Fahrrad Schutzblech Vorne: Befestigungsmöglichkeiten und Tipps

Egal, ob du mit einem E-Bike oder einem Bio-Bike unterwegs bist, Schutzbleche sind in den kalten und nassen Jahreszeiten, Winter und Herbst, unersetzlich. Gerade als Fahrrad-Pendler kann man sich das Wetter nicht immer aussuchen. Schutzbleche halten auf den vom Regen getränkten Straßen das Spritzwasser und den Dreck ab. Wird der Regen aber zu heftig oder die Straße zu nass, können Schutzbleche an ihre Grenzen kommen.

Wer bei Nässe Fahrrad fährt, kennt das Problem: Ohne Schutzbleche spritzen Wasser und Dreck nach oben - man wird nass und die Kleidung ist ruiniert. Viele Fahrräder werden heute aber ohne Schutzbleche ausgeliefert. Dabei haben diese - neben dem Spritzschutz - viele weitere Vorteile.

Schutzbleche am Fahrrad haben viele Vorteile: Ist man bei schlechtem Wetter unterwegs, werden Kleidung und Rad vor Spritzwasser und Schmutz geschützt. Zudem erreichen weniger Schmutz und Wasser die Kette, die empfindliche Schaltung oder die Lager. Das reduziert den Wartungsaufwand und erhöht die Lebensdauer dieser beweglichen Teile. Letztendlich werden auch Fußgänger oder Hinterherfahrende nicht unnötig vollgespritzt.

Mit Schutzblechen werden üblicherweise City-, Trekking- und E-Bikes ausgeliefert. Die sportlichen Zweirad-Varianten Gravel- und Mountainbike, Rennrad und Fixies erreichen Käufer dagegen meist ohne. Wer nachrüsten will, wird schnell fündig: Im Fachhandel gibt es Sets für um die 30 Euro, wahlweise als Steck-Sätze oder zur festen Montage. Steck-Sätze werden bei schlechtem Wetter angebracht und bei gutem Wetter wieder entfernt. Sie gelten als funktional, aber wenig elegant. Festmontierte Bleche dagegen sind das ganze Jahr über am Rad und stabiler.

Kompatibilität und Auswahl des richtigen Schutzblechs

Fahrradteile sind selten standardisiert, nicht jeder Bremsgriff passt an jeden Lenker. Nicht jeder Lenker an jeden Vorbau. Deshalb unsere Tipps zu Fahrrad-Schutzblechen. Darauf musst Du achten: Standard-Schutzbleche (mit Festmontage) benötigen spezielle Ösen am Fahrrad. Trekkingräder und Stadträder sollten diese Ösen haben. Rennräder und Mountainbikes haben diese Ösen oft nicht. Adapter als universelle Aufnahmen gibt es für jedes Rad (stellen wir unten im Text vor). Bei den Steckschutzblechen (Clip-On) können die Schutzbleche theoretisch an jedes Fahrrad befestigt werden.

Man muss auf jeden Fall darauf achten, dass die Größe der Schutzbleche zur Reifengröße passt. Die Schutzbleche sollten etwas breiter sein als die Reifen. Beachte beim Kauf des Schutzblechs, dass die Größe des Schutzblechs zu deinem Fahrrad passt. Zum Glück gibt es viele Schutzbleche in verschiedenen Größen - manchmal verkauft der Hersteller auch eine separate „Extra Wide“-Version. Es geht bei der Größe um den Umfang der Laufräder und die Breite der Reifen.

Umfang der Laufräder

Der Umfang der Laufräder spielt vor allem bei den Standard-Schutzblechen eine große Rolle. Schließlich muss hier das Schutzblech genau zur Größe der Laufräder passen. Bei den Steckschutzblechen gilt die Größe meistens bloß als Richtwert für die maximale Größe der Laufräder. Wobei ein zu großes Steckschutzblech schon recht blöd aussehen kann. Fahrräder in Standard-Größe und Rennräder haben meistens 28 Zoll Laufräder. Jugendräder haben 24 oder 26 Zoll. Mountainbikes haben 26 Zoll bis 29 Zoll. Schutzbleche haben in der Regel immer einen empfohlenen Laufrad-Umfang.

Reifenbreite

Auch die Reifenbreite muss zur Breite der Schutzbleche passen. Ein zu schmales Schutzblech würde nur einen Bruchteil des aufgewirbelten Wassers auffangen. Die Breite eines Rennradreifens ist mit einem MTB-Reifen kaum zu vergleichen - deshalb werden auch spezielle Rennradschutzbleche und Mountainbike-Schutzbleche hergestellt. Aber auch darüber hinaus findet man meistens eine empfohlene Reifenbreite bei Schutzblechen.

Die Schutzbleche sollten etwas breiter sein als die Reifen - aber wie viel breiter genau, das hängt stark davon ab, wie und wo die Schutzbleche befestigt werden. Standard-Schutzbleche sollten ca 10 Millimeter breiter sein. Wenn es sich hingegen um ein Steckschutzblech handelt, das direkt am Sattel befestigt wird (wie der Ass Saver), muss das Schutzblech deutlich breiter sein als die Reifen (doppelt oder dreimal so breit wie der Reifen).

Größe und Länge des Schutzblechs

Darüber hinaus wollen wir aber außerdem auf die eigentliche Größe bzw. Länge des Schutzbleches aufmerksam machen. Dieser Faktor wird von vielen Radlern unterschätzt, die sich sehr kleine Schutzbleche kaufen und glauben, dass das bestimmt ausreichen würde. Aber ein zu kleines Schutzblech ist kaum besser als überhaupt kein Schutzblech. Damit ein Schutzblech wenigstens den Großteil des aufgewirbelten Wassers auffängt, muss es eine bestimmte Länge aufweisen.

Wie lang genau ist schwer zu sagen - wie auch bei der Breite ist die richtige Länge abhängig davon, wo sich das Schutzblech befindet (wie viel Abstand zu den Reifen besteht). Ein Standard-Schutzblech für das Hinterrad sollte die obere Hälfte des Reifens abdecken, damit sowohl der Fahrer als auch das Tretlager nicht beschmutzt werden. Bei Steckschutzblechen gilt: desto länger, desto besser - denn umso mehr Schutz landet im Schutzblech und nicht auf dem Rücken des Fahrers (bzw. auf dem Fahrrad).

Montage von Schutzblechen

Theoretisch hat man die Wahl zwischen Standard-Schutzblechen mit Festmontage und Steckschutzblechen, die zwar nicht ganz so gut schützen, aber schnell und einfach an jedes Fahrrad montiert werden können. Oft entfällt diese Wahl jedoch, weil das Fahrrad nicht die notwendigen Ösen hat, um Standardschutzbleche zu montieren.

So montiert man Schutzbelche selbst. Zuerst müssen Schutzbleche besorgt werden, die zum Rad passen - also breit genug für die Reifen und lang genug, um Spritzwasser abzuhalten. Daneben sollte darauf geachtet werden, ob Montagepunkte am Rad vorhanden sind. Mit Gewindebohrungen in Gabel und Hinterbau ist eine feste Verbindung eher möglich.

Standard-Schutzbleche

Hier erklären wir dir, welche Ösen dein Fahrrad hinten und vorne braucht, um ein Paar Schutzbleche mit Festmontage zu befestigen.

Schutzblech Vorne Montage an der Gabelbrücke

Das vordere Schutzblech wird an der Gabelbrücke und bei den Ausfallenden der Vorderradgabel befestigt. Die Halterung (in Form eines Winkels) des Radschützers wird an einer Öse an der Gabelbrücke befestigt, die Streben des Schutzbleches werden an zwei Ösen (nahe den Ausfallenden) befestigt. Beide Komponenten (Halterung und Streben) sind notwendig, damit das Schutzblech sicher hält und den passenden Abstand zum Reifen einhält.

Schutzblech Hinten

Die Montage des hinteren Schutzblech unterscheidet sich darin, dass das Schutzblech an drei Stellen befestigt werden muss (weil das hintere Schutzblech deutlich länger ist). Auch hier benötigt man Ösen an den Ausfallenden, an denen man die Streben des Schutzbleches befestigt. Diese Brücke dient auch zur Aufnahme der Schutzblechhalterung. Die direkte Halterung wird an einer Öse an den Sattelstreben befestigt. Diese Öse sollte sich mittig auf der Brücke zwischen den Sattelstreben befinden.

Die dritte Verbindung erfolgt unten am Rahmen, hinter dem Tretlager. Auch hier sollte eine Öse sein, an der man das Schutzblech zusätzlich befestigt. Manche Schutzbleche kommen aber auch mit einem alternativen Clip, falls diese Öse fehlt - so zumindest die SKS Bluemels Schutzbleche.

Die Montage beginnt mit dem hinteren Schutzblech. Das Schutzblech wird mit der Halterung erst an der Öse oder Gewindebohrung am Hinterbau unter dem Sattel angebracht. Viele der sportlichen Bikes haben keine klassischen Befestigungsösen. Dafür gibt es spezielle Adapter, die am Rahmenende befestigt werden. Diese Adapter werden meist von den Herstellern für wenig Geld angeboten.

Steckschutzbleche

Haben Sie sich für die passenden Schutzbleche zum Stecken entschieden, kann es auch schon losgehen mit der Montage. Diese ist bei abnehmbaren Steckblechen besonders einfach und mit nur wenig Werkzeug auszuführen. Üblicherweise werden nur zwei kleine Halterungen benötigt.

Als erstes drehen Sie das Fahrrad vollständig auf den Kopf. Achten Sie hier auf einen stabilen, festen Untergrund und legen Sie zum Schutz eine alte Decke unter. Nun wird die vordere Halterung entsprechend zusammengebaut. Stecken Sie hierfür beide Verbindungsteile, wie in der Montageanleitung beschrieben, ineinander und legen Sie die zugehörige Mutter in die dafür vorgefertigte Aussparung. Schieben Sie die längliche Halterung mit den seitlich angebrachten Einschubnasen auf der gegenüberliegenden Seite ein. Jetzt kann die lange Schraube mithilfe eines Sechskantschlüssels von oben in die Vorrichtung eingeführt und leicht angezogen werden, so dass die Mutter nicht mehr eigenständig abfallen kann.

Schieben Sie den zusammengebauten, runden Einsatz in das untere Rohrende der Fahrradgabel. Dies sollte ohne viel Kraftaufwand möglich sein. In einigen Fällen kann es vorkommen, dass sich auf dem Gabelschaft noch eine kleine Schutzabdeckung befindet. Diese muss dann selbstverständlich vor der weiteren Montage erst entfernt werden. Drehen Sie anschließend die Halterung so, dass die Spritzschutzbleche später in die entsprechenden Schienen eingeschoben werden können, also parallel zum Fahrradrahmen. Jetzt kann die Schraube fest angezogen und das Steckschutzblech anschließend in die Führung eingeklickt bzw. eingeschoben werden.

Das vordere Schutzblech ist nun fest montiert und das Bike kann vorsichtig wieder umgedreht werden. Die rückwärtige Befestigung geht dagegen kinderleicht und erfolgt ohne spezielles Werkzeug. Hier wird der Haltegurt in entsprechend gewünschter Höhe um die Sattelstütze gelegt und die Schnalle hinter den zwei Halterungen eingehakt. Nun lässt sich der Hebel fest andrücken. Über die Gelenkschraube kann die Position des Steckbleches noch beliebig nachjustiert werden.

Zusätzliche Tipps und Hinweise

  • Ein Fahrrad-Montageständer erleichtert die Arbeit.
  • Viele Schutzbleche verfügen über Scharniere, die die Höhe regulieren.
  • Sind beide Bleche montiert, werden die Räder mehrmals gedreht: Schleift etwas oder wackelt? Gegebenenfalls alle Schrauben nachziehen und zu einer kurzen Probefahrt auf Nässe starten.
  • Wichtig ist, dass das Blech mittig über dem Reifen sitzt und nicht schleift. Als Faustregel gilt: zwischen Schutzblech und Reifen sollte man durchschauen können. Sitzt das Schutzblech zu eng, verfangen sich vor allem im Herbst Blätter und kleine Äste zwischen Reifen und Blech und schleifen.
  • Vorne funktioniert es ähnlich: Oben an der Gabel gibt es meist eine kleine Bohrung, in die man die mitgelieferte Schraube setzt, um das Schutzblech sicher zu arretieren. Die Streben werden an den Gabelenden befestigt. Falls keine Bohrung oder Öse vorgesehen ist, können kleine Klemmen oder Kabelbinder helfen. Auch hier gilt: Das Schutzblech sollte weder zu nah am Reifen sitzen noch zu weit weg. Nur so schützt es gut vor Schmutz und Wasser.

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