Fahrrad mit Vollgummireifen: Vor- und Nachteile

Die Vollgummireifen am Fahrrad sind ein beliebtes Thema, was regelmäßig wieder in den Medien, als Werbung oder dergleichen erscheint. Eigentlich müßten Vollgummireifen doch das Nonplusultra sein, endlich keine Pannen durch Platten mehr?

Die ersten Fahrräder hatten wie die damaligen Kutschen Stahlreifen auf Holzfelgen. Dabei hatte der Stahl vor allem die Aufgabe, den Verschleiß zu verringern, Holz wäre schon etwas komfortabler gewesen.

Die Vulkanisierung von Gummi wurde 1839 von Charles Goodyear entdeckt. Allerdings kannten mittelamerikanische Ureinwohner das Erhitzen von Kautschuk mit Schwefel und somit die Gummiherstellung schon vor 3600 Jahren.

Gummi wird aus Naturkautschuk oder synthetisch hergestellt. Kautschuk ist im Milchsaft (Latex) von tropischen Pflanzen enthalten und wird hauptsächlich aus dem Kautschukbaum (Hevea brasiliensis, ein Wolfsmilchgewächs) gewonnen. Synthetischer Kautschuk entsteht meist aus Styrol und Butadien; andere Rohstoffbasen sind Styrolacrylat, Reinacrylat, Vinylazetat.

Luftbereifung wurde nahezu gleichzeitig von dem schottischen Tierarzt John Boyd Dunlop (1888) und dem Franzosen Édouard Michelin (1889) erfunden. Die Erfindung der Luftbereifung führte schlagartig, innerhalb nur weniger Jahre zum Untergang der Hochräder. Ihre Ära endete abrupt, weil ihr eigentlich einziger Vorteil, die bessere Abrollqualität, mit Luftreifen auch mit kleineren Laufrädern erreichbar war.

Vollgummireifen: Eine Übersicht

Vollgummireifen haben sich nie durchsetzen können, weder beim Fahrrad noch bei motorisierten Fahrzeugen. Lediglich bei sehr langsam fahrenden Arbeitsmaschinen in Land- und Forstwirtschaft werden sie teilweise eingesetzt, ganz vereinzelt noch in der Militärtechnik. Beim Fahrrad sind sie denkbar und theoretisch einsetzbar aber haben mehr Nachteile als Vorzüge, ja ihr Einsatz ist sogar gefährlich, wenn man etwas schneller fährt.

Fahrradreifen haben verschiedene Aufgaben. Das Verständlichste ist die Abfederung von Fahrbahnunebenheiten, das versteht wohl jeder. Allerdings bringen gute Federeigenschaften auch Nachteile mit sich. Weiche oder zu gering aufgepumpte Reifen walken sehr stark, das bringt ein schwammiges Fahrgefühl in Kurven.

Etwas Walken ist in Kurven gut und erforderlich, zu viel oder zu wenig nicht. Je dünner der Reifen, umso größer muß der Reifeninnendruck sein. Schlauchreifen auf Bahnrädern haben gut 10 bis 13 Bar, ganz dicke Reifen am Fahrrad kann man mit 2,5 Bar fahren.

Die genannten sehr dünnen Reifen weisen vollgepumpt durchaus Eigenschaften auf, die an Vollgummireifen erinnern. Allerdings ist das Fahrverhalten störrischer, was gerade bei Rennrädern oder auf der Bahn fatale Folgen haben würde.

Braucht man ein gewisses Mindestmaß an Federungskomfort durch die Bereifung, so ist der Vollgummireifen ungeeignet. Es wird zwar immer wieder gerne propagiert, eine gefederte Sattelstütze oder ein vollgefedertes Rad könne als Ersatz dienen. Aber das ist ja nur die halbe Wahrheit.

Bei halbwegs normalen Fahrrädern würden Vollgummireifen eine derart große Schwungmasse bilden, daß sich das Fahrverhalten des gesamten Fahrrades ändert. Da die Reifen an der Außenkante der bewegten Masen liegen und rund 1/3 der Gesamtmasse des Fahrrades ausmachen, tritt ein gyroskopischer Effekt bereits bei geringen Geschwindigkeiten auf, das fahrrad wäre sehr spurstabil.

Vollgummibereifung ist älter als luftgefüllte Reifen. Vollgummireifen federn ungenügend. Gummi altert recht schnell und wird dann hart, spröde und verliert viel von seiner Haftreibung. All diese Eigenschaften sind aber als Reifen erforderlich.

Vorteile von Vollgummireifen

  • Es gibt tatsächlich so gut wie nie einen Platten.
  • Der Preis ist nicht viel höher, als der normaler Reifen. Ein leichter, hochwertiger Reifen, mit etwas schlechterem Pannenschutz, ist teurer.

Nachteile von Vollgummireifen

  • Sind schwerer und fahren sich oft auch schwerer - mit mehr Widerstand.
  • "Pannensichere" Reifen haben einen deutlich höheren Rollwiderstand, d.h. bei jeder Geschwindigkeit musst du spürbar stärker treten als mit anderen Reifen.
  • Und sie sind schwer, was dazu führt dass man langsamer beschleunigt oder auch hierfür mehr Kraft investieren muss.

Alternativen zu Vollgummireifen

Die unangenehmste Eigenschaft herkömmlicher Fahrradbereifung ist ihre Pannenanfälligkeit. An dieser Stelle könnte Vollgummi tatsächlich punkten. Allerdings hat sich beim Thema Pannenschutz in den letzten Jahren sehr viel getan. Sehr pannensichere Reifen sind bereits zu erschwinglichen Preisen auf dem Markt. Die Nachteile der Vollgummibereifung überwiegen einfach.

Pannenschutzreifen stellen eine interessante Kompromisslösung dar. Sie verbinden die Vorteile von Luftreifen, wie den hohen Fahrkomfort und das geringe Gewicht, mit einer verbesserten Pannensicherheit.

Reifen für Falträder und Klappräder

Falträder und Klappräder sind in der heutigen Zeit der Mobilität von großer Bedeutung, insbesondere im städtischen Raum, wo Parkplätze Mangelware sind, und der öffentliche Nahverkehr überlastet ist. In diesem Zusammenhang spielt die richtige Wahl der Reifen eine wichtige Rolle, sowohl für die Fahrperformance als auch für die Sicherheit.

Reifengröße

Die Wahl der richtigen Reifengröße für Falträder und Klappräder ist entscheidend, um die bestmögliche Fahrerfahrung und den maximalen Nutzen aus dem Fahrrad zu ziehen. Bei Falträdern und Klapprädern gibt es verschiedene Reifengrößen, die sich jeweils durch ihre individuellen Vorteile und möglichen Einschränkungen auszeichnen.

  • Kleinere Reifengrößen (z.B. 16 Zoll): Vorteilhaft im städtischen Umfeld und bei täglichen Pendelfahrten. Diese Größe ermöglicht ein wendiges Fahrverhalten.
  • Größere Reifen (20 oder 24 Zoll): Empfehlenswert für längere Strecken oder ausgedehnte Touren. Diese Größen bieten einen höheren Fahrkomfort und eine bessere Stabilität.

Reifentypen

  • Vollgummireifen: Bekannt für ihre Langlebigkeit und Pannensicherheit. Aufgrund ihrer massiven Konstruktion sind sie äußerst robust und widerstandsfähig gegen Durchstiche und Beschädigungen.
  • Luftreifen: Bieten einen höheren Fahrkomfort und sind deutlich leichter. Durch die Luftpolsterung im Inneren des Reifens sind sie in der Lage, Unebenheiten und Stöße gut abzufedern, was zu einer angenehmeren Fahrt führt.
  • Pannenschutzreifen: Stellen eine interessante Kompromisslösung dar. Sie verbinden die Vorteile von Luftreifen, wie den hohen Fahrkomfort und das geringe Gewicht, mit einer verbesserten Pannensicherheit.

Reifenprofile

  • Slick-Reifen: Zeichnen sich durch ihre glatte Lauffläche aus, die besonders für den Einsatz auf asphaltierten Straßen und gut befestigten Wegen geeignet ist.
  • Allround-Reifen: Stellen eine Art Mittelweg zwischen Slick- und Offroad-Reifen dar und verfügen über ein gemäßigtes Profil. Dieses Profil ist vielseitig einsetzbar und bietet sowohl auf befestigten als auch auf unbefestigten Wegen gute Fahreigenschaften.
  • Offroad-Reifen: Sind gezielt für den Einsatz im Gelände und auf unbefestigten Wegen konzipiert. Sie verfügen über ein grobes Profil, das für eine gute Traktion und besseren Grip auf rutschigen oder unebenen Oberflächen sorgt.

Bekannte Marken

  • Schwalbe
  • Continental
  • Kenda

Laufrad Reifen

Wie bei allen Fahrzeugen spielt die Bereifung auch bei Laufrädern eine zentrale Rolle. Entscheidend für den Fahrspaß ist neben der Größe der Laufradreifen vor allem auch das Material.

Reifenarten

  • Luftreifen: Bestehen aus einem Reifenmantel und einem darin liegenden Schlauch. Der Mantel besteht aus einer sehr stabilen Gummimischung und sorgt für den richtigen Gripp. Die federnden Eigenschaften schonen Rücken und Wirbelsäule.
  • Vollgummireifen: Sind sehr stabil und gehen so gut wie nie kaputt. Der große Vorteil ist also die Stabilität. Da die harten Reifen bei Unebenheiten kaum nachgeben, ist das Fahrgefühl deutlich “härter”.

Vorteile und Nachteile

  • Vollgummireifen: Geringes Gewicht, was vor allem den Kleineren und den Anfängern zu Gute kommt. Auf glattem Untergrund rollen die meisten Vollgummiräder auch sehr gut. Niemand würde ein Fahrrad mit Vollgummireifen fahren. Der Rollwiderstand und der Komfort wären einfach unterirdisch.
  • Luftreifen: Laufen sehr viel leichter und vor allem auf unebenem Untergrund viel ruhiger da sie Unebenheiten gut dämpfen können. Schnell fahren, am besten die Füße hochnehmen und längere Strecken rollen werden die Kinder also nur mit Luftreifen können und wollen.

Weitere Aspekte

Es hilft, die Reifen täglich einer Sichtprüfung zu unterziehen und im Reifen steckende Fremdkörper zu entfernen.

Wenn du findest, versuche einen PS-Faltreifen zu bekommen. Da geht wenigstens wieder etwas Gewicht runter.

Nachpumpen muss man, je nach Schlauch, nach 1 bis 4 Wochen auf jeden Fall. Das geht aber sehr gut, mit einer Standluftpumpe ab 30€.

Es ist definitiv das kleinere Übel, sich vorher mal Gedanken über mögliche Pannen zu machen und wie man sich jeweils behelfen würde. Und übrigens auch, wie man nach Hause käme wenn man einen Sturz hatte und das Fahrrad dann nicht mehr fahrbereit ist!

Es gibt m. W. 3 verschiedene Stärken der Schutzdicke. Bei der stärksten Dicke musst du darauf achten, dass du immer optimalen Luftdruck hast, weil das Reifengummi an der Stelle wo Schutzdicke ins normale Gummi übergeht, porös und brüchig werden kann. Ich habe daher Stärke 2, also die mittlere Stärke.

Nie wieder einen Platten: Reifeneinsätze aus eTPU ersetzten den luftgefüllten Schlauch im Fahrradreifen - ohne die Nachteile von Vollgummireifen. Das taiwanische Unternehmen Air Fom bietet Reifeneinsätze aus eTPU für luftlose Fahrradreifen, die die Nachteile bisheriger Vollgummi-Reifen umgeht.

Zusammenfassung der Vor- und Nachteile verschiedener Reifentypen

Reifentyp Vorteile Nachteile
Vollgummireifen Pannensicher, langlebig Schwer, geringer Komfort, höherer Rollwiderstand
Luftreifen Hoher Fahrkomfort, leicht Höheres Pannenrisiko
Pannenschutzreifen Guter Kompromiss aus Komfort und Pannensicherheit Höherer Preis

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