Wer sein Fahrrad effektiv vor Diebstahl schützen möchte, sollte beim Schloss keine Kompromisse eingehen. Der Fahrradschloss-Test 2025 der Stiftung Warentest macht deutlich: Ein gutes Schloss ist nicht nur sicher, sondern muss auch zum Alltag der Nutzer:innen passen.
Fahrradschloss Test 2025: Ergebnisse von Stiftung Warentest
Im Februar 2025 hat Stiftung Warentest 19 neue Fahrradschlösser auf den Prüfstand gestellt - darunter Bügel-, Falt-, Ketten- und Kombimodelle. Dabei zeigt sich: Platzhirsch ABUS ist qualitativ nach wie vor ganz weit vorne.
Mit der Gesamtnote „sehr gut (1,2)“ sichert sich das ABUS Granit Super Extreme 2500 den Spitzenplatz im Test. Die Haltbarkeit ist mit der Note 1,0 ebenfalls hervorragend: Das Schloss ist demnach bestens gegen Korrosion geschützt, der Zylinder gegen Verschmutzungen und der Schlüsselmechanismus absolut stabil. Kritik gibt es nur bei der Handhabung (Note 3,3), da das Schloss mit 2,2 Kilogramm recht schwer daherkommt und das Anschließen flexibler vonstattengehen könnte. Stellst du dein Fahrrad in besonders gefährdeten Gegenden ab und/oder besitzt ein teures (E-)Bike, ist das ABUS Granit Super Extreme 2500 definitiv eine Investition wert. Mit der Note 1,2 und einem Sicherheitslevel von 15+ ist dieses Bügelschloss der klare Sieger im Test - und in Sachen Diebstahlschutz.
Neben dem Testsieger können im Fahrradschloss Test 2025 von Stiftung Warentest noch zwei weitere Modelle durch "gute” Leistungen überzeugen.
Weitere Empfehlenswerte Modelle
Das ABUS Granit 460 ist ein klassisches Bügelschloss. Es richtet sich vor allem an preisbewusste Radler:innen, die ihr Bike vor Diebstahl schützen wollen. Die Prüfenden bewerten hier die Aufbruchsicherheit mit 2,3 - typischen Werkzeugen wie Bolzenschneidern oder Sägen hält dieses Schloss solide stand. In Sachen Haltbarkeit glänzt es sogar mit “sehr gut“ (Note 1,4): Weder Korrosion noch Schmutz beeinträchtigen seine Funktionalität. In der Handhabung zeigt es sich dagegen eher solide (Note 2,6): Die Anschlussmöglichkeiten könnten ein wenig flexibler sein, Extras wie LED-Schlüssel oder besonders ergonomisches Design sind ebenfalls nicht an Bord. Für weniger gefährdete Abstellorte bietet sich wiederum das ABUS Granit 460 an. Es überzeugt durch ein gutes Gesamtpaket aus Sicherheit, Gewicht und Bedienbarkeit - und kostet weniger als 50 €.
In Sachen Aufbruchsicherheit überzeugt das Decathlon Kettenschloss 920 Art3 sogar noch mehr als das ABUS Granit 460 und erreicht mit einer Note von 0,9 fast an den Testsieger heran. Allerdings bringt es rund 3,2 Kilogramm auf die Waage, was deutlich mehr ist als bei mancher Konkurrenz. Eine Halterung ist ebenfalls nicht vorhanden. Dafür bietet die Länge von 102,5 Zentimeter flexible Anschlussmöglichkeiten. Zudem ist das Schloss “gut” geschützt vor Korrosion und auch Sand, Staub oder Schmutz machen dem Zylinder nichts aus. Benötigst du dagegen eine größere Reichweite beim Anschließen, punktet das Decathlon Kettenschloss 920 Art3.
Obwohl das Decathlon Kettenschloss 920 Art3 eindeutig die bessere Aufbruchsicherheit bietet, trumpft das ABUS Granit 460 mit dem runderen Gesamtpaket auf. Unter anderem ist es deutlich leichter und kommt mit einer Halterung daher. Letztere fehlt beim Decathlon komplett - einer der Gründe, weswegen die Handhabung von Stiftung Warentest nur als “ausreichend” bewertet ist. Außerdem ist es nicht ganz so gut gegen Schmutz und Witterung geschützt wie das Granit 460. Insgesamt bietet das ABUS Fahrradschloss eine sehr gute Kombination aus Sicherheit, Handhabung und Haltbarkeit - zu einem etwas günstigeren Preis. Das Decathlon-Modell eignet sich zwar für hohe Sicherheitsansprüche, kommt jedoch mit einem hohen Gewicht und eingeschränkter Alltagstauglichkeit.
Enttäuschende Ergebnisse im Test
Trotz teils guter Einzelbewertungen haben einige Fahrradschlösser bei Stiftung Warentest ein enttäuschendes Gesamtbild abgegeben. Der Hauptgrund für die negativen Urteile liegt meist in gravierenden Schwächen beim Kernelement: dem Diebstahlschutz. Aber auch Haltbarkeitsprobleme und gesundheitlich bedenkliche Schadstoffe sorgen für Abwertungen.
Ein besonders drastischer Fall ist das Burg-Wächter 1580 HB 165/200 (Gesamtnote 5,5). Zwar überzeugt es mit einer sehr guten Aufbruchsicherheit (Note 0,8), doch die Verwendung des gesundheitsgefährdenden Weichmachers DIBP - in einer Konzentration oberhalb des EU-Grenzwerts - führt zu einer Abwertung (Note 5,5). Das können auch die eigentlich solide Handhabung (Note 2,7) und Haltbarkeit (Note 2,6) nicht mehr aufwiegen.
Auch das ABUS Steel-o-chain 9809K (Gesamtnote 4,0) punktet in der wichtigsten Kategorie “Sicherheit” (Note 0,7), enttäuscht aber umso mehr bei Haltbarkeit und Handhabung. Das Problem: Der Schließmechanismus versagte im Test nach mehrmaligem Kontakt mit Sand.
Das Problem mit der Langlebigkeit setzt sich beim Decathlon Bügelschloss D920 ART3 (Gesamtnote 4,0) und dem Acid Rigid 120 Pure Faltschloss (Gesamtnote 4,0) fort. Auch diese beiden Modelle war nach dem Kontakt mit Sand nicht mehr funktionsfähig. Eine Halterung für den Transport fehlt beim Decathlon-Schloss ebenfalls. Schade eigentlich, denn die Aufbruchsicherheit punktet mit der Note 0,8 auf ganzer Linie. Das Acid Modell versagt hier dagegen ebenfalls und ließ sich im Test vergleichsweise leicht knacken (Note 3,9).
Verschiedene Arten von Fahrradschlössern
Fahrradschlösser unterscheiden sich deutlich in Aufbau, Sicherheit und Handhabung.
- Bügelschlösser: Sie gelten durch ihre massiven Stahlbügel als sehr sicher und nahezu resistent gegen Bolzenschneider.
- Faltschlösser: Ihre faltbaren Stahlglieder machen sie kompakt und flexibler als Bügelschlösser.
- Kettenschlösser: Sie vereinen Flexibilität mit hoher Sicherheit - vorausgesetzt, die Kettenglieder sind stark genug.
- Smart-/Alarmschlösser: Die modernen Lösungen mit App-Steuerung oder integriertem Alarm.
Ein gutes Fahrradschloss sollte nicht nur sicher, sondern auch praktikabel im Alltag sein.
- Sicherheitsniveau: Ein Bügelschloss ist in der Regel am sichersten.
- Gewicht und Größe: Ein hohes Gewicht kann auf Dauer unpraktisch sein.
Ein gutes Schloss allein reicht nicht - auch die richtige Anwendung ist entscheidend. Im Übrigen stellt Lockpicking in der Regel kein echtes Risiko dar.
Tipps zum Schutz vor Fahrraddiebstahl
Neben der Wahl des richtigen Schlosses gibt es weitere Maßnahmen, die Sie ergreifen können, um Ihr Fahrrad vor Diebstahl zu schützen:
- Abschließen: Ganz gleich, wie kurz Sie Ihr Rad unbeaufsichtigt lassen - ist Ihr Rad nicht abgeschlossen, braucht ein Dieb nur Sekunden, um damit zu verschwinden.
- Anschließen: Abschließen ist gut, anschließen ist besser: Schließen Sie Ihr Rad möglichst immer an einen festen Gegenstand an (etwa einen Laternenpfahl oder ein Straßenschild). Andernfalls packt der Dieb Ihr abgeschlossenes Rad einfach auf einen Transporter.
- Durchschließen: Das Schloss sollte immer Rad und Rahmen verbinden. Sonst montiert der Dieb einfach rasch das abgeschlossene Vorder- bzw. Hinterrad aus und nimmt Ihr Rad mit.
- Sichtbar bleiben: Je abgelegener und versteckter Ihr Fahrrad abgestellt ist, desto reizvoller wird es für Diebe. Wann immer möglich, sollten Sie Ihr Rad gut sichtbar auf einem belebten Platz abstellen, am besten in erhöhter Position (was allerdings nur selten möglich ist). Vermeiden Sie nach Möglichkeit dunkle Hofeingänge oder schlecht einsehbare Seitenstraßen.
- Doppelt schließen: Wenn Sie Ihr Rad für längere Zeit unbeaufsichtigt draußen stehen lassen müssen, sollten Sie nach Möglichkeit zwei Schlösser einsetzen. Da viele Diebe auf einen speziellen Schlosstyp spezialisiert sind, ist es eine gute Idee, zwei Schlösser unterschiedlichen Typs zu benutzen, etwa ein Panzerketten- und ein Bügelschloss.
- Codierung des Fahrrads: Stiftung Warentest rät dazu, das Rad mit einer sogenannten "Eigentümer-Identifizierungsnummer" (EIN-Code) zu codieren. Die wird vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club, der Polizei und teils auch von Fahrradhändlern in den Rahmen gefräst, um ein geklautes Rad einem Eigentümer zuordnen zu können.
Empfehlenswerte Fahrradschlösser und ihre Eigenschaften
Hier ist eine Übersicht einiger empfohlener Fahrradschlösser basierend auf verschiedenen Tests und Bewertungen:
| Fahrradschloss | Typ | Sicherheitslevel (Herstellerangabe) | Besondere Eigenschaften |
|---|---|---|---|
| ABUS Granit Super Extreme 2500 | Bügelschloss | 15+ | Höchste Sicherheit, widersteht Sägeangriffen und Winkelschleifern |
| ABUS Granit 460 | Bügelschloss | Hoch | Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, solide Aufbruchsicherheit |
| Decathlon Kettenschloss 920 Art3 | Kettenschloss | 9 von 10 | Hohe Aufbruchsicherheit, flexible Anschlussmöglichkeiten |
| ABUS Bordo Granit XPlus 6500 | Faltschloss | 15 | Hohe Flexibilität, widersteht Bolzenschneidern |
| Hiplok Gold | Kettenschloss | Hoch | Tragbar um die Hüfte, robuste Stahlkette |
Insgesamt gilt: Wer viel unterwegs ist, sollte besonders auf Gewicht und Handhabung achten, für risikoreiche Gegenden ist dagegen eine hohe Sicherheit das wichtigste Kriterium!
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