Fahrrad Kettenschutz Arten: Schutz für Kette und Kleidung

Der Kettenschutz ist ein wichtiges Bauteil am Fahrrad, das deine Kleidung und die Kette vor Schmutz, Öl und Beschädigungen schützt. Er umhüllt die Kette ganz oder teilweise und verhindert so, dass du dich während der Fahrt mit Hosenbein oder Rock verhedderst.

Warum ein Kettenschutz sinnvoll ist

Ein Kettenschutz verhindert, dass Schmutz und Feuchtigkeit deine Kette oder Kleidung beeinträchtigen. Gerade im Alltag ist das praktisch, wenn du keine Lust hast, ständig deine Hose hochzukrempeln oder auf Flecken zu achten. Zudem kannst du durch den Schutz eine längere Haltbarkeit der Kette und Ritzel erzielen, da weniger Verunreinigung ins Antriebssystem gelangt.

Um einen reibungs- und geräuschfreien Lauf zu ermöglichen und als Schutz vor Korrosion muss eine Fahrrad-Kette geschmiert werden. Berührt man sie mit den Beinen, sind deshalb Öl-Flecken auf der Kleidung oder der Haut die Folge. Das sieht nicht gut aus und ist zudem schwer zu reinigen. Bei weiten Hosen besteht sogar die Gefahr, dass sie zwischen die Kette und das Kettenblatt geraten. Dadurch können die Kleidungsstücke beschädigt werden, im schlimmsten Fall verliert man sogar die Balance und stürzt.

Ein Kettenschutz ist eine vergleichsweise günstige Möglichkeit, um die Fahrradkette vor größeren Verschmutzungen wie zum Beispiel Matsch, Schlamm oder Regen zu schützen. Dieser kann auch nachträglich montiert werden.

Ein Kettenschutz bietet, in Relation zum Anschaffungspreis, eine Menge Vorteile und ist deshalb auf jeden Fall zu empfehlen. Dieser ersetzt aber nicht die regelmäßig durchzuführende Wartung und Pflege, sondern dient lediglich der Prävention.

Verschiedene Arten von Kettenschützern

Kettenschützer gibt es in verschiedenen Ausführungen, die zu unterschiedlichen Fahrradtypen passen:

Vollständige Kettenkästen

Vollständige Kettenkästen umschließen die Kette komplett und bieten den höchsten Schutz. Dieses System ist häufig bei sogenannten Hollandrädern zu finden und bietet für Kette und Kleidung den komplettesten Schutz. Der Vollkettenschutz kommt ausschließlich bei Nabenschaltungen zum Einsatz.

  • Vorteile: Maximaler Schutz vor Schmutz und Witterungseinflüssen, lange Lebensdauer der Kette, kein Kontakt mit der Kleidung.
  • Nachteile: Höheres Gewicht, aufwendigere Montage, nur für Nabenschaltungen geeignet.

Teilkettenschützer

Teilkettenschützer decken nur den oberen Teil der Kette ab und sind leichter sowie vielseitiger. Besonders bei Mountainbikes, Trekkingrädern oder Pedelecs setzt man auf diesen flexiblen Schutz. Der Teilkettenschutz ist sehr weit verbreitet. Dieses Fahrradteil umhüllt den oberen Teil der Kette sowie das Kettenblatt und kann sowohl bei Fahrrädern mit Nabenschaltung als auch bei Bikes mit Kettenschaltung montiert werden. Die Demontage des Hinterrads wird hierbei nicht beeinträchtigt.

  • Vorteile: Geringeres Gewicht, einfachere Montage, für Kettenschaltungen geeignet.
  • Nachteile: Weniger Schutz vor Schmutz und Witterungseinflüssen.

Kettenschutzring

Bei sportlicheren Fahrrädern kommt oftmals ein Kettenschutzring zum Einsatz. Er verhindert, dass die Hose zwischen die Kette und das Kettenblatt gerät. Allerdings schützt er im Gegensatz zum Kettenkasten die Kleidung nicht vor Öl-Flecken, dafür ist die Montage einfacher, denn er wird direkt an der Kurbel befestigt. Dazu muss das große Kettenblatt jedoch mit den notwendigen Vorbohrungen ausgestattet sein.

Es gibt auch Schutzringe, die direkt an den Kurbelarmen festgeschraubt werden. Das funktioniert aber nur bei Vierkant- und einigen Octalink-Kurbeln, da lediglich sie mit dem notwendigen Gewinde ausgestattet sind.

  • Vorteile: Einfache Montage, geringes Gewicht.
  • Nachteile: Kein Schutz vor Schmutz, kein Schutz vor Öl-Flecken.

Chainrunner

Der Chainrunner ist ein halboffener Schutzschlauch, der direkt auf die Kette gezogen wird und ausschließlich bei Fahrrädern mit Nabenschaltung zum Einsatz kommt.

Materialien

Die meisten Kettenschützer bestehen aus Kunststoff, da das Material leicht, wetterfest und preisgünstig ist. Hochwertige Modelle gibt es auch aus Aluminium oder sogar Edelstahl, die robuster gegen Beschädigungen oder Rost sind.

Montage

Die Montage hängt von der Bauart deines Fahrrads und des Schutzes ab. Manche Kettenschützer werden direkt an den Rahmen geschraubt, andere benötigen eine zusätzliche Befestigung am Tretlager oder Hinterrad. Du solltest darauf achten, die richtige Größe und Form zu wählen, damit der Schutz nicht gegen die Kette stößt und die Funktion beeinträchtigt.

Ein Kettenschutz-Kasten nachzurüsten, gestaltet sich etwas aufwendiger als die Montage eines Schutzrings. Da zuerst eine sogenannte Kettenschutzbrille hinter der Kurbel angebracht werden muss, an der man den Kasten montieren kann. Dazu ist es notwendig, sowohl die Kurbel als auch das Innenlager auszubauen. Denn die Brille wird zusammen mit dem Lager am Rahmen befestigt. Zudem wird der Kasten an einer Strebe am hinteren Teil des Fahrrads gesichert. Dafür ist eine spezielle Aufnahme am Fahrrad angebracht. Sollte diese nicht vorhanden sein, kann auch eine Schelle verwendet werden. Wenn bereits ein Schutzkasten an Ihrem Fahrrad verbaut wurde und dieser lediglich getauscht werden muss, kann man den defekten einfach ab- und den neuen an der Montagevorrichtung anschrauben.

In beiden Fällen kann der Kettenschutz einfach angeschraubt werden. Dafür wird kein Spezialwerkzeug benötigt.

Pflege und Wartung

Ein Kettenschutz benötigt kaum Pflege, sollte aber gelegentlich gereinigt werden. Schmutz und Dreck, die sich außen ansammeln, kannst du einfach mit einem feuchten Tuch entfernen. Schau ab und zu nach, ob Befestigungsschrauben locker werden.

Die richtige Wahl treffen

Die Auswahl des richtigen Kettenschutzes hängt von Ihrem Fahrradtyp ab. Viele Fahrräder haben spezifische Kettenschützer, die nur auf diesen Fahrradtyp passen.

Beim Kauf eines Kettenschutzes gibt es einige wichtige Dinge zu berücksichtigen, um sicherzustellen, dass der Kettenschutz perfekt zu deinem Fahrrad passt:

  • Art des Kettenschutzes: Überlege dir, ob du einen Vollkettenschutz, einen Teilkettenschutz oder einen Kettenschutzring bevorzugst.
  • Größe des Kettenschutzes: Es ist wichtig, dass der Kettenschutz die richtigen Maße hat. Dazu gehören der Durchmesser und die Anzahl der Kettenblattzähne.
  • Material des Kettenschutzes: Kettenschützer können aus unterschiedlichen Materialien wie Kunststoff oder Aluminium hergestellt werden.

Weitere Tipps für die Kettenpflege

Eine tadellose Kette kann einen großen Einfluss auf das Fahrgefühl, den Fahrkomfort und reibungslose Schaltvorgänge haben. Um den natürlichen Verschleiß nicht noch zu fördern, beginnt dies bei einer regelmäßigen und vor allem gründlichen Reinigung und wird mit einer anschließenden frischen Schmierung komplettiert. Mit Produkten aus dem Fachhandel, Kettenreiniger und Kettenöl für Fahrräder, sind Sie natürlich am besten ausgestattet. Für die schnelle Reinigung zwischendurch reicht natürlich aber auch mal ein einfacher feuchter Lappen.

Zur Orientierung können Sie sich merken, dass die Kette etwa alle 200 km gesäubert werden sollte. Dies ist allerdings nur ein ungefährer Richtwert. Je nach Art und Intensität der Nutzung sowie Verschmutzungsgrad kann es natürlich auch häufiger nötig sein.

Als zusätzliche Vorbeugungsmaßnahme empfehlen wir, dass das Fahrrad im besten Fall auch bei Nichtbenutzung möglichst trocken, also ohne den Witterungsbedingungen ausgesetzt zu sein, untergestellt wird.

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