Die Temperaturen steigen, der Frühling ist da: Startschuss für die Fahrradsaison! Doch nicht nur das Rad braucht jetzt etwas Pflege, auch die Sommerreifen kehren aus ihrem Winterschlaf zurück.
Akku-Luftpumpen bestechen durch ihren Komfort, denn sie sind handlich und schnell einsatzbereit. Auch für Reifen von z. B. Fahrrädern eignen sich Akku-Luftpumpen sehr gut, denn mit ihnen muss man sich nicht selbst abrackern.
Wir haben 37 Akku-Luftpumpen getestet mit Preisen zwischen 20 und 160 Euro. Die meisten sind vielseitig einsetzbar und eignen sich sowohl für Reifen als auch für aufblasbare Gegenstände.
Für verschiedene Ventile werden verschiedene Aufsätze benötigt. Die meisten Akku-Luftpumpen sind standardmäßig mit dem Aufsatz für Schrader-Ventile (AV) ausgestattet. Schrader-Ventile finden vor allem bei Autos und Mountainbikes Anwendung. Andere Fahrräder haben entweder Presta-Ventile (SV) oder Dunlop-Ventile (DV), für die Aufsätze auf der Akku-Luftpumpe notwendig sind.
Oft wird neben den Fahrradadaptern auch eine Nadel für Ballventile mitgeliefert. Das ist zwar praktisch, jedoch sollten Bälle jeglicher Art mit Vorsicht aufgepumpt werden. Ein paar Sekunden reichen, um einen Fußball prall zu füllen. Auch bei Luftmatratzen ist Vorsicht geboten, denn die Akku-Luftpumpen besitzen viel mehr Pumpleistung, als für Luftmatratzen benötigt wird. Außerdem pumpen Akku-Luftpumpen meistens so langsam, dass sie sich für große Gegenstände nicht lohnen.
Bei vielen Akku-Luftpumpen lässt sich der gewünschte Luftdruck einstellen, sodass das Aufpumpen beim Erreichen des eingestellten Drucks sofort aufhört. Besonders bei manuellen Manometern (Druckmessgeräten) ist eine automatische Voreinstellung aber nicht möglich. Der Druck wird dann entweder in bar, psi oder Kilopascal angegeben. Ein bar entspricht dem atmosphärischen Druck auf der Erdoberfläche, 100 Kilopascal sind 1 bar, und psi steht für pound-force per square inch, also Pfund pro Quadratzoll. 1 bar entspricht ungefähr 14,5 psi.
Zwar sind die Akku-Luftpumpen dafür gebaut, hohen Druck zu erzeugen, aber nicht, um besonders große Gegenstände aufzupumpen. Zehn bis 30 Liter sind in der Minute drin, mehr nicht. Der hohe Druck wird durch einen Kompressor erzeugt, den man deutlich hört. Mit bis zu 88 Dezibel auf einen Meter Entfernung lärmen die Kompressoren. Mit anderen Worten: Akku-Luftpumpen sind so laut wie Rasenmäher.
Dessen muss man sich bewusst sein - nicht, dass man um sechs Uhr morgens den Reifendruck am Auto anpassen möchte und dabei die Nachbarn aus dem Schlaf reißt. Wirklich leise Pumpenmodelle gibt es nicht.
Die gute Nachricht: Alle getesteten Akku-Luftpumpen erfüllen die Aufgaben, für die sie entwickelt wurden. Die schlechte: Alle Akku-Luftpumpen sind laut bis sehr laut.
Einzelne Modelle im Detail
Litheli U20 EPT130020
Akku-Familien sind klar im Trend und auch die Litheli U20 EPT130020 profitiert davon. Mit einem 18-V- (bzw. 20-V-) Akku macht sie reichlich Druck und scheut sich auch nicht, Autoreifen aufzupumpen. Die Litheli U20 EPT130020 ist etwas größer und nicht als reine Fahrradpumpe zu sehen.
Handlich heißt nicht unbedingt klein, auch wenn die Litheli U20 EPT130020 für ihre Pumpleistung als verhältnismäßig klein bezeichnet werden kann. Handlich bedeutet in diesem Fall, dass sie kompakt ist, sich bequem mit Griff tragen lässt und die vier zusätzlichen Düsen in einem Fach untergebracht sind.
Litheli ist bisher nicht so bekannt und bietet in seiner Akku-Familie auch bislang nicht so viele Werkzeuge an, wie beispielsweise Bosch, Einhell oder Metabo. Die Litheli U20 EPT130020 ist jedoch nicht das erste Werkzeug von Litheli, das wir im Test hatten, und bisher glänzten sie mit einer ausgesprochen guten Qualität.
Beim Akku setzt Litheli nicht auf den typischen Werkzeug-Akku. Die Akkus von Litheli besitzen eine glatte Oberfläche und eine abgerundete Form. Prinzipiell erwarten wir von einer guten Akku-Luftpumpe, dass sich ein Druck vorgeben lässt und sich die Luftpumpe dann selbstständig bei Erreichen des vorgegebenen Druckes abschaltet.
Die Litheli U20 EPT130020 erlaubt die Druckvorgabe und gestattet es, zwischen den Einheiten bar und psi zu wählen. Dazu gibt es nicht nur die Möglichkeit, den gewünschten Druck selbst einzustellen, für die schnelle Auswahl sind vier Werte für Auto, Motorrad, Fahrrad und Basketball gespeichert.
Der Bildschirm, auf dem die Einstellungen angezeigt werden, ist beleuchtet, kontrastreich und auch bei Tageslicht gut zu erkennen. Ist der Druck eingestellt, kurz auf die Play/Pause-Taste drücken und ab geht es. Leider ist die Leistung nicht zu überhören und die Litheli U20 EPT130020 mit 81 Dezibel (1 m Entfernung) etwas lauter als manch andere Modelle. Das sollte man jedoch nicht zu verbissen sehen.
Zum Test haben wir wie immer die Luft aus unserem Mountainbike gelassen und in gerade mal 26 Sekunden wurde die Bereifung (26 x 1,95) auf 3 bar gebracht.
Die Akku-Luftpumpe Litheli U20 EPT130020 bietet ein erstklassiges Gesamtpaket aus Leistung und Bedienkomfort.
Bosch EasyPump
Die Bosch EasyPump bietet ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Sie verbindet praktisches Design mit einer guten Pumpleistung bei Autoreifen. Bei Fahrradreifen enttäuscht die Easypump etwas, dafür ist sie besonders einfach zu bedienen. Die Bosch EasyPump bietet ein tolles Gesamtpaket: Sie ist handlich, praktisch und preiswert. Ihr Griff liegt sehr gut in der Hand und mit 422 Gramm stört sie nicht beim Pumpen.
Öffnet man die Verpackung, liegt die EasyPump kopfüber in ihrem Abteil. Der mit Stoff umhüllte Schlauch dreht sich einmal am Boden vorbei und reckt sich nach oben, denn er ist fest an der Akku-Luftpumpe verbaut. Nimmt man die EasyPump heraus, bleibt eine Stofftasche zurück, in der man die Luftpumpe verstauen kann. Der Rückblick in die Verpackung erweckt den Eindruck, als ob es kein weiteres Zubehör gäbe.
Wirklich nicht? Wir machen uns auf die Suche nach den obligatorischen Adaptern für Akku-Luftpumpen und werden auf den Griff der EasyPump aufmerksam: In ihm verstecken sich der Adapter für Dunlop-Ventile, die Nadel für Bälle und der Adapter für Luftmatratzen. Richtig praktisch, denn so vergisst man die Aufsätze sicher nicht zuhause.
Auch der Schlauch ist durchdacht: Flexibel und doch robust lässt er sich genau so biegen, wie man es gerade braucht. Und braucht man den Schlauch einmal nicht, hilft die Kerbe auf der Rückseite der EasyPump, um den Schlauch zu fixieren.
Drückt man den roten Einschaltknopf, sieht man auf dem Display sofort den Momentandruck, die Voreinstellung des Soll-Drucks und die Batterieanzeige. Am unteren Bildrand zeigt sich auch die Einheit - bar, Pfund pro Quadratzoll oder Kilopascal. Mit »Start/Stop« startet man die Luftpumpe. Erreicht der Druck den Soll-Druck, hört die Akku-Luftpumpe sofort auf zu arbeiten.
Für Einsätze im Dunkeln hat die Bosch vorn eine Lampe, die per Knopfdruck an- und ausgeht.
Im Praxistest stellte sich die EasyPump einem Autoreifen und einem Fahrradreifen. Den Autoreifen pumpte sie innerhalb von 42 Sekunden von 2,0 bar auf 2,2 bar auf. Eine Glanzleistung, die nur von der UniversalPump unterboten wird. Beim Fahrradreifen hingegen geht die Pumpleistung etwas nach unten und die EasyPump tut sich mit 118 Sekunden ziemlich schwer, 3,0 bar zu erreichen.
Mit etwa 82 Dezibel reiht sich die Bosch in die Mitte des Lärmspektrums ein. Leise ist sie nicht, es gibt aber bedeutend nervigere Akku-Luftpumpen.
Der 3.000 mAh große Akku reicht laut Bosch für sechs Fahrradreifen und lässt sich über das mitgelieferte USB-C-Ladekabel aufladen.
Einhell Pressito 18/25 Hybrid
Wo geht’s laut und leise? Wo ist das Bluetooth-Logo? Das sind wohl die ersten Gedanken beim Anblick der Akku-Luftpumpe Einhell Pressito 18/25 Hybrid. Und irgendwie klingt auch die Bezeichnung Luftpumpe komisch. Aber okay, eine Luftpumpe pumpt Luft und genau das macht die - wie ein Kofferradio aussehende - Luftpumpe von Einhell auch. Das sogar so vielseitig, dass sie sich »Hybrid« nennen darf.
Die Einhell Pressito 18/25 Hybrid ist eine sogenannte Hybrid-Pumpe. Sie beinhaltet einen kleinen Kompressor für höhere Drucke und ein Gebläse, mit dem auch Luftmatratzen, Luftbetten und Wasserspielzeuge aufgeblasen werden können.
Fangen wir bei der Ausstattung an. Wie es sich für eine Akku-Luftpumpe gehört, gibt es ein Akku-Fach, einen Kompressor und einen 70 Zentimeter langen Schlauch mit Reifenfüllventil. Auch das kleine Display, das den aktuellen und den voreingestellten Druck in bar, psi oder kPa anzeigt, ist kein besonderes Highlight.
Gut gefällt uns dabei aber schon, dass es keinen Schalter zum Wechsel zwischen Akku- und Netzbetrieb gibt. Das geht demnach automatisch. Ebenso positiv sticht die Ordnung hervor, die die Einhell Pressito 18/25 Hybrid ausstrahlt. Da schlabbert nichts herum, baumelt kein Schlauch oder Kabel und klappern auch keine Ersatzdüsen. Der Reifenfüllschlauch hat eine Vertiefung, die sich um den Griff schlängelt, und der Schlauch für das Gebläse bildet mit dem Griff eine Einheit. Dazu lässt er sich zusammenschieben und auseinanderziehen. So werden aus 40 Zentimeter schnell 155 Zentimeter.
Die Bedienung der Einhell Pressito 18/25 Hybrid ist recht einfach. Ein kurzer Druck auf die Taste zur Umstellung der Einheit holt sie aus dem Tiefschlaf. Dann gibt es eine Taste, die seitlich eine kleine LED-Beleuchtung einschaltet. Als Nächstes folgen die +/- Tasten, mit denen sich der gewünschte Druck in Schritten von 0,1 bar und bis zu 11 bar einstellen lässt. Zusätzlich gibt es noch eine Taste, die mit einem Wasserball verziert ist. Diese aktiviert das Gebläse, wozu der Schlauch am Griff genutzt wird. In deutlich weniger als 2 Minuten war damit unser 1,8 x 2 Meter großes Luftbett aufgeblasen.
Die Einhell Pressito 18/25 Hybrid ist nicht ganz so günstig, vor allem mit Akku und passendem Ladegerät. Im Funktionsumfang ist die Einhell nicht zu schlagen. Als Hybrid-Luftpumpe verfügt sie über einen Kompressor und ein Gebläse, das ebenso zur Absaugung genutzt werden kann.
Cycplus Cube
Die Cycplus Cube ist der Helfer in der Not: Bei Pannen auf Rennradtouren sorgt sie dafür, dass man wieder nach Hause kommt. Mit dem Rennrad 80 Kilometer von zuhause weg - und plötzlich einen Platten. Mit der kleinen Cycplus Cube pumpt man den Reifen wieder auf und kommt wenigstens noch sicher nach Hause.
Die beste Akku-Luftpumpe für Rennradfahrer ist die Cycplus Cube. Mit ihrer geringen Größe und ihrem geringen Gewicht lässt sie sich ideal in der Fahrradtasche mitnehmen und treibt die Fahrzeit nicht nach oben. Bei einer Panne schreitet sie ein und pumpt den Reifen voll, damit man trotzdem noch nach Hause kommt.
Für Pannen auf Fahrradtouren eignet sich die Cube ideal. Genauso klein wie ihr Einsatzbereich ist die Cycplus Cube selbst. Sie passt locker in eine Hand und mit Schutzhülle wiegt sie nur 116 Gramm. In die Fahrradtasche passt sie so ohne Probleme.
Einen Schlauch gibt es, was zum kompakten Design beiträgt. Der Gummiaufsatz hinter der Stellschraube kann gedreht werden, wodurch neben Presta- auch Schraderventile abgedeckt werden. Sitzt der richtige Adapter, drückt man auf den einzigen Knopf auf der Akku-Luftpumpe. Zum Pumpen drückt man den nun leuchtenden Knopf noch einmal. Drückt man ein letztes Mal, schaltet sich der Kompressor wieder aus.
Die LED im Knopf strahlt entweder in Grün, Geld oder Rot und zeigt so 80 bis 100 Prozent, 50 bis 80 Prozent oder weniger als 50 Prozent Akkustand an. Mit 80 Dezibel lärmt die Cube für eine Akku-Luftpumpe leise. Die Zeit für Autoreifen und Fahrradreifen haben wir nicht bestimmt, da die Cycplus kein Manometer besitzt. Deswegen eignet sich die Cycplus Cube gut für Pannen, aber nicht fürs reguläre Pumpen von Reifen.
Die Cycplus Cube begleitet also Rennradfahrer auf ihren Touren bestens.
Weitere getestete Modelle
Für die Rockbros AS1 Pro muss schon richtig tief in die Tasche greifen. Dafür wirkt sie aber auch sehr robust und hochwertig. Mit einem kleinen 45 mAh Akku zeigt sie nach sieben Minuten Leerlauf bereits einen fast leeren Akku an und wird mit einer Oberflächentemperatur von 53 °C schon ziemlich heiß. Beim Aufpumpen zeigt sie aber doch, dass sie besser als manch andere ist. Mit 71 dB bleibt sie relativ leise und benötigte für unseren Testreifen gerade mal eine Minute. Insgesamt gefällt die Rockbros gut und passt qualitativ vielleicht auch zum Preis.
Wenn die AstroAI Airun L8 eins nicht ist, dann ist es handlich. Im Auto oder am Motorrad ist sie sicher besser zu verstauen, und dafür spricht auch der etwas größere Akku. Nur leider ist die L8 sehr langsam und benötigte bereits für unseren Fahrradreifen fast drei Minuten. Da wird ein Motorradreifen etwas kritisch, und ein Autoreifen erscheint aussichtslos. Aber ganz so schlecht wollen wir die L8 gar nicht dastehen lassen. Sie ist komfortabel bedienbar, bietet vier gespeicherte Einstellungen und hat zusätzlich eine Taschenlampe integriert.
Wer schon immer mal wissen wollte, wie so eine kleine Akku-Luftpumpe funktioniert, sollte bei der Flextail Tiny Tire Pump ACS etwas genauer hinsehen. Nur leider pumpt sich ein Fahrradreifen nicht mit einem tollen Aussehen auf, und technisch ist die Tiny Tire Pump in einigen Punkten noch ausbaufähig. Da wäre beispielsweise die Akkuanzeige, die bereits nach einem Fahrradreifen auf nur noch einen Balken sinkt. Schon leer? Nein, denn mit dem letzten der vier Balken wird problemlos noch ein Reifen aufgepumpt. Etwas unschön umgesetzt ist auch die Fahrradhalterung, die wir grundlegend für eine sehr tolle Idee halten. Diese kann nämlich nur genutzt werden, wenn der Adapter für Fahrradventile (Dunlop, Blitz) aufgeschraubt wird. Häufig werden aber auch Autoventile (Schrader) oder französische Ventile (Sclaverand, Presta) genutzt. Sind die angebracht, funktioniert die Fahrradhalterung nicht mehr. Der letzte nicht ganz so schöne Punkt ist die Wärmeentwicklung, die sich bereits nach dem Aufpumpen eines Fahrradreifens spürbar bemerkbar macht. Nach unserem Dauertest von sieben Minuten im Leerlauf ging es dann aber auf enorme 56 °C hoch.
Die Flextail Tiny Air Pump Pro ist eine durch und durch durchschnittliche Mini-Luftpumpe für das Fahrrad. Die besondere Kennzeichnung »Pro« können wir daher nicht nachvollziehen - erst recht nicht, wenn man sich die Verarbeitungsqualität etwas genauer ansieht. Von der Bedienung her ist sie wie viele andere. Ein langer Druck auf die Power-Taste schaltet sie ein, mit +/- Tasten lässt sich der Druck einstellen, und drückt man beide zusammen, wechselt die Anzeige zwischen bar und psi. Auch im Gebrauch zeigt sie sich ziemlich durchschnittlich. Mit 75 dB ist sie nicht zu laut, als leise kann man sie aber auch nicht bezeichnen, unser Testreifen wurde in soliden 59 Sekunden aufgeblasen. Nicht ganz so gut zeigt sich der Akku, dem bereits nach sieben Minuten im Leerlauf wörtlich die Luft ausgeht. Unter Belastung wäre das sicher schon deutl...
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