Fahrradlenker mit Hörnern: Vorteile und Nachteile

Barends, auch bekannt als Lenkerhörnchen, sind kleine Hörner, die an den Enden des Lenkers befestigt werden. Sie dienen als Grifferweiterung, um die Position der Hände zu verändern und Ermüdungserscheinungen vorzubeugen.

Was sind Barends?

Das sind kleine Hörner, die an den Enden des Lenkers befestigt werden. Der normale ATB bzw. Die Hörner sind dazu da, um steile Berge hoch zu fahren.

Vorteile von Lenkerhörnern

  • Verbesserte Ergonomie: Aus ergonomischer Sicht ist es für Radfahrer ein Vorteil, möglichst viele Griffpositionen zu haben, da Gelenke und Muskeln unterschiedlich belastet werden und so Beschwerden vorgebeugt, beziehungsweise der Komfort deutlich gesteigert wird.
  • Komfort auf langen Touren: Das beugt Ermüdungserscheinungen vor und ist vor allem auf längeren Fahrradtouren ein echter Komfortgewinn.
  • Unterstützung bei Anstiegen: Dabei geht man aus dem Sattel und hält sich an den Hörnern fest, dadurch verlagert sich der Schwerpunkt nach vorne und man kommt schneller den Berg rauf. Du kannst besser Druck aufbringen an Bergen usw.
  • Schutz bei Kollisionen: Außerdem haben die Dinger bei einer Kollision mit einem Baum vor Kurzem auch verhindert, dass meine Hand eingequetscht wurde.

Nachteile von Lenkerhörnern

Im Alltag sind sie doch eher nutzlos. Für den XC-Einsatz sind Barends nur noch eingeschränkt sinnvoll. Hier werden heutzutage teils sehr harte Downhills gefahren, sodass die Barends stören.

Materialien von Barends

  • Aluminium: Die meisten Lenkerhörnchen sind aus Aluminium. Das Metall hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zum beliebtesten Werkstoff in der Fahrradbranche gemausert. Denn es ist im Vergleich zu anderen Metallen leicht und äußerst korrosionsbeständig.
  • Stahl: Vor der Aluminium-Ära wurden die meisten Fahrradrahmen und -komponenten aus Stahl gefertigt. Einige Hersteller setzen nach wie vor auf Stahl. Denn er kann sehr lange im Einsatz bleiben, sofern er durch eine spezielle Lackierung oder durch die Beimischung anderer Metalle vor Rost geschützt wird.
  • Carbon: Inzwischen ist das Material sehr weit verbreitet, denn es rostet nicht, ist stabiler als Stahl und obendrein auch noch wesentlich leichter. Aufgrund der hohen Herstellungskosten ist es aber auch sehr teuer und sollte nur mit einem Drehmomentschlüssel montiert werden, denn wird das Material stark gequetscht oder die Oberfläche beschädigt, verliert es seine Stabilität.
  • Kunststoff: Ein paar Modelle gibt es sogar, die komplett aus Kunststoff gefertigt werden.

Montage von Lenkerhörnchen

Die Montage gestaltet sich sehr einfach und kann deshalb auch von Laien durchgeführt werden. Zuerst lockert man die Klemmschrauben der Schalt- und Bremshebel. Anschließend schiebt man diese Komponenten und die Griffe etwa einen Zentimeter nach innen - selbstverständlich müssen Klingeln, Tachos und andere Accessoires, die im Weg sind, ebenfalls etwas nach innen bewegt werden. Nun kann man auch die Klemmschrauben der Barends lockern und diese auf den Platz stecken, der durch das Verschieben der Teile frei geworden ist. Dabei sollte man darauf achten, dass man die Lenkerhörnchen auf die richtige Seite steckt. Jetzt schraubt man alle Klemmschrauben wieder fest und das war‘s auch schon.

Verschiedene Lenkerformen

Es gibt eine Vielzahl von Lenkerformen. Manche davon haben einprägsame Namen wie Bullhornlenker, Rennlenker oder Schwalbenschwanzlenker. Doch wie kann man, zum Beispiel, zwei optisch relativ ähnliche, leicht nach hinten gebogene Lenker klassifizieren und voneinander unterscheiden? Lenker bestimmen die Position der Hände. Diese Position kann nach diversen Kriterien genauer beschrieben werden. Man klassifiziert Lenker nach ihrer Breite, ihrer Biegung nach hinten (Kröpfung oder Backsweep genannt), in der Biegung nach oben bzw. unten (Up­sweep bzw. Downsweep) und danach, ob sie insgesamt höher bauen (Riser) oder nicht (Flatbar).

Lenker: Steif oder mit Flex?

Zudem unterscheidet sich die Lenkerklemmung, das Material des Lenkers und natürlich sein Preis. Rennradler und Mountainbiker fahren zwar mehr und mehr mit Carbonlenkern, aber (noch) sind Trekking- und Tourenräder fast immer mit Alulenkern ausgestattet. Preisgünstige Alulenker haben größere Rohrstärken und sind schwerer, während teurere Alulenker aus dünnerem, zwei- oder dreifach konifiziertem Rohr bestehen, manchmal sogar wärmebehandelt. Solche Lenker sind leicht, aber trotzdem ausreichend steif und sicher.

Breite des Lenkers

Schon bei der Breite gibt es deutliche Unterschiede. Bullhorn- und Rennlenker sind in der Regel nur zirka 38 bis 44 Zentimeter breit (Mitte-Mitte) und sind vor allem für die Straße gedacht. Viele Pendler und Kurierfahrer fahren am liebsten mit relativ schmalen, geraden oder gebogenen Lenkern die etwa 50 bis 58 Zentimeter breit sind, so kommen sie gut an Autos vorbei. Typische Trekkingräder haben häufig Lenker, die über 58 cm breit sind, damit man auch auf holprigen Wegen sicher unterwegs ist. Wegen der besseren Kontrolle werden auch Mountainbikes mit immer breiteren Lenkern ausgestattet; sie sind oft über 70, manchmal sogar bis zu 80 cm breit.

Kröpfung oder Rise

Die ersten, geraden Mountainbike-Lenker waren eine ergonomische Katastrophe. Heute haben fast alle Lenker zumindest eine leichte Kröpfung von 5 oder 6 Grad nach hinten, je nach Einsatzgebiet oft deutlich mehr. Während sportliche Fahrer tendenziell relativ gerade Lenker bevorzugen, mögen entspannt fahrende Radler eher einen Lenker mit mehr Biegung. Dabei ist zu bedenken, dass die Lenkung im zweiten Fall nervöser wird, weil die Hände in etwa auf einer horizontalen Achse mit dem Steuersatz liegen. Bei einem "Flatbar" ändert sich nichts an der Höhe.

Griffwinkel

Manche Lenker sind ein paar Grad nach oben bzw. nach unten gebogen. Eine Biegung nach oben bringt die Ellbogen weiter raus, eine Biegung nach unten ist eher entspannt. Je mehr Kröpfung ein Lenker hat, umso mehr ändert sich der Griffwinkel, wenn man den Lenker nach oben oder nach unten kippt.

Handprobleme beim Radfahren

Die Finger kribbeln, die Handfläche brennt: Schmerzen beim Radfahren bringen keine Lust, sondern Frust. Über Probleme in den Händen, Armen und dem Schulterbereich klagen fast 80 Prozent aller Radfahrer! Das liegt zum Teil daran, dass je nach Sitzposition bis zu 25 Prozent des Fahrergewichts am Lenker abgestützt wird. Passen Vorbau und Lenker in Höhe, Form und Winkel sowie der Griff nicht perfekt zum Radler, werden die Extremitäten über Gebühr belastet oder es schleichen sich Fehlstellungen ein. Am Ende sollte der Übergang von Unterarm zur Hand von oben und der Seite betrachtet immer einen möglichst gerade Linie bilden.

Lösungen für Handprobleme

Unterstützt werden kann die Hand etwa durch Flossengriffe. Sie leiten durch eine große Auflagefläche den Druck besser ab. So wird gewährleistet, dass das Handgelenk bestmöglich ausgerichtet und der Karpaltunnel nur gering belastet wird. Auf langen Touren bietet es sich zudem an, die Handstellung regelmäßig zu wechseln. Hier schlägt die Stunde der Lenkerhörnchen, auch Barends genannt.

Verschiedene Ausführungen von Barends

  • In den Griff integrierte Hörner: Sind optisch besonders formschön, passen ergonomisch perfekt zum jeweiligen Griff und reduzieren die Anzahl der Klemmflächen auf dem Lenker.
  • Außen am Lenkerende montierte Hörner: Sind schon ewig auf dem Markt, sind oft eher günstig und in einer Vielzahl an Variationen erhältlich. Auch der Montageaufwand ist überschaubar, weil Schalt-, Bremshebel und Griffe nur verschoben, aber nicht demontiert werden müssen.
  • Zur Lenkermitte hin montierte Hörner (Innerbarends): Ihr Vorteil ist bei modernen, breiten Lenkern am größten. Weil die Arme und Ellbogen nach innen vor den Körper wandern, ergibt sich von vorne betrachtet eine kleinere Stirn- und damit Windangriffsfläche. Diese aerodynamische Haltung spart Kraft auf langen Geraden oder bei viel Gegenwind.

Auswahl des richtigen Griffs

Flossengriffe bieten der Hand eine große Auflagefläche. Das verteilt den Druck und entlastet so die Blutgefäße und Nerven. Auch das Handgelenk kann sinnvoll gegen ein zu starkes Abknicken nach unten abgestützt werden. Dazu sind hochwertige und durchdachte Flossengriffen immer als Schraubvariante ausgelegt, weil sich die Flosse nachträglich nicht verdrehen kann.

Bei der Größe wählen Sportler eher kompakte Varianten. Sie schätzen dabei, dass die Hand besser um den Griff rotieren kann. Das unterstützt eine aktive Fahrweise, wie sie vor allem im Gelände gefragt ist. Touren- und Alltagsfahrer profitieren von einer großen Fläche deutlich mehr, weil die Kraft besser in die Fläche abgeleitet wird.

Einige Hersteller bieten zudem verschiedene Größen an. Ob Kind, Jugendliche, Frauen oder Männer: Die Größe eines Griffes richtet sich vor allem nach der Handgröße, aber auch nach den individuellen Vorlieben.

Materialien von Griffen

Bei den Materialien dominieren Gummi und Kork. Gummi bietet meist Vorteile bei Dämpfung und Griffigkeit, Kork indessen greift sich als Naturmaterial angenehmer und zeigt sich oft auch haltbarer. Kleine Gummi- oder Gelpolster an spezifischen Stellen sorgen für strukturelle Dämpfungsbereiche.

Zielgruppe für Barends

Barends sind in erster Linie interessant für Trekking- und Tourenradler. Bei E-MTBs im Toureneinsatz sollte der Lenker nicht zu breit sein. Bei MTB-Marathons und Touren (mit MTB und Trekkingbike) sind Barends nach wie vor sehr sinnvoll.

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