Fahrrad-Radar-Sensor: Funktion und Sicherheit

Ein Radar Sensor am Fahrrad sorgt für Extra Sicherheit. Du kannst den Verkehr hinter dir im Blick behalten und wirst so nicht mehr von herannahenden Fahrzeugen überrascht. Das Garmin Varia Radar wird an der Sattelstütze montiert und per ANT+ mit dem GPS Radcomputer gekoppelt.

Ich stelle dir die grundsätzliche Funktionsweise von einem Radar Sensor für das Fahrrad vor und gebe dir Tipps zur Nutzung.

Funktionsweise des Garmin Varia Fahrradradars

Der Radar Sensor von Garmin erkennt herannahende Fahrzeuge auf bis zu 140 Meter Entfernung. Erkannt werden Fahrzeuge (Auto, LKW und Motorräder) die sich mit einer Geschwindigkeit zwischen 10 und 160 km/h nähern. Bis zu 8 Fahrzeuge können gleichzeitig erkannt werden.

Der Radar Sensor wird dazu möglichst hoch über der Straße im Bereich Sattel / Sattelstütze montiert. Der Sensor deckt einen Winkel von 40 Grad ab und kann so auch seitlich kommende Fahrzeuge erkennen und funktioniert in Kurven. Zum Beobachten von Verfolgern im Rennen ist das Radar daher nicht geeignet.

ACHTUNG! Das Gerät kann das Situationsbewusstsein verbessern. Es soll nicht die Aufmerksamkeit des Radfahrers und dessen Urteilsvermögen ersetzen. Sei dir jederzeit deiner Umgebung bewusst und halte die Regeln für sicheres Fahren ein.

Kompatibilität und Konnektivität

Das smarte und kompakte Radar lässt sich mit deinem Edge-Radcomputer oder einem kompatiblen Smartphone sowie mit bestimmten Garmin-Wearables oder der optionalen Radar-Displayeinheit koppeln - auf Wunsch sogar synchron. Dank des Garmin Connect IQ Systems lässt sich die Funktionalität am Garmin Edge Radcomputer erweitern.

  • EDGE/SMARTPHONE KOMPATIBEL: Das smarte und kompakte Radar lässt sich mit deinem Edge-Radcomputer oder einem kompatiblen Smartphone sowie mit bestimmten Garmin-Wearables oder der optionalen Radar-Displayeinheit koppeln - auf Wunsch sogar synchron.
  • KOMPATIBEL MIT DER VARIA-APP: Mit der Smartphone-App erhältst du die Warnung ab sofort auf deinem Telefon.
  • KOMPATIBEL MIT APPS VON DRITTANBIETERN: Bei Verwendung mit einem kompatiblen Smartphone wird das Varia-Radar mit deinen Lieblingsapps integriert, z. B. Ride with GPS, um eine Überlagerung der Karten mit Alarmen des Radars anzuzeigen.

Versionen des Garmin Radar Sensors

Von den Radar Sensoren von Garmin gibt es zwei unterschiedliche Versionen. Einmal die internationale Version, endet mit der Ziffer 5. Zum anderen die deutsche Version mit der Endziffer 6. Der entscheidende Unterschied ist das Licht. In Deutschland darf das laut StVZO mit maximal 5 Lumen leuchten und nicht blinken. Die Internationale Variante blinkt und leuchtet heller.

Ist ein Radar am Fahrrad im Straßenverkehr legal? Ja! Für die Radar Sensoren gilt das pauschal. Kritischer wird es bei der Beleuchtung. Da ist in den internationalen Ausführungen (Typ xx5) eine zu helle LED verbaut, die auch noch blinken kann. Genau dieser Beleuchtungsteil entspricht nicht der deutschen StVZO.

Funktionen und Eigenschaften

  • Radar-Annäherungsalarm mit integriertem Rücklicht
  • gemäß StVZO für alle Fahrräder zugelassen
  • erkennt herannahende Fahrzeuge und warnt über verbundene Endgeräte
  • erfasst bis zu 8 Fahrzeuge in bis zu 140 Metern Entfernung
  • Warnung über Displayanzeige, Warnton oder Vibrationsalarm (abhängig vom Endgerät)
  • kompatibel mit vielen GARMIN Edge Fahrradcomputern, GARMIN Wearables, Smartphones (iPhone, Android) und dem Varia Vision In-sight Display
  • kompatibel mit der kostenlosen GARMIN Varia-App sowie Drittanbieter-Apps wie z.B.

Sichtbarkeit und Design

  • AUSGEZEICHNETE SICHTBARKEIT AUS DER FERNE: Autofahrer werden dank der Tageslichtsichtbarkeit von bis zu 1,6 Kilometern so früh wie möglich auf dich aufmerksam gemacht. So bist du u.a. auch auf Landstraßen sicher unterwegs.
  • KOMPAKTES UND FORMSCHÖNES DESIGN: Montiere das formschöne, kompakte Radar mühelos an der Sattelstütze fast jedes Fahrrads für die Straßennutzung. Das vertikale Design verhindert dabei unerwünschte Beinkontakte.
  • LANGE AKKULAUFZEIT: Erhalte eine Akkulaufzeit von bis zu 9 Stunden.

Für zusätzliche Sicherheit sorgt das StVZO-konforme integrierte Rücklicht. Mit einer Tageslichtsichtbarkeit von bis zu 1,6 Kilometern überzeugt es als Tagfahrlicht ebenso wie bei Nacht und macht dank einer Akkulaufzeit von bis zu neun Stunden auch längere Touren locker mit. Der gute seitliche Abstrahlwinkel verschafft dir zudem auch an Kreuzungen einen sichtbaren Vorteil. So siehst du während der Fahrt, was hinter dir passiert.

Alternativen und Kosten

Gibt es Radar fürs Fahrrad nur von Garmin? Nein. Es gibt zwar noch Radar Geräte von Magene und Bryton. Beide Alternativen erfüllen allerdings nicht die deutschen Zulassungskriterien.

Was kostet Garmin Radar? Los geht es bei etwa 130 Euro mit dem Garmin Radar Sensor ohne Rücklicht. Garmin Varia Radar mit Rücklicht liegt bei etwa 180 Euro.

Garmin Varia RVR315 im Detail

Ich habe mir einen Garmin Varia RVR315 Radar zugelegt. Das ist die kleinere Variante des Garmin Varia RTL516. Er besteht nur aus dem Sensor Sensor in einem schwarzen Kunststoffgehäuse, das an der Sattelstütze nach hinten ausgerichtet wird. Im Grunde funktionieren beide Radargeräte gleich. Der Varia RTL 516 ist von den Abmessungen her etwas größer und verfügt zusätzlich zur Radarfunktion über ein LED Rücklicht.

Zur Montage des Garmin Varia RVR315 wird eine passende Halterung für die Sattelstütze mitgeliefert. Diese besteht aus einem abgewinkeltem Kunststoffteil mit typischem Garmin Anschluß. Mit Gummi-Einsätzen lässt sich die Halterung an die Sattelstütze anpassen. Wenn man den Sensor an mehreren Rädern verwenden möchte, kommt man meiner Meinung nach sowie nicht drum herum, zusätzliche Halterungen zu kaufen.

Integration mit Wahoo ELEMNT Radcomputer

Wie schon beschrieben, habe ich den Varia Radarsensor mit meinem wahoo ELMNT Roam gekoppelt. Der Sensor erkennt Fahrzeuge, die sich von hinten nähern, ab einem Abstand von 140m und einer Geschwindigkeit, die mindestens 10 km/h schneller ist, als man selbst gerade fährt. Es werden übrigens nicht nur Autos erkannt, sondern alles, was mit entsprechender Geschwindigkeit auf den Sensor zufährt.

Bei den Wahoo ELEMNT Radcomputern läßt sich konfigurieren, ob die Darstellung durch die linke LED Leiste oder durch einen farbigen Balken am linken Bildschirmrand erfolgt. Wenn sich kein Fahrzeug nähert ist der Balken hellgrün eingefärbt. Sobald ein Fahrzeug in den Bereich einfährt, der durch den Sensor überwacht wird, färbt sich der Balken orange und ein weißes Icon in Form eines Autos zeigt den ungefähren Abstand an. Bis zu 8 Fahrzeugen können in dieser Art und Weise auf dem Balken hintereinander dargestellt werden. Wenn sich ein Fahrzeug besonders schnell nähert, färbt sich der Balken rot.

Zusätzlich zu der Displayanzeige blinkt die obere LED Leiste des Radcomputers in der jeweiligen Farbe. Zusätzlich zu der optischen Signalisierung kann man auch Tonsignale einschalten. Man kann die Töne leider nicht leiser machen. Man kann sie aber komplett abschalten, wenn sie einen stören sollten.

Der Garmin Varia RVR315 funktioniert in Verbindung mit den wahoo Radcomputern wie ein digitaler Rückspiegel. Herkömmliche Spiegel kann man damit aber nicht vergleichen, denn der Radar ist dazu in der Lage den rückwärtigen Verkehr zu „beobachten“ und aktiv auf Gefahren durch heranfahrende Fahrzeuge hinzuweisen.

Das System funktioniert bisher absolut zuverlässig, es verleitet allerdings dazu, sich weniger häufig nach hinten umzudrehen z.B. wenn man auf die andere Straßenseite fahren möchte. Die Integration in die Ansichten des wahoo ELEMNT ist gut gelungen. Auch die Kopplung des Sensors funktioniert einwandfrei und automatisch, nachdem der Sensor einmal gekoppelt wurde.

Ein kleiner Wermutstropfen liegt jedoch in der Akkulaufzeit des Sensors. Der Akku hält maximal 7 Stunden und muss dann über micro USB wieder aufgeladen werden. Wenn man überlegt, was der Sensor im Betrieb alles leisten muss, sind die 7 Stunden aber nachvollziehbar.

Garmin Radar im Praxistest

Mit dem Radar bin ich zumindest gewarnt, dass ich den Lenker festhalten muss. Aber auch abseits extrem gefährlicher Situationen lässt das Radar es zu, dass ich nur auf die Straße vor mir konzentrieren kann. Mittelspur zu fahren, wenn der Belag am Rand nur aus Schlaglöchern besteht oder in Zweierreihe zu fahren, ohne am Abend Halsschmerzen vom vielen Kopfumdrehen zu haben, eröffnen mir einen ganz neuen Komfort auf Touren. Bisher nicht messbar sicherer, aber spürbar sicherer.

Ich nutze das RTL 516 mittlerweile auch auf Langstrecken als mein Hauptrücklicht. Da ich auch tagsüber nicht auf das Radar verzichten möchte, stellte sich mir immer die Frage, wie ich die Akkulaufzeit möglichst hochhalten könnte. Tagsüber benötige ich nicht unbedingt ein Rücklicht. Das lässt sich mittlerweile direkt am Gerät umsetzen, da es durch ein kurzes Drücken des Ein-Aus-Schalters nicht in einen völligen Standby ohne Radarfunktion verabschiedet, sondern tatsächlich nur die LED ein-ausgeschaltet wird und die Radarfunktion erhalten bleibt. Das heißt, ich kann auch nur das Radar ohne eigeschaltetes Rücklicht verwenden. Die Akkulaufzeit verdoppelt sich dadurch nicht, aber ich kam bei dieser Nutzungsart auf ca. 12 Stunden (davon aber 2 Stunden mit eingeschaltem Licht). Aber für mich heißt das, weniger laden unterwegs.

Das coole am Rader ist, dass ich es auch während des Betriebs (während der Fahrt) laden kann. Die meisten Rücklichter schalten sich ab, sobald ein Ladestrom fließt. Tagsüber ist das Rücklicht meist aus. Es gibt aber auch Streckenabschnitte, wo ich selbst in der hellsten Mittagssonne lieber mit Rücklicht fahre (mal abgesehen von Tunnelpassagen). Das Licht lässt sich über den Ein-Aus-Schalter auch während der Fahrt steuern, das ist aber etwas Gefummel und kann auf Kopfsteinpflaster schwierig werden. Nach etwas Gefummel hab ich herausgefunden, dass das Ganze auch über die Di2-Steuerung am Edge funktioniert. Dort lassen sich die Knöpfe an den Schalthebeln belegen. Das findet sich am Edge unter Sensorinformationen/Di2/Di2-Tasteneirichtung. Dort kann man die Funktion „Licht an/aus“ zuordnen. Ein etwas verstecktes Feature, das ich sehr nützlich finde. Jetzt kann ich das Rücklicht einfach schalten (während das Radar weiterhin aktiv bleibt), in dem ich das Knöpfchen am Schalthebel kurz gedrückt halte - funktioniert perfekt.

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