Eine neue Art von Transporttaschen für Radfahrer erfreut sich zunehmender Beliebtheit, obwohl es noch keinen einheitlichen Namen dafür gibt: "Hybride Gepäckträgertasche" bei einem Hersteller, "Fahrrad Rucksack" bei einem anderen. Gemeint sind Gepäckträgertaschen, die auch als Rucksack getragen werden können. Die Anbieter verfolgen unterschiedliche Ansätze bei der Verwandlung der Taschen.
Die Herausforderungen sind, die Gepäckträgerhalter beim Einsatz als Rucksack so verschwinden zu lassen, dass sie nicht am Rücken stören, und die Schultergurte in den Griff zu bekommen, wenn die Tasche am Fahrrad hängt.
Testkriterien und Einsatzbereiche
Wir haben zehn Modelle bei täglichen Fahrten zur Arbeit, zum Einkauf und zum Sport getestet, manchmal sind wir auch in Regenschauer geraten. Dann kommt es nicht nur darauf an, ob die Tasche regendicht ist - sondern auch darauf, ob die Rucksackträger nass oder schmutzig werden können.
Die Hybridtaschen eignen sich hauptsächlich für die Stadt. Sie haben alle ein integriertes Laptopfach, das sich teils entnehmen lässt. Ich nutze so einen Rucksack aber auch für Fotoprojekte in der Natur: Die schwere Kameraausrüstung kommt erst an den Gepäckträger, nach dem Abstellen des Rades aber auf den Rücken.
Solche Hybridtaschen erfordern jedoch immer Kompromisse. Sie sind schwerer als Fahrradrucksäcke und Gepäckträgertaschen. Das beste Gesamtpaket aus Flexibilität und Robustheit bekommt man bei Ortlieb mit dem Vario.
Detaillierte Modellvorstellungen
Otinga Flip V3
Der Flip ist der Hybridrucksack mit der schnellsten Verwandlung. Zumindest, wenn aus der Gepäckträgertasche ein Rucksack werden soll: Oben einen Reißverschluss lösen und den Teil mit Gepäckträgersystem umschlagen. Es passt exakt in die Aussparung im unteren Teil und wird mit leichtem Druck verriegelt. In die andere Richtung geht es aber ebenfalls fix: Unten schaut eine Schlaufe heraus, mit der die Verriegelung des Gepäckträgerteils per Zug gelöst wird. Den unteren Teil hochklappen, den Reißverschluss schließen. Fertig.
Die Rucksackgurte liegen ohne Weiteres geschützt innen in der richtigen Position: Otinga hat Magnete in Gurt und Taschenrücken eingearbeitet. Die Träger sind jedoch recht schmal, zum Wandern ist der Flip V3 eher nicht geeignet.
Mit nur einer Hand kann man die Tasche in beide Richtungen umbauen, wenn man mit der anderen Hand die Tasche am Tragegurt hält. Bei der Gepäckträgerhalterung setzt Otinga auf das System von Klickfix.
An der Tasche selbst fehlt der kleine Stabilisierungsstift, der verhindert, dass die Tasche in Kurven ausschwenkt. Er wird mit einer Klemme an den Gepäckträgerfuß des Fahrrads geschraubt. Hängt man die Tasche in den Gepäckträger, greift der Stift in eine Leiste.
Gut gefallen hat mir der Rollverschluss: Auch er ist mit Magneten versehen, sodass er sich leicht schließen und einrollen lässt. Der Riemen wird drübergelegt und kann - je nach Füllstand des Rucksacks - enger oder lockerer eingehakt werden. Außen hat der Flip V3 drei kleinere Taschen. Im Inneren gibt es ein herauslösbares Inlay mit einer gepolsterten Notebook-Tasche für Geräte bis zu einer Bildschirmdiagonale von 15 Zoll und zwei weiteren Fächern etwa für ein Tablet oder Netzteile.
Otinga bietet den Flip V3 in vier Farben an und zusätzlich in zwei Varianten, deren Oberfläche Scheinwerferlicht reflektiert. Der Rucksack wiegt 1680 Gramm und fasst ganze 34 Liter Volumen, er ist also ziemlich groß.
Das gefällt am Flip V3 von Otinga: Das System zur Umwandlung der Tasche ist durchdacht und einhändig bedienbar.
Red Rebane Purist Plus
Eine Art Universaltalent ist die Purist Plus des Schweriner Taschenherstellers Red Rebane - mit der Vollausstattung, die den Preis auf mehr als 400 Euro hochtreibt. Im Onlineshop der Firma kann man die Features der Tasche individuell zusammenstellen, wie etwa Farbe, Helmhalterung oder ein Ledernamensschild.
Wir haben die Tasche mit jedem erhältlichen Schnickschnack getestet, die sogenannten Komfortrucksackträger lohnen sich besonders: Sie sind hervorragend gepolstert und zusammen mit dem ebenfalls optionalen Hüftgurt wird der Purist Plus zu einem vollwertigen Wanderrucksack für Tagesausflüge.
In der Grundausstattung Purist Plus sind immer dabei der Brustgurt und die Funktion zur Wandlung des Rucksacks in eine Gepäckträgertasche. Die Halterung für den Gepäckträger befindet sich auf einer gerollten Stoffbahn im Unterboden des Rucksacks. Gelöst wird sie über einen Klettverschluss, entrollt und nach oben über die Rucksackträger gelegt. An beiden Seiten wird ein Reißverschluss hochgezogen. Die Rucksackgurte verschwinden hinter der Stoffbahn, sie bleiben trocken und sauber.
Da die Reißverschlüsse leicht laufen, geht der Umbau schnell. Auch in die Gegenrichtung: Reißverschlüsse lösen, einrollen, Klett zusammendrücken. Geschlossen wird die Purist Plus mit einem Reißverschluss und im zweiten Schritt gerollt und fixiert mit einer magnetischen Schnalle von Fidlock. Diese schnell zu bedienende Schnalle ist optional wählbar - und ebenfalls empfehlenswert.
Im Inneren hat unser Exemplar ebenfalls die Vollausstattung: Notebookfach plus eine weitere große Tasche und mehrere kleine, die teils mit Reißverschlüssen gesichert werden können. Außen vorn gibt es eine Tasche mit Reißverschluss, rechts und links Halter für Trinkflaschen.
Diese Ausstattung hat Gewicht: 1690 Gramm bringt die Tasche auf die Waage - ohne Hüft- und Tragegurt.
Das gefällt am Purist Plus von Red Rebane: Die gesamte Tasche ist hochwertig, und der Umbau ist einfach.
Vaude ReCycle Transformer 2in1
ReCycle heißen bei Vaude die Taschen, die laut Hersteller aus Polyestergarn hergestellt werden, das aus recycelten PET-Flaschen gewonnen wird. Dieser Prozess soll ressourcenschonend sein und ist aus meiner Sicht kein Nachteil: Das Material wirkt hochwertig und ist wasserdicht. Allerdings ist die strukturierte Oberfläche nicht so leicht zu reinigen wie glatte Flächen.
Das Verwandlungsprinzip der ReCycle Transformer ähnelt dem der Ortlieb-Hybridtasche: Der Rucksackträger und die Gepäckträgerklemmen befinden sich jeweils auf der gegenüberliegenden Seite. Eine Frontabdeckung mit integrierter Tasche kann umgeschlagen werden und schützt das jeweils nicht genutzte Trägersystem vor Nässe und Schmutz. Das Umschlagen ist bei den Vaude-Taschen einfach, die Abdeckung wird mit einem Schnellverschluss oben eingehakt.
Wie bei Ortliebs Vario gilt aber auch hier: Die Rucksackgurte schauen oben etwas raus, können bei Regen feucht werden. Im Gepäckträgereinsatz kommt Vaudes QMR-2.0-System zum Einsatz, das sehr stabil und abschließbar ist, einfach eingehakt und wieder gelöst werden kann. Ein verstellbarer Haken, der hinter die Gepäckträgerstrebe geklemmt wird, verhindert in Kurven ein ungewolltes Verschwenken der Gepäckträgertasche.
Im Innern gibt es einen gepolsterten Organizer mit Taschen für Laptop (bis 15 Zoll), Smartphone und anderen Kleinkram. Der Rucksack wird oben geschlossen, indem man ihn zurollt und die seitlichen Bänder mit einem Klickverschluss zusammensteckt. Das hat einen Nachteil: Rollt man nicht sorgfältig und weit genug, kann sich die Tasche wieder öffnen.
Vaude übernimmt zudem einen weiteren Nachteil der Vario von Ortlieb: Die Außentasche in der Schutzabdeckung ist nur im Rucksackmodus erreichbar. Am Gepäckträger muss erst die große Schutzabdeckung gelöst werden, bevor man den abgedichteten Reißverschluss erreicht.
Die ReCycle Transformer 2in1 gibt es in drei Farben. Sie wiegt 1455 Gramm, ein mittlerer Wert im Vergleich zu den anderen Modellen im Test.
Das gefällt: Die Tasche ist wasserdicht, und das Umwandeln geht schnell. Im Innern gibt es einen guten Organizer.
Das weniger: Den Rollverschluss finde ich etwas gewöhnungsbedürftig.
Valkental ValkOne
Die neue ValkOne kann wie die ältere ValkPro als Rucksack, Gepäckträger- und Umhängetasche genutzt werden. Getestet haben wir die etwas kleinere und günstigere ValkOne, die je nach Eindrehung des Rollverschlusses 18 bis 25 Liter fasst und einen etwas anderen Mechanismus zum Wechsel zwischen Rucksack- und Gepäckträgereinsatz hat als die ValkPro.
Um es gleich zu sagen: Komplett überzeugen kann mich das neue System nicht. Bei der ValkOne kann ich die Gurte des Rucksacks ebenso wie die Hakenleiste hinter Reißverschlussklappen verschwinden lassen. Beides befindet sich auf der Rucksackrückseite. Darunter leidet der Rucksackmodus: Ich spüre beim Tragen auf dem Rücken die Gepäckträgerhaken. Zwar nicht unmittelbar, aber zusammen mit der Polsterung trägt das Gepäckträgersystem dick auf.
Die Gurte sind dünn, aber breit und ausreichend gepolstert. Für den Wechsel an den Gepäckträger werden zunächst die Rucksackgurte unten gelöst. Die beiden Karabinerhaken sind mit Schraubverschlüssen gegen versehentliches Öffnen gesichert, müssen also bei jedem Wechsel gelöst und angezogen werden. Beim dritten Mal habe ich auf die Verschraubung verzichtet. Sie erschien mir überflüssig und umständlich. Die Gurte verschwinden hinter einem Reißverschluss. Zum Einhängen in den Gepäckträger öffnet man den Reißverschluss der kleinen Abdecktasche und hängt die ValkOne ein.
Die stabilen Haken sind verstell- und auch mit einem optionalen Vorhängeschloss abschließbar. Gegen ungewolltes Verschwenken während der Fahrt gibt es unten einen Riemen mit Schnellverschluss.
Im Innern hat Valkental eine gepolsterte, fest vernähte Laptoptasche untergebracht. Kleinere Fächer gibt es nicht. Außen sind eine abgedichtete Reißverschlusstasche für Smartphone oder Schlüssel sowie ein Flaschenhalternetz angebracht.
Valkental bietet die ValkOne in sieben Farben und optional mit einem Zahlenschloss für die Sicherung am Gepäckträger an. Mit einem Gewicht von 1761 Gramm ist sie recht schwer.
Das gefällt: Die Tasche sitzt gut am Rad und ist wasserdicht. Sie lässt sich schnell öffnen und schließen. Ihr Volumen ist zudem variabel und das Trägersystem abschließbar.
Das weniger: Die Tasche mit den Gepäckträgerklemmen drückt auf den Rücken, und das Lösen der Rucksackgurte mit Schraubkarabinern ist umständlich.
Deuter Xberg 25
Der Xberg 25 fasst nicht nur die namensgebenden 25 Liter, sondern kann über den Rollverschluss um bis zu fünf Liter Volumen erweitert werden. Die Schnalle am Verschluss wird nur eingeschoben, das ist ausreichend stabil und geht schnell.
Ebenso unkompliziert ist die Umwandlung vom Rucksack zur Gepäckträgertasche. Man löst zwei Druckknöpfe, klappt die untere Hälfte des stabilen Rückens nach oben und befestigt sie an anderen Druckknöpfen. Die Rucksackträger schiebt man unter, sie müssen nicht speziell gefaltet werden. Deuter verwendet ein eigenes Haltesystem für den Gepäckträger. Es ähnelt denen von Vaude sowie Ortlieb. Die zwei Greifer können verschoben werden, um das System an den Gepäckträger anzupassen, für dünnere Rohre liegen Adapter bei. Ein Arm für die Stabilisierung unten fehlt aber.
Auch beim Einsatz als Rucksack fehlt etwas: Es gibt weder einen Brust- noch einen Hüftgurt. Für längere Wanderungen ist der XBerg 25 also weniger geeignet. Insgesamt ist das Modell mit 1530 Gramm Gewicht eher schwer. Dank der gepolsterten Träger und der Rückenpolsterung trägt er sich aber gut, auch mit schwerer Ladung.
Der Helm passt in das Frontfach, kleine Gegenstände in ein seitliches Fach mit Reißverschluss. Auch auf der anderen Seite gibt es einen Reißverschluss, hinter dem sich eine Kunststoffhülle verbirgt. Der XBerg 25 ist nämlich nur wasserfest, aber mit der Hülle auch wasserdicht.
Innen gibt es ein gepolstertes Fach für Laptops (bis 16 Zoll Bildschirmdiagonale), ein weiteres für ein Tablet und eines ohne Polsterung für Kleinkram.
Vaude CityGo Bike 23 II
Der CityGo Bike 23 II versteckt sein Doppelleben gut: Als Rucksack und auch als Gepäckträgertasche sieht man ihm sein zweites Ich nicht an. Das funktioniert mit einer großen Tasche hinter den Rucksackträgern, die eine weitere Schicht mit der Gepäckträgerhalterung enthält. Man zieht sie heraus und fixiert sie mit einem Reißverschluss. Die Rucksackträger verschwinden dahinter und sind gut geschützt gegen Verschmutzungen und Nässe. Im Test fällt jedoch negativ auf, dass dort auch die Trageschlaufe oben verschwindet. Als Gepäckträgertasche lässt sich der CityGo kaum mit einer Hand tragen.
Der Umbau zum Rucksack ist aber ebenso einfach: Man löst den Reißverschluss und schiebt die Gepäckträgerschicht oben hinter die Träger. Ein Klettverschluss sorgt für einen sauberen Abschluss. Das ist mit etwas Übung schnell erledigt, weder die Schultergurte noch der Gepäckträgerhalter stören, wenn man sie nicht benötigt. Im Test empfand ich die Schultergurte jedoch im Vergleich als eher schmal und nur wenig gepolstert.
Vaude setzt die Eigenentwicklung QMS 2.0 ein, um die Tasche am Gepäckträger zu befestigen. So sitzt sie ebenso stabil wie alle Vaude-Gepäckträgertaschen und lässt sich mit einem kleinen Vorhängeschloss (nicht im Lieferumfang) am Träger sichern. Innen befinden sich ein gepolstertes Laptopfach und einige kleine Fächer. Außen gibt es eine kleine, nicht gepolsterte Tasche sowie einen Einschub für eine Trinkflasche. Der CityGo hat einen Rollverschluss, kann aber zusätzlich mit einem Reißverschluss geschlossen werden. Die Tasche ist mit 1340 Gramm Gewicht eher leicht und spritzwassergeschützt. Vaude liefert einen Überzug für mehr Schutz vor Wasser mit.
Das gefällt: Leicht und äußerst praktisch im Alltag.
Das weniger: Die Schultergurte sind etwas schmal und nur wenig gepolstert.
Basil SoHo Fahrradrucksack
Der SoHo Fahrradrucksack von Basil wirkt zunächst wie ein herkömmlicher Rucksack. Basil versteckt die Gepäckträgerhalterung hinter einem kleinen Fach mit Reißverschluss am Rücken. Darunter befindet sich Basils selbst entwickeltes System, das deutlich simpler konstruiert ist als die Halterungen von Ortlieb oder Vaude. Es ist schlanker, sodass es beim Einsatz des SoHo als Rucksack nicht auf den Rücken der Trägerin oder des Trägers drückt. Ein Gurt, der um die Radstrebe gebunden werden kann, verhindert das Ausschwenken in Kurven.
Die beiden Schultergurte müssen beim Umbau nach vorn umgeschlagen werden, ein Druckknopf fixiert sie stramm außen an der Tasche. Der Nachteil dieses Konzepts ist offensichtlich: Die Träger werden bei Regen nass. Weniger offensichtlich ist, dass der SoHo als Gepäckträgertasche so nicht mehr beladen werden kann. Der SoHo ist als Rolltasche konzipiert. Er lässt sich aber oben per Reißverschluss schließen. Die gerollten Enden können per Druckknopf an den Seiten befestigt werden. Innen gibt es ein entnehmbares Notebookfach aus Neopren, das noch Fächer für ein Tablet und Kleinteile hat. Weitere Taschen gibt es nicht.
Eine Besonderheit: der an der Seite integrierte LED-Leuchstreifen, der als eine Art Notrücklicht dient. Der Lichtstreifen kann zwischen Dauer- und Blinklicht umgeschaltet werden.
Bikepacking Taschen im Vergleich
Die Wahl des Bikepacking-Taschen-Sets ist eine wichtige Entscheidung für jede Gravelbike-Tour, sei sie kurz oder lang: Damit legt man fest, ob im mobilen Hausstand Ordnung herrscht, ob der Tascheninhalt gut geschützt und das Gepäck so am Rad untergebracht ist, dass Fahrspaß und Fahrsicherheit auch unter schwierigen Bedingungen nicht auf der Strecke bleiben.
Acht Hersteller stellen sich unserem Praxistest mit je einem Set, bestehend aus vier Taschen zur Montage an Lenker, Oberrohr, Sattel bzw. Sattelstütze sowie im Rahmendreieck.
Dabei haben wir alle 32 Einzeltaschen „auf links gedreht“ und zahlreiche Erkenntnisse gesammelt. Eine davon lautet: Taschen mit Rollverschluss sind zuverlässiger wasserdicht als solche mit Reißverschlüssen oder Deckeln, die trotz Dichtlippen oder Überstand immer anfällig bleiben gegen das Eindringen von Wasser und Staub.
Wer länger unterwegs ist und viel Gepäck am Renner über Stock und Stein transportieren möchte, wird Wert darauf legen, dass die Taschen weder wackeln noch schaukeln und auch möglichst nicht knirschen oder knarzen. Darüber entscheiden die Kontaktflächen von Taschen und Rad sowie geeignete Halterungen an Lenker und Sattelstütze. Das Gewicht spielt ebenfalls eine wesentliche Rolle.
Taschen-Sets, die in Summe weniger als ein Kilogramm wiegen, setzen den Maßstab, kosten dafür jedoch auch ein paar Euro mehr. Details wie eine Fächeraufteilung im Inneren der Taschen helfen dabei, Ordnung zu halten; Schnüre oder Laschen außen an den Taschen erschließen zusätzliche Transportplätze mit schnellem Zugriff, beispielsweise für Windweste oder Sonnenschutz.
Die Preisspanne der acht Test-Sets ist groß. Bei 215 Euro markiert Topeak den Einstieg ins Transport-Business bei gleichzeitig solider Qualität. Am anderen Ende der Skala rangiert Tailfin; das Taschen-Set des britischen Herstellers für 805 Euro betont Stabilität und Lebensdauer, legt aber weniger Wert auf geringes Gewicht.
Die größten Unterschiede zwischen den Sets ergeben sich bei Montage und Befestigung. Fest montierte Halterungen, wie sie Tailfin und Revelate Designs bieten, sind Alleinstellungsmerkmale im Markt, auf dem ansonsten Riemen und Klettverschlüsse dominieren. Die genannten Produkte benötigen zwar etwas mehr Zeit für die Erstmontage, die man unterwegs aber wieder einspart, weil das Anbringen und Abnehmen der Taschen nur noch einen Handgriff erfordert.
Tasche und Halterung sind in Summe etwas schwerer, punkten aber mit sicherem Sitz auch auf holperigem Untergrund, was insbesondere Viel-, Weit- und Offroad-Radler zu schätzen wissen.
Wer eher ein einfach zu montierendes Taschen-Set für die gelegentliche Bikepacking-Tour sucht, findet bei Anbietern wie Topeak und Acid (der Zubehörmarke von Radhersteller Cube) geeignete Taschen-Sets für knapp über 200 Euro.
Zusammengefasst: Der Markt bietet eine erfreulich große Bandbreite von Taschen-Sets mit ganz verschiedenen Eigenschaften, die unterschiedlichste Ansprüche bedienen können, je nachdem, ob das Gepäck-Ensemble besonders leicht, besonders robust oder besonders praktisch sein soll. Das nächste Bikepacking-Abenteuer mit dem Gravelbike kann jedenfalls starten!
Einzelvorstellungen der Bikepacking Sets
Acid Bikepacking-Set
Acid ist die Hausmarke von Cube und bietet viel Tasche fürs Geld. Sattel- und Lenkertasche mit Rollverschluss lassen sich aus dem Halfter entnehmen, das ist praktisch und verkürzt die Ladezeiten. Mit knapp zwei Kilo bei 34 Liter Volumen gehört das Set zu den schweren im Test.
Cyclite Bikepacking Set
Der Anspruch des deutschen Herstellers ist Leichtbau. Dem wird das Set-Gewicht von 900 Gramm für 30 Liter Stauraum vollauf gerecht. Viele gute und durchdachte Details.
Evoc Bikepacking Set
Das Set von Evoc zählt zu den leichtesten im Test, bietet dafür jedoch weniger Stauraum. Top ist die kurze Montagezeit; nach maximal zehn Minuten ist das komplette Set am Renner. Dabei sind die Boa-Verschlüsse praktisch, bieten jedoch nur wenig Zugkraft.
Ortlieb Bikepacking Set
Der deutsche Fahrradtaschen-Pionier spielt bezüglich Preis, Gewicht und Stauraum in einer ähnlichen Liga wie Evoc, schützt den Inhalt dank perfekter Rollverschlüsse jedoch etwas besser. Rahmen- und Oberrohrtasche fallen in der Handhabung und beim Halt etwas ab.
Restrap Bikepacking Set
Das Set wiegt weniger als ein Kilo, ist sehr flexibel, bietet jedoch nicht so viel Stauraum wie das gleich schwere Set von Cyclite. Die Montage geht schnell von der Hand; gute Ausstattungsdetails wie Magnetverschlüsse oder die Fächereinteilung der Rahmentaschen. Das Material raschelt.
Revelate Designs Bikepacking Set
Robustes und durchdachtes Set aus den USA; aufgrund seiner Bauweise vergleichsweise schwer, aber mit reichlich Stauraum. Dank der Spinelock-Halterung kann die Satteltasche in Fahrt nicht taumeln. Die Rahmen- und Oberrohrtasche könnten ihren Inhalt besser vor Nässe und Staub schützen.
Tailfin Bikepacking Set
Das teuerste und schwerste Set im Test ist unzerstörbar und für den Dauereinsatz gemacht. Selbst voll beladen bleibt das Rad sehr fahrstabil, das Gepäck ist gut geschützt. Benötigt mehr Zeit zur Erstmontage, überzeugt danach aber mit sehr einfacher Anbringung und Entnahme von Lenker- und Hecktasche.
Topeak Bikepacking Set
Topeaks Komplett-Set ist knapp kalkuliert und eine Empfehlung für die erste oder nur gelegentliche Schotter-Fluchten; Halfter für Sattel- und Lenkertasche erleichtern das Handling. Auf Dauer stören Details wie die voll beladen bauchige Rahmentasche, die leicht taumelnde Satteltasche oder die teils hakeligen Riemenverschlüsse.
Testprozedere
Für die Gesamtnote der Taschen-Sets haben wir die Einzelnoten der Taschen unterschiedlich gewichtet. Dabei hat die Satteltasche aufgrund ihrer komplexen Konstruktion den größten Anteil mit 40 Prozent, gefolgt von der Rahmen- und der Lenkertasche mit je 25 Prozent und der Oberrohrtasche mit 10 Prozent. Die vier Produktkriterien Wasserdichtigkeit, Ausstattung/Verarbeitung, Montage/Halt sowie die Handhabung haben wir mit jeweils 25 Prozent gleich gewichtet.
Wasserdichtigkeit: Die Taschen-Sets wurden jeweils mit einem definierten Wasserstrahl zehn Minuten lang bewässert. Papiertaschentücher im Inneren dienten dabei als Feuchtigkeits-Indikator. Die Rollverschlüsse - Mindesteinschlag drei Umdrehungen - hielten alle dicht, bei Reißverschlüssen oder geklebten Nähten an Rahmen- und Oberrohrtaschen drang Wasser ein.
Ausstattung / Verarbeitung: Die meisten Taschen zeigten sich gut verarbeitet; kleine Mängel stellten wir an manchen Befestigungen der Lenkertaschen oder an Nahtstellen bei Oberrohr- und Rahmentaschen fest. Positiv bewertet wurden Ausstattungsdetails wie zusätzliche Riemen an Lenker- oder Satteltaschen, Kompressionsventile oder sinnvolle Befestigungsteile.
Montage / Halt: Bei der Erstmontage der Sets haben wir die Zeit gemessen vom Auspacken bis zum fertig bestückten Rad. Sehr schnell geht das beispielsweise bei Evoc, während die Adaptermontage für die Lenker- und Satteltasche von Tailfin Geschick und Geduld verlangt. Dafür überzeugt das Set mit dem besten Halt in jeder Fahrsituation und in jedem Gelände.
Handhabung: Bei manchen Herstellern braucht es mehr Übung als bei anderen, bis die Benutzung eingespielt ist. Ortliebs Rahmentasche mit Rollverschluss beispielsweise verfügt über ein gut zugängliches Ladefach, wird aber leicht bauchig und stört beim Treten an den Knien.
Top 10 der besten Fahrradtaschen im Test
- Restrap Saddle Pack Satteltasche - Schwarz
- Ortlieb Handlebar-Pack M - 15L
- Ortlieb Sport-Packer Plus QL2.1 (2×15L) - Rot
- Brooks Scape Saddle Roll Satteltasche - Grün
- Ortlieb Back-Roller QL2.1 (2×20 L) - Schwarz
- Ortlieb Frame-Pack M - Rahmentasche 4L
- Restrap Canister Lenkertasche - Schwarz
- Brooks Brick Lane Doppelpacktasche - Kupfer
- Restrap Stem Bag - Vorbautasche
- Topeak MTX TrunkBag DXP - 22,6L - Schwarz
Vergleichstabelle der besten Fahrradtaschen
| Produkt | Modell | Typ | Volumen | Gewicht | Wasserdicht |
|---|---|---|---|---|---|
| Restrap Saddle Pack | 4 L | Satteltasche | 4 L | 210 g | Ja |
| Ortlieb Handlebar‑Pack M | 15 L | Lenkertasche | 15 L | 420 g | Ja |
| Ortlieb Sport‑Packer Plus QL2.1 | (2×15 L) | Gepäckträgertasche | 2×15 L | 2×840 g | Ja |
| Brooks Scape Saddle Roll | Satteltasche | 1,5 L | 75 g | Ja | |
| Ortlieb Back‑Roller QL2.1 | (2×20 L) | Gepäckträgertasche | 2×20 L | 2×950 g | Ja |
| Ortlieb Frame‑Pack M | Rahmentasche | 4 L | 186 g | Ja | |
| Restrap Canister | Lenkertasche | 1,5 L | 116 g | Ja | |
| Brooks Brick Lane | Doppelpack | Gepäckträgertasche | 2×15 L | 950 g | Nein |
| Restrap Stem Bag | Vorbautasche | 1,1 L | 90 g | Ja | |
| Topeak MTX TrunkBag DXP | Gepäckträgertasche | 22,6 L | 1.160 g | Nein |
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