Die Wahl der richtigen Schaltgruppe ist entscheidend für das Fahrerlebnis, egal ob auf dem Mountainbike oder Rennrad. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Test verschiedener Fahrradschaltungen, von mechanischen bis hin zu elektronischen Systemen, und bewertet deren Leistung, Ergonomie und Wertigkeit.
Shimano XTR M9200 Di2 Wireless-Schaltgruppe
Der japanische Komponenten-Hersteller Shimano hat mit der neuen Shimano XTR M9200 Di2-Schaltgruppe seine erste vollständig kabellose MTB-Schaltgruppe auf den Markt gebracht. Diese wurde entwickelt, um dem Trend der Bike-Industrie zu folgen. Ziel ist es, schnelle und präzise Schaltvorgänge zu liefern und dabei besonders robust zu sein.
Merkmale der Shimano XTR M9200 Di2:
- Kompletter Antriebsstrang (Kurbel, Kassette, Schalthebel) wurde erneuert
- Elektronisches RD-M9250-Schaltwerk mit kurzem oder mittellangem Käfig
- Neuer elektronischer Schalthebel mit hoher Ergonomie und vielen Einstellmöglichkeiten
- CS-M9200 12-fach-Kassette mit HYPERGLIDE+ Technologie
- Gewichtsoptimierte und robuste Kurbelvarianten für XC- und Trail/Enduro-Einsatz
Erster Eindruck und Fahreigenschaften:
Die Hebel-Ergonomie ist sehr gelungen und bietet viele Verstellmöglichkeiten. Das Klicken der Hebel ist deutlich spürbar und vermittelt ein knackiges Gefühl. Das elektronische Schaltgeräusch ist hörbar, aber nicht störend. Die Schaltgeschwindigkeit ist über die E-TUBE App in fünf Stufen einstellbar.
Probleme und Kritikpunkte:
Bei sehr schnellen Schaltvorgängen kann es zu unsauberen Schaltvorgängen und metallischem Einrasten kommen. In der Abfahrt erzeugt das Schaltwerk eine hohe Geräuschkulisse. Shimano verzichtet beim neuen XTR M9250 Di2-Schaltwerk auf eine Kupplung, was zu Problemen führen kann. Trotz der Automatic Impact Recovery-Funktion ist der Bewegungsspielraum begrenzt, und es besteht die Gefahr, dass das Schaltauge verbogen oder gebrochen wird.
Preis:
Die Shimano XTR M9200 Di2-Schaltgruppe liegt im High-End-Bereich der elektronischen Konkurrenz. Ein Upgrade-Kit (Schaltwerk, Schalthebel, Akku, Ladegerät) ist für 999 € erhältlich. Eine komplette Gruppe kostet ca. 2.000 €.
Shimano XT Gruppe
Die Shimano XT Gruppe als Einfach-Variante überzeugt durch präzise und schnelle Schaltvorgänge. Die Gangwechsel laufen sauber, leichtgängig und geräuscharm ab. Besonders positiv fallen die neuen Schalthebel auf, die sich dank I-SPEC EV Montage vielfältig verstellen lassen. Der linke Hebel für 2-fach-Aufbauten verfügt über eine intuitive Bedienung mit nur einer Bedienrichtung.
Rennrad-Schaltgruppen im Vergleich
Für Rennradfahrer ist die Wahl der richtigen Schaltgruppe oft eine Glaubensfrage. Im Folgenden werden einige der wichtigsten Rennrad-Schaltgruppen verglichen:
Sram Force 22
Die Sram Force 22 ist das Pendant zu Shimanos Ultegra 6800 und übernimmt einige Funktionen der Top-Gruppen Srams Red und Shimanos Dura Ace 9000, jedoch zu einem günstigeren Preis. Die Montage gestaltet sich einfach, besonders hervorzuheben ist die YAW-Technologie des Umwerfers, die ein Schleifen der Kette verhindert. Die neuen Bremshebel bieten ergonomische Vorteile, und die Bedienung aus dem Unterlenker ist deutlich leichter.
Shimano Ultegra
Die Shimano Ultegra ist der Bestseller unter den Rennradgruppen und steht für Preis-Leistung. Sie bietet leise Laufgeräusche, weiche Schaltvorgänge und beschichtete Züge. Die Ergonomie der Griffhöcker wurde verbessert, und die Wartung ist unkompliziert. Einziger Nachteil ist das höhere Gewicht.
Shimano Ultegra Di2 6870
Die Shimano Ultegra Di2 6870 begeistert mit einer tollen Schaltperformance unter allen Bedingungen. Sie steht der elektronischen Top-Gruppe Dura Ace Di2 9070 in nichts nach. Die Montage ist einfach, erfordert aber Geduld beim Kabelverlegen.
Campagnolo Chorus EPS
Die elektronische Gruppe des italienischen Traditionsherstellers überzeugt durch Ergonomie und definierte Schaltvorgänge. Die Elektromotoren in Umwerfer und Schaltung sorgen für saubere Gangwechsel unter Belastung. Die Vier-Arm-Konstruktion der Kurbel soll für mehr Steifigkeit sorgen.
Sram Red 22
Die Sram Red 22 ist die leichteste Seriengruppe im Test und besticht durch Funktionalität und geringes Gewicht. Die YAW-Technologie des Umwerfers eliminiert das Nachjustieren, und die neue XG-Kassette ist leiser als das Vorgängermodell. Die Bremsperformance ist überzeugend, und das Schalten ist durch den längeren Schalthebel leichter geworden.
Shimano Dura Ace
Die Shimano Dura Ace ist eine Topgruppe mit edlem Design und hochwertigen Materialien. Sie bietet eine steife Kurbel und eine präzise Schaltung. Die beschichteten Schalt- und Bremszüge senken die Bedienkräfte auf ein Minimum. Die Dosierbarkeit und das Nassbremsverhalten sind hervorragend.
Vergleichstabelle der Rennrad-Schaltgruppen
| Schaltgruppe | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|
| Sram Force 22 | Günstiger Preis, YAW-Technologie | - |
| Shimano Ultegra | Preis-Leistung, leise Laufgeräusche | Höheres Gewicht |
| Shimano Ultegra Di2 6870 | Tolle Schaltperformance, einfache Montage | Kabelverlegung kann aufwendig sein |
| Campagnolo Chorus EPS | Ergonomie, saubere Gangwechsel | - |
| Sram Red 22 | Leichtestes Gewicht, YAW-Technologie | - |
| Shimano Dura Ace | Edles Design, präzise Schaltung | - |
TRP Evo 12 Schaltgruppe
Die TRP Evo 12 ist eine mechanische Schaltgruppe mit zwölf Gängen und 520 Prozent Bandbreite. Sie zeichnet sich durch einen hohen Bling-Faktor und eine solide Funktionalität aus. Die Gangwechsel sind knackig und direkt, und die Schaltung klappert bergab wenig. Allerdings wurde bei Nässe der Schalthebel von manchen Testern als rutschig empfunden.
Im Langzeit-Check zeigten sich einige Defekte an Schaltröllchen und Schaltwerk, und die Zugspannung musste immer wieder nachjustiert werden. Das goldene Finish ist anfällig für Beschädigungen bei Stürzen.
Vergleich mit Shimano XTR und Sram XX Transmission:
| Schaltgruppe | Gewicht | Preis |
|---|---|---|
| TRP Evo 12 | 1655 g | ca. 1100 Euro |
| Shimano XTR | 1577 g | ca. 1050 Euro |
| Sram XX Transmission | 1726 g | ca. 1500 Euro |
Shimano Cues Gangschaltung
Die Shimano Cues ist eine neue Produktfamilie, die verschiedene Anwendungen vom E-Bike über Trekkingräder bis hin zu günstigen Mountainbikes abdecken soll. Es gibt sie in drei verschiedenen Ausführungen: Cues U4000 (9 Gänge), Cues U6000 (10 oder 11 Gänge) und Cues U8000 (11 Gänge, Di2-Variante verfügbar). Die Cues zeichnet sich durch Langlebigkeit und leichte Bedienbarkeit aus.
Alle Varianten der Cues bieten eine zuverlässige Schaltperformance. Die Technologien der einstigen Top-Gruppen sind längst auch im Einsteigermarkt angekommen. Die Cues ist mit der Linkglide-Technik ausgestattet, die für weichere Schaltvorgänge und eine höhere Haltbarkeit sorgt. Shimano hat mit den besonders stabilen Linkglide-Kassetten die Haltbarkeit und das Schalten unter Last von Kettenschaltungen verbessert.
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