Selbstständig, unabhängig und mobil sein - das ist gerade für MS-Erkrankte ein hohes Gut, das es trotz gesundheitlicher Einschränkungen zu erhalten gilt. In diesem Zusammenhang kann das Fahrrad der ideale Partner und manchmal auch die Rettung sein. Es ist nicht nur ein effektives Trainingsgerät, das Körper und Geist fit hält, es eröffnet auch neue Möglichkeiten, wenn eine eingeschränkte Gehfähigkeit das tägliche Leben beeinträchtigt.
Elektromobilität für Rollstuhlfahrer
Brachte man vor ein paar Jahren die Begriffe „Elektro“ und „Rollstuhl“ zusammen, landete man beim Elektrorollstuhl. Heute ist die Elektromobilität für Rollstuhlfahrer vielfältiger. Mittlerweile gibt es zahlreiche Hersteller von Zuggeräten und E-Handbikes. Ein Zuggerät gibt dir eine gehörige Portion Freiheit zurück. Wenn du mit deiner Familie, deinen Freunden oder ganz für dich durch die Lande radelst, dir den Wind um die Nase wehen lässt, spürst du ein fantastisches „Lange-vermisst-Gefühl“.
Viele Zuggeräte sehen schnittig aus und die erste Frage ist oft, „Wie schnell kann das fahren?“ Diese Frage umreißt ein heikles Thema. Einige Hersteller - und wohl auch Nutzer - sprechen von einer Grauzone und verfallen ins Eigentlich. Grauzone suggeriert, dass irgendetwas irgendwie nicht ganz geregelt ist. Stimmt aber nicht. In Deutschland besteht Versicherungspflicht für Fahrzeuge (auch Krankenfahrstühle), deren Geschwindigkeit mehr als 6 km/h beträgt. Bis 6 km/h bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit wird ein Schaden von der Haftpflichtversicherung des Halters übernommen.
Die Grundlage für die Versicherung und für die Teilnahme am öffentlichen Straßenverkehr ist eine Betriebserlaubnis für das Gerät. Diese stellt, häufig als Einzelbetriebserlaubnis, der TÜV aus. Zur Erteilung einer solchen Betriebserlaubnis sind bestimmte Ausstattungsmerkmale nötig, z. B. Wer sich für ein Zuggerät entscheidet und schneller als 6 km/h unterwegs sein möchte, sollte abklären, ob der Hersteller eine Betriebserlaubnis bieten kann. Manche Hersteller liefern Geräte jenseits der 6 km/h ohne Betriebserlaubnis aus und lassen sich vom Kunden unterschreiben, dass das Zuggerät nur auf Privatgelände benutzt werden darf.
Abgesehen davon, dass Nutzer ohne Versicherungsschutz unterwegs sind, bedeutet das fehlende Kennzeichen nicht bloß eine Ordnungswidrigkeit, sondern wird als Straftat eingestuft. Das kann teuer werden! Lass dir nicht erzählen, dass man Rollstuhlfahrer nicht anhält oder ein Schadensfall gänzlich abwegig ist. Werden übrigens gute Gründe angeführt, bewilligen Krankenkassen bisweilen die Ausstattung des Zuggeräts mit einer Geschwindigkeit von über 6 km/h.
PAWS - Power Assisted Wheelchair Systems
POWERASSISTEDWHEELCHAIRSYSTEMSPAWS ist das ideale Zuggerät für Ihren Rollstuhl: PAWS verbindet Ergonomie und Funktionalität mit ansprechendem Design und verwandelt Ihren manuellen Rollstuhl in ein aufregendes Fahrzeug. Fahren Sie selbstständig zur Arbeit, gehen Sie einkaufen oder entdecken Sie neue Orte. PAWS ist eine großartige Alternative zum Auto und ermöglicht es Ihnen, Ihr Leben selbstbestimmt zu genießen.Jedes Modell hat seinen eigenen Radtyp, der sich in Größe und Einsatzzweck unterscheidet. City 12-Zoll und 14-Zoll ist mit seinem kurzen Radstand und kleinen Wendekreis ideal für die Straße oder Innenbereiche. Cruiser 16-Zoll ist ein Allrounder und eignet sich für mittleres bis schweres Gelände. Der Tourer 20-Zoll ist mit zwei Reifenbreiten erhältlich: 2-Zoll Allzweckreifen und 4-Zoll FAT TYRE für unwegsames Gelände.
Jeder PAWS-Rollstuhlantrieb schafft neue Geschichten von Freiheit - ganz gleich, ob Sie Familie und Freunde treffen, an gemeinsamen Aktivitäten teilnehmen oder sich auf ein Solo-Abenteuer einlassen wollen.
Alternative Antriebe für Rollstühle
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, einen Rollstuhl mit einem Elektroantrieb auszustatten, um die Mobilität zu erhöhen. Hier sind einige Beispiele:
e-motion Antriebsräder
Das e-motion Antriebsrad wird einfach anstelle des manuellen Rollstuhlrades aufgesteckt. Der Akku-Pack ist in der Radnabe integriert.
Technische Daten:- Verfügbare Radgrößen: 22″, 24″, 25″
- Maximales Personengewicht: 150 kg, maximales Gesamtgewicht 190 kg
- Motor, Elektronik und Akku-Pack in der Radnabe integriert
- Gewicht: 7,8 kg pro Rad (Standardausführung 24″)
- Greifreifen: Edelstahl gebürstet
- e-motion verbreitert den Rollstuhl je nach Modell um 2-4 cm
Optional ist eine ECS-Fernbedienung (Ergonomic Control System) erhältlich, die eine einfache Bedienung des e-motion aus der Sitzposition ermöglicht. Die Tasten lassen sich auch mit wenig Kraft einfach bedienen. Ein gut ablesbares, übersichtliches LC-Display und eine zuverlässige Akku-Anzeige in 20%-Schritten sind vorhanden.
Das Automatik-Ladegerät verfügt über eine magnetische Kontaktierung der Ladestecker mit der Ladebuchse an den e-motion Rädern und lädt beide Räder gleichzeitig. Die automatische Anpassung an die Netzspannung (100-240 V) und die elektronische Lade- und Abschaltautomatik sorgen für eine einfache Handhabung. Der Ladestatus wird über die LEDs am e-motion Rad und am Ladegerät angezeigt. Die Ladezeit bei leerem Akku beträgt ca.
SMOOV one - Der E-Antrieb für deinen Rollstuhl
Der SMOOV one ist ein innovativer Elektroantrieb, den du jederzeit flexibel an deinen Rollstuhl an- und wieder abdocken kannst. Immer dann, wenn du Extra-Power brauchst. Die Antriebseinheit steigert deine Mobilität und Flexibilität, so dass du jederzeit tun kannst, was du willst. Du kannst deinen SMOOV one mithilfe des Entriegelungs- und Tragegriffs jederzeit ganz einfach an- oder abdocken.
viamobil - Die kraftvolle Schiebe- und Bremshilfe
Mit viamobil wird das Schieben, aber auch das Bremsen eines Rollstuhls kinderleicht. Große Kraftanstrengungen bei Steigungen, Gefällen oder auch Rampen gehören von nun an der Vergangenheit an. Genießen Sie mehr Unabhängigkeit im Alltag, wann und vor allem wo Sie wollen. Ein elektrischer Zusatzantrieb wird nachträglich an Ihren vorhandenen Rollstuhl angebracht. Der starke Elektromotor entlastet die Begleitperson und verleiht so Ihrer Mobilität neuen Antrieb.
Das viamobil ist mit fast jedem Rollstuhl-Typ kombinierbar. Sie wählen einfach den Rollstuhl, der nach therapeutischen Gesichtspunkten am besten zu Ihnen passt, und ergänzen ihn mit dem viamobil. Die Anbringung ist schnell, einfach und ohne Werkzeug oder technische Kenntnisse zu bewerkstelligen. An Ihrem Rollstuhl muss vorher nur durch Ihren Sanitätsfachhändler oder durch Alber eine Halterung angebracht werden, in die Sie das viamobil einfach einhängen können.
Platzsparend: Das viamobil ist überall einsetzbar. Im Handumdrehen lässt sich Ihre Schiebe- und Bremshilfe in wenige kompakte Einzelteile zerlegen und passt selbst in einen kleinen Kofferraum.
Komponenten und Funktionen:- Bediengerät: Fahrhebel für Geschwindigkeitsdosierung mit patentiertem Sicherheitsschalter, ergonomische Schalter für Vorwärts-/Rückwärtsfahrt und Geschwindigkeitsvorwahl (1 - 5,5 km/h), exakte Anzeige der Akku-Kapazität.
- Akku-Pack: Leistungsfähige Lithium-Ionen-Zellen für lange Lebensdauer, wiegt nur 2,3 kg, Reichweite bis zu 20 km.
- Antriebseinheit: Kompakte Abmaße, bewältigt Steigungen/Gefälle bis zu 18%, Motor, Bremse und Getriebe in der Radnabe.
e-pilot - Speed Up Your Life
Der e-pilot von Alber überzeugt durch eine perfekte Mischung aus sportlich-elegantem Design und perfekter Ergonomie. Er macht deinen Rollstuhl in Sekundenschnelle zu einem sportlichen Fahrzeug - die dynamische Kombination für den Alltag. Somit entfallen die lästige Parkplatzsuche und der mühsame Transfer ins Auto und heraus.
Komponenten und Funktionen:- Antriebseinheit: Innovativer Hydroforming-Aluminiumrahmen, integrierter Akkuhalter mit Schloss, Kabel und Leitungen im Rahmen geführt.
- Antriebsrad: Getriebeloser Motor, daher geräuschlos, wartungsfrei, Motor mit 250 W (konstant) und 650 W (Spitze), Scheibenbremse 203 mm.
- Akku-Pack: Akku einsetzen und mit einem „Klick“ automatisch arretieren, Reichweite bis zu 50 km.
- Display: Einfaches Aufstecken dank automatischer Kontaktierung, TFT-Farbdisplay mit Anzeige von Geschwindigkeit, Akku-Kapazität, Fahrstufe, Fahrmodus und Tourdaten.
e-fix - Der kompakte & faltbare Elektrorollstuhl
Mit dem Zusatzantrieb e-fix verwandeln Sie Ihren manuellen Rollstuhl in einen kompakten, faltbaren Elektrorollstuhl. Die Steuerung lässt sich individuell programmieren und passt sich so Ihren persönlichen Bedürfnissen perfekt an. Mit dem elektrischen Zusatzantrieb erweitern Sie einfach Ihren Bewegungsfreiraum. Ganz ohne Anstrengung bewältigen Sie so mit Hilfe des e-fix auch längere Strecken und Steigungen.
Komponenten und Funktionen:- Bediengerät: Modernes, flaches Design, einfache Bedienbarkeit und perfekte Ergonomie, TFT-Farbdisplay mit Anzeige von Kapazität und Reichweite.
- Akku-Pack: Leicht und klein, extrem kompakt, mit nur einer Hand entnehmbar, Reichweite bis zu 16 km mit 6,0 Ah-Akku-Pack.
- Akku-Aufnahme: Clevere Schnittstelle zwischen Akku-Pack und den beiden Antriebsrädern, automatische Kontaktierung des Akku-Packs.
- Antriebsrad E35/E36: Motor, Bremse, Getriebe und Kupplung in der Radnabe integriert, einfaches Aufstecken und Abhehmen der Räder ohne Werkzeug.
Weitere Optionen für mehr Mobilität
Neben den genannten elektrischen Zusatzantrieben gibt es noch weitere Möglichkeiten, um die Mobilität von Rollstuhlfahrern zu erhöhen:
Scewo BRO Rollstuhl
Der Scewo BRO Rollstuhl ist ein Schweizer Technikwunder, das durch seine Vielseitigkeit und durchdachte Konstruktion begeistert. Er kann bis auf eine Höhe von 44 cm heruntergefahren werden und bewältigt Treppen mühelos. Die Bedienung erfolgt über einen Joystick, was für Menschen mit schwacher Rumpfstabilität wichtig ist.
Handbike
Das Handbike ist ein Fahrzeug, vergleichbar mit dem Fahrrad oder Liegerad, das allein durch die Arme angetrieben wird. Es gibt zwei Grundtypen: das Adaptivbike, das sich an fast jeden handelsüblichen Rollstuhl montieren lässt, und das reine Rennbike, das ohne Rollstuhl auskommt. Das Handbike eignet sich für MS-Erkrankte, bei denen der Antrieb über die Beine nicht oder nur schwer möglich ist.
Pedelec und Dreirad
In Deutschland ist es derzeit eines der beliebtesten Fahrzeuge: Das Pedelec (Pedal Electric Cycle) ist ein Fahrrad, bei dem Sie bei Bedarf einen Elektromotor zuschalten können. Das hat viele Vorteile: MS-Erkrankte können hiermit dem Ausdauerproblem oder der motorischen Fatigue entgegenwirken und trotzdem wirksam trainieren. Dreiräder für Erwachsene (Trike) sind ideal bei Gleichgewichtsproblemen. Aufgrund der drei Räder haben Sie ständigen Bodenkontakt und fallen nicht um.
Tipps für Rollstuhlfahrer
- Sichtbarkeit: Sorge unbedingt dafür, dass du sichtbar bist. Reflektoren, Leuchtstreifen und hell-bunte Kleidung sind wichtig, besonders in der Dämmerung oder Dunkelheit.
- Kleidung: Besorg dir Hosen mit Überlänge, die auf deinen Schuhen aufliegen, wenn du sitzt. Jeans mit einem hohen Strech-Anteil sitzen übrigens gut.
- Reifen: Platte Reifen strengen an und nerven schnell. Überleg dir, ob du nicht mit Vollgummireifen besser zurecht kommst.
- Bremsen: Beim Umsetzen sind die Feststellbremsen zwingend nötig. Sorg dafür, dass die Bremsen festgestellt werden.
- Taschen: Mit einem Rucksack, der perfekt an der Rückenlehne befestigt werden kann, wird dein Rolli zum Lastenesel.
- Tische: Wenn du es hinbekommst, dann prüf, ob du dich nicht einen regulären Stuhl umsetzen kannst.
Je besser du deinen Rollstuhl beherrscht, um so mobiler bist du. Das ist enorm wichtig. Wenn du deine Fähigkeiten einschätzen kannst, weißt, was du dir zutrauen kannst, schenkt dir das Sicherheit. Erkundige dich nach Anbietern von Rollstuhltrainings in deiner Nähe.
Radfahren trotz Einschränkungen
Radfahren ist mehr als ein Sport Die Fortbewegung auf dem Fahrrad vereint das Schöne mit dem Nützlichen, bietet Erholung, Training, Mobilität und Gemeinschaft. MS-Erkrankte, die Schwierigkeiten mit dem Gehen haben, können mit dem Fahrrad wieder längere Strecken zurücklegen. Radfahren stärkt Ausdauer, Gleichgewicht und Kraft und wirkt der motorischen Fatigue entgegen.
Wenn Sie gerne Fahrrad fahren, sollten Sie sich auch bei zunehmender Symptomatik und den damit verbundenen Schwierigkeiten nicht entmutigen lassen. Nutzen Sie andere Möglichkeiten, wenn Sie sich das klassische Zweirad nicht mehr zutrauen, und trainieren Sie spezifisch Ihr Gleichgewicht durch Physiotherapie. Da Spezialräder wie das Pedelec oder Dreirad in der Regel relativ teuer in der Anschaffung sind, sollten Sie auch die Möglichkeit prüfen, Ihr vorhandenes Fahrrad umrüsten und Ihren Bedürfnissen anpassen zu lassen.
Die acht Glückspunkte des Radfahrens- Selbst wenn Gehen schwerfällt - Radfahren geht oft trotzdem noch.
- Der Bewegungsradius erweitert sich um ein Vielfaches.
- Radfahren ist ein wirksames Mittel gegen motorische Fatigue.
- Radfahren steigert die Grundfitness, weil es Ausdauer, Muskelkraft und Gleichgewichtssinn trainiert.
- Eine Radtour mit der Familie oder mit Freunden macht Spaß und verbindet.
- Wer Rad fährt, sieht mehr und eröffnet sich neue Möglichkeiten.
- Auch für Menschen mit starken körperlichen Einschränkungen gibt es passende Räder.
- Radfahren ist gut für Körper und Seele, umweltfreundlich und günstig.
Informiere dich vor der Entscheidung für ein Zuggerät beim Hersteller nach der Erteilung einer Einzelbetriebserlaubnis durch ...
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