Die Suche nach einem zuverlässigen Fahrradreifen gestaltet sich oft als Herausforderung. Eine Lösung bieten Reifen mit eingebautem Pannenschutz. Durch eine zusätzliche Schicht zwischen Reifen und Schlauch haben Glasscherben oder andere scharfe Gegenstände normalerweise keine Chance.
Welche Arten von Fahrradreifen gibt es?
In der Regel lassen sich folgende Arten von Fahrradreifen unterscheiden:
- Drahtreifen: Diese Reifen haben starre Stahl- oder Kevlar-Drähte, die in die Kante des Reifens eingearbeitet sind und auf der Felge sitzen. Sie sind in der Regel günstiger, aber auch schwerer und schwieriger zu montieren. Sie gehören zu den Klassikern unter den Fahrradreifen. Drahtreifen werden in der Regel mit zusätzlichem Fahrradschlauch gefahren und sind somit nicht Tubeless-kompatibel.
- Faltreifen: Faltreifen sind vom Aufbau ähnlich wie Drahtreifen, allerdings besitzen sie biegsame Kevlar-Drähte, was sie leichter und einfacher zu transportieren macht, da sie faltbar sind. Im Gegensatz zu klassischen Drahtreifen lassen sich Faltreifen auch schlauchlos fahren.
- Tubeless Reifen: Diese Reifen werden ohne Schlauch gefahren und benötigen eine spezielle tubeless-kompatible Felge. Sie bieten Vorteile bei der Pannensicherheit und können mit geringerem Luftdruck gefahren werden, was mehr Komfort und besseren Grip ermöglicht. Außerdem sind sie um einiges leichter als Drahtreifen. Für den zusätzlichen Pannenschutz sorgt die sogenannte Dichtmilch oder Tubeless-Milch.
Der Schwalbe Marathon PLUS 14 Draht Reflex Fahrradreifen überzeugt das CHIP-Testteam durch einen geringen Rollwiderstand durch eine SmartGuard Einlage. Zudem ist der Reifen aus recyceltem Latex gefertigt und auch für E-Bikes geeignet. Der Preis für den Reifen ist recht hoch, jedoch sind im Lieferumfang zwei Stück enthalten.
Die Qual der Wahl: Antiplatt-Systeme im Test
Die Erklärung dazu ist simpel: Alle Produkte setzen sich als zusätzliche Schicht zwischen beide Reifenwände und die Felge, bilden damit einen weiteren Sicherheitspuffer. Vor dem Kauf steht die richtige Auswahl an. Doch die hat es in sich, wie Fischi bestätigt: „Es ist wirklich nicht einfach, die perfekte Balance aus Haltbarkeit, Durchschlagschutz, Gewicht und einfacher Montage zu finden.“ Auf dem Markt gibt es nämlich mittlerweile mehr als 17 uns bekannte Antiplatt-Systeme.
Hat man sich für ein System entschieden, muss die richtige Breite zu Reifen und Felgenmaulweite gewählt werden, damit das System in der Praxis seine Vorteile voll ausspielen kann. Beim Durchmesser setzen Csixx, Huck Norris, MarshGuard und Vittoria auf flexible Lösungen, die im Prinzip von 16 bis 29 Zoll passen: Einfach abschneiden und die Enden mit Klett oder Kabelbindern zusammenfügen. Bei allen anderen passt das System nur auf eine Laufradgröße.
Auch unterschiedliche Varianten für CC, Tour, AM oder die härteren Gangarten EN, FR, DH werden von Csixx, CushCore, FTD, Huck Norris, PTN und Tire Trooper angeboten. Bezüglich ProCore von Schwalbe gibt es vorab schon mehrere Ausschlusskriterien: Viele Laufrad- und Felgenhersteller geben ihre Produkte auf unsere Nachfrage für das System nicht frei, da der Systemdruck bis zu 6 bar erreichen kann und dadurch die Speichenspannung stark abnimmt. Zudem ist das System nur bei Felgenbreiten zwischen 23 und maximal 35 Millimeter Maulweite ideal nutzbar.
Zum Preis: Wir haben bei unseren Testkästen immer den Satzpreis angegeben, um die Preise vergleichbar zu machen. Zudem beinhalten die Sets von CushCore, FTD, PTN und Tire Trooper jeweils einen Satz Spezialventile, bei Schwalbe die benötigten Spezialschläuche, was den Preis teils relativiert. Und die Preise selbst lassen uns staunen! Während bei Schwalbe durch Innenreifen, Schläuche, Felgenband und Dichtmilch der Preis nachvollziehbar ist, fallen die Preise von CushCore und Vittoria absolut aus dem Rahmen.
Testverfahren und Ergebnisse
Für bestmögliche und nachvollziehbare Ergebnisse wurden alle Probanden auf dem Prüfstand und in einem Feldtest getestet. Während geübte Mechaniker alle Systeme mehr oder weniger zügig ins Laufrad montierten, gibt es vor allem bei Hobbyschraubern große Unterschiede. Die Modelle von Huck Norris, MarshGuard und FTD lassen sich durch die Bank am einfachsten montieren. Bei Tannus ist die genaue Ausrichtung im Reifen zeitaufwendig.
Da einige Systeme am Felgenboden aufliegen und die Seitenflanken des Reifens mit abdecken, ist die Kontrolle des Luftdrucks oder das Luftablassen nicht immer einfach. PTN und Tire Trooper lassen hier Federn, bei FTD ist das Ganze oft schlichtweg nicht möglich. Bei Tubeless-Systemen sollte je nach Nutzung und klimatischen Bedingungen nach zwei bis drei Monaten Dichtmilch nachgefüllt werden. Da, wie beim Luftdruck schon beschrieben, manche Systeme zum Reifen hin abdichten, ist es dann aufwendig, die Dichtmilch in den Reifen zu bekommen. Schlusslichter sind hier FTD und Schwalbe.
Da die Systeme im Reifen sitzen, ist das weit außenliegende Gewicht durch das Trägheitsmoment gerade beim Beschleunigen und Bremsen von Bedeutung. Durch die Einlagen fahren sich manche Laufräder in der Praxis etwas anders. Eher unsensible Fahrer konnten den Effekt nicht zuordnen, feinfühlige Tester sprachen das Thema genau an: Eng am Reifen und der Felge anliegende Systeme wie Csixx, CushCore, FTD, Tire Trooper, Vittoria und vor allem Tannus dämpfen und schlucken feine Vibrationen, was sogar zu einer geringeren Armermüdung führen kann.
Werden Tubelessreifen mit wenig Luftdruck hart in Kurven gefahren oder nach einem Sprung schräg belastet, kommt es vor, dass die Reifenwulst kurz aus dem Felgenhorn springt und schlagartig Luft entweicht. Sicherheitstechnisch ist das bedenklich! CushCore unterbindet Burping so gut wie vollständig. Im direkten Vergleich aller Probanden zeigt sich: Bis auf Tannus (plus 60 Prozent) bleibt der Rollwiderstand auf dem gleichen Niveau wie ohne System.
Im besten Fall sichert die Einlage den Reifen vor Burping und Abspringen von der Felge, bietet eine eher harte Konsistenz, um die Felge bei der Weiterfahrt vor Schäden zu bewahren. Am besten gelingt das CushCore, knapp vor Schwalbe. Zudem sehen beide Systeme auch nach einigen Kilometern noch gut aus.
Bezogen auf den Prüfstandtest kann man die Probanden in vier Klassen einteilen: Sieger ist mit Abstand Csixx vor CushCore. Dann folgen Schwalbe, Tannus und Vittoria vor der Gruppe aus MarshGuard, Huck Norris, PTN und Tire Trooper. Schlusslicht ist FTD.
Weitere Einflussfaktoren auf die Pannensicherheit
Doch wir haben auch getestet, inwiefern die Reifenbreite, die Karkasse, Profile und Gummimischungen mitwirken. Das Ergebnis überrascht nicht: Während Profil und Gummimischung vor allem beim Rollwiderstand ihren Einfluss haben, ist der Einfluss auf die Durchschlagswerte vernachlässigbar. Werden bei der Breite Felge und Luftdruck angepasst, sind auch hier die Unterschiede überraschend gering.
Anders die Karkasse: Umso massiver die Karkasse, desto höher der Pannenschutz (und Rollwiderstand). Vergleicht man eine leichte SnakeSkin Touren- mit einer SuperGravity Endurokarkasse, steigt das Gewicht um 35 Prozent, die Pannensicherheit aber um ganze 80 Prozent.
Die Hersteller sprechen im Schnitt von etwa einem Jahr bei regelmäßigem Einsatz, was natürlich auch vom Fahrstil, der Geländeform, der Reifenkarkasse und dem Luftdruck abhängt. Bei hartem Einsatz verkürzt sich das Leben enorm. Ausnahme ist Schwalbe: Durch den Verzicht von Schaum ist das System quasi unbegrenzt nutzbar.
Tubeless-Systeme: Eine Revolution?
Tubeless-Systeme, bei denen der „Mantel“ ohne Schlauch - dafür mit einer abdichtenden und Pannen sofort und selbst schließenden Sealant-Milch - auf der Felge montiert wird, haben sich im Mountainbike- und Gravel-Bereich bereits weitgehend durchgesetzt. Nicht ohne Grund: Denn gerade bei breiten Reifen und niedrigen Luftdrücken von weniger als 3,5 Bar funktioniert das System besonders gut.
Die in vielen Fällen sehr geringen Rollwiderstands-Werte bei den Tubeless-Reifen sind in diesem Test auffällig. Auch der Praxis-Eindruck war meist überzeugend. Die Erfahrung mit mehreren hundert Reifen und Felgen in den vergangenen Jahren zeigt: Das Tubeless-System macht auch für den Einsatz am Rennrad große Fortschritte. Die „Negativ-Erfahrungen“ mit Montageproblemen oder entweichender Luft werden immer seltener. Immer häufiger sind viele Felgen und Reifen miteinander kompatibel - einfacher zu montieren, luftdichter und sicherer.
Reifenbreite und ihre Auswirkungen
Ein breiterer Reifen hat bei gleichem Luftdruck in der Regel einen geringeren Rollwiderstand als ein schmaler. Auch verringert sich die Kontaktfläche bei einer seitlichen Neigung weniger stark - dies bringt mehr Grip in Kurven. Ein weiterer Vorteil: Ist der Luftdruck geringer, dann rollt der Reifen leichter über Gegenstände hinweg, die eine potenzielle Pannen-Gefahr darstellen.
Empfehlungen und Fazit
Schwalbe sichert sich mit gutem Pannenschutz, Vorteilen bei Notlaufeigenschaften und Burping eine Empfehlung. Allerdings mit eingeschränkter Nutzbarkeit bezüglich Felgenfreigaben. Wer nur etwas mehr Pannenschutz will und aufs Gewicht achtet, ist mit der günstigen Nudel von PTN gut bedient.
Die positiven Effekte von Pannenschutzsystemen sind in der Praxis klar nachvollziehbar. Sie schonen Material und reduzieren die Zahl der Platten. Das Mehrgewicht und selbst ein höherer Rollwiderstand sind zudem durch die Motorunterstützung bei weitem nicht so relevant wie beim klassischen Bike.
Alltags- und Tourenfahrer nutzen ein solches System in Verbindung mit Tourenkarkassen, erhöhen so den Pannenschutz bei weiterhin geringem Rollwiderstand und damit auch gesteigerter Akkureichweite.
Dennoch ragen einige Modelle heraus. Der Grand Prix 5000 von Continental überzeugt unter den Clincher-Modellen besonders - sowohl durch seine Laborwerte beim Rollwiderstand und beim Pannenschutz als auch durch die Praxiseindrücke zum Grip und zum Abrollverhalten. Dieses Allround-Top-Niveau erreicht ansonsten nur der Pro One von Schwalbe.
Die Qual der Wahl: Den richtigen Reifen finden
Die Wahl des richtigen Rennradreifens hängt stark von den persönlichen Anforderungen ab. Der Rollwiderstand ist ein zentraler Faktor, der die Effizienz des Reifens beschreibt. Er definiert den Energieverlust, der entsteht, wenn sich der Reifen unter Belastung verformt.
Einflussfaktoren auf den Rollwiderstand sind etwa die Reifenbreite, der Luftdruck, die Gummimischung und das Profil beziehungsweise dessen Tiefe. Breitere Reifen reduzieren den Rollwiderstand auf glatten Oberflächen.
Die richtige Reifengröße finden
Welcher Reifen schlussendlich auch auf Ihr Rad passt, hängt von der Fahrradreifen Größe Ihrer Felgen und Räder ab. Da die unterschiedlichen Durchmesser bei Reifen entweder in Zoll oder in ETRTO (= European Tire and Rim Technical Organization) angegeben sind, ist es etwas schwierig, hier den Überblick zu bewahren. Generell finden Sie die Größenangabe eines Reifens aber immer auf ihm selbst, ähnlich wie beim Auto.
ZollIm Vergleich zu ETRTO ist die Angabe in Zoll noch sehr weit verbreitet, aber auch sehr ungenau. Die meisten Räder - sowohl für Herren, Kinder und Damen - haben 28 Zoll. Damit geben die Hersteller den geschätzten Wert des Außendurchmessers an. Zudem ist auch die Reifenbreite wichtig, die sich meist um den Wert +1 bewegt.
ETRTOETRTO steht für European Tire and Rim Technical Organization. ETRTO bezieht sich im Gegensatz zur Zollangabe auf den Innendurchmesser und ebenfalls auf die Reifenbreite. Die Maßeinheit Millimeter (mm) ist dabei deutlich genauer als die Angabe in Zoll. Das obige Beispiel - 28 x 1.40 - entspricht einem ETRTO Fahrradreifen 37-622.
Unplattbare Fahrradreifen: Was macht sie aus?
Wenn Fahrradreifen als unplattbar bezeichnet werden, haben sie einen sogenannten Pannenschutz. Der Hersteller Schwalbe verwendet eine 3 mm dicke Schicht namens „GreenGuard“, bestehend aus recycelten Materialien. Continental nennt seinen „Gummibreaker“ ein „extra PunctureBelt“, welches den Reifen sowohl unterhalb des Profils als auch an den Seitenwänden verstärkt.
Auch bei einem Fahrradreifen unplattbar Test und Vergleich sollte jedoch auf verschiedene Punkte geachtet werden. Fahrradreifen unplattbar haben in der Regel einen geringeren Abrieb als andere Reifen-Arten. Zudem sollten sie natürlich tatsächlich den Kontakt zu und das Eindringen von Fremdkörper überstehen können.
Wiederum ist es nicht die beste Wahl, einen besonders breiten oder besonders schmalen Reifen zu wählen. Breitere Fahrradreifen bieten einen besseren Halt, erlauben jedoch kaum hohe Geschwindigkeiten. Schmalere Reifen haben eine kleinere Kontaktfläche zum Boden, dadurch fahren sie sich leichter und können mit weniger Aufwand höhere Geschwindigkeiten erreichen. Allerdings bieten sie auch weniger Stabilität.
Art und Dicke des Pannenschutzes sollten bei den Fahrradreifen unplattbar in jedem Fall in Vergleich und Test erwähnt werden. Ein drei Millimeter starker Pannenschutz hält naturgemäß weniger aus, als ein Reifen mit einem fünf Millimeter dicken Pannenschutz. Häufig bestehen diese aus einem Materialgemisch, beispielsweise Kautschuk und recyceltem Kunststoff.
Vor- und Nachteile des Online-Kaufs
Wenn Fahrradreifen unplattbar gekauft werden sollen, stellt sich auch die Frage, wo sie erworben werden sollen. Direkt im Fachhandel vor Ort oder im Internet? Beide Varianten bieten verschiedene Vorzüge und Nachteile.
Die Auswahl im Internet ist deutlich größer als im stationären Handel. Jedes erhältliche Modell kann online gefunden werden. Im Fachhandel kann eine direkte Beratung in Anspruch genommen werden. Online finden sich hingegen verschiedene Ratgeber.
Ob sich die Fahrradreifen unplattbar bei einem anderen Händler günstiger finden, lässt sich im Internet mit einer einfachen Suche und wenigen Klicks ganz bequem und schnell feststellen.
Alternativen zu unplattbaren Reifen
Eine Alternative zu den Fahrradreifen unplattbar stellen unter anderem Drahtreifen dar. Hier sorgt eine Drahtgestell für zusätzliche Stabilität. Eine weitere Alternative sind Vollgummireifen. Diese sind nicht luftgefüllt, sondern bestehen - wie der Name bereits verrät - vollständig aus Gummi.
Eine weitere Alternative ist das Einbringen von einem Pannenschutz. Hierbei handelt es sich um eine Art Folie, die zwischen Mantel und Schlauch eingebracht wird. Der Vorteil hierbei ist, dass weder Reifen noch Schlauch gewechselt werden müssen.
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