Fahrradregistrierung bei der Polizei: Vorteile und Nachteile

Fahrraddiebstahl ist ein weitverbreitetes Problem, mit dem sich die Polizei bundesweit auseinandersetzen muss. Allein in Berlin gab es 2016 mehr als 34.000 Diebstähle, wobei die Dunkelziffer vermutlich noch höher liegt. Um Fahrraddiebstahl vorzubeugen, kann man sein Fahrrad bei der Polizei registrieren lassen. Dieser Artikel erläutert die Vorteile und Nachteile der Fahrradregistrierung und gibt wichtige Tipps.

Was ist die Fahrradregistrierung?

Die Fahrradregistrierung ist eine Maßnahme gegen Fahrraddiebstahl. Dabei werden wichtige Daten deines Fahrrads wie die Rahmennummer, Hersteller und Fahrradmodell bei der Polizei oder einem privaten Anbieter kostenlos registriert. Die Registrierungsstelle vermerkt diese Daten, um gestohlene Fahrräder später ihren Besitzern zuordnen zu können.

Wo kann ich ein Fahrrad registrieren lassen?

Eine Registrierung ist bei der Polizei möglich. Am besten fragen Sie direkt bei der Dienststelle nach, ob vor Ort ein entsprechendes Angebot besteht. Die Fahrradregistrierung findet in der Regel direkt auf einem Polizeigelände statt. Verantwortliche Dienststellen setzen dafür regelmäßig Termine an. Wer sein privates Fahrrad oder sein Dienstfahrrad registrieren möchte, kann online wie offline überprüfen, an welchen Tagen die nächsten Fahrräder zur Registrierung angenommen werden.

Welche Unterlagen werden benötigt?

Wollen Sie Ihr Fahrrad registrieren, brauchen Sie dafür einen Eigentumsnachweis für Ihr Fahrrad, einen Identitätsnachweis sowie das zu registrierende Fahrrad.

  • Eigentumsnachweis: Als möglicher Nachweis ist hier eine Quittung, eine Rechnung oder ein Kaufvertrag denkbar. Ein einfacher Kassenbon kann hingegen als unglaubwürdig angesehen und abgelehnt werden. Offizielle Fahrradclubs bestehen bei fehlendem Nachweis oft auf eine Eigentumserklärung.
  • Identitätsnachweis: Damit eindeutig ist, dass du der Eigentümer des Fahrrades bist, musst du dich ausweisen. Als Identitätsnachweis kannst du einen Personal- oder Reisepass nutzen.
  • Das Fahrrad: Außerdem sollten Sie Ihr Fahrrad zur Registrierungsstelle mitnehmen. So kann es für die Akte fotografiert werden.

Fahrradcodierung: Eine zusätzliche Sicherheitsmaßnahme

Lassen Sie Ihr Fahrrad registrieren, kommt es in jedem Fall zur Codierung. Die Fahrradcodierung ist eine eindeutige Markierung am Fahrrad, man spricht dabei auch von einer EIN-Codierung (Eigentümer-Identifizierungs-Nummer). Die Codierung wird in Form eines Chips, einer Gravur oder eines speziellen, sehr schwer zu entfernenden Aufklebers vorgenommen.

Welche Möglichkeiten der Fahrradcodierung gibt es?

Bei der Codierung sind zwei Verfahren üblich: Entweder wird durch eine Gravurcodierung ein Code 0,1 bis 0,2 Millimeter tief im Fahrradrahmen verewigt oder es kommt zur Klebecodierung. Dabei nutzen die zuständigen Beamten ein besonderes Etikett, welches von Unbefugten nur schwer entfernt werden kann. Als Stelle für die Codierung ist die rechte Seite des Sattelrohrs besonders typisch.

  • Gravurcodierung: Hier wird die Sattelstange und/oder eine versteckte Stelle des Rahmens mit dem EIN-Code graviert. Das passiert mit einem Gerät, mit welchem der Code ca. 0,1 bis 0,2 Millimeter tief in den Rahmen eingraviert wird. Diese Form eignet sich für Räder, deren Rahmen aus Stahl oder Aluminium gefertigt sind.
  • Prägecodierung: Der Code wird in ein sogenanntes Nadelprägegerät eingegeben. Die digitale Form des Codes wird dann mithilfe einer Schlagnadel auf das Fahrrad aufgebracht. Die Methode eignet sich auch für Pedelecs und E-Bikes, da das Prägegerät kleiner ist und sich dadurch besser an unterschiedlichen Rahmenformen ansetzen lässt.
  • Klebecodierung: Die Klebecodierung ist vor allem zum Codieren von Fahrrädern geeignet, die aufgrund ihres Rahmenmaterials besser nicht graviert oder geprägt werden sollten (z. B Rahmen aus Carbon, Holz oder Bambus).
  • Chipverfahren: Bei dem Verfahren wird ein Chip an einer verborgenen Stelle deines Fahrrades fixiert. Die Polizei kann dann den digitalen EIN-Code auf dem Chip auslesen.
  • Foliencodierung: Bei der Foliencodierung wird der EIN-Code auf eine Folie gedruckt und auf das Fahrrad geklebt.

Wie setzt sich der EIN-Code zusammen?

So setzt sich der EIN-Code zusammen. Das kann ein bis drei Zeichen lang sein, zum Beispiel M für München, FS für Freising oder AIC für Aichach.

  • Kfz-Kennzeichen
  • Gemeindeschlüssel: Nach dem Kfz-Kennzeichen folgen die letzten drei Ziffern deines Gemeindeschlüssels. Den Gemeindeschlüssel kannst du direkt bei deiner Gemeinde erfragen.
  • Straße: Danach folgt der Code für deine Straße, den du ebenfalls bei deiner Gemeinde erfragen kannst.
  • Hausnummer: Die Hausnummer kann ein bis drei Stellen haben. Zusätze wie A oder B sind nicht Teil des EIN-Codes.
  • Initialen: Als Vorletztes gibst du deine Initialen an. Das heißt, den ersten Buchstaben deines Vornamens und dann den ersten Buchstaben deines Nachnamens.
  • Jahr: Die letzten zwei Ziffern stehen für das Jahr, in dem du dein Fahrrad gravieren lässt.

Vorteile der Fahrradregistrierung und Codierung

  • Eindeutige Identifizierung: Die Polizei kann dich durch die Codierungsnummer auf dem Fahrrad eindeutig als Besitzer identifizieren.
  • Abschreckung für Diebe: Fahrraddiebe schrecken oft vor dem Diebstahl eines codierten Fahrrads zurück, da es schwerer zu verkaufen ist.
  • Erhöhte Wahrscheinlichkeit der Wiederauffindung: Wiedergefundene Räder können leichter ihren Besitzern zugeordnet werden.
  • Wertminderung für Diebe: Der Wert des Fahrrads sinkt durch die Codierung erheblich.

Nachteile und Einschränkungen

  • Kein absoluter Schutz: Die Registrierung und Codierung können das Risiko für einen Fahrraddiebstahl reduzieren, aber sie verhindern ihn nicht vollständig.
  • Begrenzte Wirksamkeit: Die Registrierung von Fahrrädern ist nur hilfreich, wenn die Polizei tatsächlich gestohlene Waren findet.
  • Umständlicher Prozess: Die Registrierung erfordert das Vorlegen von Eigentums- und Identitätsnachweisen.

Kosten und Anbieter

Eine Fahrradcodierung kostet 10 bis 25 Euro. Die Preise unterscheiden sich stark von Region zu Region und von Anbieter zu Anbieter. Viele Händler berechnen für die Codierung nichts, wenn das Fahrrad bei ihnen gekauft wurde. Mitglieder von ADFC und ADAC können außerdem oftmals mit einem Rabatt von bis zu 50 Prozent rechnen.

Wo kann ich mein Fahrrad registrieren & codieren lassen?

Du kannst dein Fahrrad bei der Polizei oder bei einem privaten Anbieter registrieren lassen. Allerdings bietet heutzutage nicht mehr jede Polizeistation den Service an. Die Codierung deines Fahrrades kannst du bei einem Fachhändler, beim ADFC oder ADAC durchführen lassen. Der ADFC stellt außerdem eine Liste mit Anbietern für eine Codierung bereit.

Codierungen nehmen der Fahrradhandel und der ADFC vor Ort vor. Die Polizei empfiehlt die Fahrradcodierung nicht nur, sondern codiert teils auch selbst. Überwiegend verwendet sie aber statt der Codierung eine Registrierung, die auf den Eintrag in eine Datenbank angewiesen ist.

Zusätzliche Tipps zum Diebstahlschutz

  • Sicheres Anschließen: Achten Sie darauf, Ihr Fahrrad nicht nur abzuschließen, sondern auch anzuschließen. Nutzen Sie also ein Schloss und sorgen Sie dafür, dass dieses Ihr Rad mit einer Einrichtung verbindet, die fest im Erdboden verankert ist.
  • Hochwertiges Schloss: Verwenden Sie ein hochwertiges Fahrradschloss.
  • GPS-Tracker: Die beste Chance, Fahrräder nach einem Diebstahl wiederzufinden ist, sie mit einem GPS-Tracker auszustatten. Dieser sollte an einer versteckten Stelle am Rahmen angebracht werden, um nicht aufzufallen.

Fahrradversicherung als zusätzlicher Schutz

Bedenken Sie, dass das Registrieren des Fahrrads allein noch keinen Schutz vor dem finanziellen Schaden bietet, der entsteht, wenn es zur Entwendung kommt. Daher empfehlen wir Fahrradbesitzerinnen und -besitzern, eine Fahrradversicherung abzuschließen. Mit dem Abschluss einer Fahrradversicherung legen Sie eine Versicherungssumme fest, bis zu der bei einem Schaden geleistet wird.

ADFC: Engagement für Radfahrer

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) setzt sich mit seinen mehr als 240.000 Mitgliedern mit Nachdruck für die Verkehrswende in Deutschland ein. Der ADFC empfiehlt, sowohl die Rahmennummer als auch die Codierung im Fahrradpass, in Kaufverträgen und - wenn das Fahrrad versichert ist - bei der Versicherung zu hinterlegen.

Tabelle: Vor- und Nachteile der Fahrradregistrierung und Codierung

Vorteile Nachteile
Eindeutige Identifizierung des Eigentümers Kein absoluter Schutz vor Diebstahl
Abschreckende Wirkung auf Diebe Begrenzte Wirksamkeit, falls Fahrrad nicht gefunden wird
Erhöhte Wahrscheinlichkeit der Wiederauffindung Erfordert Eigentums- und Identitätsnachweise
Wertminderung des Fahrrads für Diebe

Ein Fahrrad registrieren bzw. codieren zu lassen, ist immer eine gute Entscheidung und trägt zum Diebstahlschutz bei. Daher ist sie in jedem Fall empfehlenswert. Es empfiehlt sich, eine Kombination aus Fahrradcodierung und -versicherung zu wählen. Diese sorgt für einen umfassenden Schutz, sodass sich nicht die Frage stellt, ob eine von beiden Optionen besser geeignet ist.

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