Fahrrad richtig abstellen und sichern: Tipps zum Schutz vor Diebstahl

Ein Fahrraddiebstahl ist ärgerlich und teuer. Die Menschen in Deutschland investieren in hochwertige und teure Fahrräder und kaufen immer mehr Elektrofahrräder. Umso wichtiger ist es, das Fahrrad richtig zu sichern. Hier sind einige Tipps, wie Sie Ihr Fahrrad vor Diebstahl schützen können:

1. Standortwahl und allgemeine Vorsichtsmaßnahmen

Der erste Schritt zum Schutz Ihres Fahrrads besteht darin, einen sicheren Ort zu wählen. Denken Sie beim Abstellen Ihres Fahrrads daran, es an einem gut beleuchteten und überfüllten Ort abzustellen. Das gilt insbesondere für Langzeitparker. Stellen Sie Ihr Fahrrad an einem hellen, gut einsehbaren und belebten Ort ab. Wer das Rad nur kurz abstellt, benötigt weniger massives Equipment als Langzeit- oder Übernachtparker.

Seien Sie achtsam, wenn Sie Ihr Fahrrad abstellen. Wer sein Fahrrad richtig sichert, schließt es immer an einem festen Gegenstand an. Das verhindert einfaches Wegtragen.

Wenn Sie Ihr Fahrrad oder E-Bike regelmäßig parken, wechseln Sie öfter den Abstellort. Das macht potenziellen Dieben das (Wieder-)Auffinden eines einmal ins Auge gefassten Objektes schwerer.

2. Die richtige Ausrüstung: Fahrradschlösser und mehr

Kaufen Sie ein hochwertiges Fahrradschloss. Als besonders sicher gelten Bügel- oder Kettenschlösser aus gehärtetem Stahl. Stellen Sie sicher, dass das Schloss groß genug ist, um den Rahmen und das Vorderrad zu sichern. Man sollte mindestens ein massives Schloss verwenden, um das Rad anzuschließen. Für die ausreichende Qualität wird allgemein ein Anschaffungspreis von etwa 10 Prozent des Fahrradpreises empfohlen. Ein Zweitschloss erhöht die Sicherheit zusätzlich. Am besten kombiniert man zwei unterschiedliche Schloss- und Schließtypen. Denn Diebe haben sich meist auf einen Schlosstyp spezialisiert.

Mindeststandard sollten daher Inbus-, Torx- oder Sechskantschrauben sein. Am besten sichert man möglichst viele Schrauben und Achsen gleich mit speziellen, codierten Sicherungsmuttern (z. B. Pitlock, Abus) oder Sicherungseinsätzen (Hexlock). Interessant sind auch Schraubenköpfe, bei denen man das Rad erst auf den Kopf stellen muss, um sie zu öffnen, bei einem angeschlossenen Rad ist das unmöglich.

Sogenannte smarte Schlösser lassen sich komfortabel per App auf- und zuschließen. Der fehlende Schließzylinder ist zudem ein Angriffspunkt weniger. Die smarte Technik erlaubt es auch Standortdaten des Rades zu erfassen. Auf die harte Tour arbeiten Alarmschlösser. Mit lauten Alarmtönen schrecken sie Diebe ab. Einige Schlösser kombinieren beide Technologien.

Dabei sollten die Schlösser allgemein möglichst weit oben am Fahrrad angebracht sein und stramm sitzen, um keinen Hebelansatz zu bieten.

3. Registrierung, Codierung und Dokumentation

Vorbeugend für den Fahrrad-Diebstahl sollte man sein Fahrrad registrieren und dokumentieren. In vielen Städten gibt es eine Fahrradregistrierung. Nutzen Sie die Gelegenheit, sich zu registrieren und Ihr Fahrrad zu markieren. Dafür gibt es etwa einen Fahrradpass, der auch als App erhältlich ist. Dort trägt man Modell und Merkmale des Rades sowie die Rahmennummer und Halterdaten ein. Zusätzlich kann man sein Rad etwa beim ADFC oder bei der Polizei codieren lassen. Auch eine individuelle Gravur ist schon hilfreich. Hilfreich ist es in jedem Fall sein Fahrrad und spezifische Details zu fotografieren. Zudem kann man gerade hochwertige Schlösser öfter beim Hersteller registrieren.

Einige Fahrradhersteller bieten die Möglichkeit, das Fahrrad zu kodieren. Der Rahmen ist deutlich gekennzeichnet.

4. Versicherungsschutz

Überlegen Sie, ob Sie eine Fahrradversicherung abschließen sollten oder nicht. Dadurch kann der finanzielle Schaden im Falle eines Diebstahls minimiert werden. Viele Versicherungen bieten spezielle Fahrradpolicen an. Die Kosten dafür sind abhängig vom Rad und können pro Jahr in die Hunderte gehen. Dabei gibt es Rabatte bei Nachweis eines hochwertigen Schlosses. Sie lohnen sich vor ­allem für neue, hochpreisige Räder. Oft reicht eine gute Hausratversicherung aber aus. Sie zahlt, wenn das Fahrrad aus dem Keller oder Haus gestohlen wird (bei Einbruch). Vorsicht allerdings vor, inzwischen seltenen, Nachtklauseln. Dabei ist das Rad zwischen 22 und 6 Uhr nicht versichert. Man kann den Schutz auch für auf der Straße abgesperrte Räder erweitern. Fahrrad­versicherungen sichern auch Unfälle und Vandalismus ab.

5. Zusätzliche Maßnahmen und Technologien

Wenn Sie Ihr Fahrrad längere Zeit an einem öffentlichen Ort aufbewahren, entfernen Sie leicht abnehmbare Teile wie Sattel, Vorderrad, Hinterrad und Lichter.

Was Sportlern hilft, hilft auch Diebstahl-­Opfern. GPS-Tracker können jederzeit, oder im Diebstahlfall, die Position des Rades aufzeichnen und übermitteln. Sie werden unter anderem in den Rahmen einlaminiert oder sind zum Beispiel in Zubehör wie Flaschenhalter oder Rücklichter integriert.

Wer eine große Gemeinschaft (auch über GPS-Tracker) an seinen Aktivitäten teilhaben lässt, riskiert auch, dass „interessante“ Details in Umlauf kommen. Etwa, wo sich regelmäßig das edle Sportrad befindet. Um das zu vermeiden, kann man zum Beispiel in Strava die Privat- oder andere regelmäßige Adressen mit der sogenannten Privaten Zone verschleiern.

6. Gemeinschaft und Meldung von Diebstählen

Treten Sie örtlichen Gemeinde- oder Fahrradgruppen bei, um Informationen über Diebstähle und gefährliche Orte auszutauschen.

Wenn Ihr Fahrrad gestohlen wird, melden Sie den Diebstahl sofort der Polizei und der Versicherung.

7. Fahrradgaragen und -boxen

Die Auswahl an großen Fahrradgaragen und kleineren Abstellsystemen ist riesig. Wer sein Fahrrad oder E-Bike vor Diebstahl und Witterung schützen will, sollte Platzbedarf, Komfort sowie Kosten vorab bedenken. Für alle, die Fahrräder sicher zu Hause abstellen möchten, aber Garage oder Gartenhaus nicht nutzen können, sind Fahrradgaragen oder auch Fahrradboxen eine gute Alternative. Es gibt sie mittlerweile in unterschiedlichster Ausstattung.

Grundsätzlich bieten Fahrradgaragen aus blickdichtem Material allerdings mehr Diebstahlschutz, da besonders teure Fahrräder oder E-Bikes von außen nicht gleich sichtbar sind. Sie bestehen vollständig oder teilweise aus Metall, Holz, Kunststoff oder auch Beton. Das Erscheinungsbild ist meistens dem von Containern für Gartengeräte oder Mülltonnen sehr ähnlich.

In fast allen Fahrradboxen lassen sich gegen Aufpreis auch Ladestationen für E-Bikes montieren. Die Elektroinstallation sollte unbedingt fachmännisch erfolgen. Auch zusätzliche Aufbewahrungsbretter oder -haken für Fahrradhelme sind möglich.

Es gibt auch Zeltgaragen oder Abdeckplanen. Werden die Fahrräder im Alltag oft genutzt, ist dieses System einfacher zu handhaben als eine Abdeckplane, die vor und nach jeder Nutzung abgenommen und verstaut werden muss.

8. Checkliste vor dem Kauf einer Fahrradgarage oder -box

  • Abstellfläche berechnen: Nicht jeder hat genügend Platz für eine Fahrradgarage im Garten. Fahrradboxen für jeweils einzelne Fahrräder, die vor der Haustür Platz haben, gibt es allerdings schon mit den Maßen zwei Meter Länge und ein Meter Breite. Berechnet werden muss allerdings auch der Platz für den Schwenkbereich der Tür beim Öffnen. Praktisch und platzsparend sind in der Regel Modelle mit seitlichem Öffnungs- oder Rollladensystem.
  • Größe richtig einschätzen: Die Größe des Abstellsystems hängt natürlich davon ab, wie viele Fahrräder oder gar E-Lastenräder untergebracht werden sollen. Wenn zu den Rädern auch noch Fahrradanhänger in die Garage passen sollen, muss diese recht groß geplant werden. Mittlerweile gibt es allerdings auch schon Fahrradgaragen mit Erweiterungssystemen.
  • Gibt es mehrere Nutzer? Bei Mehrparteien-Häusern haben eventuell auch die Nachbarn Interesse an einer gemeinsam genutzten, größeren Fahrradgarage.
  • Längs oder quer einstellen? Meist ist es einfacher, die Fahrräder kurz anzuheben und seitlich beziehungsweise quer einzustellen. Bei seitlichen Klappen zum Öffnen oder Rollladensystemen kann auch Gepäck für eine Fahrradtour bereits in der Box oder Garage leichter am Rad montiert werden. Wer mehrere Räder nebeneinander parkt, sollte diese in Längsrichtung einstellen. Hier empfehlen sich Rampensysteme, die jedes zweite Fahrrad so anheben, das sich die Lenker nicht blockieren.
  • Klären, ob Baugenehmigung nötig ist: In der Regel ist für das Aufstellen kleinerer Fahrradgaragen und -boxen keine Baugenehmigung nötig. Bei größeren Fahrradgaragen sollte im Zweifelsfall bei der zuständigen Gemeinde nachgefragt werden. Denn meistens ist das maximale umbaute Volumen als Maß für eine Genehmigungspflicht festgelegt. Wer den Fahrradabstellplatz direkt an die Grundstücksgrenze bauen möchte, sollte in jedem Fall vorher die Genehmigung des Nachbarn einholen und die regionale Behörde befragen.
  • Sicherheit und Diebstahlschutz berücksichtigen: Je nach Wert der Fahrräder empfiehlt sich ein Abstellsystem, das vor Einblicken gut schützt und über ein qualitativ hochwertiges Schließsystem verfügt. Nicht jede vermeintlich sichere Lösung ist auch versicherungskonform.

9. Übersicht: Kosten für Fahrradgarage & Co.

Das Angebot an Witterungs- und Diebstahlschutz für Fahrräder und Stellplätze ist sehr vielfältig und damit sind es auch die Preisspannen.

Produkt Preisspanne
Einfache Abdeckplanen 10 bis 50 Euro
Zeltgaragen 150 bis 300 Euro
Fahrradboxen bis zu 500 Euro
Massive Fahrradgaragen 500 bis 2500 Euro

Wer die Montage oder das Gießen eines Betonfundaments nicht selbst übernimmt, muss natürlich auch die Kosten für Handwerker einplanen.

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