Rund um die Eurobike präsentierte der Stuttgarter Getriebe-Hersteller Pinion sein eigenes Antriebssystem, die Pinion MGU. Der wesentliche Unterschied zu allem bisher Dagewesenen: Motor und Getriebe sind aus einem Guss!
Der Schweizer Premium E-Bike-Produzent Flyer hat das neue Antriebssystem für das SUV-Bike Goroc TR:X entdeckt. Das neue Flyer Goroc TR:X 8.63 ist ein echter Innovationsträger und wird vom neuen Pinion MGU E1.12 Antrieb unterstützt. Der Clou am neuen Pinion-Antriebskonzept ist die Einheit von Motor und Getriebe. Die MGU (Motor Gearbox Unit) verheiratet den Mittelmotor mit einem Schaltgetriebe: die komplett gekapselte Einheit sitzt gewichtstechnisch tief im Zentrum des Rades.
Ganz neu ist die Idee der Einheit Motor mit angeflanschtem Getriebe im E-Bike nicht: Bereits 2015 brachte der italienische Maschinenbauer Siral ein derartiges Motorgetriebe auf den Markt und war damit seiner Zeit weit voraus. Auch Motorräder fahren ausschließlich mit diesem Konzept. Dass ausgerechnet der Tretlagergetriebehersteller Pinion daraus einen derartigen Antrieb entwickelt, war wohl nur eine Frage der Zeit: Bereits seit der Gründung des Unternehmens lag die Idee dazu in den Köpfen der beiden Ingenieure und Pinion-Gründer Michael Schmitz und Christoph Lermen. Nach fünfjähriger Entwicklungsarbeit ist die Pinion MGU nun marktreif.
Die Peripherie-Systemkomponenten wie Display, Taster und die E-Bike Controll App stammen aus dem Hause FIT und sind integrativ ins System eingebettet.
High-Tech im Flyer Goroc TR:X
Ins vollgefederte Flyer Goroc TR:X mit Carbonrahmen passt das neue Antriebssystem im Grunde wie die Faust aufs Auge: Ein Rad, das mit seinen 130 mm Federweg und der Vollausstattung eine Art E-Bike-Tausendsassa darstellt, benötigt robuste und möglichst wartungsfreie Komponenten. Das bietet natürlich der Gates-Antriebsstrang, das sich aber nicht mit einer herkömmlichen Kettenschaltung verbinden lässt. Als Nabenschaltung-Alternativen käme lediglich Rohloff oder die Kindernay-Nabe in Frage.
Flyer entschied sich beim Goroc TR:X für die neue Pinion MGU, zu der - wie oben erörtert - Flyer-Schwester FIT die passenden Systemkomponenten liefert.
Damit der Gatesriemen permanent unter Spannung steht und auch bei wilder Hobbelei über den Wurzeltrack nicht schlapp macht, wird der Gates hinter dem Tretlager mit einer Spannvorrichtung straff gehalten und eine zusätzliche Rolle auf dem Hinterradritzel gehalten. Als Energielieferant kommt ein 700 Wh Akku, vollintegriert im Unterrohr, zum Einsatz. Ab 2024 wartet dann noch einen aufsteckbaren Range Extender mit 535 Wh als Option.
Das FIT Display ist übersichtlich und bietet eine Fülle von Informationen neben den üblichen Tachometer- und Antriebssysteminformationen. Ein Blick auf die eigene Tretleistung oder Trittfrequenz hilft, die eigene Fitness zu beurteilen. Wer sich die Fit E-Bike Controll App aufs Smartphone lädt, kann u. a. die vier Unterstützungsstufen zusätzlich individualisieren und sich navigieren lassen.
Das Goroc TR:X rollt auf 29er Schwalbe Geländepneus über Asphalt oder durch die Prärie und ist voraussichtlich ab dem Frühjahr 2024 in vier Varianten erhältlich.
Erste Fahreindrücke
Die Unterstützung ermöglicht vier Modi: Eco, Flow, Flex und Fly. Da die erste Testrunde gleich mit einem echten Hammer beginnt, wählten wir die Flex-Unterstützung, die sich je nach Topographie und Tretkraft die effizienteste Unterstützungsstufe selbst wählt. So ging's aus der flachen Geraden direkt in den 18 %er + hinein und nach den ersten Metern im steilen Gelände war klar: Der Motor kann Berg! Auf Augenhöhe mit den Mitbewerbern Bosch, Brose, Shimano, Yamaha, Panasonic & Co supportet der neuen Pinion Bike und Biker ganz easy bis zum Kamm. Das Arbeitsgeräusch wird noch von einem etwas nervigen Summen begleitet, daran wird allerdings schon eifrig gearbeitet, wie man uns bei Pinion versicherte.
Mit den beiden Tastern lassen sich die Gänge des dreistufigen Getriebes mit den zwei Wellen leicht schalten. Bergauf braucht man im Grunde den Druck kaum vom Pedal nehmen und kann flink in den nächstkleineren Gang hochschalten. Im ganz steilen Terrain bei hoher Unterstützung und Tretleistung wirkte das Getriebe an den Steilstellen minimal ruppig, was allerdings die Tretharmonie in keiner Weise beeinträchtigte.
Durch die Paarung der Gänge 1-4, 5-8 und 9-12 dauern die Schaltschritte zwischen 4/5 sowie 8/9 und umgekehrt einen Wimpernschlag länger. Einzig beim Schalten von Gang 8 auf 9 rummst der 9te Gang akustisch lautstark rein und man bemerkt unmittelbar: der Gang sitzt. Einziger Schönheitsfehler der ansonsten wirklich prima funktionierenden Pinion MGU. Verglichen mit hochwertigen Ketten- oder sonstigen Schaltsystemen liegt die Performance der Pinion MGU im Gesamten unserer Meinung nach mindestens gleichauf.
Für leicht welliges Gelände ist der Eco-Modus die erste Wahl für eine gechillte Ausfahrt oder eben für diejenigen, die an ihrer Fitness arbeiten. Bei moderaten Anstiegen macht der Flow-Mode eine gute Figur und ermöglicht leichtes Klettern ohne Schnappatmung. Auch den steilen Trailclimp meisterte das Flyer TR:X im Flex-Modus sehr souverän.
Bergab zeigt sich das Goroc selbst bei hohen Geschwindigkeiten jenseits der 50 km/h gelassen und überzeugt mit einem stabilen Fahrwerk. Dass der Gates auch auf dem Wurzelteppich nicht plötzlich abfällt, bewies er auf dem flachen, aber grässlich verwurzelten 17er Trail. Hier reagierten auch die abgestimmten Dämpfer sensibel und bügelten den rumpeligen Trail überwiegend glatt. Auf Absätzen, Treppenstufen oder verblockten Sektionen fabrizierte das Goroc keine Aufsetzer am Motorgehäuse und ist mit seinem 130-mm-Fahrwerk für leichte bis mittlere Trails sehr gut aufgestellt.
Beim Pedalieren im deaktivierten Antriebsmodus machte sich das Gewicht von 28,8 kg des Testrades im üblichen Rahmen bemerkbar und ließ sich an sanften Steigungen mit entsprechender Beinarbeit flüssig hinaufbewegen. Beim Test zeigte der Akku, dass von den 700 Wh beim Einsatz zwischen Feldwegen, Straße, Trails im Auf und Ab in den verschiedenen Unterstützungsstufen nach rund 85 km immer noch etwas Restkapazität vorhanden war.
Weitere E-Bikes mit Pinion MGU
Pinion vereint auf kleinstem Raum einen kräftigen E-Motor mit einem 12Gang-Schaltgetriebe in der innovativen MGU E1.12. Hier sind einige der spannendsten Bikes, die mit Pinion MGU erhältlich sind:
- Haibike ALLMTN CF TRN/IQ: Mit edlem Carbonrahmen “Made in Europe” und sportiver Geometrie.
- Moustache Clutch: Satter Federweg, robuster Alu-Rahmen und fette Ausstattung.
- Nicolai S16 MGU: Rahmen werden vornehmlich aus geraden Rohren und CNC-Teilen in Niedersachsen von Hand geschweißt.
- Bulls Vuca Evo AM: Mit 150 Millimeter Federweg und 29er-Laufrädern ist das Bike auf Touren und gemäßigte All-Mountain-Einsätze ausgelegt.
- Simplon Rapcon E:Pinion: Das Rapcon gibt es auch mit Bosch CX oder TQ HPR 50 - und in allen Varianten ist es ein richtig sportliches E-Mountainbike, das sich im Gelände zuhause fühlt.
- Rotwild R.X 1000: Als einziger Hersteller setzt Rotwild auf eine Kette statt Riemenantrieb.
- Flyer Goroc TR:X: Mit 130 mm Federweg und zahmer Ausstattung liegt der Fokus klar auf Touren, die nicht ins harte Gelände führen.
Pinion MGU im Vergleich: Getriebemotoren im Test
E-Bike-Motoren mit integriertem Schaltgetriebe sind voll im Kommen. Sie versprechen nicht nur eine bessere Schaltperformance - sie sollen auch Tricks beherrschen, die eine Kettenschaltung nicht drauf hat. Im Vergleich zu konventionellen Full-Assist-Mittelmotoren ist die MGU nur ein kleines Stück größer und lässt sich daher noch relativ einfach in ein E-Bike integrieren.
Pinion ist zwar nicht der erste Hersteller, der einen Getriebemotor auf den Markt gebracht hat, aber die Pinion MGU (Motor.Gearbox.Unit) hat dafür die größten Wellen geschlagen und wurde mit offenen Armen von E-Bike-Herstellern empfangen. Im E-SUV-Vergleichstest unseres Schwestermagazins E-MOUNTAINBIKE setzte bereits jeder dritte Hersteller auf die Pinion MGU. Mit 12 Gängen bringt die MGU circa 4,1 kg auf die Waage und ist damit der leichteste Getriebemotor im Test.
In der Variante mit 12 Gängen verfügt der Motor über eine enorme Übersetzungsbandbreite von 600 % (MGU E1.9: 568 %), deutlich mehr als die anderen beiden Getriebemotoren und auch mehr als eine moderne 12-fach-Kettenschaltung. Nominell gibt Pinion für ihre MGU ein Drehmoment von 85 Nm an. Die Newtonmeter-Angaben bei Getriebemotoren sollte man jedoch nur als Näherungen verstehen, um sie besser in die Leistungsliga konventioneller Mittelmotoren ohne Getriebe einordnen zu können. Denn je nach eingelegtem Gang spuckt der Motor ein anderes Drehmoment aus.
Vergleicht man die Schaltfunktionen, ist der Pinion-Motor ebenfalls noch nicht so gut ausgestattet wie die Getriebemotoren der Konkurrenz. Der Motor beherrscht den Gangwechsel wie die anderen beiden Modelle im Stand und beim Rollen, ohne dass mitpedaliert werden muss. Nur die vollautomatischen Schaltfunktionen sind an der Pinion MGU noch nicht ganz ausgereift. Mit der Pre.Select-Funktion wechselt die Pinion MGU zwar automatisch in den für die aktuell gefahrene Geschwindigkeit passenden Gang, aber nur im Leerlauf, wenn man nicht pedaliert.
Im Vergleich wurden auch der Valeo Cyclee-Motor und der Owuru-Motor von E2 Drives betrachtet, die jeweils eigene Vor- und Nachteile aufweisen.
Electrolyte Bergblitz S9E MGU SUV
Der E-Bike-Hersteller Electrolyte aus Baiern bei München vereint im neuen Bergblitz S9E MGU SUV neueste E-Bike-Technologie und clevere Rahmentechnik. Ein Highlight ist neben dem Rahmen sicherlich die Pinion MGU mit 12 Gängen, die weltweit erste Motor-Getriebeeinheit. Die ausgeklügelte Rahmengeometrie verschafft dem Bergblitz ein klasse Handling, die Pinion MGU ist bereits heute Technik von morgen. Schön auch, dass das Hinterrad mit einem wartungsfreien Gates-Riemen angetrieben wird.
Die Pinion MGU im Detail
Die Pinion MGU (kurz für Motor.Gearbox.Unit) ist ein revolutionärer Antrieb in der Welt der e-Bikes. Durch die einzigartige Kombination aus leistungsstarkem Motor und integriertem Getriebe bietet dieser Motor ein unvergleichliches Fahrerlebnis. Doch nicht nur die Leistung des Systems überzeugt - auch die Wartungsfreundlichkeit und die durchdachte Technik machen die MGU zu einer ausgezeichneten Wahl für anspruchsvolle e-Bike-Nutzende.
Die Pinion MGU liefert ein Drehmoment von 85 Nm sowie eine Dauerleistung von 250 Watt und erreicht eine kurzzeitige maximale Leistung von bis zu 600 Watt. Das gesamte System inklusive Motor und 12-Gang-Getriebe wiegt etwa 4 Kilogramm.
Die Pinion MGU ist mit einer integrierten 12-Gang-Schaltung ausgestattet, die die Fahreigenschaften auf ein völlig neues Level hebt. Im Vergleich zu herkömmlichen Nabenschaltungen oder Kettenschaltungen bietet dieses System eine außergewöhnliche Präzision und eine breite Auswahl an Gängen. Auf langen Strecken oder in hügeligem Gelände ermöglicht die feine Abstufung der Gänge eine optimale Anpassung an jede Situation.
Einer der größten Vorteile des Pinion Getriebes ist die bemerkenswerte Wartungsfreundlichkeit. Im Vergleich zu herkömmlichen Antriebssystemen, die oft regelmäßige Pflege benötigen - sei es das Schmieren der Kette oder die Kontrolle der Nabenschaltung - stellt die Pinion MGU nur minimale Anforderungen. Statt monatlicher Wartung reicht es, alle 10.000 km einen Ölwechsel durchzuführen.
Ein weiterer Punkt, der das Pinion Getriebe auszeichnet, ist die leise Geräuschkulisse. In den unteren Gängen (1 bis 4) ist der e-Mittelmotor zwar etwas lauter, aber dieser Geräuschpegel ist völlig im Rahmen und wird durch das hohe Drehmoment des Motors während des Anfahrens begünstigt.
Die Schaltung der Pinion MGU bietet eine herausragende Flexibilität. Sie funktioniert nicht nur während des Tretens, sondern auch im Stand oder beim Rollen. Dies bedeutet, dass der Fahrer jederzeit - auch bei niedriger Geschwindigkeit oder im Stau - die Gänge wechseln kann, ohne in die Pedale treten zu müssen. Besonders hervorzuheben ist auch der „Anfahrgang“ des e-Bike Systems. Bei dieser Funktion wird der Gang automatisch so gewählt, dass der Motor nach dem Stillstand des Bikes auf einen vorteilhaften Gang umschaltet - perfekt, um an Ampeln oder bei Stop-and-Go-Verkehr sofort wieder kraftvoll loszufahren.
Ein weiteres praktisches Feature der Pinion MGU ist die App, mit der sich der Motor individuell einstellen lässt. Hier können die vier Unterstützungsstufen - Eco, Flow, Flex und Fly - nach den eigenen Wünschen angepasst werden. Ein Sicherheitsfeature bietet die Möglichkeit, das e-Bike über die App zu sperren und zu entsperren.
Die Motor Getriebe Einheit findet ihren Einsatz in verschiedenen e-Bike-Modellen. Besonders hervorzuheben sind das i:SY P12 sowie das vollgefederte e-Trekking Modell Homage und das Delite von Riese & Müller.
Zemo ZE FS P12 im Test
Als im vergangenen Sommer die Pinion MGU vorgestellt wurde, zählte das Zemo ZE FS P12 zu den ersten Rädern, die mit dem innovativen Antriebssystem der Öffentlichkeit präsentiert wurden. Der Premium-Hersteller konzentriert sich mit dem Bike dabei auf das Touren- und Alltagssegment und möchte insbesondere Komfort-Liebhaber ansprechen. Entsprechend kommt das Rad mit einer Vollfederung und bietet vorn 100 und hinten 70 mm Federweg.
Der innovative Antrieb kombiniert eine Getriebeschaltung mit einem kräftigen Mittelmotor in einer wartungsarmen Einheit. Die Pinion MGU schlug bei ihrer Vorstellung im vergangenen Jahr hohe Wellen. Die Idee, eine Getriebeschaltung und einen Mittelmotor zu kombinieren, ist zwar nicht gänzlich neu, wurde aber nie in einer derart überzeugenden Form umgesetzt. Dabei können beide „Komponenten“ für sich genommen komplett überzeugen: Der Mittelmotor ist kräftig über das gesamte Kadenzspektrum hinweg und kommt auch mit schweren Gängen bestens zurecht.
Ein Highlight am Zemo ZE FS P12 ist definitiv sein Hinterbau: Hier hat man sich einiges einfallen lassen, um hier einen klassischen Viergelenker zu realisieren, was in Verbindung mit einem tiefen Durchstieg eine Seltenheit auf dem Markt ist. Als weitere Besonderheit bringt das Zemo ZE FS P12 auch einen entkoppelten Gepäckträger mit.
Das Zemo ZE FS P12 ist in einer Ausstattungsvariante, aber zwei Grundausführungen erhältlich. Neben dem von uns getesteten Pedelec wird es das Bike auch als S-Pedelec geben. Preislich liegen die Bikes bei 8.499 Euro bzw. 8.799 Euro und sind damit durchaus im Premium-Segment angesiedelt.
In der Praxis fällt direkt auf den ersten Metern der hohe Komfort des Hinterbaus auf. Egal Schlagloch, grober Schotter oder schlechter Forstweg: Das Fahrwerk nimmt fast jedem Untergrund die Härte und macht die Fahrt enorm komfortabel. Die Pinion MGU glänzt wie gewohnt mit viel Power und tollem Schaltverhalten.
Pinion MGU E1.12: Details und Fakten
MGU steht für Motor-Gearbox-Unit - Motor-Getriebe-Einheit auf deutsch, daher bei uns kurz: die MGU. Die herausragende Kompetenz des Pinion-Antriebs liegt im integrierten Schaltgetriebe. Anstelle einer defekt- und verschleißanfälligen Kettenschaltung finden die Gangwechsel geschützt im Inneren des im Folgenden kurz die MGU genannten Antriebsblocks statt. Weniger Defekte, weniger Wartung, Schalten im Stillstand und ideale Gewichtsverteilung sind die großen Vorteile.
Die Fakten zur Pinion MGU E1.12:
- Gewicht: 4,1 Kilo (inkl. 12Gang-Schaltgetriebe)
- Akkugrößen: 962 Wh (4,7 kg) oder 720 Wh (3,7 kg)
- Optional: Range-Extender mit 535 Wh
- Fahrstufen: Eco, Flow, Flex, Fly
- Leistungsdaten (max.) aus dem Labor: 80 Newtonmeter, 552/642 Watt
- Integriertes Schaltgetriebe: 12 Gänge, 600 % Bandbreite
- Systemupdates nur beim Händler möglich
Das Fahrgefühl ist kraftvoll dynamisch und mit der neuesten Software auch im höchsten Modus nicht unangenehm ruppig. Seine hohe Kraft versucht der Motor aber nicht zu verstecken. Im technischen Uphill gibt es Kritik für den fehlenden Nachlauf. So nennt man das leichte Nachschieben des Motors, wenn der Fahrer schon nicht mehr tritt.
Optional kann die Schiebehilfe bei Pinion übrigens auch zum Anfahren genutzt werden. Einfach aufsitzen, Schiebehilfe betätigen und selbst mitpedalieren, sobald die Situation es zulässt.
Bei der Geräuschkulisse liegen laut und leise nah beieinander. Durch das integrierte Getriebe unterscheidet sich das Antriebsgeräusch je nach Gang enorm.
Powertechnisch braucht sich der kraftvolle Antrieb nicht zu verstecken. Drehmoment und Leistung liegen voll auf einer Höhe mit den stärksten Powermotoren. Auffällig gut: Auch bei sehr hohen Trittfrequenzen zieht die MGU voll durch. Durch das interne Getriebe unterscheidet sich die Kraftentfaltung von Gang zu Gang etwas.
Bei den Displays und Remotes bedient sich Pinion an den Komponenten von FIT. Die Parts kennt man bereits von einigen E-Bikes von Flyer und Bulls.
Von 480 bis 960 Wattstunden haben die FIT-Akkus eine große Bandbreite. Das Gewicht der Batterien ist gut. Optional gibt's bei einigen Modellen einen großen Range-Extender (535 Wh, 2,9 kg) fürs Rahmendreieck. Die Reichweite der MGU mit den FIT-Akkus liegt aktuell etwas unter dem Niveau anderer Antriebe mit ähnlicher Kapazität.
Wer gerne viele Informationen im Blick hat, kann sein Smartphone über die FIT E-Bike Control App als erweitertes Display nutzen. Außerdem können über die App FIT E-Bike Control die vier Unterstützungsstufen feineingestellt werden.
Vor- und Nachteile der Pinion MGU E1.12
Stärken:
- Kraftvoller Schub und Durchzug
- Super Schiebehilfe
- Integrierte Schaltung, Schalten im Stillstand möglich
- Leise in hohen Gängen
Schwächen:
- Schwerer als klassische Systeme
- Sehr laut am Berg
- Kein Nachlauf
- Teils unharmonische Schaltsprünge (Gang 4 auf 5 und 8 auf 9)
Leistungsdaten der Pinion MGU E1.12 im Vergleich zu Bosch Performance CX:
| Merkmal | Pinion MGU E1.12 | Bosch Performance CX |
|---|---|---|
| Maximales Drehmoment | 80 Nm | 85 Nm |
| Maximale Leistung | 552/642 Watt | ca. 600 Watt |
| Gewicht (inkl. Getriebe) | 4,1 kg | ca. 2,9 kg (Motor) + ca. 0,5 kg (Kassette) |
| Gänge | 12 (integriert) | bis zu 12 (extern) |
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