Fahrrad Spritzschutz Vorne und Hinten im Test: Trocken und Sauber durch Herbst und Winter

Der nasskalte Herbst ist da, und wer jetzt noch trocken mit dem Fahrrad unterwegs sein möchte, braucht ein passendes Schutzblech-Set für sein E-Bike, Mountainbike oder Rennrad. Gut passende Schutzbleche für Front und Heck sind ein großer Pfeiler für Erfolgserlebnisse.

Arten von Schutzblechen

Es gibt prinzipiell zwei verschiedene Arten: klassische Schutzbleche zum Stecken oder Kletten an Rahmen und/oder Gabel und ultraleichte Plastikschützer - als Mini-Helfer für den Notfall. Wer regelmäßig und vorwiegend länger durch den Regen muss, ist mit fest verbauten, klassischen Schutzblechen am besten gewappnet. Diese gibt es für jeden Radtyp passend im Handel zu finden, die Bandbreite reicht von E-Bike bis Rennrad. Die zweite Variante, also die leichten Plastikschützer, eignen sich insbesondere für sportive, auf jedes Gramm achtende Piloten - oder eben für Gelegenheitsfahrer, die nur minimalen Schutz benötigen und nur wenige Euros in die Hand nehmen wollen.

Klassische Schutzbleche

Empfehlen sich dringend für Vielfahrer und Radfahrer*innen, die möglichst trocken nach Hause kommen wollen.

  • Es gibt passende Varianten für jeden Rad-Typen
  • Beste Schutzwirkung
  • Mitunter stylish
  • Meist schnell abgebaut
  • Oft eher schwer und klobig
  • Optisch nicht immer ein Highlight
  • Relativ teuer

Notfall-Schutzbleche

Empfehlen sich für alle, die auf cleane Optik Wert legen und für die maximale Schutzwirkung nicht zwingend erforderlich ist. Marken wie Ass Savers verkaufen zudem bunte und somit optisch gefällige Varianten.

  • Vergleichsweise superleicht
  • Sehr günstig
  • Viele verschiedene Designs
  • Schnell an- und abgebaut
  • Für kurze Touren rudimentäre Schutzwirkung
  • Besonders am Hinterrad aber nur schwacher Nässeschutz

Schutzblech-Empfehlungen der BikeX-Redaktion

Die BikeX-Redaktion hat einige Schutzbleche getestet und empfiehlt folgende Modelle:

Preis-Leistungs-Tipp Mountainbike: Acid Mudblocker

Das 283 Gramm leichte Set stammt von der Cube-Eigenmarke Acid. Die Montage via Kabelbinder ist schnell erledigt, der Halt perfekt. Der vordere Fender müsste für noch besseren Schutz etwas weiter über dem Vorderrad thronen, so verirrt sich immer mal wieder etwas Matsch ins Gesicht. Der lange Schützer hinten funktioniert hingegen bestens. Preis-Leistungs-Sieger im Mountainbike-Schutzblech-Test!

Testsieger Mountainbike: SKS Mudrocker Front & Mudrocker Rear

Kein Schnäppchen, aber richtig gut: Der Mudrocker ist dank Klettband im Nu an Gabelbrücke und Heck montiert und hält auch dank der innen gummierten Kletts selbst bei harten Abfahrten bombenfest. Und der Schutz vor Matsch und Nass? Überzeugte auf unserer Testrunde vollends! Kein Wunder: Der Heckfender ist mit 60 cm schön lang, beim im Vergleich "normal langen" 47-cm-Frontfender kann der eh schon tolle Schutz über zwei Verlängerungsstücke buchstäblich noch weiter ausgebaut werden.

Kauftipp Rennrad & Gravelbike: SKS Speedrocker

Die persönliche Empfehlung von BikeX-Redakteur Moritz Schwertner: Das mit 420 g Komplettgewicht erfreulich leichte Spritzschutz-Set von SKS funktioniert top für Renn- und Gravelräder. Die Montage per Klett (vorne) und Gummi-Straps (hinten) ist selbsterklärend, das Set sitzt fest, der Schutz dank großzügiger langer (710 mm v., 950 mm h.) und bis zu 42 mm Reifen deckender "Bleche" top.

Mini-Schützer: Ass Savers (für jedes Fahrrad)

Klein, fein und heimlicher Liebling der Redaktion: Mit den "Ass Savers" schützt man buchstäblich seinen Allerwertesten vor allzu viel nerviger Nässe. Gerade als Notbesteck eine gute Idee - denn mit rund 10 Euro kostet der kleine Helfer aus Plastik, den man meist einfach nur zwischen das Sattelgestänge klemmt, nicht die Welt!

Schutzbleche am Rennrad: Streben für Stabilität

Das wichtigste Kriterium ist und bleibt der Schutz vor Spritzwasser - und zwar vor dem, das von den Reifen aufgewirbelt wird. Deshalb ist nur ein langes Schutzblech ein guter Schmutzschutz. Wenig überraschend schneiden deshalb die festmontierten Modelle besser ab, weil sie länger sind als Steckbleche und dank stabiler Befestigung auch auf ruppigem Terrain an Ort und Stelle bleiben. “Das ist für uns entscheidend”, sagt Sven Kordes, Chefentwickler bei Zubehörspezialist SKS Germany. Denn: “Ein Schutzblech, das ständig klappert, will ich nach fünf Minuten wieder abmontieren.”

Specializeds geschraubte Dry-Tech Fender und die Steckbleche von Mudhugger markieren die Extreme im Test hinsichtlich der Länge. Die Specialized-Schützer umgreifen die Räder in einem weiten Bereich, während die Mudhugger so kurz sind, dass sie nur als schnell zu montierendes Provisorium in Frage kommen.

Wichtig für beide Arten von Schutzblechen ist, dass sie sich einfach montieren lassen - mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Steckbleche, die erst nach 20 Minuten Gefummel startklar sind, bleiben erfahrungsgemäß in der Garage. Das Anbringen fest montierter Bleche erfordert mehr Zeit - kann einen aber auch zur Weißglut treiben, wenn Montageteile und Befestigungspunkte nicht zusammenpassen. Davor sind im Übrigen auch moderne Marathonräder oder Gravelbikes nicht gefeit, deren integrierte Ösen oder Gewinde die einfache Montage von Zubehör versprechen. Dann heißt es Improvisieren.

Kaum Unterschiede gibt es hinsichtlich des Materials: Kunststoff ist Trumpf. Einzig Specialized verwendet bei seinem Testsieger-Set wärmebehandeltes Aluminium. Carbon-Modelle sind teuer und sehr selten.

Optik der Schutzbleche

Dass Schutzbleche von vielen Rennradlern nach wie vor kritisch beäugt werden, wundert SKS-Entwicklungsleiter Kordes nicht. “Der Rennradfahrer möchte sein meist teures Rad auf ein Minimum reduziert haben. Das Schutzblech darf deshalb eigentlich gar nicht auffallen”, sagt er und ergänzt augenzwinkernd: “Ein Porsche-Fahrer montiert ja auch keinen Dachträger an sein Auto.”

Test-Fazit zu den Rennrad-Schutzblechen

Steckbleche sind in der Regel schnell montiert und leicht, eignen sich aber eher für gelegentlichen Einsatz bei Nässe. Wer unabhängig von der Wettervorhersage Rad fahren will, sollte zu fest montierten Blechen greifen. Mit den Besten bleiben Rücken und Füße auch bei längeren Regenfahrten trocken. Die Montage kann allerdings zur Geduldsprobe werden. Wichtig vor dem Kauf: Befestigungspunkte am Rad checken!

Getestete Rennrad-Schutzbleche zur Festmontage

Die Montage ist allerdings etwas aufwendig und erfordert Geschick. Alle fest zu montierenden Schutzbleche aus unserem Test schützen gut bis sehr gut vor Nässe. Am besten gelingt das den Specialized Dry-Tech Fender - kein Schutzblech-Set umschließt die Laufräder auf größerem Umfang als das der US-Amerikaner. Dadurch schützt man nicht nur die eigenen Füße und den Rücken zuverlässig, beim Windschattenfahren behält auch der Hintermann den nötigen Durchblick.

Überblick: Getestete Modelle zur Festmontage

Modell Preis Reifenbreite Gewicht Fazit
Bontrager: NCS 50-60 Euro 25, 35, 45 Millimeter 617 Gramm Die glänzenden Kunststoff-Bleche lassen sich relativ schnell montieren, die Streben können einfach angepasst werden. Schwerstes Set im Test.
Procraft: Rainbow 36 Euro 35, 45, 50 Millimeter 454 Gramm Bei der Montage ist auch wegen der knapp gehaltenen Anleitung Geduld gefragt. Ist das glänzende Kunststoff-Set dann aber am Rad angebracht, erfüllt es seinen Zweck und schützt vor Spritzwasser.
SKS: Bluemels Shiny 35 Black Set 26 Euro 28 Millimeter 474 Gramm Tadellos verarbeitet, mit Sicherheits-Clip zum Lösen der Streben. Kritikpunkt: Die Strebenlänge am hinteren Schützer war bei der Montage am Testrad weitgehend ausgereizt.
Specialized: Dry-Tech Fender 80 Euro 35, 42, 55 Millimeter 595 Gramm Der Testsieger schmiegt sich weit um den Reifen und bietet einen exzellenten Spritzschutz. hochwertig verarbeitet. Vergleichsweise schwer und relativ teuer.

Getestete Rennrad-Schutzbleche zur schnellen Montage

Im Gegensatz zu den festmontierten Schutzblechen muss man bei den Schnellmontage-Modellen kleinere Abstriche beim Nässeschutz in Kauf nehmen. Am besten schneiden hier die SKS Speedrocker ab, die Reifen bis zu 42 Millimeter umschließen und laut Herstellerangaben speziell für Gravelbikes entwickelt wurden.

Überblick: Getestete Modelle zur Schnellmontage

Modell Preis Reifenbreite Gewicht Fazit
BBB: SlimGuard 50 Euro 28 Millimeter 365 Gramm Die schmalsten Schutzbleche im Test lassen sich nur an Bremsbolzen und Schnellspannachse anbringen. Bei Aero-Rennern muss man auf das Steckblech zwischen Sitzstrebe und Sitzrohr wegen des fehlenden Freiraums verzichten.
Crud: Roadracer MK3 40 Euro 38 Millimeter 248 Gramm Das lange vordere Schutzblech schützt gut vor Nässe, das assymetrische hintere hält den Antrieb relativ trocken und sauber. Abzüge gibt es wegen des Materials, der Kunststoff wirkt billig und ist vergleichsweise weich.
Mudhugger: Gravelhugger Front & Rear 56 Euro 50 Millimeter 262 Gramm Bis zu 50 Millimeter breite Schlappen haben unter den Kunststoff-Blechen Platz; wenig Nässeschutz, vor allem hinten, weil das Schutzblech nur bis zu den Sitzstreben reicht. Sehr einfach zu montieren.
SKS: Speedrocker 50 Euro 42 Millimeter 415 Gramm Empfehlung vor allem für Gravelbikes. Vielfältig einstellbar, guter Spritzschutz. Vergleichsweise schwer.

Montage-Tipps für Rennrad-Schutzbleche

Keine Eile, bitte: Die Montage fester Schutzbleche am Rennrad braucht Zeit, weil oft individuelle Anpassungen erforderlich sind. Aber auch der Anbau von Steckblechen zur gelegentlichen Nutzung will vorbereitet sein.

Richtige Breite der Schutzbleche

Als Faustformel für die passende Breite eines Schutzbleches empfiehlt sich an beiden Rändern je ein halber Zentimeter Überstand. Für 28-Millimeter-Pneus sollte das Schutzblech demnach rund 38 Millimeter breit sein. Gleichzeitig müssen Sie darauf achten, dass die Schmutzfänger noch durch die Streben beziehungsweise Gabel passen.

Abstand halten

Die Schutzbleche sollten mindestens einen Zentimeter Abstand vom Reifen haben, vor allem bei grobstolligem Profil, damit aufgewirbelte oder im Profil steckende Steine sich nicht verklemmen können.

Befestigungspunkte überprüfen

Vor dem Kauf von passenden Schutzblechen sollten Sie Ihr Rennrad hinsichtlich möglicher Befestigungspunkte unter die Lupe nehmen. Vor allem Gravelbikes verfügen inzwischen zwar über entsprechende Montageösen, die aber nicht zwingend an der richtigen Stelle sitzen.

Schutzfolie verwenden

Bei vielen Schmutzfängern zur Schnellmontage zählt eine Schutzfolie zum Lieferumfang. Diese sollten Sie zwischen Schutzblech und Rahmen/Gabel anbringen, um den Lack zu schonen.

Passendes Werkzeug

Insbesondere bei Festmontage-Schutzblechen sollten Sie daran denken, dass die Streben möglicherweise mit einem Bolzenschneider oder einer kleinen Eisensäge gekürzt werden müssen.

Vorsicht bei der Anpassung

Um böse Überraschungen zu vermeiden, sollten Sie die Streben erst kürzen, nachdem die Schutzbleche endgültig montiert sind und Sie den Reifenfreigang überprüft haben. Andernfalls lassen sich diese möglicherweise nicht mehr am Rahmen befestigen. Um sich an den scharfen Enden nicht zu schneiden, können Sie diese mit Kunststoffkappen abdecken.

Weitere Tipps

  • Schellen zum Nachrüsten: Befinden sich an Ihrem Rennrad keine Befestigungsösen, können Sie den Rahmen mit speziellen Schellen nachrüsten. Messen Sie vor dem Kauf unbedingt die Rohrdurchmesser.
  • Spritzschutz verlängern: Um den Nässeschutz am Vorderrad zusätzlich zu erhöhen, können Sie sich selbst einen Spritzlappen basteln. Hierfür eignet sich beispielsweise ein alter Reifen.

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