Fahrrad Scheibenbremsbeläge Tektro wechseln: Eine detaillierte Anleitung

Fast jedes MTB und sogar einige Trekking-Räder vertrauen heute auf moderne Scheibenbremsen. Sie bieten viele Vorteile, gerade bei schlechter Witterung und halten auch dauerhaft hohen Belastungen stand, ohne weitere Bauteile am Rad (wie bei der Felgenbremse) abzunutzen. Die vielen Vorteile der Scheibenbremse stehen nur wenigen Nachteilen gegenüber. In erster Linie ist der Bremsbelagwechsel etwas umständlicher als bei Felgenbremsen. Es wird zumindest etwas Werkzeug und eine trockene Umgebung benötigt.

Mit etwas Geschick ist der Wechsel der Bremsbacken bei einer Fahrradscheibenbremse aber auch für den Anfänger eine gut zu bewältigende Aufgabe. Sind Sie sich allerdings unsicher, dann lassen Sie die Wartung und den Wechsel der Bremsbeläge besser von einem Fachmann (Fahrradwerkstatt etc.) durchführen.

Grundlagen für den Wechsel der Bremsbeläge

  • Dauer: Ca. 10 Min.
  • Schwierigkeitsgrad: 2 von 5
  • Benötigtes Werkzeug: Flachzange
  • Anzubringende Teile: Neue Bremsbeläge für Scheibenbremsen

Anleitung: Scheibenbremsbeläge tauschen

Der Austausch von Bremsbelägen ist ein relativ einfacher Vorgang und gleichzeitig ein Garant deiner Sicherheit. Wenn du ein Fahrrad mit mechanischen oder hydraulischen Scheibenbremsen fährst, ist das Austauschen von Bremsbelägen unerlässlich.

Vorbereitung

Zunächst einmal solltest du das betreffende Laufrad ausbauen. Ist dieses mit einem Schnellspanner verbaut, lösen Sie diesen. Andernfalls müssen Sie das Laufrad mit einem Schraubenschlüssel SW15 lösen und ausbauen.

1 | Die alten Bremsbeläge ausbauen

Mit einer Flachzange entfernst du zunächst den Arretierstift. Anschließend kannst du die alten Bremsbeläge entfernen. Legen Sie nun die alten Bremsbeläge beiseite.

2 | Die Scheibenbremsen säubern

Wir empfehlen sehr, die Bremsscheiben mithilfe eines Tuchs vor dem Einbauen neuer Bremsbeläge zu säubern. So schaffst du eine saubere Grundlage. Wische zunächst die Scheiben und anschließend den Bremsmechanismus ab.

3 | Die neuen Bremsbeläge einbauen

Vermeide möglichst jeglichen Kontakt mit der Innenseite der Bremsbeläge (um eine Kontamination zu vermeiden). Jetzt setzt du die beiden Bremsbeläge auf die “Bremsfeder” genannte Klammer und schiebst das Set dann an den Ort der alten Beläge (ohne mit Gewalt auf den Mechanismus einzuwirken). Abschließend setzt du den Arretierstift wieder ein und schließt ihn mit einer Klammer. Setzen Sie die neuen Bremsbeläge bzw. Bremsklötze mit der Halteklammer in den Bremssattel ein.

4 | Die Funktionsfähigkeit prüfen

Zum Prüfen der Funktionsfähigkeit baust du zunächst das Laufrad wieder ein und drehst es. Falls die Scheibe an den Belägen schleift, musst du die beiden Schrauben im hinteren Bereich der Bremse lösen.

5 | Die Bremsen entlüften

Das Entlüften der Bremsen ist ein Vorgang, der sehr sorgfältiges Arbeiten erfordert.

Wichtige Hinweise zum Einbremsen von Tektro Scheibenbremsen

Mit modernen Scheibenbremsen aus dem Hause Tektro können Sie am Fahrrad (Citybike, MTB, Trekkingrad) optimal und kraftvoll, aber doch dosiert, die Geschwindigkeit reduzieren. Egal, wie die Wettereinflüsse sind - auch bei schlammigem Untergrund, Regen, Schnee u.ä. packen die Tektro Fahrradbremsen hervorragend und zuverlässig zu. Sie können sich absolut auf dieses Markenprodukt verlassen.

Beim Neukauf von Tektro Scheibenbremsen ist es jedoch immer wichtig daran zu denken, dass die Bremsbeläge von Tektro ab dem ersten Tag „ordnungsgemäß“ eingefahren bzw. genauer gesagt eingebremst werden müssen. Das Einbremsen darf auf keinen Fall unterschätzt oder gar vergessen werden, da sich erst beim Einbremsprozess bzw. beim Einschleifen die Bremsscheibe (Disc Brake) und Bremsbelag optimal aufeinander anpassen. Unter anderem werden bei diesem Vorgang mikroskopisch kleine Unebenheiten auf beiden Fahrrad-Bauteilen abgeschliffen; so liegt der Bremsbelag dann beim Bremsen plan auf der Tektro Bremsscheibe auf.

Dies ist entscheidend wichtig - denn nur so finden später beim Bremsvorgang diese beiden Komponenten perfekt Kontakt und das Laufrad wird verlangsamt. Außerdem findet beim kräftigen Einbremsen eines neuen Bremsbelages ein chemischer notwendiger Prozess statt. Da der Bremsbelag ab Werk eher weich ist, muss es ausgehärtet werden. Dies geschieht, wenn beim Bremsen der Bremsbelag stark erhitzt wird. Das Material gast dadurch aus und der ehemals weiche Tektro Bremsbelag härtet aus, ist temperaturresistent und entfaltet so seine optimale Bremswirkung.

Wenn Sie diesen Schritt ignorieren und daher kein Aushärten der Bremsbeläge statt findet, ist dieser so weich, dass ein früherer Verschleiß nicht abzuwenden ist und diese aufgrund dessen früher gewechselt werden müssen. Es kann auch passieren, dass die Tektro Bremsbeläge sonst viel schneller überhitzen und dann verglasen.

Nun wissen Sie, warum es so extrem wichtig, das Einbremsen der Tektro Scheibenbremsen-Beläge durchzuführen: Sonst ist ein erhöhter Kostenaufwand vorprogrammiert und die Sicherheit deutlich vermindert auf dem Bike.

Der Einbremsvorgang

Gemäß Herstellervorgaben von Tektro beschleunigen Sie beim Einbremsen Ihr Fahrrad optimalerweise auf 30 km/h und führen 30 (wenn nötig auch mehr) Vollbremsungen durch - pro Bremse. Also 30 x mit der vorderen Bremse eine Vollbremsung und 30 x mit der Hinterradbremse. Führen Sie diesen Prozess am besten auf einer recht wenig befahrenen Straße durch, damit kein unglücklicher Vorfall geschieht inmitten anderer Verkehrsteilnehmer, die nicht mit Ihren Bremsmanövern rechnen. Diesen Vorgang so pro Bremse 30 x wiederholen - für hinten und vorne. Nach etwa 10 Bremsungen werden Sie jeweils eine erhöhte Bremswirkung feststellen.

Bei organischen Bremsbelägen ist es wichtig, dass Sie nach dem Einbremsen die Bremsbeläge noch richtig heiß bremsen. So führen Sie dann das oben beschriebene Ausgasen (der Lösungsmittel im Material) herbei. Am einfachsten geht dies, wenn Sie dies auf einer steilen Abfahrt durchführen und dabei die Bremsen einzeln schleifen lassen bis sie richtig heiß werden.

Führen Sie den Einbremsprozess wirklich je Bremse 30 Mal durch - auch wenn es Ihnen recht zeitaufwändig und kräfteraubend vorkommt. Die Bremsanlage ist das sicherheitsrelevanteste Bauteil an Deinem Fahrrad, deshalb solltest Du ihr bei der Wartung besondere Aufmerksamkeit widmen.

Zusätzliche Tipps und Hinweise

Die Bremsbeläge müssen natürlich regelmäßig überprüft werden. Sind sie nahezu verschlissen, werden sie getauscht. An sich ist der Belagswechsel simpel, aber es gibt ein paar wichtige Tricks und Kleinigkeiten, die den Vorgang erleichtern und zu beachten sind.

Das Problem: Neue Bremsbeläge sind dicker als gebrauchte, das ist klar. Wenn Du sie nun einfach tauschst, stehen sie oft so nah zusammen, dass die Bremsscheibe nicht mehr dazwischen passt oder zumindest sehr stark schleift. Das liegt an der automatischen Belagsnachstellung, die jede moderne hydraulische Scheibenbremse mitbringt. Ohne sie würde der Abstand zwischen der Scheibe und den Belägen mit zunehmendem Verschleiß immer größer werden. Die Folge: Der Druckpunkt am Bremshebel würde immer weiter nach hinten wandern.

Die automatische Belagsnachstellung hebt diesen Effekt auf, indem Bremsflüssigkeit aus dem Ausgleichsbehälter in das Bremssystem nachläuft, sobald die Beläge dünner werden und die Kolben daher weiter ausfahren müssen. Diese nachgelaufene Flüssigkeit muss vor dem Belagswechsel in den meisten Fällen wieder in den Ausgleichsbehälter zurück gedrückt werden, um den zusätzlich benötigten Platz für die neuen, dickeren Bremsbeläge freizugeben.

Um Dir den Belagswechsel zu erleichtern, stellen wir hier eine Anleitung zur Verfügung. Los geht´s!

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