Wer sein Fahrrad versenden möchte, hat verschiedene Möglichkeiten. Doch nicht jede eignet sich für die eigenen Zwecke. Wenn das Fahrrad vorgeschickt wird, ist die Reise zum Urlaubsort stressfreier und auch, wenn man sein Rad verkauft, möchte man es vielleicht versenden. Die Möglichkeiten sind verschieden, die Kosten oft individuell.
Versanddienstleister im Vergleich
Versanddienstleister bieten speziellen Fahrradversand oder das Verschicken von Sperrgut an. Auf beiden Wegen kommt das Rad von einem Ort zum anderen.
- UPS: Gibt an, auch Fahrräder zu versenden. Die Kosten könne man nicht pauschal angeben. Sie seien abhängig von Größe und Gewicht sowie von Abgabe- und Zielort der Sendung.
- DHL: Bei DHL können Fahrräder grundsätzlich als Sperrgut versendet werden. Das Unternehmen schreibt: „Es erfolgt keine Sendungsannahme bei […] nicht vollständig bzw. unverpackten oder nicht sicher verpackten Sendungen.“ Das Rad muss also in einer geeigneten Verpackung zum Versand gegeben werden.
- DPD: DPD bietet den Fahrradversand über seine Tochterfirma iloxx an. So können Fahrräder im Vollkarton versandt werden. Dazu ist laut DPD meist lediglich die Demontage der Reifen nötig. Die Kosten für den Versand eines Zweirads innerhalb von Deutschland und Österreich betragen etwa 160 Euro.
- Hermes: Hermes bietet zwar nicht an, das Fahrrad als Sperrgut zu versenden, abgebaut und in Kartonage eingepackt kann es aber als Paket verschickt werden.
- Tefra: Die Stiftung Warentest nennt zudem den Gepäckversand Tefra. Dieser versendet wohl Sperrgepäck auf Anfrage.
Fahrradversand mit der Deutschen Bahn
Für Reisende, die ihren Urlaubsort mit der Deutschen Bahn erreichen wollen, bietet das Unternehmen an, Gepäck vorzuschicken. In Kooperation mit dem Paketdienstleister Hermes können so auch Fahrräder verschickt werden. Das Angebot kann online gebucht werden und gilt nur für Bahnreisende.
Für Fahrräder ohne Elektromotor werden dafür 49,90 Euro pro Fahrrad und Richtung berechnet. Die Abholung erfolgt Zuhause, versendet wird an eine Wunschadresse. Fahrräder dürfen maximal 31,5 Kilogramm wiegen und höchstens 200 cm lang sein. Pedelecs und E-Bikes sind vom Transport ausgeschlossen, ebenso Tandems, Liegefahrräder und Dreiräder.
Bereits beim Ticketkauf kann eine spezielle Verpackung aus Karton mitbestellt werden. Der Bote, der das Fahrrad abholt, bringt diese dann mit. Für die, die ihr Fahrrad selbst verpacken möchten: Es muss weiterhin lenk- und rollbar sein.
Für Ihr Fahrrad können Sie beim Ticketkauf gleich eine spezielle Verpackung aus Karton kostenfrei mitbestellen. Der Hermes-Bote bringt diese bei der Abholung mit. Auch wenn Sie selbst verpacken möchten: Lenker müssen nicht geklappt, Pedale nicht abgebaut werden. Es ist wichtig, dass Ihr Fahrrad weiterhin lenk- und rollbar bleibt. Rollstühle und orthopädische Hilfsmittel nach Möglichkeit einklappen und dann vollständig verpacken.
Das Angebot kann in allen DB-Verkaufsstellen oder online unter gepaeckservice-bahn.de/buchung gebucht werden. Bis 18 Uhr am Tag vor der vereinbarten Abholung können Sie den Auftrag stornieren.
- Wunschzeitfenster: Für nur 6 Euro je Richtung können Sie den Abhol- oder Zustellservice Ihres Gepäcks in einem Zeitfenster buchen (ausgenommen Hotels, Kurkliniken und Inseladressen).
- Sendungsverfolgung: Frühestens ein Tag vor der geplanten Abholung können Sie den Status Ihres Gepäcks mitverfolgen. Geben Sie dazu einfach Ihre Auftragsnummer ein.
- Bei Vorlage eines Schwerbehindertenausweises erhalten Sie 2 Euro Rabatt (buchbar in allen DB Verkaufsstellen und bei der Mobilitätsservice-Zentrale (MSZ)).
- Abholung/Zustellung: Montag bis Samstag zwischen 8 und 18 Uhr (ohne Wunschzeitfenster).
Erlaubt sind nur gültige Adressen mit Bezug auf die dazugehörige Bahnreise, bei denen sichergestellt wurde, dass dort ein Empfänger (bei Zustellung) des Reisegepäcks zum gebuchten Termin anzutreffen ist und dieser von Ihnen vorab in Kenntnis gesetzt wurde. Jedes Gepäckstück muss von Ihnen mit einem Adressanhänger gekennzeichnet werden, damit es Ihnen zu jeder Zeit zugeordnet werden kann. Normalgepäck wie Koffer oder Reisetaschen muss mit einem Schloss verriegelt sein.
Die Preise für den Versand variieren: Bei der Deutschen Bahn kostet der Fahrradversand innerhalb Deutschlands 29,90 Euro, bei tefra ab 34,90 Euro. Die Transporteure holen das Rad beispielsweise zu Hause ab und liefern es zur Wunschadresse. Je nach Anbieter vergehen von der Abholung bis zur Zustellung innerhalb Deutschlands zwischen zwei und vier Werktagen. Die Buchung sollte bei Tefra telefonisch erfolgen: Tefra-Hotline: 0 800/500 2352. Bei der Bahn kann man die Leistung online buchen.
Radreisende müssen am Ende der Buchung angeben, dass sie „im Besitz einer entsprechenden Bahnfahrkarte sind“. Bei Fragen zum Versand mit der Bahn hilft auch der DB-Reiseservice: 0 30/29 70.
Internationaler Versand
Wer ein Fahrrad ins Ausland schicken möchte, kann das über Speditionen tun. Zwar bieten nicht alle Speditionen auch Leistungen für Privatkunden an, doch ein Blick auf die Internetseiten verschiedener Anbieter kann sich lohnen. So findet sich ein preisgünstiges Angebot, das auf die persönlichen Bedürfnisse zugeschnitten ist. Die Kosten berechnen die Unternehmen häufig nach Einzelfall - je nach Zielland, Paketmaß und -gewicht. Dafür bieten viele Speditionen Versandkostenrechner auf ihren Seiten an.
Tipp: Genug Vorlaufzeit einplanen. Der Versand ins Ausland kann mehrere Tage bis wenige Wochen dauern.
Grundsätzlich ist es möglich, ein Fahrrad auch international, beispielsweise als Sperrgut, zu verschicken. Allerdings ist das - je nach Zielland und Einfuhrbestimmungen - mit deutlich mehr Aufwand, längerer Lieferzeit und hohen Kosten verbunden. Für Tandems, Liege- und Dreiräder gelten fast immer gesonderte Bedingungen und Preise - sofern ein Transport überhaupt angeboten wird.
Fahrradmitnahme im Zug
Sie können Ihr Fahrrad in den meisten Zügen im Nahverkehr und in IC- und EC-Zügen mitnehmen. Im Fernverkehr brauchen Sie immer eine Fahrradkarte Fernverkehr und eine Stellplatz-Reservierung für Ihr Fahrrad. Sie können im Fernverkehr bereits ab 6 Monaten vor Reisebeginn buchen. Kaufen Sie ein Fahrrad-Tagesticket für den Nahverkehr am Automaten, im DB Reisezentrum oder online. Die Preise für die Fahrradmitnahme in den Verbünden weichen oft von den Tarifen der Deutschen Bahn ab.
Achtung: Preise und Regelungen sind in den einzelnen Bundesländern und Verkehrsverbünden unterschiedlich.
Folgende Radtypen können grundsätzlich mit in den Zug genommen werden:
- Ein handelsübliches, einsitziges Fahrrad mit zwei Rädern. Das Fahrrad muss in die vorhandenen Fahrradständer gestellt werden.
- Ein Fahrrad mit Tretunterstützung durch Elektromotor bis 25 km/h (sog.
- Ein Fatbike, wenn dieses in die Fahrradhalterung (in der Regel eine Breite für Reifen von 40 bis 60 mm) passt. Lassen Sie ggf. die Luft aus dem Reifen ab.
- Ein zusammengeklapptes Faltrad oder Kinderräder mit einem Raddurchmesser bis 16 Zoll können im Zug wie Gepäck untergebracht werden. Hierfür stehen z. B.
- Ein Tandem, Liegerad oder Dreirad kann nur in Zügen mit größerer Stellplatzkapazität mitgenommen werden.
Alle nicht genannten Modelle können Sie nicht mitnehmen. Dazu zählen auch Fahrräder, die aufgrund ihrer Maße oder Bauweise nicht sicher verstaut werden können.
Zusammengeklappte (Kinder- oder Lasten-)Fahrradanhänger können Sie im Zug wie Gepäck mitnehmen. Dafür gibt es z. B. Gepäckregale und Mehrzweckbereiche.
Gänge, Türen und Sicherheitseinrichtungen, wie z.B. Fahrradstellplätze sind immer in der 2. Klasse. Sie können auf mehrere Wagen im Zug verteilt sein.
Die Fahrradwagen sind außen und innen mit Fahrrad-Symbolen gekennzeichnet.
Nehmen Sie bitte die Gepäckstücke rechtzeitig vor Einfahrt des Zuges von Ihrem Fahrrad ab. So laden Sie schneller ein und aus.
Seitengänge, Einstiegsbereiche und ggf. die Tür zum Lokführerstand müssen Sie freihalten.
Sie haben Ihr Fahrrad sicher abgestellt? Dann können Sie auf einem freien oder auf Ihrem reservierten Sitzplatz im Fahrradwagen Platz nehmen.
Sie haben ein 1. Klasse-Ticket? Ihre reservierten Sitzplätze sind nicht in der Nähe Ihres gebuchten Fahrradstellplatzes.
Planen Sie genügend Zeit zur Orientierung am Bahnhof und am Abfahrtsgleis ein. Da Sie Ihr Fahrrad in Bahnhöfen generell nur schieben dürfen, kann es zur Hauptreisezeit vorkommen, dass Sie sich nur langsam fortbewegen können.
Beachten Sie, dass sich an den Fahrradstellplätzen kein Mechanismus befindet, um Ihr Fahrrad zu sichern.
Kosten für Fahrradkarten im Nahverkehr
- Die Fahrrad-Kurzstreckenkarte kostet zwischen 0,95 und 7 Euro je nach Strecke und ist gültig für 1 Fahrrad im Nahverkehr für Verbindungen bis einschließlich 38 km (einfache Fahrt) bzw. 17 km (Hin- und Rückfahrt).
- Die Fahrrad-Tageskarte kostet 7 Euro pro Tag und Rad und gilt in allen Nahverkehrszügen, allen Verbundverkehrsmitteln im Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) und in den U- und S-Bahnen im Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV).
- Die Fahrradtageskarte Niedersachsen kostet 6,50 Euro pro Rad und Tag. Bis vor dem 1. Geltungstag ist eine Stornierung kostenfrei.
- Das FahrradTagesTicket NRW kostet 5,90 Euro pro Rad für 24 Stunden.
- Die Fahrrad-Tageskarte bwFahrrad kostet 6 Euro pro Rad und Tag. Soweit die kostenlose Mitnahme nicht gilt, wird im bwtarif das Ticket bwFAHRRAD angeboten.
Weitere Informationen und Tipps
- Für Touren kreuz und quer durch Hessen eignet sich das Hessenticket, bei dem die Fahrradmitnahme kostenfrei ist.
- Im Saarland und in Rheinland-Pfalz ist die Fahrradmitnahme von Montag bis Freitag ab 9 Uhr und an Samstagen, Sonn- und Feiertagen zeitlich unbeschränkt in den Zügen der DB Regio kostenfrei möglich. Vor 9 Uhr lösen Sie eine Fahrradkarte im Nahverkehr entsprechend den jeweils geltenden Preisen der Deutschen Bahn bzw. der Verkehrsverbünde.
- Im Verkehrsverbund Oberlausitz-Niederschlesien (ZVON) ist die Mitnahme eines Fahrrads mit einem ermäßigten Einzelfahrschein für die zurückgelegte Strecke bzw.
- In allen Nahverkehrszügen in Schleswig-Holstein gilt grundsätzlich der Verbundtarif Schleswig-Holstein-Tarif (SH-Tarif). Eine Fahrradtageskarte berechtigt zu beliebig häufiger Mitnahme auf der gewählten Strecke (Hin- und Rückfahrten) und kostet hier 4,50 Euro. Auf der Elbfähre ist die Fahrradmitnahme ganztägig kostenfrei.
Fahrradmitnahme im Fernbus
Was im Nah- und Fernverkehr per Zug möglich ist, bieten auch etliche Fernbusanbieter: einen Fahrradtransport auf ausgewählten Strecken, zumindest national. Ins Ausland transportieren die Busse Räder nur auf wenigen Strecken. Auswege bieten dann die Bahn oder das Flugzeug.
Für Reisende mit Rad sind Fernbusstrecken besonders interessant, wenn die Verbindung ohne Umsteigen ans Ziel führt. Sie ersparen sich die lästige Schlepperei von Rad und Gepäck über die Bahnsteige. Die Kosten sind überschaubar: Meist kostet ein Fahrradticket 9 oder 10 Euro.
Zur Not kann ein Rad im Bauch des Busses transportiert werden. Dafür muss es allerdings als Gepäckstück verpackt sein. Das heißt: Pedale ab, Vorderrad raus, Lenker quer drehen und alles in eine Tasche oder einen großen Karton. Einige Busse bieten nur diese Form des Transports an.
Fahrräder, die Reisende im Fernbus mitnehmen wollen, sollten am besten Standardgröße haben und nicht mehr als 20 Kilogramm wiegen. Spezialräder wie Tandems, Liege- oder Dreiräder und Fahrradanhänger werden nur in Ausnahmefällen transportiert.
Fahrradversand per Flugzeug
Beinahe alle Airlines bieten einen Gepäckservice für Fahrräder an. Allerdings sollte das Bike vor dem Check-in professionell verpackt werden. Eine Option sind die Fahrradtaschen oder Fahrradboxen aus dem Fachhandel. Alternativ eignet sich aber auch ein Karton im Format und der Machart, wie er von Online-Radhändlern für den Versand genutzt wird.
Wichtig: beim Verpacken Lenker querstellen, Pedale abmontieren.
Mit E-Bikes wird es ganz schwierig. Zum einen stößt das Gewicht vollausgestatteter E-Bikes schnell an die durch die Airlines gesetzten Grenzen. Zum anderen machen die Akkus Schwierigkeiten, weil sie als brandgefährlich gelten.
Hier exemplarisch die Konditionen von Lufthansa, Ryan Air und Qatar Airways:
- Lufthansa: Für Sperrgepäck wird eine Gebühr von etwa 100 Euro im Inland und bis zu 400 Euro auf Interkontinentalstrecken berechnet, wenn das Gepäckstück maximal 52 Kilogramm wiegt und bis zu zwei Meter breit ist.
- Ryanair: Die Mitnahme eines Fahrrads ist nicht in der Freigepäckmenge inbegriffen. Die Gebühr beträgt ab 60 Euro für maximal 30 Kilogramm.
- Qatar Airways: Mitnahme eines Fahrrads innerhalb der Freigep...
Hinweis: Dieser Artikel soll lediglich als Hilfestellung dienen. Die Preise und Konditionen müssen vor dem Verschicken selbst geprüft werden.
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