Biken gilt als besonders schonend für die Gelenke, da die kreisförmige, regelmäßige Bewegung Blut durch die Gelenkknorpel pumpt und die Produktion von Gelenkflüssigkeit anregt. Das Knie wird quasi geschmiert wie ein Lager mit der Fettpresse. Doch die Kehrseite der Medaille ist die hohe Sturzgefahr beim Mountainbiken, die erhebliche Risiken birgt. Laut einer Statistik der AGA (Gesellschaft für Arthroskopie und Gelenkchirurgie) sind drei Viertel aller Verletzungen Schürfwunden, Platzwunden und Prellungen der unteren Extremität. Zumindest am Knie ließen sich viele dieser Verletzungen verhindern oder zumindest abschwächen.
Die Qualität der Fahrradausrüstung hat sich über die letzten Jahre und Jahrzehnte enorm verbessert. Neue Materialien wurden gefunden und verwendet und auch in Sachen Schutz des Bikers hat sich eine Menge getan. Hochfunktionale Fahrradhelme und schützende Handschuhe gehören bei jedem Biker, egal ob Crosser, Rennradler oder Downhiller, zur normalen Tourausrüstung.
In unserem Fahrrad Protektoren Test kümmern wir von Profirad uns also um Ihre Gesundheit und sagen Ihnen, wozu und wann Sie Protektoren brauchen, welche Bike-Protektoren es gibt und alles weitere rund um den Schutz für Ihre Gelenke und Knochen.
Warum Protektoren beim Biken wichtig sind
Es gibt keinen Grund, keine Protektoren beim Biken zu tragen. Gerade, wenn Sie auf halsbrecherische Abfahrten und Routen stehen, sollten Sie lieber vorsorgen und sich ausreichend schützen, bevor es richtig kracht. Und zu einem „ausreichenden Schutz“ gehören Protektoren nunmal dazu. Angefangen bei einfachen Knieprotektoren, die vor nicht viel mehr als Schürfwunden schützen, bis hin zu hochwertigen Rückenschutzsystemen gibt es heutzutage im Fachgeschäft (fast) alles.
Sowohl für Trekkingbiker und Crosser, aber auch für den „Ottonormalbiker“ reichen gute Helme und einfache Knieprotektoren ziemlich sicher aus. Gerade Enduro-Biker und Downhiller sollten sich allerdings zusätzlich nach guten Protektorjacken erkundigen, welche den ganzen Rücken und auch Bereiche der Brust und des Nackens effektiv bei Stürzen in Abfahrten oder ähnlichem schützen. Neue, effektive Protektorenrucksäcke reichen dagegen bei Hobbybikern meistens aus.
Moderne Knieschoner: sicher und trotzdem bequem
Doch Knieschoner haben noch immer keinen allzu guten Ruf: schwitzig, schwer und unbequem - so lauten die gängigen Vorurteile. Mag sein, dass das vor einigen Jahren noch zutreffend war, als man versuchte, mithilfe von hartschalenbedeckter Schaumpolster die Einschläge abzufangen. Doch die Einführung sogenannter viskoelastischer PU-Schäume hat den Knieschoner-Markt einmal auf links gekrempelt. Ihre Eigenschaften sind geradezu phänomenal: Sie sind leicht, sprechen selbst bei geringen Krafteinwirkungen ohne Verzögerung an und nehmen schon nach kurzer Zeit wieder ihre ursprüngliche Form an.
Zudem sind die PU-Schäume im Gegensatz zu vielen anderen Dämpfungsmaterialien mehrschlagfähig und passen sich flexibel der Anatomie des Trägers an.
Für unseren aktuellen Test haben wir ein Gewichtslimit von 400 Gramm für das Paar in Größe L gesetzt. Alles, was darüber liegt, empfiehlt sich eher für den Einsatz im Bikepark und ist mehr auf maximalen Schutz im Downhill als auf Tragekomfort und Belüftung ausgelegt. Zwölf Knieschoner haben diese Hürde genommen und wurden von uns sowohl im Labor als auch in der Praxis ausgiebig getestet. Die leichten Trail-Schoner schneiden im Labor zum Teil kaum schlechter ab als schwere Modelle für den Bikepark. Weil ihnen aber die Klett-Straps zur besseren Fixierung fehlen, ist eine optimale Passform hier besonders entscheidend.
Verschiedene Arten von Fahrradprotektoren
Grundsätzlich gibt es beim gut ausgerüsteten Fachhändler für jeden Körperteil einen gewissen Protektor. Wir von Profirad treffen daher eine grundsätzliche Unterscheidung zwischen sogenannten Einzelprotektoren, die gewisse Bereiche (z. Bsp.: das Knie) des Sportlers schützen und richtigen Protektorsystemen, also gemeinhin Protektorjacken. Wie schon erwähnt, gibt es quasi für jedes Gelenk und jeden Teil des Körpers einen eigenen Protektor.
- Gelenkprotektoren: schützen die empfindlichen Gelenke wie Knie, Schulter und Ellenbogen bei Stürzen effektiv.
- Schienbeinprotektoren: schützen die Schienbeine einerseits bei Stürzen, aber andererseits auch bei Schlägen gegen das Bein.
- Protektorjacken: schützen den Körper des Bikers großflächig, aber dabei mindestens genau so effektiv.
Einer der Hauptvorteile der Jacken gegenüber Einzelprotektoren ist die extrem einfache Handhabung. Im Prinzip läuft es so ab: Jacke anziehen und fertig! Darüber hinaus können Sie auch nichts vergessen, da Sie alles am eigenen Körper tragen und - bei richtiger Passform - verrutscht bei einem Sturz auch nichts.
Worauf Sie beim Kauf von Protektoren achten sollten
Égal, ob Sie nun eher ein Verfechter von Einzelprotektoren oder von Schutzsystemen wie Protektorjacken sind: Bei allen Fahrrad Protektoren sollten Sie auf drei weitere wichtige Punkte achten. Einerseits natürlich der Schutz, den diese Protektoren bieten. Aber andererseits spielen auch Passform und Komfort sowie das Material eine wichtige Rolle.
Grundsätzlich gilt bei Protektoren das selbe wie bei anderen Schutzelementen wie Fahrradhelmen, -handschuhen oder auch -trikots: Die Schutzteile können nur dann ihre volle Wirkung entfalten, wenn sie richtig am Körper anliegen. Dabei sollte die Jacke bzw. die einzelnen Schutzteile durchaus eng am Körper anliegen, aber nicht so eng, dass Sie den Körper regelrecht einschnüren.
Materialien und Komfort
Gerade bei Hartschalenprotektoren sollten Sie darauf achten, dass die Polsterung unter den einzelnen Schutzelementen und Plastikplatten ausreichend dick ist. Bei allen Protektoren, aber insbesondere bei Protektorjacken, unterscheiden wir von Profirad zwischen Hartschalen-Modellen und Softjacken. Während die Hartschalenjacken langsam aber sicher vom Markt verdrängt werden, drängen sie Softies immer mehr ins Rampenlicht. Zwar meist etwas teurer als ihre schweren Brüder zeichnen sich Softjacken durch eine ausgezeichnete Belüftung bei sehr geringem Gewicht aus.
Viele Hersteller setzen bei Protektorjacken auf eine Mischung aus Hartschalen- und Softjacke. Das richtige Material zu wählen und auf den optimalen Sitz zu achten, machen Sie weswegen? Richtig, um den idealen Schutz zu erhalten.
Selbstverständlich müssen alle Knieschoner, die in Deutschland in den Verkauf gehen, die Normprüfung EN 1621-1:2012 bestehen. Dass es innerhalb dieser Grenzen jedoch große Unterschiede gibt, beweist unser Test. Mit gerade mal 9,57 kN Restkraft würde der Flow 2.0 von IXS auch locker das schwere Level 2 der Norm erfüllen. Pearl Izumis Summit nimmt dagegen mit 30,76 kN nur knapp die Hürde zu Level 1.
Dieses Prüfzeichen sollte sich sowohl am Strumpf als auch auf dem Protektor befinden. Es beweist, dass der Schoner die Normprüfung erfolgreich bestanden hat.
Produktvorstellungen und Tests
Rockrider MTB Protektoren Feel D_Strong D3O
Mit den neuen Rockrider Ellbogen- und Knieprotektoren Feel D_Strong D3O beweist Decathlon, dass auch im Bereich Enduro in Zukunft mit der Marke gerechnet werden muss. Die Schoner sind durchdacht und qualitativ wirklich gut. Neben dem hohen Schutz begeistern die Protektoren zudem durch einen guten Tragekomfort - und das zu einem sehr fairen Preis.
- Preise pro Paar: Ellbogen 49,99 Euro - Knie 59,99 Euro
- Erhältliche Größen: S, M, L, XL
- Gemessenes Gewicht (Größe M): Ellbogen 147 Gramm / Stck.
Evoc LS Flex Reihe
Die neuen Evoc Ellbogen- und Knieprotektoren der LS Flex Reihe setzten laut Hersteller höchste Standards in Sachen Sicherheit und Komfort. Grund dafür: die hochflexible Lightshield (LS) Flex Protektor-Technologie.
Die LS Flex Enduro bieten Dir aber einen verlässlichen Knieschutz mit Level-2-Schutzklasse. Die LS Flex Lite sind ideal für den entspannten Mountainbikeausflug.
Weitere getestete Produkte
Decathlon Knie- und Ellbogen Protektoren
Ein gutes Produkt, ob für Anfänger oder Fortgeschrittene. Man muss sich allerdings etwas an die Protektoren gewöhnen, denn unauffällig sind sie nicht während der Fahrt. Und ganz ohne leichtes Verrutschen oder Schweiß unter den Silikonstreifen kommt man dann doch nicht ganz aus. Es gibt aber wirklich nichts zu monieren, wenn es um ihren eigentlichen Zweck geht - den Schutz des Fahrers. 7,5/10.
LP1-Protektoren
Die LP1-Protektoren bieten optimalen Schutz vor Stößen. Das besonders strapazierfähige Material am Knie und die CE- und UKCA-Zertifizierung gemäß dem Protokoll EB0804044 unterstreichen ihre Qualität. Besonderes Augenmerk wurde auf die Materialien in der Kniekehle gelegt, die leicht und atmungsaktiv sind, um die Belüftung zu verbessern und Schweißbildung zu reduzieren. Ein gutes Sicherheitsnetz für Trailtage!
Protektor-Shorts
Die Protektor-Shorts sollen einen unauffälligen Schutz auf MTB-Touren bieten. Die Einsätze sollen das Steißbein, die Hüften und die Oberschenkel vor möglichen Stößen schützen. Die Shorts sind aus hochwertigen Materialien gefertigt und bieten durch ihren eng anliegenden Schnitt und den weichen, atmungsaktiven Stoff ein angenehmes Tragegefühl. 8/10.
Schutzwirkung und Normen
Zumindest was die Impact-Prüfungen anbelangt, bieten auch die leichteren Trail-Schoner im Testfeld normgerechten Mindestschutz. Und auf alle Fälle ist es besser, einen leichten Protektor zu tragen, als gar keinen! Allerdings sollte man auf guten Sitz achten, der ist bei Light-Schonern aufgrund zumeist fehlender Fixiermöglichkeiten oft etwas kritisch.
Nach Möglichkeit Schoner mit Markenprotektoren verwenden. Ein nach Motorradnorm EN 1621-1:2012 geprüfter Protektor ist die Mindestanforderung. Ob ein Level-1-Protektor genügt oder ob es das höhere Schutzlevel 2 sein soll, muss jeder für sich entscheiden. Schließlich schränken dickere, schwerere Kandidaten zumeist die Beweglichkeit etwas ein. Ganz wichtig: eine Anprobe oder sogar Probefahrt, um den perfekten Sitz zu prüfen.
Wenn hochwertige Marken-Schaumprotektoren drin stecken, können Schoner zumeist bedenkenlos weiterverwendet werden - ein visueller Check, ob Risse oder Ausbrüche entstanden sind, vorausgesetzt Hartschalenprotektoren und minderwertige Schäume sind nach einem Impact meist hinüber (zu sehen an irreversiblen Verformungen). Ähnlich wie bei Helmen, deren EPS- oder EPP-Schale nach einem Einschlag komprimiert bleibt und nicht mehr den vollen Schutz bietet.
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