Lastenfahrrad mit Kindersitzbank im Test: Ein umfassender Überblick

Lastenfahrräder, auch Transporträder genannt, erleben einen Aufschwung aufgrund ihrer praktischen Eigenschaften und kostengünstigen Effizienz. Sie bieten beinahe uneingeschränkte Anwendungsgebiete, vom Gütertransport bis zum Familienausflug. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über Lastenfahrräder mit Kindersitzbank, einschließlich verschiedener Modelle, Tests und Kaufaspekte.

Cannondale Wonderwagen Neo 1: Der Kindertransporter

Das Cannondale Wonderwagen-Long-John-Lastenrad kommt ab Werk als Kindertransporter daher. Beim Cannondale Wonderwagen Neo 1 mussten wir nicht lange herumrätseln, wofür es gedacht ist. Das Long-John-Lastenrad kommt bereits in Serie mit einer Transportbox, die voll auf die Bedürfnisse von zwei kleinen Passagieren zugeschnitten ist.

Das 7.500 € teure Topmodell Wonderwagen Neo 1 lässt sich nur um ein 200 € teures Regenverdeck erweitern, für alles andere soll in Serie bereits gesorgt sein. Angetrieben wird das Cannondale Lastenrad von einem Bosch Cargo Line-Motor und einem 725-Wh-Akku - ein zweiter Akkusteckplatz ist bereits in Serie verbaut. Mit 70 kg ist es das mit Abstand schwerste Lastenrad des Tests. Es soll dafür aber auch 250 kg zulässiges Gesamtgewicht abkönnen.

Abzüglich dem Eigengewicht bleiben so noch 180 kg Zuladung, die auf die Transportbox und die vielen Taschen und Fächer verteilt werden können. Das Gewicht stützt sich auf zwei kleine 20”-Reifen, die über zwei Meter voneinander entfernt sind. Mit einer Gesamtlänge von 260 cm ist das Cannondale Lastenrad somit auch noch das zweitlängste Lastenrad des Vergleichstests, nach dem 265 cm langen Winora F.U.B. 2W.

Viele Lastenräder dieses Vergleichstests zeichnen sich durch ein variables Transportkonzept aus, beim Cannondale Lastenrad ist eher das Gegenteil der Fall. In der Transportbox ist eine Kindersitzbank mit zwei Sitzplätzen fest verschraubt. Vor der Sitzbank ist eine Ladefläche, die an ihren breitesten Stellen 40 x 60 cm misst. Eine Eurobox mit der gleichen Grundfläche passt jedoch nicht vor die Sitzbank, weil sich die Ladefläche nach vorne hin verjüngt.

Für kleine Passagiere ist sie dafür umso einsteigerfreundlicher. Unter den abgesenkten Seitenwänden befindet sich jeweils eine Fußraste, so gelingt es den Kleinen aus eigener Kraft, in die Transportbox zu klettern und auszusteigen. Das spart Kraft und Zeit, insofern die Kleinen gewillt sind mitzuhelfen ;). Trotz niedriger Seitenwände beim Einstieg reichen die hinteren Wände der Transportbox weit über die Kopfstützen hinaus, um die Beifahrer sicher unterzubringen.

Das Cannondale Lastenrad ist auch vor einem Umkippen geschützt: Verliert man z. B. beim Abbocken die Kontrolle über das Lastenrad, fällt es nur bis auf die seitlichen Fußrasten der Transportbox, statt sich komplett auf die Seite zu legen. Das minimiert das Risiko, dass die Kinder rausfallen. Die Transportbox ist voll und ganz auf Kleinkinder zugeschnitten.

Aus der Fahrerperspektive hat man auch Zugriff auf ein halbes Dutzend Fächer. Am Steuerrohr vom Cannondale Lastenrad sind zudem drei Anschraubpunkte für Flaschenhalter, auf die wir allesamt verzichtet haben, weil ein Art Becherhalter - wie man es von der Mittelkonsole eines Ami-Familienvans kennt - in das Unterrohr eingelassen wurde. Auf der Rückseite der Transportbox befinden sich ebenfalls zwei große Fächer, in die man zwei halbvolle Einkaufstüten oder kleine Rucksäcke der Kinder unterbringen kann.

Hinter dem Fahrer ist noch ein Heckgepäckträger installiert, der mit bis zu 27 kg beladen werden darf und somit noch einen Kindersitz tragen kann. Der Heckgepäckträger ist mit dem Racktime Snapit 2.0-Adaptersystem kompatibel und kann auch ohne Adapter mit z. B. einem Thule Yepp Maxi-Kindersitz bestückt werden. Auf der linken Seite des Heckgepäckträgers ist zusätzlich noch ein Anschraubpunkt für einen Anhänger installiert.

Das Motorsystem für das Cannondale Lastenrad steuert der langjährige Partner Bosch bei. Zum Einsatz kommt der kraftvolle Bosch Cargo Line-Motor mit 85 Nm Drehmoment und einer maximalen Tretunterstützung von 400 %. Angetrieben wird der Motor von einem 725-Wh-Akku, der extern im Rahmendreieck installiert ist. Hat man den Schlüssel zur Hand, ist das Akkupack im Nu entnommen.

Für Familien mit hohem Strombedarf hat Cannondale das Wonderwagen-Lastenrad direkt mit zwei Halterungen für Bosch PowerPacks bestückt. In welche der beiden Halterungen man den Akku einsetzt, ist unerheblich. Über den Ladeport unter dem fahrernahen Akkupack werden beide Akkus gleichzeitig geladen.

Statt eines Displays verbaut Cannondale die Bosch SmartphoneGrip-Halterung über dem Lenker. Damit wird das Smartphone zum Display und das Cannondale Lastenrad das einzige Cargo-Bike im Lastenrad Test mit einer vollwertigen Kartennavigationsfunktion. Unterwegs kann das Smartphone auch schnurlos oder per USB-Kabel in der SmartphoneGrip geladen werden.

Darüber hinaus findet man noch ein Garmin-LED-Display am Lenker, das zusammen mit dem Garmin Varia-Rücklicht mit Radarfunktion über sich von hinten annähernden Verkehr warnt. Im Gegensatz zum Specialized Porto, mit gleicher Garmin-Radartechnologie, ist die Abstandsanzeige aber nicht in das Motorsystem-Display integriert. Das Cannondale Lastenrad ist auf das externe Garmin-Display oder die Garmin Varia-Smartphone-App im Fullscreen-Modus angewiesen.

Das Größenkonzept ist ähnlich variabel wie das Transportkonzept der Transportbox vorne. Die Sitzhöhe lässt sich relativ einfach über die Vario-Sattelstütze mit 150 mm Hub und einer Schnellspanner-Sattelstützenklemme anpassen. Nicht unerwähnt sollte das Design des Cannondale Lastenrads bleiben. Hier scheiden sich bei uns die Geister, manche Redakteure sind Fans der knallroten Farbakzente von Griffen, Sattel und Gepäckträger sowie von der anthropomorphen Front mit Doppelscheinwerfer. Andere wollten gar nicht erst aufsteigen.

Das Cannondale Lastenrad nimmt durch seine Ausmaße viel Platz ein. Immerhin kommen bei der Transportbox und dem Regenverdeck UV- und wetterfeste Materialien zum Einsatz, wodurch das Wonderwagen auch im Garten geparkt werden kann. Der solide Zweibeinständer ist einer der besten im Vergleichstest. Er besitzt einen langen Fußhebel, wodurch sich das Cannondale Lastenrad auch im beladenen Zustand locker aufbocken lässt und stabil dasteht. Das vereinfacht das Be- und Entladen enorm.

Das Anfahren ist mit hoher Beladung auf den ersten Versuchen etwas kippelig. Der kraftvolle Bosch Cargo Line-Motor hilft aber dabei, schnell Fahrt aufzunehmen und schon stabilisiert sich das Fahrverhalten. Eine weitere Anfahrtshilfe ist die stufenlose Enviolo Heavy Duty-Nabenschaltung: Dank ihr kann man auch im Stand einen leichteren Anfahrtsgang einlegen, als der Gang, in dem man mit dem Cannondale Lastenrad zum Stehen gekommen ist.

Die Sitzposition ist für große Fahrer entspannt aufrecht und bietet einen guten Rundumblick. Das Vorderrad hat man jedoch durch die große Transportbox nie im Auge. Mit installiertem Regenverdeck wird auch die Fahrbahn einen Meter vor dem Cannondale Lastenrad aus dem Sichtfeld verdeckt. So muss man sich etwas an die Dimensionen des Wonderwagen gewöhnen, um zu wissen, wann das kleine Vorderrad Kontakt mit Bordsteinkanten und Schlaglöchern aufnimmt.

Hier sorgt die SR Suntour MOBIE34-Federgabel mit 80 mm Federweg für ein großes Plus an Fahrstabilität und Fahrkomfort für Fahrer sowie die Beifahrer in der Transportbox. Sattel und Heck sind jedoch komplett ungefedert, wodurch der Sitzkomfort abseits von gut gepflegten Straßen und Waldwegen zu wünschen übrig lässt. Wer mit den Kindern einen kleinen Offroad-Abstecher unternehmen will, sollte daher zum besser gefederten und komfortablen Riese & Müller Packster2 aus diesem Vergleichstest greifen.

Auch die glatte Schwalbe Pick-Up-Bereifung erzeugt auf losem Schotter nur wenig Grip, da helfen auch die kraftvollen MAGURA MT C-Vierkolbenbremsen nicht weiter. Im Stadtverkehr schlägt sich das Cannondale Lastenrad hingegen formidabel. Durch die Seilzuglenkung gelingen an Bord des Wonderwagens - mit ein wenig Übung - enge Wendekreise und man schlängelt sich zwischen kleinen Markständen auf dem Wochenmarkt hindurch. Bei einem Ampelstopp bekommt man die Beine per absenkbarer Sattelstütze problemlos zu Boden.

Dank serienmäßigem ABUS-Ringschloss am Hinterrad und der elektronischen Bosch eBike Lock-Motorsperre ist das Cannondale Lastenrad schnell und sicher vor jedem Geschäft oder der Kita abgestellt. Holt man die Kinder während dunkler Abendstunden von der Kita ab, sorgen die knuffigen Doppelscheinwerfer für gute Sicht und Sichtbarkeit - und für große Augen bei den anderen Kindern der Kita.

Führt der Heimweg über eine steile Panoramastraße, kommt das Cannondale Lastenrad an seine Grenzen. Die Enviolo-Nabenschaltung besitzt nur eine schmale Bandbreite und der Übersetzung des Cannondale mangelt es an einem leichten Gang für Anstiege, weshalb man das Lastenfahrrad im Zweifel schieben muss. Im Gegensatz zu manch anderen Bikes im Lastenrad Test, wie z. B. dem Specialized Porto, wird am Cannondale Lastenrad die Nabenschaltung mit einer Fahrradkette statt eines Riemens gepaart. So muss auch in regelmäßigen Abständen ein Kettenservice unternommen werden.

Das Cannondale Lastenrad ist das perfekte Bike für Soccermoms und Soccerdads, die die kleinen Passagiere sicher und komfortabel von der Kita zum Fußball-Training bringen wollen und zwischendrin ein paar alltägliche Erledigungsfahrten durch die Stadt bestreiten. Dank Dual-Akku-Optionen dürfen die einzelnen Stationen auch am gegenüberliegenden Stadtrand liegen.

Das Cannondale Wonderwagen Neo 1 erfüllt genau den Job, den es soll: Es ist bereits serienmäßig erstklassig für den Kindertransport ausgestattet und erleichtert die Handhabung durch viele clevere Details. Das Handling ist schnell erlernt und beherrschbar. Die verbauten Komponenten und das Motorsystem lassen kaum Wünsche offen, nur ein leichter Gang für hügeliges Terrain wäre nett. Für einen hohen Preis bekommt man eine Menge Cargo-Bike, für Trekkingausflüge ist das Cannondale Lastenrad jedoch nicht geeignet.

Technische Daten des Cannondale Wonderwagen Neo 1

AusstattungDetails
MotorBosch Cargo Line 85 Nm
AkkuBosch PowerPack 725 Wh
DisplayBosch SmartphoneGrip
GabelSR Suntour Mobie 34 Cargo 80 mm
SattelstützeCannondale DownLow 150 mm
BremsenMAGURA MT C 180/203 mm
SchaltungEnviolo Heavy Duty 380 %
LenkerCannondale E-Series Alu 680 mm
LaufradsatzHeavy Duty Alu 20"
ReifenSchwalbe Pick-Up 2,6"
GrößeOne Size
Gewicht70 kg
Zul. Gesamtgewicht (zGG)250 kg

Yuba Kombi: Der günstige Einstieg

Das Yuba Kombi ist der günstige Einstieg in die fabelhafte Welt der Lastenräder: Es ist so klein, wendig und schmal (und erschwinglich!) wie ein normales Fahrrad. Aber es kann viel mehr: Durch die etwa 60 Zentimeter Sitzfläche auf dem Gepäckträger kannst du statt einem Kind zwei mitnehmen - ganz ohne Anhänger. Es ist dieser doch nicht so kleine, aber feine Unterschied, der dir - und deinen Kids! - im Alltag so viel ermöglicht: Ausflüge, Einkäufe, tägliche Fahrten zu Kita oder Kindergarten lassen sich ohne Auto an der frischen Luft erledigen. Und den Fitness-Effekt gibt es noch kostenlos dazu.

Problemlos kriegst du zwei Kindersitze hintendrauf - und nicht nur das: Auch wenn deine Kleinen nicht mehr ganz so klein sind, kannst du sie auf den Sitzpolstern noch gut mitnehmen. Auf das Yuba Kombi passen bis zu drei Personen: Der Fahrer vorne und zwei Passagiere „hintendrauf“.

Für kleinere Passagiere bieten sich Yepp Kindersitze an, von denen sich zwei montieren lassen. Sind deine Kids größer, kannst du aber auch auf die Sitzpolster umsteigen. Diese werden auf dem Bamboo Deck installiert, einem Bambusbrett, das auf den Gepäckträger geschraubt wird. Gemütlich wird's durch zwei "Small Soft Spot"-Sitzkissen. Um den Kindern Halt zu geben, sind die „Monkey Bars“ eine tolle Lösung, eine Aluminium-Reling rund um den Gepäckträger.

Stattdessen kannst du aber auch auf dem Gepäckträger bis zu drei Halte-Ringe namens Crest anbringen (hinten - mittig - vorne) oder einen Mini-Lenker an der Sattelstütze. Für den Crest gibt es auch eine BackRest genannte Lehne. Beide Lösungen lassen sich aber auch miteinander kombinieren: Kleines Kind im Kindersitz hinten und davor ein größeres Kind auf dem "Small-Soft-Spot"-Sitzkissen.

Mit einer Länge von 1,90 Metern ist das Yuba Kombi kaum länger als ein normales Fahrrad. So ist es gerade lang genug, um auf die knapp 60 Zentimeter lange Sitzfläche hinten zwei Kinder zu bekommen. Aber nicht so lang, dass es beim Fahrgefühl irgendeinen Unterschied machen würde. Das hat außerdem den Vorteil, dass du es in jeden Fahrradständer bekommst, in den Keller tragen oder senkrecht aufhängen kannst wie ein normales Rad. Sogar in den Auto-Träger passt es problemlos rein.

Wenn man mit Kindern unterwegs ist, muss man ungefähr 300 Dinge immer griffbereit haben - Schnulli, Handtasche, Landkarte. Dafür und für alles andere, was schnell rein und raus muss, kannst du das Yuba Kombi vorne mit dem Bread Basket ausrüsten. Auch wenn du dich mit dem Yuba Kombi für die anstrengendere Variante ohne Motor entscheidest, heißt das nicht, dass das so bleiben muss. Unter unserer Marke EBIKE-SOLUTIONS bieten wir Nachrüstsätze an.

Damit du dein Yuba Kombi ohne Gewackel be- und entladen kannst, ist es mit einem großen Zweibeinständer aus solidem Stahl ausgestattet. Wenn deine Kinder größer werden, haben sie irgendwann den Kindersitz satt und wollen direkt aufs Sitzpolster. Klar, da hat man viel mehr Bewegungsfreiheit. Damit trotzdem nicht mal ein Fuß in den Speichen gelangt, sind die Räder durch die Wheel Skirts und die Rahmenrohre gut eingepackt.

Kein Bock auf Schweiß, aber viel Bock auf ein Kombi? Dann nimm doch den elektrischen Bruder des Yuba Kombi, das Kombi E5! Ob Leasing oder Förderung: Es gibt viele Methoden, dein Lastenrad günstiger zu machen. Insbesondere für Gewerbetreibende gibt es zahlreiche Möglichkeiten, sich die Anschaffung eines E-Lastenrades bezuschussen zu lassen. Solche Förderprogramme wurden sowohl von Bund, Ländern als auch einzelne Kommunen aufgesetzt.

Weitere Lastenrad-Modelle im Überblick

Es gibt eine Vielzahl weiterer Lastenrad-Modelle von verschiedenen Herstellern, die sich in Design, Funktionalität und Preis unterscheiden. Hier ein kurzer Überblick über einige bekannte Marken und Modelle:

  • Babboe: Niederländische Firma, die bezahlbare und qualitativ hochwertige Lastenräder für Familien kreiert.
  • Urban Arrow: Hochpreisige Marke mit hochwertiger Verarbeitung und Komponenten von namhaften Herstellern wie Bosch.
  • Riese & Müller: Premiumhersteller, der auf deutsche Ingenieurskunst und Langlebigkeit setzt.
  • Harry vs Larry: Dänische Marke, die leichte und schnelle Lastenräder baut, bei denen selbst gestrampelt werden muss.
  • Johnny Loco: Niederländische Firma, die auf Design und Funktionalität achtet und Lastenräder mit und ohne Elektromotor anbietet.
  • Yuba: Französische Marke mit vielseitigen Lastenrädern für Familie, Gewerbe und Haustiere.
  • Douze Cycles: Französische Marke, die auf ausgefeilte Einfachheit setzt und teilbare Lastenräder anbietet.
  • Nihola: Dänische Firma, die zweckmäßige Lastenräder für verschiedene Bedürfnisse entwickelt, darunter auch ein Modell für Rollstuhlfahrer.
  • Winther: Dänische Traditionsfirma, die Lastenfahrräder aller Art baut, insbesondere für den Transport von Kindern.
  • Radkutsche: Deutsche Firma, die innovative und nachhaltige Lastenräder herstellt.
  • Muli: Deutsche Firma, die faltbare Lastenräder produziert.

Worauf kommt es beim Lastenrad-Kauf an?

Die Wahl des richtigen Lastenrads hängt stark davon ab, wofür es genutzt werden soll. Hier einige wichtige Aspekte, die beim Kauf berücksichtigt werden sollten:

  1. Einsatzzweck: Soll das Lastenrad hauptsächlich Kinder transportieren, schwere Lasten befördern oder vielseitig einsetzbar sein?
  2. Flexibilität: Benötigt man eine Eurobox, eine faltbare Transportbox oder eine umbaubare Ladefläche?
  3. Größenkonzept: Passt das Größenkonzept des Lastenrads zu den Fahrern?
  4. Vielseitigkeit: Kann das Lastenrad unter der Woche als Nutztier und am Wochenende als Abenteuer-Mobil dienen?
  5. Platzbedarf: Wo soll das Lastenrad geparkt werden?
  6. Diebstahlschutz: Wie kann das Lastenrad vor Diebstahl geschützt werden?
  7. Fahreigenschaften: Ist ein hohes Sicherheitsempfinden, Agilität im Stadtverkehr oder Geländetauglichkeit wichtig?

ADAC Systemvergleich: Lastenrad, Anhänger und Nachläufer

Der ADAC hat Handhabung, Komfort, Fahrverhalten und Sicherheit verschiedener Systeme zum Kindertransport mit dem Fahrrad untersucht. Das Ergebnis: Es gibt nicht das eine, herausragende System, das jedem zu empfehlen wäre. Vielmehr besitzt jedes einzelne seine Vorzüge, aber auch Nachteile.

Crashversuch

In einem Crashversuch wurde ein Unfall nachgestellt, bei dem ein Auto mit 30 km/h auf die verschiedenen Transportsysteme trifft. Die Systeme mit Transportbox kippten in Folge des Aufpralls auf die Seite und schlitterten deutlich weiter als die Systeme ohne Transportbox. Beim "Long John" wurde das Gurt- und Rückhaltesystem aus der Verankerung gerissen, wodurch die Rückhaltewirkung verloren ging.

Fahrverhalten und Komfort

Das Lastenfahrrad "Backpacker", der Fahrradanhänger und das Nachläufersystem lassen sich sehr konventionell bewegen. Das einspurige Lastenfahrrad "Long John" und das dreirädrige Lastenfahrrad erwiesen sich als besonders komfortable Systeme beim Überfahren von Schwellen, Kopfsteinpflaster und Randsteinen. Besonders auffällig waren die Unterschiede zwischen gefedertem und ungefedertem Fahrradanhänger. Mit Federsystem konnten die Belastungen auf die Kinder beim Überfahren der Hindernisse um bis zu 50 Prozent reduziert werden.

Welches System ist für wen geeignet?

  • Backpacker: Für Käufer, die hohe Sicherheit, gutes Fahrverhalten und einfache Handhabung wünschen.
  • Gefederter Fahrradanhänger: Für Käufer, die gute Sicherheit, Flexibilität und hohen Komfort wünschen.
  • Einspuriges Lastenrad Long John: Für Käufer, die einen Autoersatz möchten, auch längere Strecken fahren und Einkäufe transportieren.
  • Dreirädriges Lastenrad: Für Käufer, die einen Autoersatz möchten und eher Kurzstrecken mit vielen Zwischenstopps fahren und Einkäufe transportieren.
  • Nachläufer: Für Käufer, die meist nur ein Kind transportieren und das zweite Kind nur gelegentlich und zeitlich begrenzt mitnehmen.

Tipps des ADAC

  • Vor dem Kauf sollte man eine Probefahrt machen, da sich die Fahreigenschaften unterscheiden können.
  • Die Rückhaltevorrichtungen müssen fest an den Kindern sitzen und dürfen nicht über die Schultern rutschen.
  • Der gewählte Luftdruck spielt beim Fahrkomfort eine große Rolle.

Kinderfahrradsitze im Test

Die Stiftung Warentest hat Fahrradkindersitze in verschiedenen Sitzvarianten getestet. Die ersten Plätze belegten der Bilby Maxi FF von Polisport und der Thule Yepp 2 Maxi. Der Go Mini von Bobike konnte bei den Frontsitzen überzeugen. Wichtig ist, dass der Kindersitz an das Fahrrad passt und der Gepäckträger das Gewicht tragen kann. Zudem sollte der Sitz genügend Platz für den Helm bieten und der Kopf des Kindes gut geschützt sein.

Lastenräder für Familien im Test

Es wurden 36 Lastenräder, die für den Kindertransport geeignet sind, getestet und Probe gefahren. Einige Modelle im Überblick:

  • Christiania Bikes Classic Medium: Ein Klassiker mit großer Transportbox für Kinder, Einkäufe und kleine Umzüge.
  • Tern GSD S00: Wendiges und vielseitiges Lastenrad mit langem Gepäckträger für den Kindertransport.
  • Chike E-Kids: Raumschiffartiges Lastenrad mit Schwenkachse und komfortabler Kabine für die kleinen Mitfahrer.
  • Btwin Long John F900E: Schwergewicht mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis, einrollbarem Regen- und Sonnendach und viel Stauraum.
  • Load 75 von Riese & Müller: Rasanter und eleganter Flitzer mit Vollfederung und kraftvollem E-Motor.

Wer zum ersten Mal auf einem Lastenfahrrad sitzt, wird sich wundern, wie anders sich das im Vergleich zu einem »normalen« Fahrrad fährt. Vor allem an die dreirädrigen Exemplare muss man sich erstmal gewöhnen. Die nächste Herausforderung ist das Kurvenfahren. Das geht mit Dreirädern längst nicht so schnell wie mit Zweirädern, denn man kann sich ja nicht in die Kurve legen. Modelle mit zwei Rädern fahren sich dagegen fast wie ein normaler Drahtesel - sie sind nur deutlich größer, aber im Vergleich zu Dreirädern immer noch leicht und wendig. Das Zweirad ist weit schmaler als sein dreirädriger Kollege, was das Parken ebenfalls einfacher macht. Das Dreirad wiederum gondelt durch seine größere Reibung schwerfälliger durch den Verkehr. Allerdings verfügt es meist auch über mehr Stauraum und steht sicher beim Einstieg, vor allem mit der Feststellbremse. So haben Eltern die Hände für Kinder oder Einkauf frei. Was manche allerdings überraschen dürfte: Dreiräder sind nicht sicherer als Zweiräder. Denn ein Dreirad kann während der Fahrt schneller umkippen als ein Zweirad...

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