Die Fahrradcodierung ist eine Maßnahme zur Diebstahlprävention. Sie zeigt, wer Eigentümer:in des Fahrrads ist und macht es der Polizei leicht, aufgefundene Fahrräder ihren Besitzer:innen zuzuordnen.
Mit einer Fahrrad-Codierung sinkt der Verkaufswert eines gestohlenen Fahrrads enorm. Sie wirkt deshalb abschreckend und hilft, dass die Zahl der Fahrraddiebstähle sinkt. Die Aufklärungsquote hingegen steigt, weil aufgefundene und als gestohlen gemeldete Fahrräder ihren Besitzer*innen zugeordnet werden können.
Was ist Fahrradcodierung?
Unter Codierung verstehen wir die dauerhafte Kennzeichnung von Wertgegenständen mit einem alphanumerischen Code. Dieser enthält im Wesentlichen den Namen und die Adresse des rechtmäßigen Eigentümers in verschlüsselter Form. Nur einem recht kleinen Kreis von Experten, insbesondere der Polizei, soll es gelingen, den Code komplett zu entschlüsseln.
Aber auch Laien werden anhand der dort enthaltenen Initialen schnell feststellen können, ob ihnen gestohlene Ware zum Verkauf angeboten wird.
Der EIN-Code
Der Code ist die „Eigentümer-Identifizierungs-Nummer“ (EIN-Code). Die Nummer setzt sich zusammen aus dem Autokennzeichen sowie der Gemeinde- und Straßenkennzahl des Wohnortes und wird ergänzt durch die Hausnummer und die Anfangsbuchstaben der Eigentümer*innen. Der ADFC empfiehlt, den Code durch eine zweistellige Jahreszahl am Ende noch präziser zu machen.
Hier ein fiktives Beispiel für den EIN-Code: B012345678901AB20. Über diesen Code kann die örtliche Polizei schnell mutmaßliche Eigentümer*innen identifizieren und informieren.
Aufbau eines Codes
Aufbau eines Codes (Beispiel aus Hessen): FB0800410003PD20
- FB steht für den Wetteraukreis (Hessen) und ist identisch mit dem dortigen Autokennzeichen
- 08 wurde amtlich für die Gemeinde/Stadt Friedberg festgelegt und entspricht den letzten zwei (bzw. in einigen Bundesländern drei) letzten Stellen des amtlichen Gemeindeschlüssels
- 00410 ist die von der Gemeinde für Grüner Weg vergebene fünfstellige Straßenkennziffer (Straßencode)
- 003 steht für die immer dreistellige Hausnummer 3, aber auch für 3a, 3b o. ä.
- der Vorname des Eigentümers beginnt mit P, der Nachname mit D. Initialen sind generell zweistellig, bei Doppelnamen wie Klaus Peter Müller-Schulze also KM
- In der Frankfurter Variante, die sich zwischenzeitlich bundesweit durchgesetzt hat, werden noch 2 Ziffern für das Jahr der Codierung angefügt.
Dem Codierpersonal stehen die Straßenkennziffern und die Gemeindecodes für ihr Gebiet zur Verfügung, die Polizei verfügt über ein Verzeichnis des gesamten Landes und kann über die zuständigen Einwohnermeldeämter die Personen ausfindig machen, für die an der angeführten Adresse die Initialen zutreffen.
Methoden der Fahrradcodierung
Es gibt mehrere Verfahren, die Codierung am Fahrrad anzubringen: Der Code kann eingraviert, eingeprägt oder aufgeklebt werden. Welches Verfahren am sinnvollsten ist, hängt vom Fahrradrahmen und seinem Material ab.
- Gravurcodierung: Bei der Gravurcodierung wird der Code 0,1 bis 0,2 Millimeter tief in das Metall des Fahrradrahmens graviert. Ein Aufkleber mit Sichtfenster verhindert die Korrosion.
- Prägecodierung: Mittels einer sogenannten Codierpistole werden die im Display eingetippten Daten in ca. 12 Sekunden in den Wertgegenstand geprägt, vergleichbar einem Nadeldrucker.
- Klebecodierung: Die Klebecodierung ist eine gute Alternative für Fahrradrahmen, die nicht graviert oder geprägt werden sollten, weil ihr Material zu empfindlich ist oder weil die Gravureinrichtung aufgrund der Rahmenform nicht oder nur mit sehr viel Mehraufwand angebracht werden kann.
Aluminium- oder Stahlrahmen lassen sich in der Regel ohne Probleme gravieren oder prägen. Bei Fahrradrahmen mit Sonderformen wie bei einigen Elektrofahrrädern oder bei sehr kleinen Kinderfahrrädern kann es schwierig sein, die Gravurmaschine richtig anzusetzen. In solchen Fällen empfiehlt der ADFC eine Klebecodierung oder die Prägepistole.
Rahmen aus nichtmetallischen Werkstoffen wie Carbon dürfen auf keinen Fall graviert oder geprägt werden. Auch Holz- oder Bambusrahmen sollten nicht graviert oder geprägt werden.
Wo und von wem wird codiert?
Codierungen nehmen der Fahrradhandel und der ADFC vor Ort vor. Die Polizei empfiehlt die Fahrradcodierung nicht nur, sondern codiert teils auch selbst. Die Kosten liegen bei etwa 15 bis 20 Euro. ADFC-Mitgliedern bieten der ADFC vor Ort und teils auch lokale ADFC-Fördermitglieder aber Vergünstigungen an.
Was ist zur Codierung mitzubringen?
Folgendes sollten Eigentümer*innen zur Codierung ihres Fahrrads mitbringen:
- das eigene Fahrrad
- ein Identitätsnachweis (Personalausweis oder Reisepass)
- ein Eigentumsnachweis (Kaufvertrag, Rechnung, Quittung) für das Fahrrad.
Bitte beachten: Ein Kassenbon alleine reicht nicht aus. Fehlt der Eigentumsnachweis, wird der ADFC auf eine sogenannte Eigentumserklärung bestehen. Diese überlässt er später der Polizei zur Überprüfung.
Vorteile der Fahrradcodierung
- Diebstahlschutz: Codierte Fahrräder sind als Diebesgut schwerer zu verkaufen. Die Codierung ist daher effektiver Diebstahlschutz.
- Einfache Zuordnung: Sie zeigt, wer Eigentümer:in des Fahrrads ist und macht es der Polizei leicht, aufgefundene Fahrräder ihren Besitzer:innen zuzuordnen.
- Abschreckung: Die Fahrradcodierung wirkt auf Diebe abschreckend.
Fahrradpass
Im bundesweit einheitlichen Fahrradpass können Rahmennummer, Codierungscode und besondere Merkmale sowie Fotos hinterlegt werden. Der Pass hilft, Fahrräder eindeutig zu identifizieren und ist praktisch bei Diebstahlsanzeigen und für die Versicherung.
Codierung trotz Umzug oder Verkauf
Ein möglicher Umzug spricht nicht gegen eine Fahrrad-Codierung. Die abschreckende Wirkung behält ein codiertes Rad bei, egal, ob der Code nun auf München oder Scharbeutz verweist. Die Polizei kann über den Code die alte Adresse ermitteln und über das Einwohnermeldeamt den aktuellen Wohnsitz erfahren - auch nach mehreren Umzügen.
Codierte Fahrräder können problemlos verkauft werden, wenn Verkäufer:innen nachweisen können, dass es sich um ihr Fahrrad handelt. Diesen Nachweis sollten Käufer:innen ohnehin immer fordern. Zudem sollten sie auf einen Kaufvertrag bestehen, in dem die Codierungsnummer eingetragen ist.
ADFC-Code-Generator
Mit dem ADFC-Code-Generator kann der persönliche Code einfach ermittelt werden. Der persönliche Code kann auf vielen Wertgegenständen eigenhändig angebracht werden.
Zentrale Ergebnisse
| Aspekt | Information |
|---|---|
| Zweck der Codierung | Diebstahlschutz und einfache Zuordnung von Fahrrädern zu ihren Eigentümern |
| Bestandteile des EIN-Codes | Kfz-Kennzeichen, Gemeinde- und Straßenkennzahl, Hausnummer, Initialen des Eigentümers, ggf. Jahreszahl |
| Methoden der Codierung | Gravur, Prägung, Klebecodierung |
| Kosten | ca. 15 bis 20 Euro |
| Erforderliche Dokumente | Fahrrad, Personalausweis, Eigentumsnachweis |
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