Kein Öl, kein Kettenrasseln und immer saubere Hosenbeine! Immer mehr Radler greifen für Naben- oder Getriebe-Bikes gern zum wartungsarmen, leisen Gates-Antrieb. Der Zahnriemen hat sich als zugfeste und stabile Transmission in der Praxis bewährt. Doch auch das robuste Zahnriemen-Konzept benötigt gute Arbeitsbedingungen. Wir zeigen, wie Sie Ihren Riemenantrieb optimal reinigen, pflegen und wie Sie erkennen, wenn der Verschleiß zu nagen beginnt.
Warum die richtige Pflege wichtig ist
Die richtige Pflege des Fahrradriemenantriebs ist wichtig, weil sie die Langlebigkeit und Leistung des Antriebs erhöht. Ein gut gepflegter Riemenantrieb läuft leiser, reibungsloser und effizienter als ein vernachlässigter. Ein weiterer wichtiger Aspekt der Pflege des Fahrradriemenantriebs ist die Sicherheit. Ein gut gepflegter Riemenantrieb ist sicherer zu bedienen, da das Risiko von Blockaden oder Fehlfunktionen verringert wird. Schließlich ist die Pflege des Fahrradriemenantriebs auch aus ökologischen Gründen wichtig. Ein gut gepflegter Riemenantrieb verbraucht weniger Energie und produziert weniger Abfall in Form von abgenutzten Teilen.
Reinigung des Riemenantriebs
Die Pflege eines Fahrradriemenantriebs beginnt mit der regelmäßigen Inspektion des Riemens. Überprüfen Sie den Riemen auf Risse, Abnutzung oder andere sichtbare Schäden. Der nächste Schritt in der Pflege Ihres Fahrradriemenantriebs ist die Reinigung. Verwenden Sie dazu eine weiche Bürste und warmes Seifenwasser, um Schmutz und Ablagerungen zu entfernen. Nach der Reinigung sollten Sie den Riemen gründlich trocknen lassen. Es ist wichtig, dass der Riemen vollständig trocken ist, bevor Sie ihn wieder verwenden, um Rost und Korrosion zu vermeiden.
Riemen vorreinigen in drei Schritten
- Schritt 1: Trockenreinigung
Nach Regenfahrten genügt es, den angetrockneten Schmutzbelag trocken abzubürsten. Das Profil der Riemen-Zähne und schräg verlaufende Fräsungen der Stege an Ritzel und Kettenblättern drängen Schmutzpartikel bei der Fahrt automatisch aus dem System.
- Schritt 2: Blatt-Pflege
Befreien Sie die Zahnprofile beider Antriebsscheiben von Schmutz. Die Zwischenräume der Stege sind so gefräst, dass Schmutzpartikel in der Regel vom darübergleitenden Riemenzahn herausgedrückt werden. Dennoch können sich kompakte Steinchen oder Äste im System verkeilen.
- Schritt 3: Nut Freiräumen
Gehen Sie - vorsichtig - mit der Klinge eines kleinen Schraubendrehers durch die gesamte Länge der CDX-Nut. Stemmen Sie dabei eingedrungene Steinchen oder eingeklemmte Partikel behutsam heraus.
Nasswäsche in fünf Schritten
- Schritt 1: Reiniger gegen hartnäckigen Schmutz
Ist der Zahnriemen stark verschmutzt, sprühen Sie zunächst Fahrradreiniger (biologisch abbaubar!) auf den gesamten Antrieb. Lassen Sie ihn einige Minuten einwirken. So gelangt sie besser in alle Winkel und Kanten des Antriebs und weicht hartnäckigen Schmutzbelag wirkungsvoll ein. Gleichzeitig entfernen die Borsten bereits gröbere Ablagerungen.
- Schritt 3: Einschäumen
Gehen Sie mit einem Spülschwamm zentimeterweise den gesamten Riemen durch. Reiben Sie den Schaum auf Innen- und Außenseite gut ein. So werden auch fettige und salzige Rückstände von Straßenschmutz gelöst.
- Schritt 4: Zahnzwischenräume säubern
Eine alte Zahnbürste ist perfekt, um den Schmutz aus Zahnzwischenräumen und der Zentrier-Nut zu bekommen. Kurbeln Sie den Riemen langsam rückwärts und gehen Sie, wie beim Zähneputzen, Zahn für Zahn vor. Vergessen Sie auch Kettenblatt und Ritzel nicht.
- Schritt 5: Wasser & Schwamm
Waschen Sie abschließend mit viel Wasser Schmutz und Reinigerschaum gut ab. Spülen Sie mit reichlich klarem Wasser nach. Ein Gartenschlauch ist dafür ideal. Verzichten Sie jedoch auf Hochdruck-Reiniger. Der harte Strahl presst Wasser in Lagerspalte des Antriebs.
Riemen-Antrieb prüfen und einstellen
Nach der Reinigung ist es wichtig, den Riemenantrieb zu prüfen und richtig einzustellen. Hier sind einige Schritte, die Sie befolgen sollten:
- Schritt 1: Profil-Schau - Muss der Riemen-Antrieb gewechselt werden?
Werfen Sie einmal im Jahr einen scharfen Blick auf das Profil der Zahnstege von Ritzel und Kettenblatt. Verschleiß zeigt sich daran, dass die Stege oben an Breite verlieren und mehr und mehr spitz zulaufen. Auch die rückwärtige Zahnflanke, an der die Riemenzähne ansetzen, baucht zunehmend aus - es entsteht ein Haifischflossen-Profil. Dann ist es Zeit, die Ritzel zu wechseln.
- Schritt 2: Linie peilen - Prüfen Sie nach dem Putzen, ob der Riemen so exakt gerade wie im Bild über beide Antriebsscheiben verläuft.
Es darf kein seitlicher Versatz oder ein Ablaufen an Ritzel und Kettenblatt erkennbar sein. Um die beiden Zahnscheiben sauber parallel auszurichten, kann man Anzahl und Dimension der Spacer-Ringe am Hinterrad verändern.
- Schritt 3: Freien Lauf überprüfen - Läuft alles leise und ungestört?
Kurbeln Sie abschließend Ihren Antrieb abwechselnd ohne Last vor- und rückwärts. In beiden Richtungen sollen Riemen, Ritzel und Kettenblatt leicht, leise und ungestört laufen. Achten Sie auf Geräusche: Schräg anlaufende Zahnkanten oder in der Nut verklemmte Partikel könnten die Ursache sein.
- Schritt 4: Riefenfrei - Läuft der Riemen-Antrieb sauber?
Bordscheiben verhindern beim nutlosen CDC-System das seitliche Ablaufen des Riemens. Unerwünschten Schräglauf erkennen Sie daran, dass der Riemen Riefen in die Bordscheibe fräst. Bleiben die Flanken unversehrt, ist das ein Zeichen für den sauberen Lauf Ihres Systems.
- Schritt 5: Faustregel - Der Riemen sollte etwa ein Zentimeter Spiel haben
Der waagerecht ausgerichtete CDX-Riemen soll sich im oberen Trum zwischen Kettenblatt und Ritzel mit moderater Kraft etwa einen Zentimeter eindrücken lassen - wie eine gewöhnliche Kette. Vergessen Sie jedoch besser die Gates-App zur akustischen Spannungspüfung: Sie arbeitet viel zu ungenau.
- Schritt 6: Spannung messen
Gates empfiehlt den hauseigenen "Eco-Tensioner". Er besteht aus einem Lineal und einem Prüfgewicht von etwa 1100 Gramm. Bei waagerecht ausgerichtetem Riemen liest man am Schnittpunkt von Lineal und Anzeigefeld die Riemenspannung ab.
- Schritt 7: Die richtige Riemenspannung
Für den nutlosen CDC-Riemen empfiehlt Gates eine Spannung in der unteren Hälfte des grünen Balkens. Der tolerantere CDX-Riemen (mit Sicherungsnut) verträgt eine geringere Spannung. Sie liegt idealerweise im oberen Bereich des grünen Felds.
Häufige Fehler vermeiden
Einer der häufigsten Fehler bei der Pflege von Fahrradriemenantrieben ist die Verwendung von aggressiven Reinigungsmitteln. Diese können den Riemen beschädigen und seine Lebensdauer verkürzen. Ein weiterer häufiger Fehler ist, den Riemen nicht regelmäßig zu inspizieren. Schließlich vernachlässigen viele Radfahrer die regelmäßige Wartung ihres Riemenantriebs.
Wartungsintervalle
Die Häufigkeit der Wartung Ihres Fahrradriemenantriebs hängt von verschiedenen Faktoren ab, einschließlich der Häufigkeit der Nutzung, den Wetterbedingungen und der allgemeinen Qualität des Riemens.
Riemenspannung prüfen und einstellen
Nach den ersten 300 - 500 km sollte der Riemen erstmals nachgespannt werden. Danach empfehlen wir eine Kontrolle etwa alle 1000 km. Drehe die Kurbeln 2-3 Mal und überprüfe die Spannung des Riemens bzw. Falls kein Stirnlochschlüssel verfügbar ist: Verwende den kurzen Schaft eines 4 mm Inbusschlüssels und setze den langen Schaft als Hebel auf der Innenlagerwelle oder Kurbel an (schütze die Kurbel vor Kratzern). Überprüfe nach dem Spannen erneut die Spannung entlang des gesamten Riemens.
Vor- und Nachteile eines Riemenantriebs
Für Stadtradler, Vielfahrer und Globetrotter ist der Riemenantrieb auf jeden Fall eine Überlegung wert. Wer schmutzfrei ankommen möchte, geringen Wartungsaufwand und eine hohe Lebensdauer schätzt, ist damit bestens bedient. Kaum verwunderlich also, dass die Nachfrage nach dem Carbongurt steigt. Das Prinzip gleicht dem eines klassischen Kettenantriebs: Statt einer Kette mit unterschiedlichen Ritzeln hat man einen Riemen mit keilartigen Zähnen, der über zwei Riemenscheiben läuft. Dieser besteht aus extrem zugfesten und langlebigen Carbonfasern.
Vorteile:
- Geringer Wartungsaufwand
- Hohe Lebensdauer
- Geringe Geräuschentwicklung
- Schutz der Kleidung
Nachteile:
- Empfindlicher (gegenüber Beschädigungen durch Fremdkörper)
- Kostenintensiver
- Einbau (nicht jedes Rad ist geeignet)
Kette vs. Riemen: Ein Vergleich
Auf dem Papier hat der Riemen in puncto Haltbarkeit klare Vorteile gegenüber einer Kette. Eine gut gepflegte Kette hält rund 7.000 Kilometer. Mit Kettenschutz vielleicht auch 10.000 Kilometer. Für den Riemenantrieb hat der Hersteller Gates Carbon Drive hier eine grobe Einschätzung der Laufleistung wie folgt angegeben: Die CDX Serie hält ca. die 2-3-fache Laufleistung im Vergleich zum Konventionellen Kettenantrieb, bei der CDN/CDC Serie ist es ca. noch die 1-2-fache Haltbarkeit.
Die Pflege eines Gates Carbon Drive gestaltet sich wesentlich einfacher, als bei einer Fahrradkette. Beispielsweise kann sich am Riemen aus Kunststoff kein Rost bilden. Auch das Schmieren der Kette fällt weg. Dadurch gibt es keine ölverschmierten Hosenbeine. Ganz pflegefrei ist der Riemenantrieb eines Fahrrads jedoch nicht. Bei Verschmutzungen sollte der Carbonriemen mit Wasser gereinigt werden.
Im Vergleich zu einer Kette mit Nabenschaltung bietet der Zahnriemenantrieb laut Gates nahezu denselben Wirkungsgrad, da der Effizienzverlust bei Nabengetriebe-Kette und Nabengetriebe-Riemen vorwiegend durch die Reibung des Nabengetriebes gegeben ist.
Tabelle: Vor- und Nachteile von Riemen- und Kettenantrieb
| Merkmal | Riemenantrieb | Kettenantrieb |
|---|---|---|
| Wartung | Gering | Hoch |
| Lebensdauer | Höher | Niedriger |
| Geräuschentwicklung | Leise | Lauter |
| Kleidungsschutz | Ja | Nein |
| Empfindlichkeit | Höher | Geringer |
| Kosten | Höher | Niedriger |
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