Motorrad mit Motorradverkleidung: Eine Definition

Die wichtigste Eigenschaft eines Naked Bikes ist der weitgehende Verzicht auf Verkleidungselemente. Damit ist der meist aufrecht sitzende Fahrer weitgehend ungeschützt dem Fahrtwind ausgesetzt, außerdem sind Motor und das auf Handlichkeit getrimmte Fahrwerk meist gut sichtbar.

Geschichte und Entwicklung

Unverkleidete Motorräder waren bis in die 1980er-Jahre sogar die Regel und entsprechend weit verbreitet. Erst in den 1990er-Jahren bürgerte sich für solche unverkleidete Typen die Bezeichnung Naked Bike ein.

Designmerkmale

Klassisch gestylte Naked Bikes zeichnen sich zum Beispiel durch Rundscheinwerfer und Speichenfelgen aus, während progressiver gestylte Vertreter oft Gussfelgen und aggressiv gezeichnete Scheinwerfermasken tragen.

Abgrenzung und Verbreitung

Das Naked Bike lässt sich nicht immer ganz eindeutig vom Streetfighter-Genre abgrenzen. Aktuell sind Naked Bikes weit verbreitet und in allen Leistungsklassen vertreten.

Typische Modelle sind etwa die Honda CB 650 R oder eine Ducati Monster.

Aktuelle Modelle und Trends

Mehr PS, bessere Ausstattung, mehr Assistenten: Die Aprilia Tuono 660 Factory ist die optimierte, stärkere Schwester der Einsteiger-Tuono.

Die Aprilia Tuono 660 ist das Einsteiger-Naked-Bike der Marke. Kann die Kombination aus fulminantem Motor und feinem Fahrwerk überzeugen?

Die Voge 300AC ist ein Naked-Bike des chinesischen Loncin-Konzerns. Der Anspruch: Premium, aber günstig. Ob das stimmt?

Seit Anfang 2023 ist die KTM 790 Duke wieder erhältlich. Infos, Bilder, Daten und Preis des Mittelklasse-Naked-Bikes.

Spitzenmodell unter den Naked Bikes von KTM war bislang die 890 Duke R. Nach nur zwei Jahren Bauzeit wird sie von der neuen 990 Duke abgelöst.

Die vierte Generation der Yamaha MT-07 ist teurer geworden, bietet aber immer noch sehr viel Motorrad fürs Geld. Neu ist die optionale Schaltautomatik.

Mit der CB1000 vervollständigt Honda seine Hornet-Modellpalette. Das Naked Bike überzeugt mit viel Power, ambitioniertem Fahrwerk und guter Ergonomie.

Triumph hat die Speed Twin 1200 für das Modelljahr 2025 umfassend überarbeitet - und stellt ihr ein sportliches RS-Modell zur Seite.

Suzuki zitiert mit den neuen Modellen GSX-8T und GSX-8TT den Stil legendärer Motorräder vergangener Tage.

Vor- und Nachteile von Verkleidungen

Hinter einer Verkleidung ist es wärmer, trockener, und weniger kraftaufwändig als auf einem Naked Bike. Halbverkleidungen und Scheiben am Naked Bike sind irgendwo dazwischen, z.B. Windschutz für den Oberkörper, weniger Druck, und weniger Wasser am Bauch (und "darunter") bei Regen.

Klar, das Scheibchen und gerade die Verkleidung machen schnelles Fahren entspannt. Ganz nackig sind 100 ok, es wird so zwischen 110 und 120 ziemlich unangenehm und Du bist dann die meiste Zeit damit beschäftigt, dich am Lenker festzukrallen. Hast Du eine kleine Scheibe vorne dran, dann wird es erstmal etwas lauter, weil der Wind eher in Richtung Helm umgeleitet wird. Dafür schaffst Du dann auch gemütliche 130 bis 140 auf der Autobahn, ohne das Gefühl zu haben, im nächsten Moment vom Gegenwind vom Mopped gefegt zu werden.

Mit mindestens einer Halbverkleidung kannst Du im Prinzip so schnell fahren, wie Du willst. Mit dem (nicht vorhandenen) Fahrtwind im Hochsommer ist es nicht so tragisch. Das ist erst richtig fies, wenn Du mit etwas mehr als Schritt-Tempo durch die Stadt gurkst. Da läuft dir die Suppe nur so runter. Aber sobald Du deine 50 auf dem Tacho hast, ist die Welt wieder angenehm.

Auf einer Nackten hast Du das eben etwas eher, meinetwegen bei 30 oder 40. Dafür hat die Verkleidung einen Vorteil bei schlechtem Wetter. Auch der spießigste Schönwetterfahrer wird mal so richtig nass. Während auf einer Nackten so ein mittelmäßiger Nieselregen schon für "Land unter" in der Hose sorgt, weil es einfach ÜBERALL reinregnet, hat man es auf der Verkleideten schon etwas besser. Da leiden primär nur die exponierten Stellen. Hauptsächlich sind das die Hände. Klar, der Hintern wird irgendwann auch nass, aber dafür bedarf es dann schon etwas mehr Wasser von oben.

Die Verkleidung hat noch einen weiteren Vorteil: Du sparst Sprit. So 0,5 bis 1 L sind drin. Einfach nur, weil man nicht mehr auf dem aerodynamischen Niveau einer Kiste Bier ist.

Führerscheinklassen für Motorräder in Deutschland

Für Motorräder gibt es unterschiedliche Arten von Führerscheinen. In Deutschland quält das Verkehrsrecht potenzielle Motorradfahrer mit speziellen Regelungen, die dazu führen, dass es unterschiedliche Arten der Fahrerlaubnis für Motorräder gibt, die jeweils für bestimmte Hubraum-, Leistungs- und Altersgrenzen beim Fahrer gelten.

Für zwei- und dreirädrige Krafträder gilt seit 2011 eine bestimmte Einteilung in EG-Fahrzeugklasse. Einerseits existieren Krafträder, das sind zweirädrige Kraftfahrzeug mit oder ohne Beiwagen. Und dann sind da noch die Kleinkrafträder, zu denen zum Beispiel die meisten Roller, Mofas und Mokicks gehören. Sie werden weiter unterteilt.

  • Zweirädrige Kleinkrafträder: Deren Leistung beträgt mit Elektromotor nicht mehr als 4kW und der Hubraum bei Verbrennungsmotoren liegt nicht über 50 ccm.
  • Dreirädrige Kleinkrafträder.

Die Klasse A kennt keine Beschränkungen des Hubraums oder der Leistung. Die Klasse A2 kannst Du ab 18 erwerben. Hiermit darfst Du Motorräder fahren, die nicht mehr als 35 kW bzw.

Der Führerschein der Klasse A1 schließlich ist bereits ab 16 zu erwerben. Er ist gültig für Motorräder mit maximaler Leistung von nicht mehr als 11 kw oder einem Leistungsgewicht von nicht mehr als 0,1 kW pro kg Leergewicht.

Seit 2013 zählen auch Trikes offiziell zu den Motorrädern. Für Modelle mit Leistung über 15 kW brauchst Du den Führerschein A, darunter genügt die Fahrerlaubnis der Klasse A1.

Wenn Sie einen Pkw-Führerschein der Klasse B haben, dürfen Sie alle Kleinkrafträder mit einem Hubraum bis 50 cm³ fahren. Seit Januar 2020 können Sie nach einem speziellen Kurs bei einer Fahrschule die B196-Erweiterung erwerben. Damit können Sie Krafträder mit einem Hubraum bis 125 cm³ führen. Das entspricht dem sogenannten „kleinen Motorradführerschein“ der Klasse A1.

Mit einem alten Autoführerschein der Klasse 3 (wurde vor 1999 ausgestellt) dürfen Sie Kleinkrafträder fahren - und zwar mit einer Höchstgeschwindigkeit von maximal 45 km/h, einem Hubraum von höchstens 50 cm³ und einer Leistung von maximal vier kW (5,5 PS). Haben Sie Ihren Führerschein der Klasse 3 vor dem 1. April 1980 gemacht, haben Sie automatisch auch den Motorradführerschein der Klasse A1.

Verschiedene Motorradtypen

Geschmäcker sind bekanntlich verschieden - und das ist, gerade im Bezug auf Motorräder, auch ganz gut so. Ob schneller Supersportler, bequemer Cruiser oder ein Motorrad mit Beiwagen, in dem zur Not auch Dein Hund mitfahren kann - die europäischen, japanischen und amerikanischen Hersteller bieten heute eine Vielzahl unterschiedlicher Bauformen an und zusätzlich auch Motorräder, die aufgrund ihrer vielseitigen Nutzbarkeit eigentlich gar keinem festen Motorradtyp zugeordnet werden können.

Allrounder sind im Alltag optimal einsetzbare Motorräder, die sich vor allem für Anfänger und Wenigfahrer eignen. Sie bieten einen guten Komfort und sind für die Straße gemacht.

Ursprünglichkeit ist die Stärke der Chopper und Cruiser - Bikes, deren Anfänge in den 1950er Jahren liegen und die sich vor allem durch Minimalismus auszeichnen. Aller unnötiger Ballast fehlt an diesen Motorrädern, um ein möglichst puristisches Fahrvergnügen zu erzielen (das gilt allerdings kaum für Custom-Bikes, die vor Chrom und Applikationen oft nur so strotzen). Chopper und Cruiser zeichnen sich meist durch eine sehr aufrechte und tiefe Sitzposition aus. Sie eignen sich für Anfänger aufgrund des manchmal schwierigen Handlings nur sehr bedingt.

Superbikes und Supersportler kommen vor allem von japanischen und italienischen Herstellern - und bringen Geschwindigkeiten von 300 km/h und mehr auf die Straße.

Tourenmotorräder bieten Dir ein Maximum an Komfort und Ausstattung und sind daher optimal für lange Motorradtouren, auch über mehrere Tage und viele Hundert Kilometer, geeignet. Der wohl bekannteste Tourer ist die Gold Wing von Honda, die heute serienmäßig über eine Vollverkleidung mit Koffersystem, ein Audio-System sowie einen Rückwärtsgang und ABS verfügt.

Enduros sind Motorräder, die gerne auch mal offroad bewegt werden dürfen. Sie haben eine hohe , aufrechte Sitzposition sind sehr agil und zeigen ein präzises Handling. Während sogenannte Soft-Enduros sowohl für den Straßenbetrieb als auch für Feldwege aber keinesfalls für richtiges "Gelände" geeignet sind, richten sich die Hard-Enduros, die oft Kopien reiner Crossmaschinen darstellen, vor allem an jene, die es richtig wild mögen und gerne abseits aller Wege unterwegs sind.

Beim Gespann handelt es sich in der Regel um einen Tourer, der durch einen Beiwagen für eine zweite bzw. dritte Person ergänzt wurde.

Quads sind vierrädrige, geländegängige Fahrzeuge mit motorradähnlicher Steuerung, die jedoch mit Autoführerschein gefahren werden dürfen.

Die dreirädrigen Trikes hingegen zählen seit 2013 offiziell zu den Motorrädern und bieten je nach Modell einer Person oder der ganzen Familie Platz.

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