Fahrrad Rücklicht Dynamo Test: Sicherheit und Sichtbarkeit im Fokus

Das Fahrradlicht gehört zur Grundausstattung jedes Fahrrads. Damit die Fahrradlampe leuchten kann, benötigt sie Strom. Hat man keine Akkubeleuchtung, kommt der Strom im Regelfall von einem Fahrrad-Dynamo.

Von hinten betrachtet gibt es beim Thema Rücklicht Neues zu entdecken: Bessere Sichtbarkeit versprechen neue Rückleuchten für E-Bikes, Dynamobetrieb oder als schnell montierbare Einzelleuchten durch stärkere, hellere LEDs, raffinierte Reflexions- und Verstärkungs-Methoden und, immer häufiger, Bremsanzeige-Licht.

Was ist ein Fahrrad-Rücklicht mit Bremslicht und wie funktioniert es?

Als direktes Bremslicht wie beim Auto gelten die bei Verzögerung zugeschalteten Rotlicht-LEDs nicht. Sie sind nicht mit der Bremsanlage gekoppelt. Sensoren stellen fest, ob das Bike kontinuierlich fährt oder schnell verzögert, sprich abgebremst wird.

Im Test lösten viele Bremsanzeige-Leuchten durch ruppige Bordsteinkanten oder Bodenwellen zu früh aus. Und bleiben deutlich zu lange an: Viele leuchteten noch im Brems-Modus, wenn das Bike schon längst wieder unterwegs war. Da gibt es also noch unausgeschöpftes Potenzial.

Dynamo-betriebene Rücklichter: Eine Übersicht

Dynamo Rücklichter haben den Vorteil, dass Sie unabhängig von Batterien leuchten. Somit ist während der Fahrt die Sichtbarkeit immer garantiert. In modernen Fahrradrücklichtern werden außerdem kleine Energiespeicher verwendet, die eine Standlichtfunktion bieten. So sind Sie auch beim Abstellen deines Rades gut sichtbar.

Was man vor dem Kauf eines Dynamo wissen sollte

Die Schwachstelle der Seitenläuferdynamos ist nasses und feuchtes Wetter. Damit der Reifen auch bei Nässe nicht über das Dynamorad rutscht, sollte der Dynamo möglichst leicht laufen und einen geringen Drehwiderstand aufweisen. Eine größere Laufrolle kann hier bereits Abhilfe leisten.

Die Übersetzung verändert sich mit einem zunehmenden Durchmesser der Laufrolle. Je größer die Laufrolle, desto weniger oft dreht sie sich. Die Kraft wird also schonender auf den Dynamo übertragen. Vergrößert man die Laufrolle nachträglich (durch einen Aufsatz), kann sich der Anpressdruck an den Fahrradmantel erhöhen. Hier muss der Dynamo unter Umständen etwas nachjustiert werden.

Es ist ebenfalls darauf zu achten, dass man einen Dynamo wählt, der für die richtige Montageseite geeignet ist. Hier wird zwischen einer Links- und Rechtsmontage unterschieden. Hat der Dynamo mehrere Anschlüsse für die Beleuchtung, können das Rücklicht und das Frontlicht separat voneinander angeschlossen werden.

Wer auch bei schlechtem Wetter auf der sicheren Seite sein will, schaut sich die Fahrrad Akkubeleuchtung an. Moderne Fahrradlampen haben oftmals feine elektronische Bauteile. Gerade im LED-Beleuchtungsbereich ist es daher wichtig, dass entweder die Lampe selbst oder der Dynamo eine Überspannung reguliert und einen Überspannungsschutz hat. Mit dem Voltmeter kann man die Spannung recht einfach am Dynamo abnehmen und messen.

Verschiedene Dynamo-Typen

Es gibt verschiedene Arten von Dynamos, die jeweils Vor- und Nachteile haben:

  • Einfacher Dynamo in klassischer Form: Dieser sogenannte Seitenläufer Dynamo kann auf Bedarf an den Reifen geklappt werden und produziert dann Strom für die Fahrradbeleuchtung. Wird er nicht benötigt, wird der Dynamo einfach wieder abgeklappt.
  • Linksmontage am Rad: Dieser einfache und klassische Fahrrad Dynamo wird auf der linken Seite montiert. Er hat einen Überspannungsschutz integriert und sorgt für den nötigen Strom, um normale Fahrradlampen betreiben zu können.
  • Axa HR Traction: Der Axa Dynamo ist ebenfalls ein Seitenläuferdynamo, der vier Anschlüsse aufweist. Diese teilen sich in zwei Anschlüsse für den Strom und zwei Anschlüsse für die Masse auf. Die Montageseite befindet sich links am Fahrrad. Damit maximal 6 Volt und 3 Watt produziert werden, hat der Dynamo einen Überspannungsschutz integriert.
  • Axa Dynamo: Der Fahrrad Dynamo kann mit einem schlichten Design punkten und wird auf der linken Seite montiert. Seine Stahllaufrolle nimmt den Kontakt mit dem Fahrradreifen auf und überträgt die Kraft auf die Rotorachse, um die gewünschten 6 Volt und 3 Watt zu produzieren.
  • Nabendynamo: Der Nabendynamo ist sozusagen die Revolution des Seitenläuferdynamos. Integriert in der Nabe, der Name verrät es bereits, ist er dauerhaft im Laufrad integriert. Strom wird hier durch das Drehen des Rads produziert, unabhängig von einem Rädchen, das am Mantel anliegt. Somit sind auch Wettereinflüsse wie Schnee oder Regen kein Grund für eine schlechtere Stromerzeugung. Da der Nabendynamo eingespeicht ist, werden oftmals komplette Laufräder inklusive Dynamo verkauft. Ein nachträgliches Austauschen ist mit recht viel Aufwand verbunden.

Fazit Fahrrad Dynamo Test

Der klassische Fahrrad-Dynamo findet auch heute noch Einsatz bei normalen Cityrädern oder Fahrrädern im unteren Preissegment sowie bei Kinderfahrrädern. Es ist eine solide Art Strom für die Fahrradbeleuchtung zu erzeugen und kann einfach auf Bedarf dazugeschaltet werden.

Die korrekte Montage ist bei den Seitenläufern besonders wichtig, sie sollten möglichst parallel zur Neigung des Fahrradmantels laufen. Ob ein Dynamo gut, sehr gut oder nur befriedigend ist, zeigt er in der Praxis und vor allem bei schlechtem Wetter. Preisunterschiede können sich durch eine bessere Verarbeitung bemerkbar machen.

Der Dynamo läuft am Fahrrad mit, daher sollte die Achse gut gelagert sein und bei allen Umdrehungen leise laufen. Günstige Modelle können den Effekt aufweisen, dass es beim Drehen“ruckelt“ oder diese hörbar lauter werden.

Eines sollte man jedoch keinesfalls machen, Strom direkt vom Dynamo abnehmen und zum Laden des Smartphones in der Fahrrad Handyhalterung nutzen. Hierfür sollte immer ein Laderegler genutzt werden.

Supernova M99 DY Pro: Fernlicht aus dem Dynamo

Aus Freiburg kommt eine umwälzende Neuheit: Der M99 DY Pro ist der erste zugelassene Scheinwerfer für Nabendynamos mit Tagfahr-, Abblend- und Fernlicht. Als erstes Magazin konnte MYBIKE die Superleuchte ausgiebig testen. Ganz bescheiden reiht sich der M99 DY Pro technisch wie optisch in die bekannte M99-Serie von Supernova ein: Auf den ersten Blick ist er nur am langen Kabel als Dynamoleuchte zu erkennen.

Ein passender Stecker verbindet ihn mit jedem üblichen Nabendynamo mit sechs Volt und drei Watt. Bis etwa 20 km/h arbeitet der M99 DY wie ein moderner, aber ganz normaler LED-Scheinwerfer. Er wirft eine großzügige, homogen ausgeleuchtete Fläche weißen Lichts auf die Fahrbahn, zum Blendschutz mit klar ausgeprägter Hell-Dunkel-Grenze nach oben. Schon direkt ab dem Vorderrad wird es taghell.

Da die Leistung von Naben­dynamos mit zunehmender Drehzahl und Fahrgeschwindigkeit zunimmt, wird der Abblend-Lichtkegel zwischen etwa 10 und 30 km/h immer intensiver und heller. Darüber nimmt die Helligkeit nur noch minimal zu. Der Clou ist jedoch, dass ab etwa 20 km/h genügend Leistung anliegt, um das Fernlicht zu zünden. Eine blendfrei gedimmte grüne LED auf der Gehäuserückseite zeigt an, wann genug Saft da ist. Dann genügt ein Druck auf die Lenkertaste, und Fernlicht flutet die Szene.

Mit mehr Licht sind Hindernisse früher und klarer zu erkennen, man kann daher tatsächlich nachts deutlich schneller fahren, ohne zum Kamikaze-Piloten zu werden. Das Kommando „Fernlicht“ zündet weitere Hochleistungs-LEDs, in der Spitze leuchten elf Stück gemeinsam.

Sorgfältig selektierte Elektronik-Bauteile, der aus 99 Prismen gefügte Freiflächenreflektor und eine ausgeklügelte Software sorgen dafür, dass aus dem bisschen Strom, das der gesetzlich begrenzte Nabendynamo leisten darf, eine fein gegliederte Lichtflut wird. Mittig oberhalb des StVZO-Lichtbereichs baut das Fernlicht eine zweite Ebene auf, die ohne Hell-Dunkel-Grenze weit nach oben und zur Seite hin Fahrbahn und den Raum darüber ausleuchtet. Tief hängende Äste im Wald, die Tunnelwände einer Unterführung, aber auch Straßenschilder sind immer klar zu erkennen.

Der Scheinwerfer muss natürlich sorgfältig ausgerichtet werden, um in beiden Modi maximale Leuchtweite zu bringen und bei Abblendlicht nicht zu blenden. Auf unserem Rollenprüfstand konnten wir beobachten, dass die Helligkeit von 10 km/h bis Maximal-Speed 56 km/h im Fernlicht-Modus weiter kontinuierlich zunimmt. Das viele Licht bringt innerorts wenig. In völliger Dunkelheit wird es aber schlagartig taghell, wie das noch kein Dynamoscheinwerfer zuvor vollbracht hat. Bei Licht gilt ausnahmsweise: Viel hilft viel.

Bessere Sichtbarkeit durch neue Rückleuchten

Trelocks LS 655 tut vorbildlich: Bei Tageslicht trägt das bogenförmige, schlanke Gehäuse kaum auf und stört am Gepäckträger weder optisch noch physisch. Gesetzeskonform wird es durch einen mitgelieferten, zusätzlichen roten Reflektor. Im Dunkeln leuchten kleine, eng gesetzte LEDs, noch einmal durch Prismen-Linsen verstärkt, kraftvoll und intensiv. Von hinten unmöglich zu übersehen und auch seitlich ist das Rotlicht klar wahrnehmbar.

Ein etwas zu träger Verzögerungssensor schaltet ein intensiveres Bremslicht zu, das auch hier zu lange nachleuchtet, bevor es abschaltet. Preis: 29,90 Euro.

Worauf Sie beim Kauf eines Fahrrad-Rücklichts achten sollten

  • Sichtbarkeit: Achten Sie auf eine hohe Leuchtkraft und einen breiten Abstrahlwinkel, um von anderen Verkehrsteilnehmern gut gesehen zu werden.
  • Bremslichtfunktion: Ein integriertes Bremslicht erhöht Ihre Sicherheit, indem es andere Verkehrsteilnehmer rechtzeitig warnt.
  • Standlichtfunktion: Eine Standlichtfunktion sorgt dafür, dass Sie auch im Stand, beispielsweise an einer Ampel, gut sichtbar bleiben.
  • Wasserdichtigkeit: Ein wasserdichtes Gehäuse schützt das Rücklicht vor Schäden durch Regen und Spritzwasser.
  • Akkulaufzeit: Achten Sie auf eine ausreichende Akkulaufzeit, insbesondere wenn Sie längere Fahrten unternehmen.
  • Montage: Eine einfache und werkzeuglose Montage erleichtert die Installation und den Wechsel des Rücklichts.

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