Fahrrad Schutzblech Verlängerung Test: Trocken und sauber durch jedes Wetter

Für Alltagspendler und Tourenfahrer ist es wichtig, bei Regen nicht nass zu werden. Besonders sportliche Fahrräder werden oft ohne Schutzbleche verkauft, aber schon nach dem ersten Regen stellt sich so mancher die Frage, ob das auf Dauer praktikabel ist. Hier kommen Schutzblech Verlängerungen ins Spiel.

Hebie Schutzfinger

Der Schutzfinger von Hebie verlängert den Radschützer und wird nach unten breiter. Er sorgt für trockene Füße und Socken, was Spritzlappen oft nicht schaffen. E-Bikes mit den beliebten Mittelmotoren werden so vor Spritzwasser geschützt. Dank des weichen Kunststoffs passt sich der Schutzfinger allen Radschützern von 35 bis 65 Millimeter Breite an. Für festen Halt wird er mit zwei Schraubbolzen am Radschützer befestigt. Für 9,95 Euro bietet er viel Funktion fürs Geld.

Steckschutzbleche

Steckschutzbleche haben den Vorteil, dass sie den sportlichen Charakter eines Rennrades, Mountainbikes oder Fitness-Rades nicht dauerhaft verändern, sondern nur bei Bedarf angebracht werden. Alle Schutzbleche im Testfeld sind aus Kunststoff, das Material bietet den besten Kompromiss zwischen Stabilität, Gewicht und Kosten.

Klassische Steckschutzbleche bestehen meist aus zwei Komponenten: einem Adapter aus Metall, der fest mit dem Rahmen verbunden wird, und dem eigentlichen Schutzblech, das auf den Adapter geschoben wird. Vor dem Kauf sollten Sie prüfen, ob Ihr Fahrrad mit dem Produkt kompatibel ist. Wichtig ist auch der Abstand zwischen den Gabelrohren und den Sitzstreben. Er entscheidet, welche Maximalbreite das Schutzblech haben darf. Wenn möglich, sollte der Schutz etwa zehn Millimeter breiter sein als die Reifen. Ebenfalls entscheidend für den Kauf ist die Art der Bremse Ihres Fahrrads. Felgenbremsen haben oft eng sitzende Bremsbügel, wo kein Schutzblech hindurchpasst. Doch auch für dieses Problem gibt es Speziallösungen.

Hebie Viper

Die Viper von Hebie ist eine Art Klassiker unter den Steckschutzblechen für Mountainbikes. Das Prinzip: Leicht gebogene Winkel aus Stahl werden vorn an die Bohrung der Gabelbrücke und hinten an die Brücke zwischen den Sattelstreben geschraubt. Beide Schutzbleche müssen nach der Montage nur auf die Adapter geschoben werden.

Allerdings kann es vorkommen, dass sich die Metallhalterungen im Plastik der Bleche verkanten. Für das hintere Blech wird eine Stabilisierung für das Sitzrohr mitgeliefert - so sitzt das Kunststoffblech fest. Vorn passt unser Viper allerdings nur, wenn man eine Bohrung in der Gabelbrücke hat. Wer die Bleche nicht an einem Mountainbike, sondern einem Gravel- oder Tourenrad mit schmaleren Reifen montieren will, sollte zu den schmaleren Modellen Viper R (Rennrad) oder T (Tourenrad) greifen. Die Viper 715 sind 64 Millimeter breit und eignen sich daher für Reifen bis rund 58 Millimeter. Sie wiegen rund 350 Gramm inklusive Adapter.

Vorteile:

  • Echte Steckschutzbleche, die fest sitzen und einfach angebracht werden können.

Nachteile:

  • Der Steckmechanismus erfordert eventuell leichtes Nachbearbeiten.

Für wen sich die Viper eignet:

  • Für Mountainbiker, die Steckschutzbleche schnell an- und abstecken wollen.

Ass Savers

Die kleinen Schutzbleche mit dem schönen Namen gibt es für wenige Euro in mehreren Breiten und vielen Farben. Sie bestehen aus flachem Kunststoff mit vorgestanzten Faltlinien. Einzigartig ist die Anbringung der kleinen Schützer ohne Adapter oder Klettband: Sie werden unter den Sattel und zwischen das Sattelgestell geschoben. Klappt man nun die etwas breitere Spitze an der vorgestanzten Stelle um, sitzt der Schützer fest. Das geht sehr schnell, wenn man den Trick einmal raus hat. Zudem funktioniert das Prinzip bei fast allen Sätteln, sofern ausreichend Raum zwischen Unterseite und Gestell ist.

Die Ass Savers tun genau das, was ihr Name sagt: Das Hinterteil bleibt im Test trocken. Mehr aber auch nicht. Der Rücken und die Beine bekommen dennoch was ab. Außerdem ist der Abstand zwischen dem Hinterrad und dem Schützer recht groß. Bei Seitenwind spritzt das aufgewirbelte Wasser am schmalen Schützer vorbei.

Für das Vorderrad gibt es von Ass Savers den Mudder Mini - er wird zwischen Gabelbrücke und Reifen gesteckt und mit Klettbändern an der Gabel befestigt. Das funktioniert zum Beispiel an Gravelrädern ohne Federung recht gut. Aber die Schutzwirkung des kurzen Kunststoffblattes ist überschaubar - Beine und Unterkörper bekommen trotzdem ausreichend Schmutz ab.

Topeak D-Flash

Topeak bietet mit der Serie »D-Flash« mehrere Schutzprodukte an. Das Modell wird am Sitzrohr und den beiden Sitzstreben befestigt, es sorgt für Schutz am Hinterrad. Für das Vorderrad haben wir den D-Flash Express DT getestet, das am Unterrohr befestigt wird. Dazu kommt noch der D-Flash Express FS, der direkt an der Vorderradgabel befestigt werden kann.

Alle drei Schutzbleche sind aus leichtem Polypropylen (Gesamtgewicht: 116 Gramm) und kommen flach wie ein Stück Papier beim Kunden an. Sie erhalten ihre endgültige Form, wenn man sie an vorgestanzten Linien faltet, ähnlich wie die Ass Savers. Anschließend sind sie erstaunlich stabil, befestigt werden sie mit gummierten Klettbändern. Das funktioniert gut: In einer Minute sind alle drei Schützer montiert. Der Gabelschutz FS passt allerdings nur, wenn zwischen Gabel und Reifen ausreichend Platz ist. Einmal fixiert sitzen die D-Flash-Schützer auch bei Geländefahrten sehr fest. Da sie leicht sind, machen sie sich kaum bemerkbar. Die Schutzwirkung ist vorn aber eher schlecht. Hinten ist sie jedoch deutlich besser als bei den höher sitzenden Ass-Savers-Produkten.

SKS Speedrocker

Die Speedrocker sind ein kompletter Schutzblechsatz für Fahrräder mit Scheibenbremsen. An Räder mit klassischer Felgenbremse passen sie nicht wegen der fehlenden Aussparung. Das Schutzblech hinten wird am Sitzrohr und unten an den Sitzstreben befestigt. Für den perfekten Sitz gibt es in der Länge verstellbare Haltestreben an den Kunststoffblechen. Die Befestigung erfolgt über gummierte Auflagen, die mit Gummibändern fixiert werden. Der Schutz für das Vorderrad besteht aus zwei Teilen mit ebenfalls gummierten Auflagen für die Gabelrohre und Haltestreben im unteren Bereich.

Das klingt kompliziert, und die erste Montage ist es auch. Man sollte etwa 20 Minuten einplanen. Winkel und Länge der Haltestreben können mit Einstellschrauben (Torx) bei der Erstmontage fixiert werden. Anstrengender ist das Anbringen der Gummiauflagen, die recht stramm anliegen. Hat man die ersten Hindernisse überwunden, kann man die Schützer aber leicht abnehmen und wieder anbringen. Störend ist nur, dass die abgenommenen Schutzbleche viel Platz wegnehmen, wenn man sie zu Hause lagert.

Die Speedrocker sitzen sehr fest am Rad und eignen sich daher nicht nur für Rennräder, sondern auch für den täglichen Pendeleinsatz mit Fitness- oder Gravelbikes. Im Test mit einer Reifenbreite von 40 Millimetern (SKS gibt 42 Millimeter als Maximalbreite an) erweisen sie sich als sehr guter Schutz. Lediglich die Füße werden nass - ein Problem, dass alle Produkte im Test haben.

Vorteile:

  • Die Speedrocker lassen sich - nach der Erstmontage - schnell anbringen, passen an fast alle Räder mit Scheibenbremse und bieten sehr guten Schutz.

Nachteile:

  • Mit über 400 Gramm sind die Schützer recht schwer. Sie lassen sich nur umständlich verstauen.

Für wen sich die Speedrocker eignen:

  • Alle Touren-, Rennrad- und Gravelfahrer mit Scheibenbremse.

SKS Mudrocker

Die Mudrocker sind breite Plastikschutzbleche speziell für Mountainbikes. Als maximale Reifenbreite gibt Hersteller SKS 3 Zoll (7,62 Zentimeter) an. Das reicht für die meisten Mountainbikes aus. Der hintere Schutz wird in zwei Teilen geliefert, die ineinandergesteckt werden. Zusätzlich gibt es einen sogenannten Extender, der das Schutzblech nach hinten verlängert. Am Testrad mit 29-Zoll-Reifen war die Verlängerung aber nicht nötig. Befestigt wird der hintere Schutz ausschließlich an den beiden Sitzstreben mit gummierten, etwa zehn Zentimeter langen Haltern sowie gummierten Klettbändern.

Der Schutz für das Vorderrad wird an der Gabelbrücke und den beiden Gabelrohren befestigt. Er federt also nicht mit dem Rad mit, sondern befindet sich immer in gleicher Höhe über dem Vorderrad. Für die Befestigung an der Gabelbrücke wird ein Adapter mitgeliefert. Die Erstmontage benötigt ein paar Minuten, danach lassen sich die beiden Schützer mit einem Gesamtgewicht von 440 Gramm innerhalb von einer Minute neu befestigen.

Die beiden Plastikschutzbleche sitzen auch bei etwas wilderer Fahrt und bei Sprüngen sicher am Rad. Generelles Problem bei Schutzblechen am Mountainbike: Herumliegende dünne Äste können gelegentlich zwischen Schutzblech und Reifen geraten. Der Schutz vor Schlamm und Schmutz ist gut. Allerdings könnte das vordere Schutzblech im hinteren Bereich etwas länger sein.

Vorteile:

  • Die Mudrocker sehen gut aus und schützen oberhalb der Knie zuverlässig vor hochspritzendem Schmutz. Außerdem machen sie auch raue Fahrten mit.

Nachteile:

  • Das vordere Schutzblech ist etwas zu kurz, so sind die Füße nicht geschützt.

Für wen sich die Mudrocker eignen:

  • Für alle Mountainbiker, die ihre Räder auch für Pendlerfahrten nutzen und trotzdem sportlich aussehen möchten.

BBB Roadprotector

Vom Roadprotector gibt es kein Set, sondern je eine Variante für vorn und eine für hinten. Wie die Steckschutzbleche von Hebie wird das Halteblech an die Brücke zwischen den Sattelstreben (hinten) oder die Gabelbohrung geschraubt. Aber: Die Bleche werden nicht mit Kraft gesteckt, sondern sanft eingeschoben und mit einem Riegel fixiert. Die kleinen Haltebleche berücksichtigen eine vorhandene Felgenbremse. Anschließend benötigt man nur wenige Sekunden, um das eigentliche Schutzblech aufzustecken. Die Halterung kann auch ohne Schutzblech einfach am Rad bleiben. Die Breite des Schutzblechs beträgt etwa 45 Millimeter. Breiter als 35 Millimeter sollten die Reifen daher nicht sein.

Anders als bei den meisten anderen Blechen deckt der Schutz nur den Bereich hinter den Bremsen ab. So kann vor allem hinten Wasser auf die Füße tropfen. Ansonsten ist der Schutz für so ein kleines Blech mit einem Gewicht von unter 100 Gramm pro Stück gut.

Vorteile:

  • Der BBB Roadprotector ist einfach zu handhaben, leicht und schlank.

Curana CLite

Die Montage von Schutzblechen stellt zwar für den geübten Schrauber keine Herausforderung dar, zehndäumigen Doppellinkshänder wird sie aber unter Umständen Probleme bereiten. Die Curana CLite sind nicht schwieriger zu montieren als andere, dennoch gibt es bei der Montage Auffälligkeiten. Die obere Halterung des Vorderradblechs beispielsweise ist recht kurz ausgeführt. Das Hinterradblech ist auch nicht ganz so einfach anzubringen.

Optisch klasse ist die obere Verbindung des Blechs zum Rahmen. Mittlerweile gibt es aber die Möglichkeit sich ein entsprechendes Winkelstück von Curana zu besorgen. Die Befestigung der Streben am Schutzblech erfolgt sicher und einfach über ein austauschbares Kunststoffteil. Nach der Montage der Streben kann es notwendig sein die Streben abzulängen.

Die Curana CLite klappern nervtötend. Verursacher sind die Verbindungsstücke der Streben zum Blech. Schnelle Abhilfe schafften bei mir insgesamt vier Kabelbinder, die ich um jede Strebe spannte und um den Knick bei der entsprechenden Verbindung schob. Schon vor der ersten Regenfahrt war mir klar: das Vorderblech ist zu kurz. Einigermaßen Abhilfe schafft eine SKS Schutzblechverlängerung. Nach wie vor werden meine Hosenbeine bei Regenfahrten schmutzig, aber der Dreck scheint mir außen an den Blechen vorbeizuspritzen - obwohl Reifen und Bleche laut Hersteller zusammenpassen.

Die hintere Schutzwirkung ist einigermaßen in Ordnung. Auch hier spritzen aber Wasser und Schmutz über das Blech und verschmutzen meine Trunk-Bag. Wer mit dem Rad bei Wind und Wetter zur Arbeit fährt und dort sauber ankommen muss, für den sind die Curana CLite kaum empfehlenswert. Wer es hingegen schicker mag und für wen ein optimaler Schutz vor Wasser und Schmutz nicht vorrangig ist, für den sind die Curana CLite eine Empfehlung wert.

Übersichtstabelle

Produkt Typ Material Besonderheiten Gewicht (ca.) Preis (ca.)
Hebie Schutzfinger Verlängerung Kunststoff Anpassbar, Schraubmontage - 9,95 €
Hebie Viper Steckschutzblech Kunststoff, Stahl Einfache Montage, verschiedene Modelle 350 g -
Ass Savers Mini-Schutzblech Kunststoff Werkzeuglose Montage, verschiedene Designs - 10 €
Topeak D-Flash Steckschutzblech Polypropylen Leicht, faltbar, Klettmontage 116 g -
SKS Speedrocker Schutzblechsatz Kunststoff Für Scheibenbremsen, schnelle Montage 400 g 50 €
SKS Mudrocker Schutzblechsatz Kunststoff Für Mountainbikes, breite Reifen 440 g -
BBB Roadprotector Steckschutzblech - Einfache Handhabung, leicht, schlank 100 g (pro Stück) -
Curana CLite Schutzblechsatz - Designorientiert, anspruchsvolle Montage - -

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