Biken ist gelebte Freiheit auf zwei Rädern. Raus vor die Tür gehen, dem Wetter die Stirn bieten, mit raumgreifenden Tritten und schierer Muskelkraft Berge überwinden und Täler durchqueren - das ist unser Lebenselixier. Eigentlich. In der dunkleren Zeit des Jahres ist es aber nicht immer ganz einfach, den Sport so kontinuierlich zu betreiben, wie wir es gerne wollen. Um jeden Preis immer draußen zu trainieren, fordert Geist und Material in besonderer Weise.
Für alle anderen bietet es sich an, moderne Technik zu nutzen und die Freiheit abschnittsweise auch drinnen zu suchen. Den Fahrtwind entfacht dann der Ventilator, und der Horizont endet am Bildschirmrand. Trotzdem kann auch dieses Setup Magie erzeugen, Spaß bereiten, ja sogar regelrecht süchtig machen. Im Prinzip bieten die virtuellen Trainings-Welten vieles, was den Sport auch draußen ausmacht: Mitstreiter, Berg- und Talfahrten, Aussichten und Wettstreit - selbst Preisgelder lassen sich indoor einfahren. Freiheit ist auch, dass die Technik allzeit bereitsteht für kleine und große Fluchten. Nur die Naturgewalten, die erlebt man drinnen eher nicht.
Smarttraining hat sich als ernsthafte Alternative zum „richtigen“ Biken etabliert. Allzeitige Verfügbarkeit ist einer der Vorteile, ein anderer ist die Heranführung ans Thema Tretleistung. Denn die Smarttrainer stellen die aufgebrachte Leistung überwiegend recht genau dar, obwohl sie weniger kosten als manche Powermeter für die Wattmessung am Rad. Damit gelingt der Einstieg ins planmäßige Training nach Watt, wie es alle Leistungssportler praktizieren, in den eigenen vier Wänden.
Die Ausstattung fürs Indoor Cycling
Die unverzichtbaren Geräte und Accessoires, um drinnen Spaß auf dem Rad zu haben.
Smarttrainer
Herzstück der Ausrüstung. Die besseren Modelle werden von der Kette direkt angetrieben. Steigungen lassen sich so sehr gut simulieren, der Geräuschpegel ist deutlich geringer als bei Trainern, die mit dem Reifen eine Walze antreiben.
Bildschirm
Die Software zur Steuerung der Smarttrainer läuft auf Handys, Tablets und Computern. Ein großer Bildschirm ist kein Muss, erhöht aber den Fahrspaß. Dies kann zum Beispiel auch ein Fernseher sein.
Ventilator
Unverzichtbar! Wer mit 200 Watt tritt, heizt zugleich mit rund 600 Watt die Umgebung auf. Ohne Fahrtwind schwappt der Schweiß über den Boden. Die Art des Ventilators ist nicht so wichtig.
Matte
Sie dämpft die Geräusche des Standradgespanns und fängt Schweiß auf. Spezifische Matten sind teurer als einfache Trainingsmatten, nach unserer Erfahrung aber auch besser und gut investiertes Geld.
Software für Indoor Cycling: Bits und Bytes
Smarttrainer brauchen Software zur Steuerung. Ein Überblick über die digitalen Aspekte des Indoor Cyclings.
Die Smarttrainer lassen sich in zwei Modi nutzen: als Ergometer oder als Geländesimulatoren. Im Ergometerbetrieb gibt eine App die Tretleistung vor - die meisten Hersteller bieten diese in Basisfunktionalität kostenlos an. Einfach die gewünschte Tretleistung in Watt vorgeben, und los geht’s. Auch Intervallstrukturen lassen sich mit diesen Apps stricken und dann abarbeiten. Damit das Hirn abgelenkt wird, schaut man dazu Filme oder hört Musik.
Die unterhaltsamere Methode ist der Simulationsmodus. Dann folgt man seinem Avatar durch virtuelle Welten und der Smarttrainer bildet mit seiner Bremse das Gelände ab, das am Bildschirm zu sehen ist. Diese Methode hat das Potenzial, dem echten Radfahren recht nahe zu kommen, denn im Virtuellen passieren vertraute Dinge. Andere Radfahrer ziehen vorbei, der Berg ist länger und steiler als gedacht, die Motivation steigt, wenn man sich dem Ende der Steigung nähert und sich der Blick weitet. Wermutstropfen für Biker: Offroad-Strecken sind Mangelware. Zwift bietet genau einen Singletrail, den Repack Rush. Darüber hinaus gibt es einiges an Schotterpisten.
Die größten Anbieter im Überblick
Zwift: Der Gaming-Spezialist
Marktführer. Hier ist immer viel los, Tausende Radsportler aus aller Welt messen sich in Fantasiewelten. Auch das Trainingsangebot ist umfangreich.
Kosten: 14,99 Euro/Monat
Zwift: Die zahlreichen Mitfahrer und Computerspiel-Elemente spornen an, kräftig in die Pedale zu treten.
Mywhoosh: Die Wettkampf-Plattform
Die in den Vereinigten Arabischen Emiraten beheimatete Plattform hat Zwift die UCI-Partnerschaft abgejagt und fokussiert sich auf Straßenwettkämpfe mit hoch dotierten Preisgeldern (fünfstellig!). Aber auch wer nur zum Spaß fahren will, findet in den fünf Welten der Araber Highlights wie belgische Klassikerstrecken.
Kosten: keine
Mywhoosh: Wer online Wettkämpfe fahren will, wird hier fündig.
Wahoo X: Die Trainingsplattform
Die Unterhaltungswelt von Wahoo setzt auf motivierendes und informierendes Videomaterial auch zu angrenzenden Sportarten.
Kosten: 14,99 Euro/Monat
Rouvy: Die Streckenmeister
Avatare weltweit durch echte Landschaften zu steuern, ist das zentrale Thema. Riesiges Streckenangebot! Mont Ventoux & Co. warten auf Erst- und Nachbefahrung.
Kosten: 14,99 Euro/Monat
Tipps für das Indoor Cycling
Sorgen ums Rad?
Nimmt das Bike Schaden, wenn man es in einen Trainer spannt? Nein. Wenn der Rahmen nirgends anstößt, ist das Indoor-Training kein Problem. Am ehesten besteht Korrosionsgefahr bei exzessivem Schwitzen. Salziger Schweiß greift Alu an. Alu-Teile können vergammeln! Das Rad nach intensivem Training am besten trockenwischen.
Wachs auf der Kette
Kettenschmiere und Perserteppich sind keine gute Kombination. Und auch wenn der Boden robust ist, ist Schmierstoff in der Wohnung nicht willkommen. Beim Ein-und Ausbau des Rades drohen zudem stets schwarze Finger. Abhilfe schafft ein gewachster Antrieb. Vor dem ersten Wachsauftrag muss das gesamte Fahrradgetriebe einmal gründlich entfettet werden. Wachs gibt es als Heißwachs oder - anwenderfreundlicher - als Emulsion zum Auftropfen aus der Flasche. Unsere Erfahrungen mit gewachsten Antrieben sind sehr gut - drinnen wie draußen. Die Hauptarbeit ist der erste Schritt des Entfettens. Die weitere Pflege ist mit Tropf-Emulsionen ähnlich wie mit Ölen.
In den letzten Jahren hat sich einiges bei den Rollentrainern getan. Immer mehr Radfahrer nutzen virtuelle Angebote, um ihr Training auf dem Rollentrainer effizienter und abwechslungsreicher zu gestalten. Eines ist sicher: Sport in den eigenen vier Wänden war noch nie so unterhaltsam wie heute. Der Grundgedanke beim smarten Indoor-Cycling ist, deine Leistung auf dem Rad in eine virtuelle Welt zu übertragen.
In den jeweiligen Streckenabschnitten sind Steigungsprozente einprogrammiert. Eine Verbindung zwischen deinem smarten Rollentrainer und der App sorgt dafür, dass sich der Tretwiderstand automatisch an die Steigung anpasst. Wer keine smarte Rolle hat, der kann sein Rad auch mit einem Geschwindigkeits- und Trittfrequenzsensor ausrüsten. Wer es genauer haben möchte, der kann trotzdem auf einem konventionellen Rollentrainer fahren und einfach sein Powermeter per Bluetooth mit der App verbinden.
Zudem bieten viele Apps verschiedene Workouts und weitere Features, wie die Vernetzung mit anderen Radfahrern, gemeinsame Rennen, Sprint- und Bergwertungen und Gruppenausfahrten an. Zwift macht aus dem Training mit deinem Fahrrad in den eigenen vier Wänden ein Gemeinschaftsevent mit Wettbewerbscharakter.
Für deine erste Fahrt kannst du basierend auf Distanz und Schwierigkeit eine Route ganz nach deinen Ansprüchen auswählen. Dabei stößt du immer wieder auf Sprintabschnitte, oder Bergwertungen, die verhindern, dass deine Fahrt eintönig wird. Du fährst bei Zwift in einer animierten Version, zum Beispiel von London, New York oder Innsbruck, oder durch die fantastischen Welten Watopia oder Makuri Islands.
Im Trainingsbereich kannst du eine Reihe von Workouts auswählen, mit denen du Fett verbrennst, besser Berge fahren lernst oder an deiner Sprintfähigkeit arbeiten kannst. Wenn du nicht allein fahren möchtest, kannst du dich über die Companion-App mit deinen Freunden in der virtuellen Welt verabreden. Bist du bereit für Rennen? Dann trete einfach mithilfe von Zwift Companion gegen andere Zwifter in Echtzeit an.
Auch bei Bkool kannst du Strecken erkunden, Workouts planen und Trainingspläne erstellen. Ein Real-Weather-Feature bringt, der tatsächlichen Wetterlage entsprechend, Sonne, Regen oder auch Schnee auf die Fahrbahn. Wer genug von der Straße hat, kann auf Bkool auch in einen Bahnrad-Modus wechseln und sich im Velodrom verschiedenen Wettbewerben stellen. Ausscheidungsfahren, Zweiermannschaften oder Sprints können mit anderen Usern gefahren werden.
Auf Rouvy fährst du als animierter 3D-Avatar über tatsächlich abgefilmte Strecken. Die große Vielfalt an Strecken kannst du in verschiedenen Kategorien wie den Pyrenäen, den Alpen oder bei der Tour de Suisse erkunden. Komplett abgefilmte Pässe sowie internationale Profiveranstaltungen, in denen man als 3D-Avatar fahren kann, sind bei den Nutzern besonders beliebt. Zudem stehen dir 4.000 Routen (2D aus der POV-Perspektive), 7.000 Workouts und ein Trainingstagebuch zur Verfügung.
Die meisten modernen Virtual-Cycling-Apps bieten umfangreiche Möglichkeiten zur Integration mit externen Fitness-Trackern oder Smartwatches. Diese Integration erlaubt es Nutzern, ihre Trainingsdaten wie Herzfrequenz, Kalorienverbrauch oder Erholungszeiten nahtlos zu erfassen und in der App auszuwerten. Durch die Verbindung dieser Geräte mit der Cycling-App können Nutzer ein umfassendes Bild ihrer Fitness und Leistung erhalten.
Virtuelles Radfahren bietet nicht nur ein individuelles Trainingserlebnis, sondern auch vielfältige Möglichkeiten zur sozialen Interaktion und zur Bildung von Gemeinschaften. Die meisten Plattformen verfügen über Features, die es Nutzern erlauben, sich mit anderen Radfahrern zu vernetzen. Dazu gehören Optionen zum Erstellen eigener Events, die Teilnahme an virtuellen Radclubs oder die Anmeldung zu Massenstart-Events. Nutzer können Freunde zu gemeinsamen Fahrten einladen, an organisierten Rennen teilnehmen oder in Echtzeit gegen andere antreten. Viele Apps bieten zudem Chat-Funktionen oder die Möglichkeit, während des Fahrens Audio-Nachrichten auszutauschen. Diese sozialen Aspekte machen das virtuelle Radfahren zu einem interaktiven Erlebnis, bei dem sich die Teilnehmer gegenseitig motivieren und Herausforderungen gemeinsam meistern können.
Um Nutzer langfristig zu motivieren und bei der Verfolgung ihrer Trainingsziele zu unterstützen, bieten Virtual-Cycling-Apps diverse Funktionen zur Fortschrittsverfolgung. Diese Funktionen umfassen detaillierte Statistiken über zurückgelegte Distanzen, gefahrene Höhenmeter, verbrannte Kalorien und vieles mehr. Nutzer können ihre Leistungen im Laufe der Zeit einsehen, was zur Motivation beiträgt, indem es ihnen ermöglicht, Fortschritte zu erkennen und neue Ziele zu setzen. Einige Apps stellen auch personalisierte Trainingspläne bereit, die sich automatisch an die Entwicklung des Nutzers anpassen. Darüber hinaus gibt es Belohnungssysteme, wie das Freischalten von Strecken, virtuellen Trophäen oder Ausrüstungsgegenständen, die als Anreiz für erreichte Ziele dienen.
Nicht jeder ist so hart wie Graeme Obree. Vor der weißen Zimmerwand hart zu treten, erfordert aber enormen Willen. Normalsportlern fällt das Training auf der Stelle deutlich leichter, wenn das Hirn Futter bekommt: Video, Animation und Ton helfen, die Aufmerksamkeit wegzulenken von schmerzenden Beinen und anderen Zipperlein, hin zu Action oder zumindest interessanter Unterhaltung. So wird Trainieren zu Hause erträglich bis kurzweilig. Software-Entwickler haben dafür verschiedenste Lösungen geschaffen. Im Kern steuert die Software die Bremse des Smarttrainers und regelt den Fahrwiderstand passend zu dem, was auf dem Bildschirm passiert - entweder werden virtuelle Strecken nachgefahren oder Intervalltrainings visuell aufbereitet.
Im besten Fall vergisst man, dass man zu Hause im Wohnzimmer sitzt und vor dem Bildschirm kurbelt. Die Täuschung kann sogar so weit gehen, dass das Gleichgewichtsorgan auf einer virtuellen Achterbahn Probleme bekommt.
Radsport ist auf diesem Wege auch zu einem E-Sport geworden, mit regelmäßigen Rennen und Meisterschaften. Und mancher Fahrer verdient dort schon besser als auf der Straße. Die E-Sport-Programme werden als Abo angeboten und sind mit den meisten Laptops, Tablets und Smartphones kompatibel. Die Tücke kann aber im Detail stecken, da Trainer (und dessen Software), Computer und die Software der virtuellen Welt für ein ruckelfreies Erlebnis zusammenarbeiten müssen. Das klappt meistens, aber nicht immer. Die kostenlose Testphase in der virtuellen Welt sollte deshalb dazu genutzt werden, das Zusammenspiel der heimischen Konfiguration zu prüfen. Denn so motivierend das Onlinetraining sein kann: Nichts ist demotivierender als technische Defekte auf dem Wohnzimmerteppich - um dann am Ball zu bleiben, muss man noch härter sein als Graeme Obree.
Vergleich der Rollentrainer-Software
Bkool: Rollentrainer-Software mit Rennen und großer Streckenvielfalt
Der „realistischste Simulator auf dem Markt“, so Bkool, punktet vor allem mit einer schieren Flut an Strecken: Mehr als acht Millionen (!) sollen es nach Angaben des spanischen Herstellers sein, die als Videos, 3D-Animationen oder Landkarten bereitgestellt werden - und täglich kommen neue hinzu, da jeder Nutzer (Video-)Routen hochladen kann. Auch Workouts können selbst erstellt werden, rund 120 Einheiten sind voreingestellt. Für spezielle Spinningkurse wird zusätzlich die App „Bkool Fitness“ benötigt.
Insgesamt wirkt die Menüführung deshalb etwas unübersichtlich. Wer die nötige Geduld aufbringt, dem bietet die App aber alle Funktionen einer modernen Trainingssoftware. Speziell die Videoansicht lenkt gut vom Treten in den eigenen vier Wänden ab, die 3D-Animation zeigt hingegen zu wenig Details.
Kosten: 9,99 Euro pro Monat, 96 Euro pro Jahr
MyWhoosh: Kostenlose Rollentrainer-Software, die mit lukrativen Rennen lockt
Seit drei Jahren ist MyWhoosh auf dem Markt, in Europa fliegt das Programm aber etwas unter dem Radar. Ein möglicher Grund: Die Spielwelten beschränkten sich auf trostlose Wüstenlandschaften in den Vereinigten Arabischen Emiraten, dem Sitz des Herstellers. Mit Australien gibt es seit Sommer eine dritte Welt, weitere sollen folgen. Insgesamt stehen aktuell 675 Kilometer auf 30 Kursen zur Verfügung. Das Fahrverhalten ist dank Windschatteneffekt realitätsnah.
Das Programm, das (bis auf MacOS) auf allen gängigen Systemen läuft, lockt nicht nur mit einem kostenlosen Zugang, sondern auch mit lukrativen Rennen. Einfacher gelöst ist der Zugang zum Trainingsangebot. Die mehr als 700 Workouts - entwickelt vom ehemaligen Profi-Coach Kevin Poulton - lassen kaum Wünsche übrig.
Kosten: kostenlos
icTrainer - Rollentrainer-Software aus Deutschland
Geboten wird Intervalltraining, unterlegt mit Videos und Musik. Das Videomaterial besteht aus abgefilmten Radausfahrten auf Mallorca, den Kanaren und weiteren Orten, darunter Klassiker wie der lange La-Calobra-Anstieg auf Mallorca. Einige Besonderheiten unterscheiden den IC Trainer von anderen Angeboten: Nach dem Download einer Trainingseinheit kann man damit auch offline trainieren, außerdem lassen sich zwei Smarttrainer parallel mit einer Lizenz steuern.
Die Trainingsoberfläche lässt sich minimieren, sodass im Hintergrund auch anderes Videomaterial geschaut werden kann - idealerweise auf größeren Bildschirmen. Auf kleineren Geräten wie Tablets ist die Nutzeroberfläche schnell überfrachtet und die Schaltflächen werden winzig. Der Animationseffekt ist gering, aber der praktische Nutzen hoch. Auch der Support stimmt, nach einem Absturz der Software kam gleich eine Nachfrage.
Kosten: 23,49 Euro pro Jahr
Rouvy bietet viele Strecken und Events
Mit seinem Avatar den Mont Ventoux oder das Stilfser Joch erklimmen: Das tschechische Unternehmen Rouvy macht’s möglich - dank hochauflösender Videos und ansprechender Fahrdynamik auch ziemlich realitätsnah. Die Anzeige der Steigungsprozente oder Geschwindigkeit fällt dagegen etwas klein aus. Sehr gut funktioniert das Windschatten-Feature, bei dem man spürbar weniger treten muss. Neben Rennrad-Klassikern stehen unzählige (unbekannte) Strecken zur Auswahl, insgesamt lassen sich mehr als 15.000 Kilometer nachfahren - alleine oder in der Gruppe.
Bei den Trainingsprogrammen sind 120 Workouts voreingestellt; wie die Gruppenausfahrten und Rennen lassen sie sich auch selbst erstellen oder importieren. Großer Pluspunkt ist der „Familienzugang“: Drei Personen können sich das Abo auf bis zu fünf unterschiedlichen Geräten teilen und damit Kosten sparen.
Kosten: 15 Euro pro Monat (einmalig), 84 Euro pro 6 Monate, 144 Euro pro Jahr
VirtuPro - virtuelle Profirennen
Die Software VirtuPro, basierend auf der Grafik des Spiels „Radsport Manager“, macht’s möglich. Die wichtigsten Profirennen, von eintägigen Frühjahrsklassikern bis zu den dreiwöchigen Rundfahrten, sind im Maßstab 1:5 nachempfunden. Die virtuelle Renndynamik überzeugt mit Ausnahme gelegentlicher Tempoverschärfungen zur Mitte des Rennens, die Einteilung in Leistungsgruppen erlaubt es in VirtuPro, die passende Stärke des Pelotons auszuwählen. Zukünftig soll es auch eine begleitende App (Sidekick) geben, die allerdings noch nicht verfügbar ist.
Wahoo X
Mit Wahoo X bekommen Smarttrainer-Nutzer Zugang zu beiden Softwares.
Kosten: 14,99 US-Dollar pro Monat zzgl. Steuern (ca. 15,50 Euro)
Wahoo RGT - Software für virtuelles Radfahren
Die RGT-Welt ist wie Systm (siehe unten) Teil des Wahoo-Universums und im Abo-Preis für Systm inklusive. Der Schwerpunkt hier liegt auf animierten Welten mit Avataren. Zwölf berühmte Straßen, wie den Anstieg nach Alpe d’Huez oder die Runde zum Cap Formentor auf Mallorca, hat RGT realitätsnah animiert. Das bedeutet: Sehr realistische Fahrdynamik mit geschmeidigen Bewegungen des Avatars sowie gut kalkulierten Windschatten- und Bremseffekten. Hier kann man frei fahren oder Intervalle trainieren.
Spannend ist aber vor allem die Möglichkeit, das Profil eines hochgeladenen GPX-Tracks nachfahren zu können. Eigene Strecken kann man solo fahren oder als Events, mit Freunden, Bots (programmiert auf das gewünschte Leistungsniveau) oder auch öffentlich ausgeschrieben. Mit einigen Klicks bastelt man sich seine eigene Veranstaltung, die als gemeinsame Ausfahrt gestaltet werden kann, aber auch als Rennen. Inmitten des Feldes selbst generierter Bots könnte man glatt vergessen, dass man im Grunde gegen sich selbst fährt.
Kosten: 14,99 Euro pro Monat, monatlich kündbar
Wahoo SYSTM - Trainingsapp
Vielfältige, systematische Trainings plus motivierendes bis unterhaltendes Videomaterial - das ist die Systm-Formel. Motivation war das Hauptthema von Sufferfest, einer Software, die in Wahoo aufging. Treibende Musik, motivierende Trainer, packende Szenen. Diese Mischung zündet immer noch. Die Ansprache ist motivierend und die Oberfläche sehr gut gemacht: Man ist jederzeit im Bilde, wann das nächste Intervall kommt und wie lange es dauert.
Highlight: Onboard-Bilder aus Profirennen; das Powerprofil des Rennens wird angepasst an die eigene FTP (funktionelle Schwellenleistung). So fährt man aus der subjektiven Perspektive ein Finale mit, hört den sportlichen Leiter im Funk und tritt härter, als man es eigentlich vorhatte. Es gibt aber auch ruhige Sessions mit Radsportfilmen als Hintergrund. In der Summe sind es 328 Trainingseinheiten. Hinzu kommen Anleitungen zu Yoga, Kraft- und Mentaltraining sowie Schwimmen und Laufen.
Kosten: 14,99 Euro pro Monat, monatlich kündbar
Zwift - Gamefication vom Rollentraining
Gaming trifft Sport: Rasen und Punkte sammeln in animierten Fantasiewelten.
Die Zwift-Welten entspringen teils der Fantasie von Designern, teils bilden sie reale Strecken nach: Es gibt fantastische Berge, Dschungelstrecken, unermüdlich Lava spuckende Vulkane, eine Prise Wildwest, gläserne Pfade über New York, asiatisch geprägte Strecken und reale Orte wie Salzburg oder London. Die verfügbaren Welten wechseln täglich und bieten eine Spielfläche für freie Fahrten und Rennen. Die Anmutung ist die eines Videospiels. Im nächsten Level kann man sich die Socken aussuchen oder coolere Laufräder ins Rad stecken.
Zwift hat viele Mitglieder. Hier tummeln sich täglich Tausende Avatare, hinter denen echte Menschen stecken, bisweilen wird es voll auf den Straßen. Über die Companion-App auf einem zweiten Gerät kann man mit Mitfahrern kommunizieren.
Tabelle: Vergleich ausgewählter Fahrradsimulatoren
| Name | Kosten | Besonderheiten |
|---|---|---|
| Zwift | 14,99 Euro/Monat | Marktführer, Gaming-Elemente, große Community |
| Mywhoosh | Kostenlos | Wettkampf-Plattform mit Preisgeldern, Trainingspläne |
| Rouvy | 14,99 Euro/Monat | Echte Landschaften, Streckenvielfalt, Familienzugang |
| Wahoo X | 14,99 Euro/Monat | Motivierendes Videomaterial, vielseitige Trainings |
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