Fahrrad mit tiefem Einstieg im Test: Komfortabel und Sicher

Tiefeinsteiger-Rahmen waren lange Zeit als schwammig und träge bekannt, besonders bei E-Bikes. Heute sind sie jedoch oft genauso steif und sicher wie Fahrräder mit Diamantrahmen. Warum also nicht den bequemen, offenen Durchstieg eines Tiefeinsteigers nutzen, anstatt das Bein umständlich über den Sattel zu schwingen?

Unser Vergleich von elf aktuellen E-Bikes mit Wave-Rahmen zeigt die Vielfalt dieser Komfortrahmen. Vom leichten E-Bike unter 17 Kilogramm bis zum vollgefederten Tourenrad für Offroad-Einsätze ist alles vertreten.

Rahmendesign: Trapez, Schwanenhals oder Einrohr

Der Begriff Damenfahrrad ist oft mit einem tiefen, komfortablen Einstieg verbunden. Auf dem Markt gibt es hauptsächlich drei Varianten: Einrohr-Rahmen (Wave-Rahmen), Schwanenhalsrahmen und Trapezrahmen. Der Einrohr-Rahmen ist ein Klassiker, oft mit extratiefem Einstieg. Der Schwanenhalsrahmen verbindet das Cockpit über eine geschwungene Doppelrohr-Konstruktion mit dem Heck. Der Trapezrahmen ist eine sportlichere Variante, ein Abkömmling des Herrenrahmens mit tiefergesetztem Oberrohrende.

Beide Rahmentypen haben jedoch eine geringere Rahmenstabilität im Vergleich zum Herrenrahmen. Der Schwanenhalsrahmen schneidet hier etwas schlechter ab als der Trapezrahmen. Wer tadellose Qualität bei moderatem Rahmengewicht erwartet, sollte bereit sein, mehr Geld auszugeben.

Reifengrößen und Federung

Viele Hersteller setzen bei komfortorientierten Tiefeinsteigern auf 27,5-Zoll-Räder, die etwas kleiner sind als die üblichen 28 Zoll bei City- und Tourenrädern. In Kombination mit großvolumigen Reifen (bis 65 Millimeter Breite im Test) erhöht sich der Fahrkomfort zusätzlich. Diese dicken Reifen bieten oft mehr Federungspotenzial als günstige Stahlfedergabeln und sind wartungsärmer, wie am Mi-Tech und Cube zu sehen ist.

Ausstattung und Gewicht

Unsere Testräder sind gut für den Einsatz als Packesel gerüstet. Sie schultern mindestens 20 Kilogramm, einige sogar bis zu 27 Kilo und sind für Kindersitze zugelassen. Beim Gewicht gibt es große Unterschiede. Das Cube Hybrid ist extrem leicht und bietet ein fahrradtypisches Handling. Das Kalkhoff Image hingegen ist schwerer, bietet aber eine sehr satte Straßenlage, ausgeglichen durch den starken Bosch-CX-Motor und zusätzliche Sicherheitskomponenten wie ABS-Bremsen.

Der Zugvogel von Electrolyte, ein weiteres schwereres Modell, wird als einziges Testrad mit einem Hecknabenmotor (Alber Neodrives Z20) angetrieben.

Komfortdetails: Griffe, Sättel und Vorbauten

Einfache, runde Griffe können die Hände schnell ermüden. Ergonomische Griffe sind daher empfehlenswert. Beim Sattel gilt: Breite, weiche Sättel sind auf Kurzstrecken bequem, während straffere, weniger breite Sättel auf längeren Touren angenehmer sind.

Ein starrer Vorbau ist nur sinnvoll, wenn die fixierten Parts ideal auf den Fahrer angepasst sind. Ein variabler Vorbau vereinfacht die präzise Einstellung des Lenkers. Höhe und Neigungswinkel lassen sich an jedem Testrad einfach anpassen. Mi-Tech verbaut sogar einen Speedlifter.

Antrieb: Kette oder Riemen

Nur noch vier Testräder mit Kettenschaltung fahren mit klassischer Fahrradkette. Die anderen sind mit Nabenschaltung und Carbon-Riemen ausgestattet, was sinnvoll ist, da der Antriebsstrang so wartungsarm ist.

Weitere getestete Modelle

Hier ist eine Übersicht über einige der getesteten Modelle und ihre Eigenschaften:

Modell Motor & Akku Gewicht Zielgruppe Besonderheiten Kritikpunkte Fazit
Velo de Ville SEB 990 Pro Bosch Performance Line CX Smart, 750 Wh 30,6 kg Komfort- und Tourenfahrer Extrem konfigurierbar, hochwertige Ausstattung, starker Motor, starkes Lichtsystem Teuer, hohes Gewicht E-SUV mit Komfortausrichtung und Premium-Komponenten
Winora Yakun X12 Bosch Performance Line CX, 750 Wh ca. 30 kg Pendler und Tourenfahrer Reichweitenstark, sehr gute Lichtanlage, cleanes Design Kabelsalat am Lenker, schwer Viel Ausstattung und Reichweite fürs Geld
Gudereit EC 5.8 Evo Bosch Performance Line, 625 Wh ca. 28,5 kg Stadt- und Alltagsfahrer Riemenantrieb, Nexus-5-Gang-Schaltung, SR Suntour Federgabel Keine sportliche Ausrichtung, etwas schwer Solider Tiefeinsteiger zum fairen Preis
Riese & Müller Nevo4 GT Vario Bosch Performance Line CX, 625/750 Wh ca. 30 kg Premium-Alltagsfahrer & Tourenradler Enviolo-Automatik, Riemenantrieb, komfortable Geometrie, top Verarbeitung Hoher Preis, schwer High-End-E-Bike für Alltag und Tour
SMAFO Luca Bafang-Nabenmotor, 522 Wh - - - - Günstiger E-Bike-Einstieg

Tiefeinsteiger im ADAC Test

Der ADAC hat zehn preiswerte E-Bikes mit tiefem Einstieg unter 2000 Euro getestet. Überprüft wurden Fahreigenschaften, Antrieb, Handhabung, Sicherheit und Schadstoffe.

Defizite bei den Antriebsarten

  • Reichweite zu kurz
  • Ladedauer zu lang
  • Verbotene Schadstoffe gefunden

Die Testergebnisse zeigten, dass bei günstigen Pedelecs keine Spitzentechnologie zu erwarten ist, aber Antrieb, Bremsen und Akku vernünftige Werte aufweisen sollten. Bei den meisten getesteten Tiefeinsteiger-Pedelecs fielen die geringe Reichweite des Akkus und die lange Ladedauer auf, sowie Defizite beim Antrieb.

Testergebnisse im Detail

Nur zwei von zehn Pedelecs wurden mit "gut" bewertet, fünf mit "befriedigend", eines mit "ausreichend" und zwei mit "mangelhaft".

  • Deruiz: Mit einer Akku-Reichweite von 73 Kilometern im Test und guter Ergonomie, stabilem Fahrverhalten und guten Bremsen erhielt dieses E-Bike die beste Bewertung.
  • Fischer E-Bike Cita 2.2i: Überzeugte vor allem durch sein gutes Antriebssystem und angenehme aufrechte Sitzposition.
  • Heybike: Erreichte auf dem Prüfstand nur 35 Kilometer Reichweite und erhielt in der Kategorie Antriebssystem und Motor nur die Note 4,3.
  • Grundig: Benötigte mit 509 Wattstunden weit über neun Stunden, um den leeren Akku komplett wieder voll zu laden.

Schadstoffbelastung

Bei allen Pedelecs außer dem von Lidl/Crivit wurde der Schadstoff Naphthalin in den Griffen und im Sattel gefunden. Zudem wurde der Weichmacher DEHP in den Griffen bei dem Pedelec von Mokwheel und im Sattel beim Pedelec von Grundig gefunden, was zur Bewertung "mangelhaft" führte.

Tipps für den Kauf

  • Die Akku-Reichweite sollte bei wenigstens 50 Kilometern liegen.
  • Das Laden des Akkus sollte nicht länger als etwa dreieinhalb Stunden dauern.
  • Zulässiges Gesamtgewicht immer prüfen.
  • Die Beleuchtung muss der StVZO entsprechen und darf nicht blenden.

Fazit

Die Welt der Komfort-Tiefeinsteiger ist bunt und vielseitig. Vom sportlichen Tourenrad bis zum Easy-Rider-Cruiser ist alles dabei. Das macht die Wahl nicht leicht, aber die ausführlichen Testberichte helfen bei der Entscheidung.

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