Im Winter geht der Fahrradverkehr merklich zurück. Das muss aber nicht heißen, dass im Radladen nichts los ist. Gerade kleinen und mittelständischen Radläden bietet die ruhigere Zeit jedoch die Möglichkeit, mit etwas Kreativität und Eigeninitiative das Advents- und Weihnachtsgeschäft zu beleben und/oder Kundinnen und Kunden zu gewinnen und zu binden.
Winter-Workshops: Wissen vermitteln und Kunden binden
Eine Möglichkeit ist beispielsweise ein Winter-Workshop. Ähnliche Erfahrungen hat Jens Meer von Fahrrad Pagels in Hamburg gemacht. Er wollte mit einem Winter-Workshop seinen Kundinnen und Kunden einen Mehrwert anbieten, in Form einer Serviceleistung, die nicht selbstverständlich ist.
Im Gegensatz zu Velostyle gab es bei Fahrrad Pagels festgelegte Inhalte: Wie wechsle ich einen Schlauch, wie helfe ich mir auf Tour mit »Bordmitteln«, um weiterfahren zu können, wie pflege ich mein Rad richtig? »Zielgruppe waren eigentlich alle Kunden, aber ich entschied ziemlich schnell, auch einen extra Workshop für Frauen anzubieten«, berichtete Jens Meer, der für dieses Angebot durchweg positives Feedback bekam.
Gelohnt habe sich die Veranstaltung, bestätigt er. Hauptsächlich ideell, aber »obwohl der finanzielle Aspekt nicht im Vordergrund stand, haben wir uns dennoch gefreut, dass im Nachgang Verkäufe stattgefunden haben«.
Wintermärkte: Atmosphäre schaffen und Produkte anbieten
Ebenfalls wieder abhalten möchte Hauke Clausen vom Hamburger Radgeschäft Toolbikes seinen Wintermarkt, »wenn sich die Corona-Lage bis Dezember entschärfen sollte.« Eine Ausgabe gab es schon, die recht gut ankam. Der Markt war eine spontane Idee zur Kundenbindung und Umsatzsteigerung: »Wir hatten ein Lagerfeuer in der Feuerschale, es gab Glühwein und Musik und wir haben Mitbringsel angeboten wie abgefahrene Klingeln oder Warmhalteflaschen fürs Fahrrad - also lauter Dinge, die man im Alltag gebrauchen kann und die maximal um die 20 bis 30 Euro kosten«, beschreibt Hauke Clausen das Konzept.
Als Gemeinschaftsaktion von Velostyle und den benachbarten Läden entstand in Kiel ebenfalls ein Wintermarkt, allerdings ein etwas größerer. Auf dem Hof zwischen den Backsteingebäuden parkte ein Foodtruck, Live-Musik sorgte für weihnachtliche Stimmung, es gab Getränke und verschiedene Angebote sämtlicher Geschäfte des Kieler Kollektivs. »Wir alle wollten noch einmal vom Weihnachtsgeschäft profitieren«, erklärt Alexander Sonders die Motivation für das Event.
Hartes Verkaufen stand zwar nicht im Vordergrund, es gab aber Sonderangebote für Auslaufmodelle und eine Auswahl an Winterprodukten wie Leucht- oder Sicherheitsartikel, »die man auch gut zu Nikolaus verschenken kann«, sagt Sonders. Er machte die Erfahrung, dass sich die schöne Wintermarktatmosphäre und die dadurch generierte positive Grundstimmung durchaus auf Laden und Verkäufe multipliziert: »Der Umsatz war spürbar und substanziell. Außerdem verkauft man ein paar Sachen raus und schafft Platz.« Etwas Aufwand ist für ein solches Unterfangen allerdings notwendig. So warb Velostyle drei bis vier Wochen vorher mit Flyern und auf Social Media.
Winterausfahrten: Community bilden und Vertrauen gewinnen
Einen gewissen Aufwand bedeutet auch die Idee von Schicke Mütze in Düsseldorf. Allerdings ebenfalls einen, der sich lohnt: Der Radladen bot vor der Pandemie regelmäßige Winterausfahrten an. Bei der sogenannten Winterschlampenparade gab es nur zwei Regeln: Rennlenker und die Fähigkeit, 60 bis 75 Kilometer flach im 25er-Schnitt fahren zu können.
»Wir merken, dass hier Mitfahrerinnen und Mitfahrer zusammenkommen, die zusammenpassen. Es entstand eine echte Community«, erzählt Carsten Wien, einer der beiden Schicke-Mütze-Geschäftsführer. Diese Art der Kundenbindung erfordert jedoch einiges an Organisation, Vor- und Nachbereitung, wenn sie als Alleinstellungs- und Qualitätsmerkmal funktionieren soll.
So ist es laut Carsten Wien zum Beispiel wichtig, dass sie immer möglichst gleich abläuft. Die Mitfahrenden müssen wissen, was sie erwartet. Zudem »braucht man einen Pool von Leuten, die fest mit dabei sind, die der Rahmen für eine solche Gruppe sind und Neueinsteigerinnen und -einsteiger integrieren können. Tempo und Topografie müssen klar kommuniziert werden und wenn man Social Media einbinden möchte, braucht man vernünftige Bilder, deren Hochladen und mit Text versehen nach der Ausfahrt locker auch noch mal zwei Stunden dauert«, so der Schicke-Mütze-Chef.
Es ist überzeugt, dass solche Events, die gut gemacht sind, positiv auf den Laden abstrahlen: »Viele unserer Kundinnen und Kunden, Mitfahrenden und Partner erwähnen positiv, wie authentisch wir sind.« Und das Gefühl, dass ein Radladen etwas macht, hinter dem er wirklich steht und das er gut macht, vermittelt Vertrauen.
Fazit
Aktionen wie Workshops, Ausfahrten oder Märkte erfordern zusätzlichen Zeiteinsatz und Arbeit. Doch sie können helfen, dem Radladen einen Charakter und ein Gesicht zu geben und ihn für Kundinnen und Kunden unverwechselbar, sympathisch und kompetent zu machen. Das kann kurzfristig das Wintergeschäft ankurbeln, meist bleibt es aber nicht dabei. Zumindest die Beispiele hier zeigen, dass sich der winterliche Einsatz auch längerfristig lohnt und authentische, engagierte Fahrradläden nach wie vor wertgeschätzt werden.
Über Fahrrad Pagels
Fahrrad Pagels Inh. Jens Meer ist ein traditionsreicher Meisterbetrieb für Zweiradmechanik mit Sitz im Süden der Hansestadt. Das Unternehmen bietet eine vielfältige Auswahl an Fahrrädern, darunter Citybikes, Trekkingräder, Mountainbikes, Rennräder, E-Bikes, Triathlonräder und Retro-Modelle.
Ein besonderer Fokus liegt auf der ergonomischen Anpassung und Vermessung. Kundinnen und Kunden profitieren von einer präzisen Analyse ihrer Sitzposition mithilfe moderner Messgeräte wie dem Physiotherameter, Videoanalysen und Satteldruckmessungen. Die Beratung berücksichtigt medizinische Aspekte aus verschiedenen Fachrichtungen, um eine ganzheitliche Lösung zu bieten.
Als autorisierter Händler für renommierte Marken wie Hart & Billig legt das Team von Fahrrad Pagels besonderen Wert auf langlebige und ergonomische Produkte. Die erfahrenen Zweiradmechaniker bieten umfassenden Service und stehen mit Fachwissen und Engagement zur Verfügung.
Mit langjähriger Erfahrung, dem Status als Meisterbetrieb und der engen Zusammenarbeit mit medizinischen Experten verfolgt Fahrrad Pagels das Ziel, das Radfahren für alle Kundinnen und Kunden angenehmer, effizienter und schmerzfrei zu gestalten.
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