Der Fahrradklau ist ärgerlich und verursacht jährlich hohe Schäden. Allein im Jahr 2018 wurden über 160.000 Fahrräder gestohlen, was einen Gesamtschaden von über 100 Millionen Euro verursachte. Umso wichtiger ist es, sich vor dem Kauf eines gebrauchten Fahrrads zu vergewissern, dass es sich nicht um Diebesgut handelt.
Was ist die Rahmennummer?
Als Rahmennummer bezeichnet man die vom Hersteller eingefräste oder -geschlagene Zahlen- bzw. Zahlen-Buchstaben-Kombination. Seit über 50 Jahren versehen Hersteller von hochwertigen Fahrrädern ihre Produkte mit einer individuellen Rahmennummer. Die Rahmennummer ist eine individuelle Kennzeichnung eines jeden Fahrrades, welches ein Hersteller produziert. Die Rahmennummer besteht immer aus mindestens sechs Stellen - Buchstaben und Zahlen. Die Nummern werden bei den meisten Fahrrädern in das Rahmenmaterial eingebracht.
Wichtig ist der Unterscheid zwischen Teilenummern, Bestellnummern und Barcodes, die sich ebenfalls am Fahrrad befinden können. Nicht jeder Hersteller verwendet überhaupt solche Nummern. Leider halten sich nicht alle Hersteller an diese Vorgaben, so dass teilweise mehrere Räder dieselbe Rahmennummer aufweisen. Egal ob Cube, Gazelle, Haibike, Canyon und Co - grundsätzlich produziert jeder Hersteller seine Fahrräder und Pedelecs mit einer Rahmennummer.
Wo finde ich die Rahmennummer am Fahrrad?
Die Rahmennummer wird meistens an einem nur schwer einzusehenden Ort am Fahrrad eingestanzt. Ein besonders häufig genutzter Ort ist der Boden des Tretlagers.
Die Rahmennummer kann an verschiedenen Stellen an deinem Fahrrad angebracht sein:
- am Lenkerkopf
- an der Sattelstütze
- am Rahmenrohr
- auf der Unterseite des Tretlagers
Bei Fahrrädern, die nicht nach der DIN hergestellt wurden, findest du die Rahmennummer auch an folgenden Stellen:
- oberhalb des Tretlagers auf dem Rahmenrohr (vorne oder hinten)
- auf der Radaufhängung (links oder rechts)
Das Tretlager ist eine beliebte Stelle für die Rahmennummer. Dann frag am besten direkt beim Hersteller oder Fahrradhändler nach, wo sich normalerweise die Rahmennummer bei deinem Modell befindet. Das solltest du wissen: Auch E-Bikes besitzen eine Rahmennummer. Sie befindet sich an den gleichen Stellen wie bei einem normalen Fahrrad.
Wozu dient die Rahmennummer?
Rahmennummern unterstützen Eigentümer und Behörden darin, ein bestimmtes Rad einer Person zuzuordnen. Die Rahmennummer ist wie gesagt vollkommen nutzlos zur Ermittlung des Eigentümers. Das geht nur über die Codierungsnummer. Und falls das Fahrrad codiert ist, ist auch die Rahmennummer zum Code hinterlegt.
Die Rahmennummer hilft dir, wenn dein Fahrrad gestohlen wurde. Am besten wendest du dich direkt an die Polizei. Die Beamten überprüfen vor Ort deine Rahmennummer und können so herausfinden, ob dein Fahrrad bereits gefunden wurde.
Wenn dein Fahrrad noch nicht wiederaufgetaucht ist, notiert sich die Polizei den Code. Finden die Beamten weitere gestohlene Räder, können sie deine Rahmennummer sofort überprüfen und dich als Besitzer identifizieren. Willst du privat ein Fahrrad kaufen? Auch dann kann es sich lohnen, direkt bei der Polizei nachzufragen, ob das Fahrrad als gestohlenes gemeldet wurde. Die Polizei überprüft für dich dann die Rahmennummer. Damit bist du bei einem Kauf auf der sicheren Seite.
Wie kann ich die Rahmennummer überprüfen?
Es bleibt dir nur der Gang zur Polizei. Hier wird die Rahmennummer im Rahmen der Anzeigenerstattung aufgenommen und mit dem internen System der Polizei abgeglichen. Zum Beispiel weil das Rad bereits sichergestellt wurde und die Rahmennummer von einem Polizisten in das System eingegeben wurde. Wird nun ein Fahrrad sichergestellt bzw. gefunden, kann die Polizei anhand einer speziellen Datenbank feststellen, ob deine Rahmennummer bereits bekannt ist.
Was tun nach dem Fahrradkauf?
Direkt nach dem Kauf eines Rades sollte die Rahmennummer abgelesen und notiert werden. Schon beim Kauf eines neuen Rades solltest du daher auf einem Fahrradpass bestehen, in dem die Rahmennummer und die genaue Modellbezeichnung deines Fahrrades oder E-Bikes vermerkt ist. Auch beim Gebrauchtkauf ist die Rahmennummer ein wichtiger Faktor. Gerade bei hochwertigen Rädern bietet es sich an, in einem ersten Gespräch die Rahmennummer zu erfragen und dann sicherzugehen, dass es sich beim angebotenen Rad nicht um ein gestohlenes Rad handelt.
Im bundesweit einheitlichen Fahrradpass können Rahmennummer, Codierungscode und besondere Merkmale sowie Fotos hinterlegt werden. Der Pass hilft, Fahrräder eindeutig zu identifizieren und ist praktisch bei Diebstahlsanzeigen und für die Versicherung.
Fahrradcodierung als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme
Seit mehreren Jahren begleitet auch die Polizei und der ADFC Aktionen rund um das Thema Fahrradcodierung bzw. Hintergrund dieser Entwicklung ist die stets steigende Zahl an Fahrraddiebstählen. Fahrrad-Codierung beim ADFC mit Nadeldrucker. Codierte Fahrräder sind als Diebesgut schwerer zu verkaufen. Die Codierung ist daher effektiver Diebstahlschutz. Sie zeigt, wer Eigentümer:in des Fahrrads ist und macht es der Polizei leicht, aufgefundene Fahrräder ihren Besitzer:innen zuzuordnen.
Die Codierung des eigenen Fahrrads ist eine Maßnahme zur Diebstahlprävention. Der ADFC hat nicht nur eine Checkliste mit Tipps zum Anschließen des Fahrrads; er übernimmt vielerorts auch die Codierung von Fahrrädern. Mit einer Fahrrad-Codierung sinkt der Verkaufswert eines gestohlenen Fahrrads enorm. Sie wirkt deshalb abschreckend und hilft, dass die Zahl der Fahrraddiebstähle sinkt.
Wie funktioniert die Codierung?
Der Code wird am Rahmen des Fahrrads eingraviert, eingeprägt oder aufgeklebt. Der Code besteht aus einer Ziffern- und Buchstabenkombination, die von der Polizei Bergisch-Gladbach in den 1990er-Jahren entwickelt und von der Polizei Friedberg in Hessen verfeinert wurde. Der Code ist die „Eigentümer-Identifizierungs-Nummer“ (EIN-Code). Die Nummer setzt sich zusammen aus dem Autokennzeichen sowie der Gemeinde- und Straßenkennzahl des Wohnortes und wird ergänzt durch die Hausnummer und die Anfangsbuchstaben der Eigentümer*innen.
Der ADFC empfiehlt, den Code durch eine zweistellige Jahreszahl am Ende noch präziser zu machen. Hier ein fiktives Beispiel für den EIN-Code: B012345678901AB20. Über diesen Code kann die örtliche Polizei schnell mutmaßliche Eigentümer*innen identifizieren und informieren. Der Code beginnt mit dem Kfz-Kennzeichen, daher ist die örtliche Polizei eine mögliche Anlaufstelle.
Unterschied zwischen Rahmennummer und Codierung
Die Rahmennummer eines Herstellers enthält keine Informationen zum Eigentümer. Sie wird von Herstellern ohne erkennbares System eingestanzt - mit Dopplungen und ohne zentrale Nummernkartei.
Der ADFC empfiehlt, sowohl die Rahmennummer als auch die Codierung im Fahrradpass, in Kaufverträgen und - wenn das Fahrrad versichert ist - bei der Versicherung zu hinterlegen. Viele aufgefundenen Fahrräder finden trotz Rahmennummer nicht zu ihren Eigentümer*innen zurück, weil diese ihre Räder nicht eindeutig beschreiben können und die Nummer nicht notiert haben.
Weitere Tipps zum Schutz vor Fahrraddiebstahl
Mit einem Fahrradschloss und Co. machst du dein Fahrrad diebstahlsicher. Deshalb ist es wichtig, dass du neben einem sicheren Schloss weitere Maßnahmen ergreifst, damit du dein Fahrrad im Falle eines Diebstahls zurückbekommst.
Wir haben die wichtigsten fünf Tipps gegen Fahrraddiebstahl für dich zusammengestellt:
- Notiere dir deine Rahmennummer.Damit die Rahmennummer bei der Suche nach deinem Fahrrad nützlich ist, solltest du dir die Kennung gleich nach dem Kauf notieren und mit dem Kaufbeleg aufbewahren.
- Führe einen Fahrradpass.Frag am besten direkt bei deinem Fahrradhändler nach einem Fahrradpass. In dem Dokument werden wichtige Details zu deinem Fahrrad wie das Modell, die Farbe, aber auch die Rahmen- und Codierungsnummer festgehalten. Den Fahrradpass gibt es auch als App. Wird dein Fahrrad gestohlen, kannst du den Diebstahl so problemlos bei der Polizei melden, weil sie alle wichtigen Daten mit dem Fahrradpass schnell zur Hand haben. So kann die Polizei gestohlene Fahrräder nach deiner Rahmennummer überprüfen.
- Lass eine Fahrradcodierung machen.Inzwischen ist es nicht mehr üblich, dass man Fahrräder mit der Rahmennummer bei der Polizei registriert. Stattdessen gibt es die Fahrradcodierung, bei der eine Kombination aus Buchstaben und Zahlen in dein Rad graviert wird. Mithilfe der Kennzeichnung kann sofort auf deinen Wohnort geschlossen und du kannst problemlos als Besitzer identifiziert werden. Damit stellt die Fahrradcodierung eine sinnvolle Ergänzung zum Fahrradpass dar.
- Statte dein Fahrrad mit GPS aus.Damit du dein Fahrrad schnell wiederfindest, kannst du es mit einem GPS-Tracker ausstatten, zum Beispiel an einer versteckten Stelle am Lenkrad. Sobald dein Fahrrad gestohlen wird, schlägt das System Alarm und du bekommst eine Benachrichtigung auf dein Smartphone. Der GPS-Tracker teilt dir dann den neuen Standort deines Fahrrades mit, den du an die Polizei weitergeben kannst.
- Schließe eine Fahrradversicherung ab.Es kann sich lohnen, bei der Hausratversicherung einen Zusatz-Baustein für das Fahrrad abzuschließen.
Gebrauchtradkauf: Worauf ist zu achten?
Kaufen solltest du gebrauchte Fahrräder nur beim Fahrradladen deines Vertrauens oder bei einem Verkäufer, der einen Fahrradpass vorweisen kann. Es passiert recht schnell, dass man im guten Glauben ein gebrauchtes Fahrrad kauft und sich später herausstellt, dass es sich um ein geklautes Bike handelt. Viele wissen nicht, dass dies auch strafrechtliche Folgen für den Käufer haben kann. Hat man in diesem Falle keinen gültigen Vertrag, sieht es schlecht aus.
Wenn du dir beim Kauf eines gebrauchten Fahrrades halbwegs sicher sein willst, solltest du das Fahrrad überprüfen. Am besten lässt du dir die Kauf-Quittung zeigen oder mitgeben. Die Fahrradüberprüfung kannst du selbst machen, wenn du den Service von Fahrradpass nutzt. Alternativ kannst du das Rad auch beim Fahrradladen deines Vertrauens überprüfen lassen. Dies ist immer dann ratsam, wenn das Rad schon älter als 5 Jahre ist. Generell sollte das Bike bestenfalls einen guten allgemeinen Eindruck machen.
Im Einzelnen prüfe zunächst den Fahrradrahmen. Dieser ist das grundlegende Gerüst des Bikes und sollte in gutem Zustand sein. Der Fahrradrahmen sollte keine Dellen oder Ähnliches aufweisen. Ein wenig Rost ist nicht unüblich, allerdings solltest du die betroffenen Stellen ganz genau anschauen. Wenn Kaufbeleg, allgemeiner Eindruck sowie Rahmen in Ordnung sind, kannst du dich den einzelnen Bauteilen widmen. Welchen Eindruck macht die Fahrradkette? Schau dir die Speichen, Fahrradreifen und das Profil genauer an. Sind Risse an der Reifenflanke erkennbar? Bei dieser Position kann es gut möglich sein, dass du in einen neuen Fahrradreifen investieren musst. Wirf auch einen Blick auf alle anderen Komponenten: Schutzblech, Federelemente, Züge, Verbindungselemente etc.pp.
Eine abschließende Probefahrt ist absolut unerlässlich! Selbst wenn das Bike technisch einwandfrei ist: Es muss auch zu dir passen und du musst dich bei der Fahrt wohlfühlen. Schalte am besten auch einmal durch alle Gänge. Der Gangwechsel sollte reibungslos und geschmeidig funktionieren. Verschieden harte Bremsvorgänge lassen Rückschlüsse auf den Zustand dieses Elements zu.
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