpe ersetzen CO2-Kartuschenpumpen also nicht. Daher haben wir sie hier auch nicht getestet.
  • Fußpumpen: Vom Prinzip ähneln sie den Standpumpen, allerdings werden sie mit dem Fuß betätigt und nicht mit der Hand. Somit fällt das Aufpumpen des Reifens viel rückenfreundlicher aus. Wichtig ist, dass die Fußpumpe einen stabilen Stand hat und über ein Manometer verfügt.

Wie viel Druck sollte im Reifen sein?

Wie viel Luftdruck Ihr Reifen haben sollte, können Sie auf Ihren Reifen nachlesen. In der Regel sind die Angaben auf der Reifenflanke aufgedruckt - und zwar mit Minimal- und Maximaldruck. Generell lässt sich sagen: Je schmaler der Reifen ist, umso mehr Druck ist notwendig für ein komfortables Fahrgefühl.

Zur groben Orientierung:

  • Schmale Rennradreifen brauchen circa 8 bar Druck, Profis pumpen sie auf 12 oder mehr bar auf.
  • Normale Fahrradreifen werden meist mit 2,5 bis 4 bar aufgepumpt.
  • Dicke Fatbike-Reifen, mit denen man auf Sand oder Schnee fahren kann, brauchen dagegen nur 0,5 bis 1 bar.

Für den Luftdruck - also die Kraft, die auf eine Fläche wirkt - findet man auf Fahrradreifen entweder die Einheit Bar oder PSI, letzteres steht für „pound per square inch“, also „Pfund pro Quadrat-Zoll“. Fahrradpumpen mit Manometer haben in der Regel beide Einheiten, sodass Sie nicht umrechnen müssen.

Bei Kinderfahrrädern reicht es aus, die Daumenprobe mit Daumen und Zeigefinger zu machen. Idealerweise drücken Sie hier an die Seite des Reifens und nicht auf die Lauffläche. Bei Erwachsenenrädern reicht diese Messmethode nicht aus. Ein Reifen fühlt sich ab circa 2 bar prall an.

Um zu messen, wie viel Druck Sie auf dem Reifen haben, sollten Sie eine Fahrradpumpe mit Manometer verwenden. Lösen Sie die Kappe von Ihrem Fahrradventil und setzen Sie die Auslassöffnung Ihrer Pumpe auf das Ventil und fixieren Sie sie. Überprüfen Sie ein- bis zweimal im Monat, wie viel Druck Sie im Reifen haben. Bei Rädern mit Autoventil können Sie den Luftdruck auch ganz einfach an der Tankstelle testen. Manche Tankstellen verbieten es wegen der Unfallgefahr Fahrradfahrern und Rollstuhlfahrern, ihre Luftdruckkompressoren zu verwenden.

Welche Ventilarten gibt es?

Drei Ventilarten sind für Fahrräder relevant: Presta-, Schrader oder Dunlop-Ventil.

  • Presta-Ventil: Das Presta-Ventil wird auch Rennrad-, französisches oder Sclaverand-Ventil genannt, die Abkürzung lautet SV. Das Ventil ist schmal und hat am Kopf eine Rädelmutter, die man aufdrehen muss, um den Schlauch mit Luft zu füllen. Die Rädelmutter soll verhindern, dass der Schlauch Druck verliert. Für solche Ventile braucht die Fahrradpumpe einen Aufsatz mit einer schmalen Öffnung.
  • Schrader-Ventil: Das Schrader-Ventil ist auch als Auto- oder Mountain-Bike-Ventil bekannt, denn es wird auch für Autos verwendet. Die Abkürzung ist AV. Praktischerweise können Sie ein Rad mit einem Autoventil auch an der Tankstelle mit dem dort vorhandenen Luftdruckgerät aufpumpen beziehungsweise checken.
  • Dunlop-Ventil: Normal-, Fahrrad- und Blitzventil sind zusätzliche Bezeichnungen für das Dunlop-Ventil, abgekürzt DV. Das Ventil finden Sie bei älteren Rädern und bei modernen Alltags- und Tourenrädern. Am weitesten ist es in Deutschland, Österreich und in den Niederlanden verbreitet. Zu erkennen ist das Dunlop-Ventil an der Überwurfmutter, die man abschrauben kann, um das Ventil herauszuziehen. Das Ventil öffnet sich beim Pumpen durch den Luftdruck automatisch. Das hat den Nachteil, dass Sie den Luftdruck nur dann messen können, wenn Sie die Fahrradpumpe betätigen. Den exakten Wert können Sie so auch mit einer guten Standpumpe nicht ermitteln.

Empfehlungen für Fahrradpumpen

Hier sind einige empfohlene Fahrradpumpen basierend auf verschiedenen Tests und Kriterien:

Standpumpen

  • Topeak JoeBlow Sport III: Ideal für Alltagsradler und Vielfahrer, wenn es um gut gefüllte Reifen geht, die ohne großen Kraftaufwand aufgepumpt werden sollen. Die Fahrradpumpe ist für alle gängigen Ventilarten geeignet. Die Verarbeitung der Fahrradpumpe ist sehr hochwertig, sie macht einen sehr stabilen Eindruck. Das Manometer ist groß und kann auch im Stand gut abgelesen werden. Außen stehen die PSI-Werte, innen der Bar-Wert. Allerdings ist sie zum Mitnehmen zu schwer und unhandlich.
  • Rose Druckmacher BL Standpumpe: Eine gute Alternative zum Testsieger. Sie hat einen Aluminiumzylinder und ist mit einer Höhe von 68 Zentimeter gut zu bedienen. Der Schlauch ist flexibel und mit 125 Zentimeter auch recht lang. Der Holzgriff liegt gut in der Hand und lässt sich gut greifen. Allerdings könnte das Manometer etwas größer ausfallen und besser lesbar sein. Um zwischen den Ventilarten zu wechseln, wird der metallic-pinke Aufsatz am Pumpenkopf abgeschraubt, umgedreht und wieder festgeschraubt. Sitzt der Kopf auf dem Ventil, wird der metallene Hebel hochgeklappt, damit er fest draufsitzt. Beim Lösen des Hebels sollte man etwas vorsichtig sein, damit man sich nicht verletzt.
  • SKS Germany Airstep: Mit dieser Fußpumpe können Sie ganz bequem im Stehen den Reifen aufpumpen. Die Bewegungsabläufe mit dem Fuß sind rund und leichtgängig, das Pumpen ist auch nicht kraftaufwendig. Allerdings ist die Pumpe zu schwer, um sie auf Tour zu nehmen.

Minipumpen

  • SKS Germany Supershort: Die Minipumpe verfügt über einen ergonomischen Griff, und Reifen lassen sich sehr leichtgängig aufpumpen. Die Fahrradpumpe ist so klein, sie passt sogar in die Gesäßtasche.
  • Hilo Sports Pointer Minipumpe: Die mit einem Manometer ausgestattet ist. Wir brauchten mehr als 300 Hübe, aber nach kurzer Zeit war der Reifen dann prall gefüllt.

Weitere empfohlene Standpumpen:

  • Rose Druckmacher Vario HV/HP
  • Contec Air Support Max
  • AARON Sport One Standluftpumpe

Vergleichstabelle ausgewählter Standpumpen

Modell Preis (ca.) Gewicht Material Besonderheiten
Topeak JoeBlow Sport III 45 € 1.8 kg Stahl, gehärtet Twin Head, großes Manometer
Rose Druckmacher BL 50 € 1.3 kg Aluminium, Holzgriff Robuster Pumpenkopf
SKS Germany Airstep 80 € 2.5 kg Kunststoff, Stahl Fußpumpe, rückenschonend

Tipps zur Auswahl der richtigen Pumpe

Damit der Pumpvorgang auch Spaß macht, müssen viele Punkte beachtet werden. Einen wichtigen Part dabei hat der Pumpenkopf. Idealerweise sollte eine Pumpe mit allen drei im Fahrradbereich vorkommenden Ventilarten zurechtkommen (Auto-, Sclaverand- und Dunlopventil). Multifunktionsköpfe mit Auto- oder Dual-Head sind schnell und einfach zu bedienen, sind ohne Umbau meist mit allen Ventilarten kompatibel (Beto, Birzman, Bontrager, Crank Brothers, Merida, M-Wave, NG-Sports, Pedro’s, SKS, Specialized).

Einen Wählhebel besitzen Topeak und Zéfal. Beim Fixieren der bisher genannten Köpfe muss jeweils ein Hebel umgelegt werden. Alle Köpfe mit Hebel haben zudem einen Schwachpunkt: Fällt die Länge des Kopfes zu kurz aus, ist ein Verkanten beim Aufsetzen und Festmachen wahrscheinlich. Dabei werden nicht selten die sensiblen, aber meist verbauten Sclaverand-Ventile beschädigt. Sehr kurz fallen vor allem Beto, Crank Brothers, M-Wave, SKS und Zéfal aus. Deutlich besser funktioniert dies bei den aufdrückbaren Modellen von Acid, Pro und dem aufschraubbaren Kopf von Lezyne. Bei Lezyne braucht das Auf- und Abschrauben allerdings etwas Zeit.

Beim Design sollten weder scharfe oder unangenehme Kanten das Greifen und Betätigen stören. Auffälligkeiten hierzu finden sich bei den meisten Modellen. Pluspunkte gibt es für ein Luftablassventil, weil damit ein einfaches Feintuning möglich ist.

Ein für viele unscheinbares Bauteil ist der Pumpenschlauch. Er verbindet Kopf und Pumpe, sollte für eine gute Handhabung möglichst lang ausfallen. Somit ist das Ventil dann gut erreichbar, egal ob das Rad am Boden steht oder in einem Montageständer eingespannt ist. Acid, Birzman, Blackburn, Lezyne und Pro bieten Längen jenseits der 1200 Millimeter.

Der Großteil der Bedienung einer Pumpe findet über den Griff statt. Dieser sollte also möglichst ergonomisch und griffig ausfallen. Die Unterschiede sind hier besonders groß. Bei der Breite überzeugen Acid, Airace, Bontrager, Pro, Zéfal und vor allem Birzman und SKS. Viel zu schmal sind hingegen Beto und Silca. Große, breite und angenehme Auflageflächen bieten Blackburn, Bontrager, Merida, SKS und Specialized. Viele Modelle setzen auf gummierte Anti-Rutsch-Oberflächen, was besonders bei Birzman und SKS gelungen ist. Holzgriffe gefallen durch das natürliche Griffgefühl bei hoher Rutschfestigkeit, was Lezyne und Zéfal perfekt umsetzen.

Damit der Luftdruck bestmöglich ablesbar ist, sollte das Manometer bestimmte Parameter befolgen. Alle Pumpen bieten eine Druckskala in bar und psi, wobei wir im Test vor allem die bei uns verbreitete bar-Anzeige bewerten. Die am oberen Ende der Pumpe angebrachten Modelle sind wegen der kürzeren Distanz zum Auge oft besser ablesbar (Acid, Pedro’s, Syncros). Einen guten Kontrast auf hellem Untergrund findet man vor allem bei Blackburn, Bontrager, M-Wave, NG-Sports und Rose. Wer auf geringe Drücke und breite Reifen am Balloon-, Mountain- oder gar Fatbike setzt, sollte sich vor allem bei Acid, Lezyne, Merida, Silca, SKS und Zéfal umsehen, da diese auf 0,1 bar genau anzeigen. Abzüge wegen einer zu groben Skala bekommen Airace, Beto, Birzman, Blackburn, Bontrager, Crank Brothers und M-Wave.

Die digitalen Manometer von Acid, Lezyne und Zéfal sind besonders gut ablesbar, weil sie sich lediglich auf den aktuellen Druck beschränken. Die beste Ablesbarkeit hilft allerdings nichts, wenn das Manometer ungenau arbeitet. Dazu haben wir alle Modelle mit je einem geeichten manuellen und digitalen Manometer verglichen. 16 Hersteller weichen dabei nur maximal um 0,1 bar ab. Extreme Abweichungen gibt es bei Merida, M-Wave, Beto, Silca und vor allem Pro.

Bei der Pumpleistung ist ein ausgeglichenes Maß von Kolbendurchmesser und Kolbenhub erforderlich, um eine gute Allroundpumpe zu stellen. Ein kleiner Kolben ermöglicht zwar ein leichtes Pumpen bis in den hohen (zweistelligen) Druckbereich, braucht aber bei großvolumigen Reifen deutlich mehr Hübe, um das Volumen zu füllen. Auf der anderen Seite lassen sich mit einem großen Durchmesser auch breite Reifen schnell füllen, benötigen aber bei hohen Drücken sehr viel Kraft.

Je sicherer eine Standpumpe steht, umso angenehmer lässt es sich damit meist arbeiten. Dabei helfen möglichst große Standfüße, wie man sie vor allem bei Birzman, Blackburn, Contec, Rose und SKS findet. Kleine Standflächen besitzen hingegen Beto, M-Wave und vor allem NG-Sports und zeigen sich dadurch recht kippelig. Ist die Oberfläche dann wie bei Airace, Bontrager und Specialized schön griffig, rutschen auch glatte Schuhe nicht so schnell ab. Auf glatten Oberflächen bieten die meisten Pumpen nur wenig Halt, können durch die lackierten Metallkanten sogar Kratzer hinterlassen.

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