Fahrrad Karbidlampe: Funktion, Restauration und Geschichte

Der Schmuck eines Fahrrad Oldtimers: Die Fahrrad Karbidlampe! Selten zu guten Preisen und zudem in guter Funktion erhältlich und jede Mühe Wert: Die Restauration einer Karbidlampe.

Funktionsweise der Karbidlampe

Diese Lampen waren in der frühen Zeit der Fahrräder sehr populär, erzeugten sie doch ein sehr helles Licht und waren recht unproblematisch in der Anwendung. Karbidgestein wurde in den Vorratsbehälter der Lampe gefüllt und in den oberen Behälter wurde Wasser gefüllt.

Mittels einer Dosierschraube wird eingestellt, wie viel Wasser auf das Karbid tropft und somit geregelt, wie stark die Reaktion und Erzeugung des Brenngases ist. Das entweichende Gas wird am Brenner entzündet. Das Licht wird vom Spiegel fokussiert und zur Beleuchtung genutzt.

Ca. 2-3 Stunden ist die durchschnittliche Brenndauer mit einer Füllung. Übrig bleibt nach der Verbrennung ein Kalkschlamm, der einfach mit Wasser ausgespült werden kann. Übrigens die Karbidlampen sind sicher wenn alle Dichtungen erneuert sind und die Düse frei ist aber auch dann kann es nicht zu einer Explosion kommen da das Azetylen durch den Tropftrichter entweichen kann und so wird der Druck von1 9 Bar nicht erreicht.

Die Lampe hat auch einen Anschluß für einen Schlauch der dann am Fahrrad nach hinten geführt wird, um auch noch ein Rücklicht mit Gas zu versorgen. Auf dem oberen Tank für das Wasser ist normalerweise eine Verschlussschraube mit einer Belüftungsöffnung. Diese Schraube fehlt bei meiner Lampe.

Bestandteile und Materialien

  • Betriebsstoff: Acetylengas, erzeugt durch ein Vermischen von Wasser und Karbidsteinen (Calciumcarbid), welches mit einer sehr hellen Flamme verbrennt.
  • Material: Vernickeltes Stahlblech, Messing, Glas

Restauration einer Karbidlampe

Nach der etwas mühsamen und experimentellen Reinigung der alten Karbidlampe mit Ofenreiniger (enthält Ammonik), feiner Stahwolle mit Waschbenzin, AKU Pads, Zahnbürste, Kalklöser usw. sehen wir ein einigermassen zufriedenstellende Resultat für unseren Premier Works Fahrradklassiker.

Was derzeit leider fehlt ist ein Ersatzglas mit 85 mm Durchmesser sowie ein Spannring um das eingesetzte Glas zu finxieren, siehe letzte Bild der o.g. Gallerie. Zudem benötigen wir eine neue Lampen Halterung - die wir bereits im Internet gefunden haben. Jedoch leider ohne die originale PW Einstanzung, die noch auf unserem alten abgebrochenen Lampenhalter am Fahrrad vorhanden war.

Premier Works Ersatzteile sind leider schwer zu bekommen und so müssen wir den einen oder andren Kompromiss wohl eingehen.Ansonsten hat sich Eure MuM bereits mit Karbid versorgt und alle Druck empfindlichen Leitungsteile sind fast schon abgedichtet. Nur der Reaktionsraum beziehungsweise die Druckkammer macht uns noch etwas Probleme.

Ersatzteile und Modifikationen

Ein kleiner Nachtrag: Wir haben für unsere Scharlach KArbidlampe noch ein 85mm Ersatzglas von Boch mit schöner Wölbung bekommen. Da wir keine Arretierung für das Glas hatten, und keine Löcher o.ä. in die LAmpe bohren wollten, ist es uns gelungen eine vorgebogenen Fahrradfelge so in die schmale Nut einzusetzen das diese das Lampemglas optimal einpresst.

Der Brenntest

Es war sehr spannend, das erste Mal die Karbidlampe in den Gasentwickler zu füllen und Wasser in den oberen Behälter. Und was sollen wir sagen, einen Moment warten und schon kommt der ungewöhnliche Gasgeruch der sich auch ganz leicht entzünden lässt. Schon lange wollte ich so eine Karbidlampe haben und nun hat es zu einem kleinen Preis auch geklappt.

Geschichte und Verwendung

Hersteller: Metallwerke Otto Scharlach GmbH, NürnbergBaujahr: ca. 1920 Verwendung: Fahrlicht an Fahrrädern.

Fahrrad-Karbidlampe, die in den Riemann-Werken in Chemnitz hergestellt wurde. Namensgeber für die Firma war August Hermann Riemann, der ab 1866 in der Amalienstraße Metallkurzwaren vertrieb. Seit 1888 wurde sich zunehmend auf die Herstellung von Beleuchtungen für Fahrräder spezialisiert.

Karbid fand bei Fahrzeug- und Signallampen sowie im Bergbau Anwendung. Der Körper der vorliegenden Lampe besteht aus einem Calciumcarbid-Behälter, über dem sich ein Wasserbehälter befindet. Bei dem vorliegenden Modell ist der Wasserbehälter schmaler und länglicher als der Calciumcarbidbehälter.

An dem Wasserbehälter ist ein Hohlspiegel aus Metall befestigt. Zentral am unteren Rand des kreisförmigen Hohlspiegels ist ein Brenner positioniert, der über eine kurze Rohrleitung mit dem Calciumcarbid-Behälter verbunden ist. Der so zusammengesetzte Scheinwerfer wird vorne von einem Glas bedeckt, das hier jedoch fehlt.

Auf dem Hitzeschild über dem Scheinwerfer ist der Name der Firma „RIEMANN“ eingraviert. Die Lampe funktioniert, indem Wasser in den unteren Calciumcarbid-Behälter tropft, welches mit diesem zu Ethin und Calciumhydroxid reagiert.

Das Ethin-Gas strömt über die Rohrleitung in den Brenner, sodass die Flamme entsteht. Der Wasserzufluss kann durch ein Stellrad reguliert werden. 1900 bis 1925 waren solche Lampen an den Fahrrädern.

Verbreitung und Alternativen

Auch bei der Eisenbahn sehr verbreitet. Ursprünglich kam diese Technik aus dem Untertage Bergbau. Die Minenarbeiter verwendeten Karbidlampen der hellen Lichtausbeute wegen.

Dann begann in den 30er Jahren eine neue Ära.Die ersten Dynamos kamen auf und die Lampen hatten auch noch eine Flachbatterie drin. Man konnte Fernlicht und Abblendlicht einschalten und wenn man auf Batterie Umschalter hatte das Teil sogar Standlicht Auch das funktionier an meinem alten Vulkanrad noch.

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