Kannst du es kaum erwarten, deinen Nachwuchs endlich für den Radsport zu begeistern? Wie wäre es mit einer Fahrradtour mit Kind?
Ausrüstung und Vorbereitung
Kinder benötigen im Prinzip dieselbe Ausrüstung wie Erwachsene - vor allem, wenn sie selbst fahren. Einen hochwertigen Helm, Funktionskleidung und natürlich ein Fahrrad, das an die Gegebenheiten der Strecke angepasst ist, sollte dein Nachwuchs auf jeden Fall besitzen. Ein Kind im Anhänger sollte unbedingt ebenfalls einen Helm tragen, da es auch hier zu Verletzungen durch Stürze kommen kann. Achte außerdem auf ausreichenden Sonnenschutz für die empfindliche Kinderhaut. Regenbekleidung und warme Wechselklamotten gehören unbedingt ins Gepäck.
Ideal ist es, alle Räder vor der großen Tour noch einmal auf Herz und Nieren zu prüfen.
Das richtige Fahrrad
Eine wesentliche Voraussetzung für die Sicherheit ist ein verkehrstaugliches Fahrrad. Radgröße und Gewicht des Kindes müssen zusammenpassen.
Die richtige Größe hat ein Kinderfahrrad, wenn Ihr Kind aufrecht sitzend den Lenker bedienen kann und auf dem Sattel sitzend mit beiden Beinen bequem auf dem Boden stehen kann. So kann Ihr Kind besonders am Anfang sicher das Radfahren üben. Die richtige Reifengröße des Fahrrads sollten Sie deshalb beim Kauf eines Rads immer mit bedenken. Sie sollte sich stets an der Körpergröße des Kindes orientieren.
Regeln für die richtige Reifengröße:
- 18 Zoll für 112 bis 125 cm Körpergröße
- 20 Zoll für 125 bis 140 cm Körpergröße
- 24 Zoll für 140 bis 160 cm Körpergröße
- 26 Zoll ab 160 cm Körpergröße
- 28 Zoll ab 170 cm Körpergröße
Sicherheitsausrüstung
Helm und Co. Ein Helm sollte zur Standard-Ausrüstung beim Radfahren gehören; nicht nur für Kinder. Generell sollten Sie nur Helme mit CE-Zeichen kaufen und darauf achten, dass der Helm bei Ihrem Kind gut sitzt und nicht rutscht. Der Helm sollte dem Kind gefallen, und der Kinngurt sollte stets so eingestellt sein, dass er eng anliegt.
Neben einem passenden Helm müssen Sie auch die richtige Bekleidung anziehen und mitnehmen. Die Kleidung sollte dem Kind die bestmögliche Bewegungsfreiheit garantieren. Nehmen Sie ebenfalls Extra-Kleidung für unterschiedliche Witterungen mit, wie eine leichte Regenjacke oder ein Multifunktionstuch, das bei Wind schützt.
Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei Bremsen, die ein schnelles Anhalten ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer Klingel. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen.
Checkliste: Sicheres Kinderfahrrad
Wie ein verkehrssicheres Fahrrad laut Straßen-Verkehrs-Zulassungsordnung (StVZO) ausgestattet sein muss und welche Beleuchtung richtig ist, zeigt die Grafik.
- beim Halten an der Ampel leuchtet
- gesicherte Schraubverbindungen
- Leuchtstreifen an den Reifen oder Speichenreflektoren
Je früher Autofahrer Kinder im Straßenverkehr sehen, desto besser. Deshalb ist es besonders in der dunklen Jahreszeit wichtig, dass Ihre Kinder immer gut sichtbar unterwegs sind. Bei dunkler Kleidung nimmt ein Autofahrer Ihr Kind frühestens aus einer Entfernung von 25 Metern wahr, bei heller Kleidung dagegen schon aus 40 Metern. Am besten ist es natürlich, wenn Ihr Kind eine Sicherheitsweste oder Reflektoren an Helm und Kleidung trägt. Denn dann sieht ein Autofahrer Ihr Kind bereits aus einer Entfernung von 130 bis 140 Metern.
Routenplanung
Vor allem für jüngere Kinder, die noch nicht selbst fahren, ist eine spannende Strecke besonders wichtig. Müssen kleine Familienmitglieder zu lange im Anhänger sitzen, langweilen sie sich schnell und fangen an herum zu zappeln oder zu jammern. Plane deine Route daher in kurzen Etappen und achte darauf, dass es interessante Pausenmöglichkeiten gibt. Das kann z.B. Sorge dafür, dass deine Kleinen sich ordentlich auspowern können. Am besten forderst du sie in den Pausen mit körperlichen Spielen wie Fangen oder Verstecken.
Auch solltest du den Weg für die erste Fahrradtour mit Kind entweder gut kennen oder eine gut beschilderte Strecke wählen, damit sich die Reise nicht durch Orientierungsphasen unnötig verlängert. Hilfreich ist ein Navigationsgerät fürs Fahrrad.
Vergiss außerdem nicht, dass du das Gewicht deines Sprösslings plus Anhänger jede Steigung hochziehen musst. Das kann sogar für geübte Solo-Radler eine unerwartete Herausforderung darstellen. Rechne also auf jeden Fall deine eigene Kondition bei der Streckenplanung mit ein.
Am schönsten sind Strecken durch Feld, Wald und Wiesen - sofern der Untergrund nicht zu holprig ist. Motivierend wirkt ein schönes Ziel wie zum Beispiel ein Spielplatz oder eine Eisdiele.
Wenn möglich, fahren Sie die Tour schon mal ab, um potenzielle Risiken, unangenehme Überraschungen wie Sperrungen oder Umleitungen und nette Pausenplätze zu checken.
Wählen Sie eine Strecke mit viel Abwechslung und Reizen für Kinderaugen, die das Erkunden der Natur mit einbezieht: ein Bach oder See zum Plantschen, Steine sammeln oder Fische beobachten, ein Baum zum Klettern, eine Blumenwiese zum Blüten sammeln für ein Album usw.
Familienfreundliche Routen Radeln mit Kindern Egal ob mit Bergen oder mit ganz anderen Höhepunkten: Überall im Land gibt es Radwege, die sich für Familien-Ausflüge bestens eignen. Sei es als Tagesausflug oder als mehrtägiger Familienurlaub: Abseits vielbefahrener Straßen geht es auf befestigten Radwegen quer durch verschiedene Landschaften.
Unterwegs gibt’s viele Stationen für weitere Aktivitäten mit Kindern: Da ist nicht nur viel zu sehen, am Wegesrand bieten sich auch zahlreiche Möglichkeiten zur Rast mit Eis, Kuchen und regionalen Spezialitäten. Andere Abstecher versprechen lehrreiche Abenteuer oder Extra-Gelegenheiten zum Austoben.
Empfohlene Radwege
- Panorama-Radweg Niederbergbahn: Zwischen Essen und Wuppertal, mit dem Zeittunnel in Wülfrath als Highlight.
- Balkantrasse: Zwischen Wuppertal und Leverkusen, mit dem Bergischen FahrradBus als Extra-Service.
- Sauerland-Radring: Mit dem Fledermaustunnel bei Kückelheim und einer Kurzvariante für Familien.
- Möhnetal-Radweg: Verbindet Brilon und Arnsberg, mit Bademöglichkeit im Möhnestausee.
- Radweg Vennbahn: Von Aachen bis ins luxemburgische Troisvierges, mit kindergerechten Geschichten über Karl den Großen.
- Ruhrtalradweg: Von der Ruhr-Quelle bis zur Mündung in den Rhein, mit Kombinationen aus Paddelboot und Fahrgastschiff.
- Radweg Sieg: Von Siegburg bis nach Windeck-Rosbach, mit Spielplätzen, Bademöglichkeiten und Erlebnislehrpfaden.
- Römer-Lippe-Route: Zwischen Detmold und Xanten, mit dem Archäologischen Park Xanten.
- Kinderland-Trekkingroute in Schmallenberg: Mit Holzerlebnisparcours und einem alten Schieferbergwerk.
- Flamingo-Route im Münsterland: Durch das Zwillbrocker Venn, wo Flamingos beobachtet werden können.
- Eifel-Ardennen-Radweg: Zwischen Prüm und St. Vith, durch die deutsch-belgische Grenzregion.
Streckenlänge und Schwierigkeit
Im Kindergartenalter können Kinder schon Tagesetappen von bis zu 20 Kilometern bewältigen. Natürlich variiert dies von Kind zu Kind. Legt dein Nachwuchs Alltagsstrecken schon sicher zurück, kannst du ihm eine mehrtägige Tour mit kurzen Tagesstrecken aber auf jeden Fall zutrauen.
Kinder im Grundschulalter schließlich haben für gewöhnlich sehr viel Spaß an der Herausforderung einer Fahrradtour. Am besten wählst du zusätzlich ein interessantes Ziel, um die Motivation zu fördern - zum Beispiel das Zuhause der Großeltern, einen Freizeitpark oder eine Ferienwohnung am Badesee. Tagesetappen von 20 bis 50 Kilometern schaffen selbst untrainierte Grundschüler im Normalfall ohne Probleme.
Dabei haben Kinder besonders große Freude am schnellen Trainingseffekt: Schon nach ein bis zwei Tagen merken sie, dass Steigungen viel leichter bewältigt werden und die Erschöpfung am Abend abnimmt. Kinder lieben es, ihre Erfolge zu messen - und sich hinterher damit zu brüsten. Darum ist es eine tolle Motivation, die gefahrenen Kilometer zu dokumentieren und auch die Höhenmeter zu messen, zum Beispiel mit einer Fahrrad-App.
Bei der Streckenplanung kombinierst du am besten flache Streckenabschnitte mit leichten Gebirgsetappen.
Finden Sie die richtige Balance zwischen zu wenig und zu viel Herausforderung: Eine kleine Steigung zwischendurch können auch jüngere Kinder bewältigen, besonders wenn dies anschließend mit einem Eis belohnt wird.
Geschwindigkeit und Streckenlänge richten sich immer nach dem schwächsten Mitglied der Gruppe.
Raderprobte und geschickte Kindergartenkinder schaffen bereits Touren von circa 15 Kilometern bis maximal 20 Kilometern. Mehr aber nicht. Auch wenn man an seinen Leistungen wächst, muss bei der Streckenauswahl das Prinzip der Unterforderung gelten.
So richtig loslegen können Sie dann mit einem Grundschulkind. Zehnjährige sind mit einer guten Portion Kondition, einem starken Willen und ausreichend körperlicher Kraft ausgestattet. Sie meistern schon Etappenlängen zwischen 20 und 50 Kilometern - je nach Können und Lust.
Kinder bis zum Alter von zehn Jahren, die regelmäßig Rad fahren, bewältigen auch mal bis zu 30 Kilometer am Tag, ältere sogar noch längere Strecken. Doch egal ob Kindergarten- oder Grundschulkind: Gehen Sie nicht ans Limit, sonst wird die erste gemeinsame Radtour möglicherweise auch die letzte sein, da Ihr Kind beim nächsten Mal streikt. Am besten starten Sie bei Grundschulkindern mit Strecken von maximal zehn bis 15 Kilometern und bauen diese dann von Radtour zu Radtour etwas aus.
Sicherheit geht vor
Sein Kind zu fordern ist wichtig, aber Sicherheit steht an erster Stelle - darum ist es wichtig, auf den Nachwuchs zu hören und so gut wie möglich auf ihn einzugehen. Auf keinen Fall solltest du dein Kind hetzen.
Wird dein Kind zu müde, ist eine Pause angesagt. Notfalls sollten Streckenabschnitte lieber mit einem anderen Verkehrsmittel wie Bus oder Bahn beendet werden - oder ihr übernachtet früher als geplant. Denn Müdigkeit führt zu Unachtsamkeit und erhöht die Sturz- und Verletzungsgefahr enorm. Dasselbe gilt für Streckenabschnitte, die dein Kind überfordern. Bei der Planung einer Fahrradtour mit Kind auf dem Papier ist die Schwierigkeit nicht immer optimal einschätzbar.
Wichtig ist, dass Sie sich hundertprozentig auf Ihr Kind verlassen können, besonders auf Streckenabschnitten an befahrenen Straßen. Wenn Sie mit Ihrem Partner fahren, nehmen Sie die Kinder in die Mitte.
Bleiben Sie geduldig und planen Sie reichlich Zeit ein: Ihre Kinder werden Ihnen vermutlich mehr Zwischenstopps abverlangen als gedacht, weil Attraktionen wie ein Eichhörnchen, ein hohler Baumstamm oder weidende Kühe für überraschende Bremsmanöver sorgen.
Anfang und Schlusslicht bilden Erwachsene; Kinder sollten - wenn überhaupt - nur auf ungefährlichem Terrain vorausfahren dürfen.
Das Tempo bestimmt der schwächste Teilnehmer.
Machen Sie je nach Alter der Kinder alle 30 bis 60 Minuten eine Trink- und Toilettenpause.
Planen Sie an ein oder zwei zuvor ausgewählten Etappenzielen (Bach, Waldlichtung, Spielplatz etc.) etwas ausgedehntere Pausen ein.
Seien Sie ein gutes Vorbild, halten Sie sich an die Verkehrsregeln und setzen Sie einen Fahrradhelm auf.
Denken Sie an ausreichend Insekten- und Sonnenschutz, eventuell Regenbekleidung sowie ein Erste-Hilfe-Set etwa für aufgeschürfte Knie.
Nehmen Sie sicherheitshalber eine Fahrradpumpe und -werkzeug mit. Falls sich das in Teilabschnitten nicht vermeiden lässt, empfiehlt sich die Mitnahme einer Tandemstange (s.o.) bzw. einer alternativen Transportmöglichkeit.
Folgende Faktoren erhöhen die Sturz- und Unfallgefahr:
- zu hohes Tempo
- schwieriger Untergrund wie Sand, Wurzeln, Geröll
- zu viele und steile Steigungen
- steiles Gefälle
- längere Etappen in praller Sonne
Transportsysteme für müde Kinder
Werden die Kinder quengelig und lustlos, steigt die Sturz- und Unfallgefahr stark an. Überlegen Sie daher vorab, wie Sie ein erschöpftes Kind entlasten könnten. Die Möglichkeiten hängen von Alter, Gewicht und der "Fahrradreife" des Kindes ab.
Mögliche Transportsysteme:
- Fahrrad-Kindersitz: Für Kinder von ein bis fünf Jahren.
- Fahrradanhänger: Für ein bis zwei Kinder bis zu sieben Jahren.
- Tandemsystem/Nachläufer: Praktisch und preiswert, für Kinder ab drei bis ca. neun Jahre.
- Trailerbike: Ein halbes Kinderfahrrad, das fest mit dem Zugfahrrad verbunden ist.
Weitere Tipps
Packen Sie nicht zu viel ein und nur Kleidung, die praktisch ist.
Stellen Sie sich schon einmal auf gelegentliches Meckern oder Protest ein. Ob an markigen Steigungen oder aus heiterem Himmel - ein bisschen „null Bock“ gehört dazu. Hier helfen kleine Energizer wie Schokolade, das In-Aussicht-Stellen einer Belohnung am Ziel und in jedem Fall ein gutes Quäntchen Humor.
Überprüfen Sie daher vor dem Start des Ausflugs, ob die Reifen genügend Luft haben, der Sattel auf die richtige Höhe eingestellt ist, ob die Bremsen und - falls vorhanden - das Licht funktionieren und alle Schrauben fest angezogen sind. Lassen Sie Ihr Kind daran teilhaben, auch wenn es nur die Klingel checkt. Das stimmt bereits positiv auf das Abenteuer ein. Wenn Sie dann noch eine Halterung für die eigene Getränkeflasche sowie eine kleine Gepäcktasche anbringen, wird es sich gleich viel größer fühlen.
Spontanität bringt Kreativität. Und oft wird aus der Not eine Tugend.
Am Kinderrad Reifen, Bremsen, Sattel, Licht und Schrauben prüfen
Unterwegs für Abwechslung sorgen
Natürlich sollten auch Eltern in ihrer Vorbildfunktion die wichtigsten Grundregeln und Verkehrszeichen für Radfahrer im Straßenverkehr kennen. Diese gelten selbstverständlich auch für Kinder.
Eltern-Tipp: Begleiten Sie Ihr Kind mit dem Rad auf dem Gehweg. Seit Ende 2016 ist das erlaubt. Sie als Eltern sollten sich stets Ihrer Vorbildfunktion bewusst sein, denn Kinder lernen immer auch durch Nachahmen.
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