Fahrrad Rücklicht Aufladbar Test: Sicherheit im Dunkeln

Ein schmaler Lichtkegel in der Dunkelheit - dies wirkt wie ein Fixstern, dem man folgt. Lichtanlagen für das Fahrrad sind für die meisten Radfahrer oft unverzichtbar.

Auf dem Markt gibt es eine schier unüberschaubare Anzahl von Rad-Lampen und -Lichtern: Lampen am Rad, Lampen am Helm, Lampen an der Bekleidung, kleine Strahler, Rück-Blinklichter und Front-Leuchten und vieles mehr. In Deutschland müssen diese Lichter den Vorschriften der StVZO entsprechen.

Im Gegensatz zu früheren Regelungen können auch Lampen benutzt werden, die abmontiert werden können. Die Zulassung erfolgt durch das Kraftfahrtbundesamt. Front- und Rücklicht müssen am Fahrrad angebracht sein. Unzulässig ist eine Beleuchtung mit Blinkfunktion am Fahrrad. „Fahrräder müssen mit einem oder zwei nach vorn wirkenden Scheinwerfern für weißes Abblendlicht ausgerüstet sein. Ein rotes Rücklicht ist vorgeschrieben.

Test-Parameter und Kategorien

Für alle Lampen führten wir standardisierte Ausleuchtungstests durch. Grob kann man demnach drei Kategorien bilden: Auf dem Radweg beziehungsweise im Stadtverkehr sind 30 bis 60 Lux meist ausreichend, um genug zu sehen und gesehen zu werden. Mit 80 bis 100 Lux erreicht man bereits Leuchtweiten von rund 100 Metern. Das ist für die meisten Radsportler vollkommen ausreichend. Geht die Leuchtstärke darüber hinaus, wird der Weg auch weit nach links und rechts ausgeleuchtet. Lampen dieser Kategorie eignen sich somit auch für passionierte Nachtfahrer, die oftmals auch in sehr dunklen Waldabschnitten fahren.

Ein weiterer, wenn auch weniger stark gewichteter Test-Parameter betrifft den Montage-Vorgang an Lenkern und Sattelstützen - dies testeten wir je an „normalen“ Rundrohr- wie auch an Aero-Modellen. Dafür gilt: Die mitgelieferten Befestigungs-Straps sind oftmals relativ kurz. Teils passt die Form der Halterung zudem nicht an die Stütze oder den Lenker. Hier müssen viele Hersteller noch nachbessern.

Moderne Fahrräder weisen verschiedenste Rahmen-, Sattelstützen- und Cockpit-Formen auf. All diese Muster bei einem Beleuchtungs-Set zu bedienen, ist ungemein schwierig. Somit sind nicht alle Licht- mit allen Lenker- und Stützenmodellen kompatibel.

Die Test-Parameter: Bedienung und Anzeige. Meist findet sich neben dem Einschaltknopf noch eine mehrstufige Akku-Anzeige. Ein Musterbeispiel ist hier die Sigma Aura 80. Dennoch gibt es auch hier „Sonderwege“, die im Test überzeugen: Die digitale Anzeige von Busch und Müller, das umfangreiche Digital-Display von Trelock inklusive einer Einstellungshilfe, die zusätzlich piepsende Akku-Anzeige von Lupine oder die App-Steuerung von Supernova. Letztere führt dazu, dass die Hightech-Lampe ihr ganzes Potenzial entfalten kann.

Weitere Leucht-Features, wie etwa ein automatisches Fernlicht oder auch ein Tagfahrlicht-Sensor, bieten noch mehr Sicherheit. Alle diese Features schmälern zwar teils die Leuchtdauer, können aber auch - je nach Einsatzbereich - sehr sinnvoll sein.

Manche Rücklichter weisen zudem einen Tageslicht-Sensor auf, der das Licht bei Dämmerung automatisch zuschaltet. Andere Test-Lichter verfügen über eine Auto-Abschalt-Funktion: Der Erschütterungs-Sensor schaltet die Lampe bei einem Nichtgebrauch des Fahrrads automatisch ab.

Noch vor wenigen Jahren gab es teils ein fast ausgeglichenes Verhältnis von Lampen mit und ohne StVZO-Zulassung. Heute ist das anders. Kein namhafter Hersteller kann in Deutschland mehr ohne StVZO-Zulassung an den Start gehen.

Funktionen und Besonderheiten

Viele Radfahrer sind auf sportlichen Urban-, Fitness-, Renn-, Crossrädern oder Mountainbikes und damit ohne fest installierte Lichtanlage unterwegs. Moderne LED-Technik ist kompakt, leicht, leistungsstark, findet jederzeit im Rucksack oder in der Jackentasche Platz und ist daher die richtige Wahl. Per Haltgummi oder fest montiertem Halter sind sie zudem schnell und einfach an der Sattelstütze montiert. Über eine USB-Ladebuchse können sie bequem und variabel geladen werden, besitzen durch die permanente Lichtquelle auch ein Standlicht.

Weiterhin dürfen Rücklichter nicht blinken, dafür aber ab sofort mit Bremslicht ausgestattet sein.

Die meist zweite LED schaltet sich automatisch dann zu, wenn das Rad zum Stehen kommt.

Die Bremslichtfunktion wird über einen Beschleunigungssensor ausgelöst. Treten hier negative Beschleunigungen auf, realisiert der Sensor dies und schaltet zu der normalen Beleuchtung von einer LED, zwei weitere LED hinzu. Ist die negative Beschleunigung vorbei, gehen die zwei zusätzlichen LED wieder aus.

Das Auto-Licht wird mit einem Druck auf den Einschalter aktiviert, ob dies an ist, zeigt eine kleine gelbe Indikator-LED. Leuchtet diese, schaltet sich das Rücklicht bei Dunkelheit automatisch an, sofern das Rad bewegt wird. Drückt man den Ein/Ausschalter erneut, geht das Rücklicht direkt an und steht auf Dauerbetrieb.

Sigma hat mit dem Blaze ein kleines und leichtes Rücklicht auf den Markt gebracht, dass durchaus gute Funktionen mitbringt. Die Einschaltautomatik schaltet das Rücklicht nach ca. 4,5 Minuten wieder aus. Dies passiert in Kombination mit dem Bewegungssensor. Die Bremslicht-Funktion finden wir smart. Hier wird eine erhöhte Sichtbarkeit für ein abbremsendes Fahrrad erzeugt. Die Funktion lässt sich nicht abstellen. Der G-Sensor ist relativ sensibel, er reagiert bereits bei kurzen Verzögerungen.

Beispiele und Produktvorstellungen

Um das Potenzial aller Lampen bestmöglich auszuloten, werden 15 aktuelle LED-Rücklichter im Preisbereich von 12,95 (Axa, Sigma) bis 94,90 Euro (Specialized) getestet. Beim Akku setzen dabei alle auf hochwertige und leistungsstarke Lithium-Ionen sowie Lithium-Polymer Technologie samt integrierter Über- und Tiefentladeschutz.

Sigma Blaze

Das Rücklicht Sigma Blaze wird mittels Gummiring an geeigneter Stelle montiert. Wie auf dem Lieferumfang-Bild zu sehen ist, sind drei verschiedene Gummi-Befestigungen zur Montage vorhanden. Die Halterung ist fest am Blaze verbaut. Der Gummi-Ring wird auf der einen Seite eingehängt, die Lampe an die korrekte Stelle gehalten, der Ring um das Rohr (z.B. der hinteren Gabel) gelegt und auf der anderen Seite der Lampe eingehängt. Neben der Gabel ist auch die Sattelstange eine mögliche Befestigungsstelle. Fahrradwerkzeug wird nicht benötigt.

Beim Einschalten blinkt die gelbe LED, in dieser Zeit wird der G-Sensor kalibriert. Ist das Rücklicht nur noch zu 30% oder weniger geladen, leuchtet eine kleine blaue LED an der Seite vom Sigma Blaze Rücklicht.

Von hinten sieht man das Rücklicht sehr gut, seitlich ist es ebenfalls noch gut zu erkennen, könnte jedoch etwas mehr abstrahlen.

Knog Plus Rear

Das StVZO-konforme Rücklicht von Knog setzt besonders auf Leichtigkeit und Einfachheit und kann damit gut punkten. Durch die längliche Form entsteht ein gut sichtbarer Lichtkegel. Wer also ein leichtes, einfaches und günstiges Rücklicht sucht, scheint hier an der richtigen Stelle zu sein.

Die Montage ist mit dem Gummiring sehr einfach und intuitiv, zusätzlich zur Montage an der Sattelstütze kann das Knog Plus Rear Rücklicht auch die Kleidung, den Helm oder den Rucksack geklippt werden.

Im High-Modus beträgt die Akku-Laufzeit zwei Stunden und im Low-Modus bis zu 3:30 Stunden. Dies ist fürs tägliche Pendeln durchaus ausreichend, kann aber bei längeren Touren zu wenig sein.

Eine Besonderheit zeigt sich beim Aufladen des Akkus: Die Knog Plus Rear passt direkt in einen USB-Port und kann so aufgeladen werden.

Mit 21,25 Gramm samt Halterung ist die Knog Plus Rear das leichteste Rücklicht in unserer Testreihe.

Die Seiten-Sichtbarkeit ist mit 180 Grad in Ordnung.

Weitere Modelle im Überblick

  • Lupine C14 Mag: Hochwertige Verarbeitung, Bremslichtfunktion, Lichtsensor, magnetische Halterung, lange Akkulaufzeit.
  • Lezyne Strip Alert: Robuste Bauweise, Alert Bremslichtfunktion, umweltfreundliche Verpackung.
  • Sigma Infinity: Kompakte Form, geringes Gewicht, lange Akkulaufzeit.
  • BBB Signal Brake BLS-167: Bremslichtfunktion, vielseitige Leuchtmodi.
  • Busch & Müller IXBACK Senso: Innovatives LineTec-Linsensystem, sensorgesteuerter Modus.
  • BBB Spark 2.0: Kompakte Größe, geringes Gewicht, verschiedene Leuchtmodi.
  • Busch & Müller Ixxi: Kompakte Bauweise, einfache Bedienung, lange Akkulaufzeit.
  • Cateye Rapid Micro G: Leichte Bauweise, einfache Demontage zum Aufladen.
  • Knog Plug: Einfache Handhabung, StVZO-konform.
  • M-Wave Helios K 1.1: Günstiger Preis, geringes Gewicht, einfache Handhabung.

Worauf beim Kauf achten?

Beim Kauf des Fahrrad Rücklichts sollte man auf namhafte Hersteller setzen und darauf achten, dass das Rücklicht StVZO-konform ist. Während man nach vorne sehen und auf Gefahren reagieren kann, bietet ein Rücklicht den besten Schutz gegen Gefahren von hinten.

Hier eine Tabelle mit den wichtigsten Kriterien und Beispielen:

Kriterium Beschreibung Beispiel
StVZO-Konformität Erfüllung der deutschen Straßenverkehrsordnung Alle namhaften Hersteller
Leuchtkraft Helligkeit des Lichts in Lumen 30-60 Lumen für Stadtverkehr, 80-100 Lumen für Radsportler
Akkulaufzeit Betriebsdauer des Rücklichts mit einer Akkuladung Sigma Infinity (bis zu 16 Stunden)
Montage Art und Weise der Befestigung am Fahrrad Gummiring, Klettband, Schraubhalterung
Zusatzfunktionen Optionale Features wie Bremslicht, Tagfahrlicht, Helligkeitssensor Lupine C14 Mag (Bremslicht, Lichtsensor)
Gewicht Das Gewicht des Rücklichts Knog Plus Rear (21,25 Gramm)

Das Test-Fazit

Wer die maximale Ausleuchtung möchte, muss in der Regel etwas mehr investieren. Eine solche Leuchtkraft und -weite braucht man unter anderem, wenn man regelmäßig auch im Gelände unterwegs ist.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0