Fahrradreifen eiert: Ursachen und Lösungen

Es kann immer mal passieren, dass das Hinterrad Ihres Fahrrads eiert. Ein eiernder Fahrradreifen kann ganz schön nervig sein.

Ursachen für einen eiernden Fahrradreifen

Ein "Eiern" eines Rads wird auch Achter genannt. Es bezeichnet einen Seitenschlag, bei dem Ihr Fahrrad seitlich von der Spur abweicht, also von rechts nach links eiert.

Für das "Eiern" gibt es zwei Gründe:

  • Entweder die Felge hat einen Seitenschlag - z. B. durch ein Schlagloch gefahren oder mit zu lockeren Speichen auf einer Schotterstrecke.
  • Oder die Decke (Mantel) ist falsch montiert.

Weitere Ursachen können sein:

  • Felgenschlag: Die Felge selbst ist nicht mehr gerade.
  • Zu festes Anziehen der Speichen.
  • Ungleichmäßiges Nachziehen.
  • Nicht auf die Reifenwulst achten: Manchmal sitzt der Reifen nicht sauber in der Felge.
  • Die einfachste Form wäre, dass nicht genug Luft im Reifen ist.
  • Ein anderer Grund kann übrigens ein verrutschtes Felgenband sein.

Wie man das Problem behebt

Allerdings müssen Sie dafür nicht zwangsläufig in eine Werkstatt, sondern können das Problem selbst beheben. Wir erklären, wie das geht. Der Schaden sollte unbedingt behoben werden.

Reifenmontage überprüfen

Oft ist der Reifen bzw. Mantel an sich schuld, wenn Sie beim Fahrradfahren ein "Eiern" eines der Reifen feststellen. Nicht, weil er fehlerhaft produziert wurde, sondern weil der Fahrradreifen nicht optimal auf der Felge sitzt. Dieses kommt je nach Reifen und/oder Felge häufiger vor.

Auf der Reifenflanke, also der Seite des Reifens, befinden sich Markierungen, also Ringe, die parallel und mit gleichem Abstand zur Felge verlaufen müssen. Ist das nicht der Fall, dann die Luft aus dem Reifen lassen, die Reifenflanken mit einer Wasser-Spülmittel-Mischung anfeuchten, den Mantel ausrichten und den Reifen wieder aufpumpen.

So geht's:

  1. Kontrollieren, dass das Felgenband korrekt sitzt.
  2. Eine Seite des Mantels auf die Felge setzen. Achtet dabei darauf, ob der Mantel eine Laufrichtung hat.
  3. Schlauch etwas aufpumpen - sollte schon eine „schöne Form“ haben - und in den Mantel legen. Beim Ventil beginnen.
  4. Gegenüber dem Ventil mit dem Einsetzen der anderen Mantelseite beginnen und beidseitig arbeiten. Dabei darauf achten, dass der Schlauch nicht eingequetscht wird. Enden solltet ihr am Ventil.
  5. Kontrolliert noch einmal den richtigen Sitz und ob nichts eingequetscht ist.
  6. Pumpt den Reifen einmal auf sein Maximum auf, damit er sich richtig in die Felge setzt.

Felge zentrieren

Bei einem intakten Rad sorgen die Speichen dafür, dass alles rund läuft. Denn die Spannung ist im Idealfall auf allen Speichen gleich. Eiert das Rad, liegt das daran, dass auf einzelnen Speichen die Spannung zu hoch oder zu niedrig ist und sie so ungleichmäßig an der Felge ziehen. Das Eiern des Rads können Sie beheben, indem Sie die Speichenspannung verändern.

So gehen Sie beim Zentrieren Ihres Reifens vor:

  1. Der erste Schritt ist das Ausbauen Ihres Hinterrads, damit Sie es dann in den Zentrierständer einhängen können.
  2. Haben Sie keinen solchen Ständer, sollten Sie nicht das komplette Rad ausbauen, sondern nur Mantel und Schlauch entfernen. Das macht das Zentrieren einfacher.
  3. Lokalisieren Sie zunächst die Stelle, die dafür verantwortlich ist, dass Ihr Rad nicht mehr rund läuft.
  4. Für das Zentrieren der Felge ist die Spannung auf die entsprechenden Speichen gegenüber des Felgenschlags zu erhöhen. Setzen Sie den Nippelspanner an und starten Sie mit einer Vierteldrehung. Häufig reicht das schon aus.
  5. Bei größeren Schäden kann es nötig sein, dass Sie zusätzlich die Spannung auf die gegenüberliegenden Felgen verringern.

Als Richtwert können Sie sich daran orientieren, dass Seitenschläge von bis zu 1 cm Abweichung von der Mitte sich beheben lassen. Die Speichenspannung lässt sich nur bis zu einem gewissen Punkt verändern. Irgendwann kann es dazu kommen, dass die Spannung zu hoch ist und die Speichen reißen.

Was tun, wenn nichts hilft?

Sollte nach diesen Schritten das Rad immer noch eiern, war der Schaden zu groß. Überprüfen sollte man das Laufrad von daher auf bestimmte Schäden, wie beispielsweise Risse, oder Beulen.

Falls dein Rad schon viele Jahre auf dem Buckel hat oder einen heftigen Schlag abbekommen hat, kann es sein, dass eine Reparatur nicht mehr sinnvoll ist. Eine stark verbogene Felge wird sich nie mehr komplett rund bekommen - hier hilft nur der Austausch.

Zusammenfassung

Ein eiernder Fahrradreifen muss nicht das Ende deiner Tour bedeuten. Mit ein bisschen Fingerspitzengefühl kannst du das Problem oft selbst beheben. Die Speichenjustierung ist zwar eine Kunst für sich, aber mit Geduld und der richtigen Technik wird dein Fahrrad bald wieder ruhig und rund laufen. Und mal ehrlich - das Gefühl, etwas selbst repariert zu haben, ist doch einfach unschlagbar!

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