Das Fahrrad ist, auch wenn man es vielleicht am ehesten den Niederländern zugetraut hätte, in seiner Urform eine deutsche Erfindung. Genau gesagt: eine Baden-Württembergische. Vor knapp 200 Jahren, also im Jahr 1817, baute der Mannheimer Forstmeister Karl Freiherr von Drais das erste Fahrrad, das er zunächst Lauf- oder Fahrmaschine nannte.
Als Karl Freiherr von Drais im Jahr 1817 seine erste Fahrradtour unternahm, brauchte er für die 13 Kilometer, die er fuhr, eine Stunde. Zwar suchte er sich wohlweislich die am besten befestigte Straße des Großherzogtums, doch mit einer Fahrradtour, wie wir sie kennen, war diese sportliche Ertüchtigung von Drais nicht ansatzweise zu vergleichen.
Die Laufmaschine von Karl Drais
Sein Gefährt kann nämlich heute im wahrsten Sinne des Wortes „nur“ als Vorläufer des Fahrrads bezeichnet werden: Es besaß nämlich keine Pedalen, stattdessen musste man sich mit den Füßen vom Boden abstützen, um dadurch die Räder zum Rollen zu bringen und Geschwindigkeit aufzunehmen. Nach dem ähnlichen Prinzip funktionieren auch die Laufräder für Kleinkinder, die man oft mit beachtlichen Geschwindigkeiten vor ihren Eltern herflitzen sieht.
Und auch wenn dieses Ur-Fahrrad noch ziemlich Primitiv erscheint: Es verfügte bereits über eine Vorderradlenkung, sowie bald auch über eine Bremse, die mittels Seilzug und Bremsklotz das Hinterrad zum Stehen brachte.
Europäische Weiterentwicklung
Was die weitere Professionalisierung und dann auch Popularisierung des Fahrrads angeht, ist die deutsche Erfolgsgeschichte allerdings an dieser Stelle schon wieder beendet. Die ersten Pedalen erfand ein Franzose, Luft in die Reifen brachte der Engländer John Dunlop.
Und heute ist Kopenhagen die Stadt, die am meisten für Fahrradfahrer tut: Fahrradfahrer-Ampeln mit Haltegriffen an sämtlichen Kreuzungen, vier Meter breite Fahrradwege, ja sogar Mülleimer haben einen Öffnungswinkel, der es Fahrradfahrern leichter macht, etwas hinein zu werfen. Andere Großstädte wie Paris, München, New York oder auch Moskau sprechen bereits von „Kopenhagenisierung", wenn es darum geht, die eigene Stadt fahrradfreundlicher zu machen.
Innovative Entwicklungen
Und auch aus innovativer Sicht lassen die Dänen sich nicht auf die hinteren Plätze verweisen. So hat ein Unternehmen aus Sonderborg ein E-Bike ohne Kette und Gangschaltung entwickelt, bei dem man mit den Pedalen sozusagen direkt in den Motor tritt um die Energie zum Fahren zu erzeugen.
Laufräder für Kinder
Der Start in die Welt des Radfahrens beginnt heutzutage üblicherweise mit einem Laufrad. Wenn der Nachwuchs an das Radfahren herangeführt werden soll, hat sich das Rad ohne Pedale als Einführung bewährt.
Die Methode sieht so aus, dass das Kind auf diesem Gefährt lernt, das Gleichgewicht zu halten und kontrollierte Richtungswechsel mit dem Lenker durchzuführen, ohne dabei besonders auf die Fußarbeit achten zu müssen. Selbst Zweijährige sind häufig bereits in der Lage, dieses Rad sicher zu beherrschen.
Damit wird der spätere Lernfortschritt erheblich beschleunigt, da sie bereits über einen geübten Gleichgewichtssinn auf dem Fahrrad verfügen. Häufig pedalieren Kinder schon nach wenigen Minuten sicher auf dem Nachfolgerad. Üblicherweise sind Laufräder mit einer Radgröße von 8 bis 12 Zoll ausgerüstet.
Die richtige Größe
Steht der nächste Schritt an, steigen die allermeisten Kinder auf Fahrräder mit einer Laufradgröße zwischen 12 und 20 Zoll. Welche Größe angeraten ist, hängt vom Alter des Kindes und seiner Körpergröße ab.
Die ganz jungen Radfahrer ab 3 Jahren starten oft auf 12 Zoll großen Rädern, um den kompletten Bewegungsablauf des Fahrradfahrens zu üben und zu verinnerlichen. Aufgrund ihrer dann in der Regel noch kleinen Körper mit kurzen Armen und Beinen, benötigen sie eine angepasste Geometrie, die ihre Fahrversuche erleichtert. Wer in diesem Alter auf das Fahrrad steigen und fahren kann, hat in aller Regel bereits umfangreiche Erfahrung auf dem Laufrad gesammelt.
Starten die Kinder etwas später, dann gleich mit 16 und 20 Zoll. Wenn es um das erste „richtige“ Fahrrad geht, kommen diese Größen am häufigsten zum Einsatz. Meist werden die Rahmen-/Laufradgrößen abhängig von der Körpergröße des Kindes ausgewählt. 16 Zoll werden bei einer Körpergröße von etwas über einem Meter empfohlen, bei 20 Zoll sollte das Kind etwa 1,2 Meter groß sein.
Diese Empfehlungen sind nur grobe Anhaltspunkte. Es ist immer die individuelle Erfahrung und Entwicklung des Kindes zu berücksichtigen. Auch der Rahmen selbst spielt eine wichtige Rolle. Es gibt neben den 16- und 20-Zöllern noch die Laufradgröße 14 Zoll. Diese ist im Markt recht selten vertreten.
Die meisten Kinder überspringen diese Größe beim Wechsel vom Laufrad zum ersten vollwertigen Rad. Spätestens bei der Laufradgröße 20 Zoll kommen die Kinder in den Genuss aller technischen Möglichkeiten. Von Gangschaltung über zwei Bremsen am Lenker bis zur guten Lichtanlage können sie die volle Bandbreite des Fahrradlebens ausschöpfen.
Für die Eltern bedeutet dies, dass sie entscheiden müssen, wie viel Technik nötig ist und was ihr Kind sicher bedienen kann. Gangschaltung, Rücktrittbremse, Federgabel, Nabendynamo und Gepäckträger können je nach Nutzung mehr oder weniger sinnvoll sein. Zwar bereiten etwa die zusätzlichen Schalter für die Gangschaltung den Kleinen Freude, können sie aber genauso überfordern. Dazu kommt der zusätzliche Wartungsbedarf.
Je nach Wachstum und Alter steht früher oder später der Wechsel auf die nächste Laufradgröße an. Ab etwa 130 Zentimeter Körpergröße sollte dieser Schritt erwogen werden. Ab diesen Größen geht es bereits in den Bereich Jugendfahrrad. Es gibt diese Laufradgröße zwar auch für Erwachsene, doch unterscheiden sich Kinderräder mitunter deutlich von diesen. Vor allem der Rahmen ist auf kleiner gewachsene Radfahrer ausgelegt.
So kann der Nachwuchs leichter auf den großen Reifen die Welt erfahren. Natürlich verschwimmen die Unterschiede zwischen Kinder- und Erwachsenenfahrrad ab dieser Laufradgröße immer mehr.
Qualitätsmerkmale
Vielen Eltern fällt es schwer, die Qualität eines angebotenen Kinderfahrrades zu beurteilen. In der Tat finden sich an diesen Rädern einige Komponenten, mit denen man selbst als leidenschaftlicher Radfahrer nicht vertraut ist. Eine grobe Orientierung bietet zunächst das Gewicht.
Zwar will man, dass ein Kinderrad möglichst allen Situationen im unbeschwerten (und oft schonungslosen) Kinderalltag standhält, doch macht ein allzu hohes Gewicht das Fahrradfahren beschwerlich und für die noch begrenzten Kinderkräfte unbequem. Je leichtgewichtiger das Kinderfahrrad ist, desto hochwertiger und kostspieliger ist es in aller Regel.
Gerade die kleinen Kinder wachsen sehr schnell, entsprechend gilt es, die anfallenden Anpassungen an ihrem Rad regelmäßig und rechtzeitig vorzunehmen. Dazu gehört als einfachste Maßnahme die Einstellung der Sattelhöhe.
Es lohnt sich, das eigene Kind immer auf ein passendes Fahrrad zu setzen. Weder sollte das Kind auf einem Rad fahren, aus dem es bereits herausgewachsen ist, noch sollte man ihm ein Fahrrad kaufen, in das es erst noch hineinwachsen muss.
Das Fliz-Bike
Manchmal stolpert man erst dann über ungewöhnliche Geschichten, wenn sie längst der Vergangenheit angehören. Dazu zählt in unserem Fall das Fliz-Bike aus Deutschland, das vor ungefähr zehn Jahren zum ersten Mal für Schlagzeilen gesorgt hat. Die Frage, ob man es wirklich noch als Fahrrad bezeichnen kann, zeigt bereits den kuriosen Kern des ganzen Konzepts.
Denn Pedale sucht man hier vergeblich, stattdessen hängt man in einer Gurthalterung am bogenförmigen Rahmen, der die beiden Reifen miteinander verbindet. Die Homepage der Macher aus Halle (Saale) gibt es immer noch.
Inspiration für das Fliz-Bike war laut Beschreibung auf der Homepage die Laufmaschine von Karl Freiherr von Drais, dem Urvater des Fahrrades und Erfinder der Automobilität. Die natürlichste Art der Fortbewegung - der menschliche Gang - wird aufgegriffen und durch das Laufradkonzept FLIZ den heutigen Ansprüchen an Mobilität angepasst.
Gestaltbildend tritt der aus Glas- und Kohlefasern handlaminierte Rahmen hervor, der sich ergonomisch und optisch vom Fahrrad unterscheidet.
Einsatzzweck Rehabilitation
Einen deutlich ernsteren Einsatzzweck stellt die Rehabilitation dar, die die Macher des Fliz-Bikes selbst ansprechen. Die Rahmenkonstruktion dient als Dämpfung, das verstellbare Gurtsystem bietet optimale „Lauffreiheit“ - eine besonders schonende Art der Fortbewegung. Die Gelenke werden entlastet und das Körpergewicht verteilt sich auf einen größeren Bereich.
Dank dieser Eigenschaften ist vor allem der Einsatz im Bereich von Rehabilitations- oder Bewegungstherapien denkbar. Geht es um solche Aspekte, genügt allerdings bloßes Ausprobieren nicht mehr, dann sind stattdessen belastbare Studien gefragt.
Rutschdreirad ohne Pedale
Rutschdreirad ohne Pedale ("Pushbike") für kleine Kinder von 2-4 Jahren aus der Fahrzeugserie JAALINUS®. Mit Anhängerkupplung, passend z.B. für den Viking Anhänger von winther®.
JAALINUS® ist eine Fahrzeugserie, die speziell für den Einsatz im Aktions- und Bewegungsbereich in Institutionen für Kinder entwickelt worden ist. Die JAALINUS®-Fahrzeugserie ist eine preiswerte Alternative zu den hochwertigen Fahrzeugen von winther® - wer bereit ist, einige Abstriche bei technischen Details und dem Design einzugehen, der ist bei JAALINUS® sehr gut aufgehoben.
Die Fahrzeuge sind sehr robust und haben eine gute Pulverschichtlackierung für hohe Beanspruchung. Die speichenlosen Räder aus sehr stabilem Polypropylen haben ein Nylonlager und wartungsfreie Reifen aus Gummi. Der Sitz ist aus wetterfestem Polyethylen.
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