Die Pedale sind neben Sattel und Lenker die einzigen Kontaktpunkte zwischen Fahrer und Fahrrad. Die Pedale wandeln die Tretkraft des Radfahrers in Vortrieb um, und treiben so das Fahrrad an. Damit sind die Pedale essenziell wichtig für jedes Fahrrad und sollten - je nach Fahrradtyp sowie Einsatzgebiet - bestimmte Voraussetzungen in puncto Sicherheit, Grip und Handling erfüllen.
Arten von Fahrradpedalen
In unserem Sortiment finden Sie alle gängigen Pedal-Typen. Wir unterscheiden zwischen Klassik-, Plattform- und Klickpedalen. Je nach Fahrrad-Typ werden auch die zugehörigen Pedale in ihren Typen unterschieden. In unserem Sortiment finden Sie beispielsweise Trekkingpedale, Rennradpedale, Pedale für Kinder oder auch solche mit besonders großer Plattform.
- Klassische Pedale: Bei ganz gewöhnlichen Fahrrädern, bei Trekking- oder Citybikes sind im Regelfall klassische Pedale verbaut.
- Plattformpedale: Jedes Bike, das sich härterem Gelände stellen muss, sollte mit sogenannten Plattformpedalen ausgestattet sein. Diese Pedale sind mit Pins ausgestattet, die sich in die Schuhe des Fahrers oder der Fahrerin bohren und so für sicheren Halt sorgen.
- Klickpedale: Wenn Sie gerne mit dem Rennrad unterwegs sind und besonders fest mit den Pedalen verbunden sein möchten, empfiehlt es sich, spezielle Klickpedale zu nutzen, umgangssprachlich auch Clickies genannt. Diese lassen sich mit extra dafür angefertigten Rennrad-Schuhen verbinden und Sie als Fahrer können den Fuß nicht mehr von der Pedale lösen.
- Kinderrad-Pedale: Kleine Fahrer, kleine Füße: darum sind unsere Kinderrad-Pedale ideal auf die Gegebenheiten angepasst! Die kleinere Größe erlaubt es, dass Ihr Kind beste Kontrolle über das Rad hat und den Fuß sicher abstellen kann. Eine zu große Pedale kann zu rutschig sein, sodass die Sturzgefahr sich erhöht. Gleichzeitig gilt aber auch umgekehrt, dass Sie als Erwachsener auf den kleinen Pedalen keinen Halt finden würden.
Gewindearten bei Fahrradpedalen
Am Fahrrad wimmelt es nur so von Gewinden. Speichen, Achsen, Tretlager, Ventile sind nur einige Komponenten am Fahrrad, in denen Gewinde verbaut sind. Das Fahrrad hat seine eigene Gewindenorm. Im Laufe der Entwicklung des Fahrrades sind einige Normierungen für diese Komponenten entstanden. Durch die historische Entwicklung ist diese jedoch nicht weltweit einheitlich.
Das Pedal ist der Teil des Fahrrads, auf den man für gewöhnlich seinen Fuß stellt. Es ist wichtig zu wissen, dass das rechte und linke Pedal ein unterschiedliches Gewinde haben.
- Das rechte Pedal hat ein normales Rechtsgewinde.
- Das linke Pedal hat ein Linksgewinde.
Der Grund hierfür ist vielleicht nicht sofort offensichtlich. Das Linksgewinde im linken Pedal war keine rein theoretische Erfindung. Es war die Lösung zu einem real existierenden Problem: Die linken Pedale schraubten sich selbsttätig los! Sheldon Brown meinte, gelesen zu haben, dass das Linksgewinde am linken Pedal eine Erfindung der Gebrüder Wright war.
Warum unterschiedliche Gewinde?
Manche Ignoranten, die sich außerhalb der Fahrradindustrie bewegen, machen die erstaunliche Entdeckung, dass das wohl seit 100 Jahren falsch gemacht wurde. Diese Narren kommen auf die schlaue Idee, das Linksgewinde in die rechte Kurbel und das Rechtsgewinde in die Linke Kurbel zu verpflanzen. Eine weitere verbreitete Theorie dieser Sessel-Ingenieure ist es, dass durch das Vertauschen der Gewinde, sich die Pedalen selbsttätig herausschrauben, falls die Lager der Pedale sich plötzlich sperren.
Die Kraft, die durch die Lagerreibung aufgebracht wird, würde tatsächlich dafür sorgen, dass sich die Pedalgewinde selbsttätig lösen würden. Dieses Phänomen kannst Du mit einem einfachen Experiment selbst nachstellen. Halte einen Bleistift lose in Deiner Hand und bewege das Ende des Bleistift in einer Kreisbewegung.
Achtung: Die Präzession entbindet den geneigten Leser nicht davon, seine Pedale gut und fest zu verschrauben. Es ist sogar sehr wichtig, dies zu machen.
Fahrradgewindearten
Das Fahrrad hat an seinen vielen Fahrradgewindearten eine wahre Fundgrube. Wie so oft liegen die Gründe dafür in der Vergangenheit. Vor allem im 19. Jahrhundert, mit dem Siegeszug des Fahrrads, wurde andernorts adaptiert, anderes nicht. So sind die Fahrradgewindearten erhalten geblieben.
Da Fahrräder in aller Welt hergestellt werden, ist die Zuordnung eines Gewindes nicht nur von der jeweiligen Komponente abhängig, sondern insbesondere von der Herkunft des Fahrrades. So z.B. werden bei italienischen Fahrradherstellern, auch italienische Normgewinde verbaut. Diese sind zwar relativ identisch mit gängigen Komponentenherstellern, haben allerdings einen Flankenwinkel von 55°. So kann bei falschverwendetem Flankenwinkel im Schneideinsatz das Gewinde zerstört werden.
FG Gewinde
Los geht es mit der Fahrradgewindeart FG. Das Fahrrad-Gewinde ist ein relativ feines Gewinde, welches jedoch in seiner Definition nicht als Feingewinde bezeichnet wird. Durch die britisch-amerikanische Herkunft dieses Standards sind die Bemaßungen der jeweiligen Gewindegrößen auch nicht sauber in mm angegeben. Die Bezeichnung FG 2 beispielsweise sagt aus, dass es sich bei dieser Größe um den Nenndurchmesser 2 mm handelt.
Das FG Gewinde wird an Stellen eingesetzt, an der sehr hohe Kräfte wirken. Dazu gehören die Achsen, jedoch nicht alle Typen. Vollachsen werden vorne und hinten mit dieser Gewindeart versehen. Auch an einigen Innenlagerschalen lässt sich das FG Gewinde entdecken. Standard ist hier das FG 14,3. Hier wird auch häufig das Linksgewinde verwendet.
Metrisches Gewinde
Und jetzt noch zum metrischen Gewinde. Das metrische Gewinde DIN 352 (Regelgewinde) bzw. Feingewinde DIN 2182 verwendet. Es wird mit einem M, gefolgt vom Nenndurchmesser, angegeben. Es hat einen Flankenwinkel von 60°, jedoch eine kleinere Steigung.
VG Gewinde
ist nach DIN 7756 genormt und trägt das Kürzel VG. Es hat ein Nennmaß in mm, die Steigung ist in Gang pro Zoll angegeben. Die Steigung beträgt 2,096 mm.
Weitere Gewindeinformationen
- Kleinere metrische bzw. Fauber bzw. Ältere französische Fahrräder hatten 14 mm x 1.25 mm Gewinde. Zum Glück sind diese aber sehr selten.
- Pedale mit französischem Gewinde sind meist mit einem "D" und einem "G" (französisch für "droite" (rechts) und "gauche" (links) gekennzeichnet.
Ein Pedal mit französischem Gewinde kann man in eine Standardkurbel schrauben (und umgekehrt), sie bleiben jedoch schon bald stecken. Wenn man mit Gewalt weiter schraubt, zerstört man das Gewinde der Kurbel.
In den frühen 1980er Jahren hat Shimano versucht, sehr große Gewindegrößen zu etablieren. Dieses System hieß Dyna Drive. Hierbei wurde das Pedallager innerhalb der Kurbel verlegt, so dass der Fuß knapp unterhalb des Drehpunkts des Pedallagers stand. Es wurde verbreitet, dass das biomechanische Vorteile bringt.
Diese Pedalgewindeformen haben 100 Jahre inudstrieller Unbeweglichkeit hinter sich und keine dieser Formen ist ideal. Ein besseres System müsste eine konische Oberfläche zwischen Pedalwelle und Kurbel haben, um Fraßkorrosion durch die minimalen Bewegungen der Pedalwelle innerhalb der Kurbel zu vermeiden.
Pedalwechsel: Worauf man achten muss
Immer wieder kommen Kunden zu uns, die Ihre Pedale selber gewechselt und durch falsche Handhabung Pedale und sogar Kurbeln irreparabel beschädigt haben. Woran erkenne ich das linke bzw. Das linke Pedal hat meistens an der Achse eine Riffelung während das rechte eine glatte Fläche hat (siehe Bild). Damit die Pedale sich während der Fahr nicht lockern solltet Ihr Sie richtig festschrauben.
Anleitung zum Pedalwechsel
Wenn Sie sich für ein neues Pedal-Modell entschieden haben, sollten Sie auch wissen, wie Sie diese nun an Ihrem Bike befestigen. Die meisten Pedale lassen sich mit einem Maulschlüssel der Größe 15 oder mit einem Inbusschlüssel der Größe 8 lösen. Setzen Sie den Maulschlüssel zwischen Plattform und Kurbel an und lösen Sie die Schraube. Der Inbusschlüssel dagegen dagegen von innen an der Pedalachse angesetzt. Drehen Sie nun die Pedale nach hinten heraus und setzen Sie schließlich die neue Pedale an, die Sie nach vorne drehen müssen, um sie zu befestigen. Achten Sie darauf, dass Sie die Pedale nicht falsch herum draufsetzen, sonst kann das Gewinde kaputt gehen!
Fast alle Pedale sind mit einem L und einem R gekennzeichnet. Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass an Ihren Pedalen kleine orangefarbene Plättchen sind? Das sind zusätzliche kleine Reflektoren, die dafür sorgen, dass Sie auch von hinten gut gesehen werden. Besonders in der kalten Jahreszeit, wenn es früh dunkel wird, ist die Sicherheit durch Sichtbarkeit existenziell wichtig.
Erfahrungsgemäß lassen sich die Pedal oft schwer lösen, deshalb empfehlen wir auch hier mit einem langen Gabelschlüssel zu arbeiten. Falls die Pedale schon leicht eingerostet sind, solltet Ihr von aussen das Gewinde ölen und mit einem langen Gabelschlüssel (längerer Hebel) das Pedal lösen. Falls das nicht funktioniert kann man noch die Kurbel/pedal mit einem Heißluftfön erhitzen.
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