Fahrrad Rampe Holz selber bauen

Wer uns auf Instagram folgt, kommt nicht umhin zu bemerken: unser Sohn ist ein Fahrrad-Besessener im positiven Sinn. Mit 2,5 wurden auf seinen Wunsch hin die Pedale an sein Laufrad montiert, das zu dem Zeitpunkt auch schon seit fast einem Jahr Bremsen hatte, die waren auch nötig! 10 Minuten später fuhr er sicher Fahrrad und bis heute, knapp 3 Jahre später noch ohne nennenswerten Sturz.

Normal durch die Gegend fahren ist aber schon lange nicht mehr genug, Stock und Stein und Rampen sollten es schon sein, und jede Gelegenheit wird genutzt, um das springen zu testen. Vor einigen Wochen habe ich dann zusammen mit meinem Vater, der gerade bei uns in Pai ist, den Wunsch Realität werden lassen und eine Rampe gebaut.

Wir haben den Bau dokumentiert und eine Skizze für den Zuschnitt vorbereitet, falls ihr die Rampe nachbauen wollt. Wir haben mal wieder gebastelt - diesmal eine Sprungschanze für Liam, damit er an seinen Sprungfähigkeiten mit dem Fahrrad arbeiten kann.

Materialien für den Bau

Für den Bau einer solchen Rampe benötigt man:

  • eine große Sperrholz oder MDF Platte, ca. 1,2 cm dick.
  • Holzbalken, ca 4 x 8 cm stark, davon braucht man ca.
  • Holzschrauben
  • Akkuschrauber
  • Bohrer
  • Stichsäge

Wesentlich stärker sollte die Platte nicht sein, da die Rampe gebogen werden muss, was dann zum Problem werden könnte.

Darüber hinaus braucht man ganz viele Holzschrauben, einen Akkuschrauber und Bohrer sowie eine Stichsäge.

Schritte zum Bau der Rampe

Die genauen Schritte könnt ihr gut dem oben eingebetteten Video entnehmen.

Seitenteile

Die genauen Maße können der Skizze entnommen werden. Die Auffahrt (lange Seite) ist leicht gebogen. Für die Krümmung haben wir eine Poolnudel genutzt, Seth hat in der Originalanleitung die Verwendung eines biegbaren PVC Rohrs vorgeschlagen. Nachdem das erste Seitenteil ausgesägt war haben wir es als Schablone für das zweite genutzt, damit ist auch gewährleistet, dass die Krümmung identisch ist.

Oberflächen

Drei rechteckige Flächen sind notwendig. Beim größten Teil könnte man etwas mehr schneiden um etwas Spiel zu haben was den Übergang zum Boden anbelangt.

Rahmen der Konstruktion

Wir haben insgesamt 10 Balken mit je 58 cm Länge genutzt. Wenn ihr das im Baumarkt zuschneiden könnt - umso besser!

Ich nehme es gleich vorweg: wir haben uns zuerst an die Originalanleitung gehalten - was uns etwas mehr Arbeit als nötig eingebrockt hat. Das Problem war ganz einfach, dass Liams Fahrrad mit dem Zahnkranz an der Kante hängenblieb. Wir haben dann einfach das obere Plateau größer gemacht und dadurch etwas entschärft. Die Pedale setzen zwar nach wie vor auf, aber nur wenn die Kurbeln senkrecht stehen. Erste Lektion für Liam dementsprechend: vor dem Absprung die Kurbel in waagrechte Stellung bringen.

Weitere Tipps und Verbesserungen

Besser geht immer, in unserem Fall scheiterten zwei Ideen am fehlenden Werkzeug. Für den Einsatz mit dem Fahrrad sind wir aber durchaus zufrieden mit dem Ergebnis, die großen Reifen verzeihen da durchaus kleine Makel.

Mittels eines Schleifgeräts könnte man die Kante am Übergang vom Boden komplett ausgleichen. Das Sperrholz könnte dann aber splittern, eine dünnes Blech zur Verstärkung des Übergangs wäre eine Lösung. Die Übergänge von den Schrägen zum waagrechten Plateau sind durch den senkrechten Schnitt etwas holprig.

Liam hat sehr schnell rausgehabt wieviel Anlauf er benötigt um zu springen, ebenso wie die Tatsachte, dass die Kurbel waagrecht stehen müssen, um nicht aufzusetzen. Je nach Laune ist er mal schneller und mal langsamer.

Alternative Bauweise

Ich habe lange im Internet gesucht, Youtube, Blogs etc…, aber irgendwie war nicht wirklich etwas verwertbares dabei….keine Maßangaben oder ähnliches dabei. Dann kam das Gedanken machen über die eigentliche Größe der Rampe, wie höhe und Gesamtlänge. Klar, die Gesamtlänge war nun begrenzt durch den Kauf der kleinsten OSB Platte die es gab, aber ich wollte ja auch erstmal eine portable „Anfängerrampe“ bauen die man überall aufstellen konnte und keine Halfpipe.

Ich entschied mich auf eine Länge von einem Meter und einer Höhe von 45 Zentimetern, nur das Ganze nicht geradlinig ansteigend, sondern in einem gekurvten Anstieg. Nur wie kriegt man eine statisch ansteigende Kurve hin? Ganz einfach, Platte auf den Boden legen, einen Fixpunkt festlegen (in meinem Fall die Wäschespinne im Garten), eine lange Schnur und einen Stift. Somit kann man einen schönen Radius herbeizaubern, quasi ein riesengroßer Zirkel.

Ich habe heute die beiden Seitenteile fertig gesägt, um einen Arbeitsschritt zu sparen hatte ich den Kurvenverlauf nur auf ein Seitenteil angezeichnet, dann beide Platten exakt aufeinandergelegt und mit 4 Schraubzwingen fest verbunden. Somit brauchte ich nur einmal sägen und ich erhielt 2 exakt gleiche Seitenteile.

Danach schnappte ich mir 2 Dachlatten und zersägte diese auf mehrere Teile mit einer Länge von 50 Zentimetern. Somit konnte das verschrauben der beiden Seitenteile mit den Dachlatten beginnen, aber der angekündigte Regen setze ein und machte mir einen Strich durch die Rechnung.

Petrus meinte es gut mit mir, der Wetterbericht und die Wetter App sagten Wolken und Regenwahrscheinlichkeit von 50%, das Resultat waren 3 Tropfen Regen und ein Sonne-Wolken-Mix (der sich hinterher von seiner schönsten Seite zeigte bei 25°C). Somit konnte der Zusammenbau beginnen, 8 auf 50 Zentimeter gesägte Dachlatten bildeten den Grundstock um erstmal Ansatzweise die Seitenteile miteinander zu vereinigen. Die einzelnen Streben wurden dem Kurvenverlauf der Seitenteile angepasst und in einem Abstand von 10 Zentimetern Hochkantig gesetzt und pro Seite doppelt Verschraubt mit 5×50 Spanplatten Schrauben (3,5 oder 4×50 hätten es auch getan, aber ich hatte die Schrauben noch in meinem Fundus…bei der dicke von Schrauben vorbohren nicht vergessen!!!

Als ich mich langsam dem Ende näherte, kam mir der Gedanke zwischen den Sparren der Lauffläche einfach noch eine Lage Dachlatte zu setzen. Ende vom Lied wäre gewesen, die Rampe hätte einen leichten Hauch von einem Northshore bekommen und der Dreck könnte einfach durchfallen. Oder die oft genutzte Variante, eine dünne Leim Holz oder Siebdruckplatte. Mal sehen welches Material und in welchen Stärken in meinem Baumarkt um die Ecke verfügbar ist.

Ich habe mich kurzerhand dazu entschieden noch eine zweite Querstrebe einzubauen um noch ein wenig mehr Steifigkeit in das ganze Konstrukt zu bekommen.

Die Lauffläche

Des weiteren war ja die Lauffläche noch nicht wirklich fertig…als erstes hatte ich mir hierfür 12mm Siebdruckplatten aus dem Baumarkt besorgt, diese waren aber nicht wirklich biegsam und somit hätte ich jede Menge kleine Segmente sägen müssen, aber dann wäre die gewölbte Lauffläche eine gestückelte Wabenstruktur geworden. Also wieder ab zum Baumarkt und die 12mm Platten umgetauscht in eine 4mm und somit biegsamere Platte. Da mir das Wetter immer wieder in die Quere kommt (und ich ja auch noch Arbeiten muss) verzögert sich das fertigtstellen, es fehlt nur noch das obere letzte Stück der Rampe, dort wird noch ein dickes 12mm Brett verbaut.

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Maße der fertigen MTB-Rampe

  • Höhe 60 cm
  • Breite 60 cm
  • Radius 170 cm
  • Länge ca.

Konstruktion vorbereiten

Schneide aus den Fichtenkanthölzern 11 Querstreben á 55,1 cm Länge. Sind die Querstreben erst zwischen den zwei Radius-Wangen verschraubt, kommst du zusammen auf die gewünschte Rampenbreite von 60 cm.

Hier hat es die Maße 60 x 20 x 2,4 cm. Wir nennen es TEIL 1 Aussteifung.

Das zweite Teil dient später am hinteren unteren Ende der verschraubten Rampen-Konstruktion als Montageleiste für die Rollen und sollte von der Größe zur Breite deiner Rollen passen. Wir nennen es TEIL 2 Aussteifung. Hier hat es die Maße 60 x 5 x 2,4 cm.

Das dritte Teil dient später als Plattform und weiteres Verbindungsstück oben auf den waagrecht abgeschnittenen Radius-Wangen. Wir nennen es TEIL 3 Aussteifung. Hier hat es die Maße 60 x 5 x 2,4 cm.

Das vierte Teil dient später am unteren vorderen Ende der Konstruktion als Auffahrt für die MTB-Rampe. Wir nennen es TEIL 4 Aussteifung. Hier hat es die Maße 60 x 5 x 2,4 cm.

Weitere Schritte

  • Schneide dazu passend zwei Schrägen ab. In Verlängerung der Schrägen wird später TEIL 2 Aussteifung als Montageleiste verschraubt.
  • Zeichne dir auf der unteren Seite deiner zwei Radius-Wangen zwei Handbreit von der Auffahrt entfernt je einen schmalen Griff an und schneide ihn mit der Stichsäge aus.
  • Nutze hierfür 2 x 3 Torx Schrauben á 5 x 80. Verschraube die Aussteifung so, dass sie hinten und oben bündig mit den Wangen abschließt.

Montage

  • Schraube als nächstes die Montageleiste (TEIL 2 Aussteifung) für die Rollen am hinteren, unteren Ende zwischen die Wangen, sodass auch sie bündig abschließt. Nutze hierfür 2 x 3 Torx Schrauben á 5 x 80.
  • Montiere als drittes die Plattform oben auf die zwei Wangen, sodass sie zu allen Seiten bündig abschließt. Nutze hierfür 4 Torx Schrauben á 4 x 40. Bevor du die Plattform aufschraubst, solltest du die obere vordere Kante der Plattform passend zum Winkel des Radius anschrägen.

Verschraube nun die 11 Querbalken in regelmäßigem Abstand voneinander mit den zwei Radius-Wangen, sodass die Querbalken oben bündig mit den Wangen abschließen. Starte beim Verschrauben oben an der Plattform und arbeite dich nach unten vor. Verschraube die ersten 9 Querbalken hochkant, die letzten zwei Querbalken mit der breiteren Seite nach oben zeigend. Nutze hierfür pro Querbalken 2 x 2 Torx Schrauben á 5 x 80.

Verschraube als letztes TEIL 4 Aussteifung. Achte darauf, dass auch sie oben bündig abschließt und sie 4 Finger breit von der Auffahrt entfernt beginnt. Hoble den nach unten überstehenden Teil ab, bis auch er mit der Standfläche bündig ist.

Montiere nun die Rollen so an der Montageleiste, dass sie gerade nicht aufsetzen, wenn die Rampe auf dem Boden steht.

Belag

  • Markiere dir nun die späteren Schraublöcher, über die du den Belag mit den Querbalken verbinden wirst.
  • Übertrage die Markierungen von der schmalen Holzleiste mit Hilfe einer Schlagschnur oder einer starren Holzleiste auf eine deiner 6 mm dünnen Sperrholzplatten. Sie dienen dir als Belag.
  • Schneide die Sperrholzplatte mit den angezeichneten Markierungen auf die passende Länge deiner Rampe zu und schneide dir anschließend auch die zweite Sperrholzplatte identisch groß zu.
  • Sie dienen als Führung und helfen dir dabei, die zwei Belagsplatten passgenau auf deine Rampe zu legen und sie dort zu fixieren.

Lege als erstes die untere Belagsplatte (ohne Markierungen) auf deine Rampe. Achte darauf, dass sie oben bündig mit der Plattform abschließt.

Trage nun großzügig Holzleim auf die untere Belagsplatte und halte sie dabei in Position. Nutze hierfür pro Querbalken 2 Torx Schrauben á 4 x 40. Eine links außen, eine rechts außen. Für die erste, die dritte und die letzte Querstrebe kannst du eine zusätzliche Schraube in der Mitte anbringen. An diesen Stellen wirken später die größten Kräfte.

Entferne anschließend die Sicherungsschraube oben und die Führungs-Holzteile an der Seite.

Hoble letzte etwaige Überstände am Belag oder an der Auffahrt zurecht.

Fertig!

Da ist das Ding!

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