Fahrradhose ist nicht gleich Fahrradhose. Rennradfahrer haben nämlich andere Ansprüche an ihre Fahrradhose als etwa Mountainbiker oder Tourenradler. Die Hersteller lassen sich im Buhlen um die Gunst der Käufer einiges einfallen, um auf sich aufmerksam zu machen. Flachnähte treffen auf filigrane Silikon-Applikationen, Stretch-Materialien auf robuste, abriebfeste Stoffe, auch bei den Details greifen die Hersteller von A wie Airtracks bis V wie Vaude tief in die Trickkiste.
Im Testverlauf testeten unsere Redakteure die GOREWEAR Ultimate Trägerhose+ unter anderem bei einer mehrtägigen Alpentour mit dem Rennrad und im Gravelrennen der Salzkammergut Trophy. Bei beiden Einsatzen überzeugte die Trägerhose vor allem mit ihrem hohen Tragekomfort. Gerade bei höheren Intensitäten und sehr sommerlichen Temperaturen überzeugte zudem auch die Atmungsaktivität der Ultimate.
Typen von Fahrradhosen
Enge Bib oder weite Short? Fahrradhose ist nicht gleich Fahrradhose. Die eher sportliche Kategorie, gerne auch Tights genannt, ist knalleng. Tights lassen sich in trägerlose Hosen und Hosen mit Hosenträgern (»Bibtights«) einteilen. Diese Hosen werden vornehmlich beim Rennradfahren getragen, vereinzelt auch beim Mountainbiken und Tourenradfahren, hier wiederum gerne von leistungsorientierten Cross Country (XC)- Fahrern und bei Rennen. Andere Hosen wiederum sind weiter geschnitten und ähneln Lauf- oder Wandershorts. Sie wurden für Tourenradler, E-Biker und Touren-Mountainbiker entworfen. Die letzte Kategorie der hier getesteten Hosen sind robustere Hosen, die speziell für den härteren Mountainbike-Einsatz geschneidert wurden.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Bei weiter geschnittenen Shorts stellt sich auf den ersten Blick die Frage, ob man eine Innenhose darunter ziehen sollte oder nicht. Schließlich werden viele der getesteten Hosen auch ohne Innenhose angeboten. Wer je mit Innenhose gefahren ist und das Plus an Komfort, das Innenhosen durch ihre Polsterung am Gesäß liefern, schätzen gelernt hat, wird sie nicht mehr missen wollen. Auch wenn es beim ersten Mal tragen vielleicht etwas zwickt und zwackt. Das Thema Sitzpolster ist so eine Sache. Die einen mögen es dick, die anderen dünn. Die einen wollen einen breiten, die anderen einen schmalen Sitz-Einsatz. Am Ende ist jedes Hinterteil anders. Wir haben im Test auf einen gesunden Mittelweg Wert gelegt. Soll bedeuten: Hosen mit lieblos gemachten, wulstigen und schlecht vernähten Sitzpolstern mussten mit Abzügen rechnen. Flach eingenähte, nicht zu stark auftragende Sitzpolster mit einem cleveren Profil, das sich an den anatomischen Gegebenheiten orientiert, wurden besser bewertet.
Bodymapping und Material
Bodymapping hat auch bei den Fahrradhosen Einzug gehalten, zumindest bei den teureren und sorgfältiger verarbeiteten Hosen. Bodymapping bedeutet, dass die Hosen an unterschiedlichen Bereichen wie Trägern, Gesäß, an der Seite und an den Beinen aus verschiedenen Materialien gefertigt werden, um den unterschiedlichen Anforderungen wie Schweißtransport, Luftdurchlässigkeit oder Abriebfestigkeit gerecht zu werden.
Passform und Komfort
Tights sind die erste Wahl für Rennradfahrer und wettbewerbsaffine Cross-Country-Mountainbiker. Sie haben weniger Luftwiderstand als flatternde Shorts und sorgen für einen athletischen Look.
Detaillierte Produktbewertungen
Gore Spinshift Bib Shorts
Die Gore Spinshift Bib Shorts gehört schon nach kurzer Zeit zu unserer Grundausstattung. Die unkomplizierte Hose punktet mit einer gutmütigen Passform und einer beeindruckenden Vielseitigkeit. Sie ist sich nicht zu schade, auch mal als Baselayer getragen zu werden - der geradlinige Look macht sie jedoch auch zu einem Hingucker bei der nächsten Ausfahrt mit den Freunden.
Die Gore Spinshift Bib Shorts hat sich heimlich angeschlichen - und ist ganz schnell zu unserem Favoriten geworden. Dazu zählt in allererster Linie eine gutmütige Passform - im Vergleich zu anderen Herstellern bietet die Spinshift recht viel Platz. Gut gefallen hat uns auch Gores Advanced Brand Core-Sitzpolster und die leichte Kompression durch das engmaschige Material. Gore hat dieses aus zum Teil recycelten Rohstoffen hergestellt, was der Hose noch den nötigen Nachhaltigkeits-Appeal verleiht. 140 Euro UVP ruft Gore für die Hose ab - weit weniger als viele Konkurrenten. Und online findet man die Spinshift teilweise noch um einiges günstiger. Okay, wir geben zu - Hosen jenseits der 200 Euro mögen sich noch etwas exklusiver anfassen. »At £145 the Spinshift Bibs are a premium product at an about-average premium price.
Oakley Off Grid Cargo Bib Shorts 2.0
Die Oakley Off Grid Cargo Bib Shorts 2.0 macht ihrem Namen alle Ehre, denn die Hose bietet so viel Stauraum wie keine andere Träger-Tight im Test. Die Hose wendet sich zwar primär an Gravelbiker, ist aber genauso für Langstrecken-Rennradler und Reiseradler aller Couleur geeignet. Oakley hat mit der Off Grid Cargo Bib Shorts 2.0 eine Hose am Start, die Gravelbikern auf den Leib geschneidert wurde, was schon ein Blick auf die Stautaschen zeigt. Ob an der Seite oder am Rücken, Accessoires finden schnell und problemlos Platz, egal ob Müsliriegel, Sonnenbrille oder kleine Geldbörse. Getestet haben wir das farbenfrohe Modell - die Hose wurde uns in »pacific« zugeschickt - dann auch tatsächlich auf einer 150 km-Tour. Auffällig ist der gute, straffe Sitz - an dieser Stelle auch gleich der Hinweis, dass die Hose klein ausfällt. Wir kaufen Oakley gleich ab, dass das Hosenmaterial abriebfest und langlebig ist, trotzdem liegen die verwendeten Materialien weich auf der Haut. Hat man sich auf der Hose einmal eingegrooved, macht sie so richtig Laune. Auf Langstrecken ist besonders die Sichtbarkeit wichtig. Auch diese kommt bei der Off Grid Cargo Bib Shorts 2.0 nicht zu kurz: Zur kontrastreichen Farbgebung kommen reflektierende Elemente.
Vaude Posta Bib Tight
Die Vaude Posta Bib Tight wendet sich an Allround-Radler, die bei der Bekleidungsauswahl auf Nachhaltigkeit setzen. Die preiswerte Hose wird zum Großteil aus recycelten Materialien hergestellt, trocknet schnell und punktet mit einem gutmütigen Schnitt. Der Einsatzbereich der Hose ist sehr breit - von Gelegenheits-Hobbyradler bis zum ambitionierten Rennrad-Amateur. Radfahren und dabei Gutes tun? Mit Vaudes Posta Bib Tight ist das problemlos möglich. Das in der Hose zum Einsatz kommende Polyamid ist komplett recycelt. Anstatt lange Lieferwege in Kauf zu nehmen, lässt Vaude die Hose in Europa, genauer gesagt in Lettland, herstellen. Vaude erfreut sich in der Radsportszene eines guten Rufs - insbesondere, was solide, unprätentiöse und vor allem nachhaltig hergestellte Radbekleidung angeht. Beim Auspacken fühlt sich die Posta Bib Tight recht anschmiegsam und elastisch an, ein Eindruck, der sich bei der ersten Ausfahrt verstärkt. Die Hose hat jedenfalls eine sehr gutmütige Passform und lässt auch ein paar Extrapfunde durchgehen, ohne gleich einzuschneiden. Die Trocknungseigenschaft geht absolut in Ordnung, auch die Netzträger trocknen vergleichsweise schnell. Der recht weiche Einsatz prädestiniert die Hose für Fahrten bis maximal 50 bis 70 Kilometer. Alle, die mehr Asphalt unter die Reifen nehmen wollen, sind mit einer etwas straffer abgestimmten Hose, die den Muskeln etwas mehr Unterstützung bietet, und einem definierten, weniger schwammigen Sitzpolster besser beraten.
Q36.5 Unique Pro Bib Shorts
Form Follows Function - für nur wenige Hosen gilt das in einem so ausgeprägten Maß wie für die Unique Pro Bib Shorts von Q36.5. Zwar ist die Hose teuer, dafür ist sie aber auch ab dem ersten Anziehen ein elementarer Bestandteil der Gesamtheit aus Radfahrer, Radbekleidung und Rad und liefert leistungsorientierten Radfahrern die bestmögliche Unterstützung. Q36.5 aus Bozen steht hauptsächlich für eines: kompromisslos auf Leistung getrimmte Radbekleidung. Sie soll nicht nur gut aussehen, sondern den Träger auch bestmöglich bei seiner jeweiligen Rad-Mission unterstützen. Als wir die extrem leichte, sehr schön verarbeitete Hose auspacken, müssen wir allerdings erstmal schlucken. 350 Euro kostet das gute Stück. Dafür kann man sich schon ein günstiges Gebrauchtrad kaufen. Doch Spaß beiseite. Was die Q36.5 bietet, ist Fahrradbekleidungstechnologie vom Feinsten. Hervorzuheben ist das fast nahtlose Design. Wo andere Hersteller viele unterschiedliche Teile zusammennähen, reduziert der Bozener Hersteller die Nähte auf ein Minimum. Das Ergebnis ist eine Passform, die einen mit der Zunge schnalzen lässt. Die Hose »sitzt einfach Bombe«, um es kurz und knapp zu sagen. Zum auf das Wesentliche reduzierten Design kommt ein auf längere Strecken abgestimmtes Sitzpolster und breite, komfortable Träger. Auf unserer 120-Kilometer-Testrunde machen wir uns den Spaß und tragen auf den ersten 50 Kilometern eine deutlich günstigere Hose, um dann in die dreieinhalbmal so teure Unique Bib Shorts zu wechseln. Wir müssen schon zugeben, dass der Unterschied im Tragegefühl eklatant ist.
Odlo Essentials Radshorts
Odlo beweist mit seiner Essentials Radshorts, dass eine Fahrradhose keine Träger braucht, um gut zu sitzen. Die unkomplizierte Shorts wandert zu einem fairen Preis über den Ladentisch und trägt sich angenehm unauffällig. Mit der Essentials Radshorts hat Odlo eine funktionale Basis-Radklamotte am Start, die eine gute Ergänzung jedes Sportbekleidungsschranks darstellt. Die Shorts eignet sich perfekt zum Drunterziehen, doch lässt sich an warmen Tagen auch sehr gut einzeln tragen. Der Hüftbund sorgt für einen festen Halt, mit Silikon beschichtete Beinabschlüsse verhindern, dass die Hosenbeine nach oben rutschen. Im Test setzen wir die Hose als unterste Schicht bei einer längeren Schlechtwetterfahrt auf dem Gravelbike ein - hier fühlt sich die Odlo Essentials Radshorts spürbar wohl. Auch nach mehreren Ausfahrten behält das gut belüftete Silver-Padding-Sitzpolster seine Form und verliert auch bei Nässe kaum an Dämpfungseigenschaften. Ganz erstaunlich ist bei Odlo nämlich die Haltbarkeit - wir haben mehrere Teile des Schweizer Unternehmens im Einsatz, die schon viele Jahre am Buckel haben.
BBB Corsa Cargo
Sie suchen eine unauffällige Allround-Hose, die wirklich alles mitmacht? Dann sollen Sie sich die BBB Corsa Cargo genauer ansehen! Ästhetikern ist die Hose vielleicht zu unauffällig, trotzdem hat sie einige pfiffige Details an Bord, die uns sehr gut gefallen haben. So sind an beiden Hosenbeinen Taschen vorhanden, in denen Müsliriegel und/oder das Smartphone Platz findet. An der Rückseite befinden sich unterhalb der Träger weitere Taschen. Überrascht waren wir vom relativ weichen, aber erstaunlich komfortablen Sitzpolster, das auch auf langen Ausfahrten für erstaunlichen Fahrkomfort sorgt. Am Ende ist da noch der überaus attraktive Preis: Die Corsa Cargo schlägt mit nur knapp 100 Euro zu Buche.
Alé K-Tour
Die Alé K-Tour hat uns verblüfft. Als Ganzjahresradler haben wir schon so manche Winter-Tight anderer Marken getragen, doch so bequem wie die K-Tour war bisher keine. Das liegt hauptsächlich - wie sollte es anders sein - am Material. Das wasserabweisende Polyamid-Mischgewebe ist innen aufgeraut und im Vergleich sehr elastisch, was bereits das Hineinschlüpfen zum Vergnügen macht. Im Test nutzen wir die Hose unter anderem bei einer 70-km-Rennradrunde im bayerischen Oberland. Als besonders angenehm empfinden wir das vernähte »Klima 8h«-Sitzpolster - es schmiegt sich dem Gesäß angenehm unaufdringlich an und sorgt die ganze Fahrt lang für gleichbleibend hohen Sitzkomfort. Trotz seiner Elastizität entstehen keine Druck- bzw.
X-Bionic Corefusion Men’s Cycling Bib Shorts
Haarscharf hätte es für die X-Bionic Corefusion Men’s Cycling Bib Shorts für einen Platz gereicht - denn die Hose hat einen ähnlich guten Eindruck hinterlassen wie die Unique Pro Bib Shorts von Q36.5. Toll ist gleich mal der Sitz - das »Corefusion« im Namen weist darauf hin, dass X-Bionic beim Gewebe einige Register zieht. Typisch für die Marke ist der Mut zur Innovation - so sollen sogenannte »Thermosyphons« dafür sorgen, dass Schweiß schnell von der Haut weggeleitet wird. Tatsächlich trägt sich die Hose ganz ausgezeichnet und trocknet auch bei langen, schweißtreibenden Touren sehr angenehm - wofür auch die breiten Träger und das aus vier verschiedenen Schaumstoffarten zusammengesetzte Sitzpolster sorgen. Was uns besonders imponiert hat, ist die angenehme Haptik der Hose. Der Stoff fasst sich so weich an wie wenig andere im Test, und so trägt sich die Hose auch - ein Komfortwunder. Gut gefallen haben uns auch die reflektierenden Applikationen. In der Gesamtsicht stellt die X-Bionic Corefusion Men’s Cycling Bib Shorts eine exklusive, wenn auch gerade noch bezahlbare Hose für anspruchsvolle Rennradfahrer aller Leistungsklassen dar, die besonders auf Tragekomfort Wert legen.
Pearl Izumi Pro Bib Shorts
Zugegeben: Wir haben einen »Knack« für Pearl Izumi, wie die amerikanischen Mitarbeiter der aus Colorado stammenden Marke sagen würden. »Knack« lässt sich am besten mit Vorliebe oder auch Faible übersetzen. Seit Jahren ist Pearl Izumi Garant für funktionale, dezent designte und vor allem langlebige Fahrradbekleidung. »Pearli«, wie die Marke hierzulande von vielen Insidern liebevoll genannt wird, kann auf 70 Jahre Erfahrung in der Fertigung von Fahrradbekleidung zurückblicken, was man der Pro Bib Shorts sofort anmerkt. Sie wird aus sieben »Pro Transfer«-Stoffstücken gefertigt, passt sich dadurch perfekt dem Körper an und hat leicht komprimierende Eigenschaften. Träger und Beinabschlüsse sind lasergeschnitten, was sich beim Tragen positiv bemerkbar macht. Das Material trägt sich aufgrund der mit wenig Nähten auskommenden Träger äußerst angenehm. Am Beinsaum kommt die Fahrradhose ganz ohne Nähte aus, trägt somit nicht auf und ist zudem mit Silikonapplikationen ausgestattet, die ein Hochrutschen verhindern. Besonders begeistert hat uns das Sitzpolster. Dieses ist vergleichsweise weich und wenig strukturiert, schmiegt sich jedoch optimal an das Gesäß an, reibt nicht und hat gerade die richtige Dicke, um nicht aufzutragen. Wer bisher unter einer zu wenig flexiblen Hose »gelitten« hat, wird von der Pearl Izumi Pro Bib Shorts begeistert sein. Der empfohlene Verkaufspreis ist zwar nicht gerade günstig, die Fahrradhose setzt jedoch ein Ausrufezeichen beim Tragekomfort und der Verarbeitung.
Gore C3 Tight
Man braucht nicht immer Träger, um sich auf dem Bike wohlzufühlen - das beweist die Gore C3 Tight. Spontan ziehen wir die Hose an zwei Tagen zu Alltagsfahrten an, knapp siebzig Kilometer legen wir mit ihr zurück. Gut gefällt uns dabei der ausgezeichnete Halt. Die Hose verfügt über recht breite Silikon-Applikationen an den Beinabschlüssen, da rutscht auch im Wiegetritt nichts. Auch das Polster ist für eine Hose, die nur rund 70 Euro kostet, ganz ausgezeichnet. Es bilden sich keine Reibe- und Druckstellen, für Strecken bis 50 Kilometer eignet sich die Hose ganz ausgezeichnet. Auch als wir zwischendrin das Rad gegen Schusters Rappen austauschen, macht die Hose im wahrsten Sinne des Wortes eine gute Figur. Wir haben uns schwergetan, unseren bisherigen Preis-Tipp zugunsten der Gore C3 Tight aus den Empfehlungen zu werfen - aber an die Verarbeitung der Gore kommen andere günstige (No-Name-)Fahrradhosen nicht heran.
Essential Bib Tight
Dass Italiener mit die besten Radhosen auf dem Planeten schneidern, ist kein Geheimnis. Dass italienische Radhosen auch gerne mal 150 Euro und mehr kosten, ebenfalls nicht. Herrlich! Allein das Hineinschlüpfen in die Essential Bib Tight ist ein Erlebnis. Ihr Mischgewebe liegt weich auf der Haut, die breiten, angenehm ela...
Preis und Qualität
Was kostet Qualität? Das ist eine Grundsatzfrage, die sich wohl jeder stellt - gerade jetzt, nach Jahren teils sehr hoher Preissprünge. Kurze Radhosen, die 280 Euro oder mehr kosten, sind inzwischen keine Seltenheit mehr. In diesem großen Test haben wir uns dafür entschieden, alle Marktbereiche und damit auch alle Preisklassen abzudecken. Das günstigste Test-Trikot kostet 75, die günstigste Hose 90 Euro.
Materialqualität und Verarbeitung
Positiv fiel unseren Testern in vielen Fällen die Materialqualität und die Verarbeitung auf - dies macht sich in der Regel auch in Form einer langen Haltbarkeit bezahlt. Zudem wird anhand des Testfelds deutlich, dass auch die bekannten, etablierten Hersteller wie etwa Gorewear, Bioracer, Gobik oder Straede ganz bewusst das niedrigere Preissegment bedienen.
Passform als Kaufkriterium
Für viele ist die Passform das wichtigste Kaufkriterium. Rennrad-Trikots verfügen in der Regel über eine sportiv-enge und körpernahe Passform. Dieser Schnitt bietet auch aerodynamische Vorteile. Dies bedeutet aber auch, dass eine üblicherweise getragene Konfektionsgröße nicht unbedingt auf die Radbekleidung übertragen werden kann. Die Größenfindung ist demnach - leider - nicht immer einfach.
Sommer-Trikots und Materialkombinationen
Bei Sommer-Trikots oftmals positiv ist die Kombination verschiedener Stoffarten. Vorne wird etwa in nicht wenigen Fällen ein luftdurchlässiges, aber nur leicht perforiertes Material eingesetzt - und in der Rückenpartie ein noch deutlich atmungsaktiveres. Bei manchen Modellen kommen hier, oder unter den Ärmeln beziehungsweise in den Seitenbereichen, Mesh-Stoffe zum Einsatz.
Komfort bei Radhosen
Bei Radhosen ist der Komfort noch einmal wichtiger als bei Trikots. Mitentscheidend dafür ist die Wahl des Sitzpolsters. Dessen Konstruktionsweise und Materialeigenschaften müssen zur Anatomie des Trägers oder der Trägerin passen. Für Sitzpolster gilt: Dicker bedeutet nicht immer auch komfortabler. In manchen der Test-Bibshorts sind dreizehn, in anderen nur vier Millimeter dicke Sitzpolster eingebaut. Auch die dünneren Modelle zeigten einen teils herausragenden Dauertragekomfort. Löffler und Gonso verbauen in unseren Testmodellen ein extrem dünnvolumiges Polster der Ergonomie-Spezialisten von SQlab - fast alle Testfahrer hatten damit auch während sehr langer Fahrten keinerlei Probleme.
Beinbereich und Kompressionswirkung
Was den Beinbereich der Radhosen angeht, werben manche Hersteller explizit mit einer Kompressionswirkung. Im besten Fall unterstützt dies die Muskelarbeit, im schlechtesten hat es keine negativen Effekte.
Abschlüsse und Materialqualität
Die Abschlüsse: Hier kommen immer häufiger nahtlose sogenannte Laser-Cut-Enden zum Einsatz. Diese sind optisch besonders „clean“ und schneiden vor allem nicht ein. Es gibt in diesem Test keine Hose mehr, die anders verarbeitet ist. Bei der Materialqualität und der Verarbeitung zeigen sich hier jedoch teils sehr deutliche Unterschiede zwischen den Testmodellen der verschiedenen Preisklassen.
Träger der Bibshorts
Auch die Träger der Bibshorts sind ein sehr wichtiger Komfortfaktor. Straffe und zugleich eher breite, nahtlose Träger aus einem „feinen“ und recht weichen Stoff sind hier aus der Sicht unserer Tester das Optimum. Auch die Positionierung der Träger spielt beim Tragekomfort eine entscheidende Rolle. Dass sie am Rücken in einer Form vernäht sind, ob gekreuzt oder verbunden über einen Mesh-Einsatz, ist inzwischen Standard und verbessert die Passform beziehungsweise den Sitz entscheidend.
Weitere Details
Neben den wichtigen Parametern - Material, Verarbeitung, Atmungsaktivität, Passform, Komfort und Robustheit - gibt es auch in weiteren Details teils große Unterschiede. Etwa bei den Trikottaschen. Hier ist die Variante drei plus eins - drei Rückentaschen und eine zusätzliche Reißverschlusstasche - fast schon der Standard. Jedoch gibt es auch hier Ausnahmen. So verwendet Löffler an seinem Testmodell - auch aus Gewichtsgründen - nur zwei Taschen.
Nachhaltigkeit
Diese Hersteller zeigen zudem, dass Lieferketten auch kurz sein können. Sie fertigen innerhalb Europas. Die Löffler-Produkte sind bekannt dafür, „made in Austria“ zu sein. Löffler bietet zudem mittlerweile auch einen 360-Grad-„Second-Life“-Ansatz: Eingesandte Artikel werden entweder repariert oder durchlaufen einen Upcycling-Prozess. Aus dem Bein einer Radhose kann dann zum Beispiel noch ein Stirnband werden.
Preisreduzierungen
Auffallend ist auch, dass einige wenige Test-Produkte etwas günstiger geworden sind. Dabei wird jedoch nicht an der Qualität gespart.
Aktuelle Fahrradhosen Herren im Vergleich (Stand: 08/2025)
| Position | Modell | Preis | Material | Saison | Lieferzeit |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Vaude Active - Fahrradhose Herren | ca. 33 € | 74% Polyamid I 26% Elasthan | Frühjahr, Sommer | Sofort lieferbar |
| 2 | Cycorld MTB Fahrradhose | ca. 44 € | 92% Polyester | 6% Spandex |2% PVC | Frühjahr, Sommer, Herbst | Sofort lieferbar |
| 3 | Hiauspor MTB-Hose | ca. 41 € | 92% Polyester, 8% Elasthan | Frühjahr, Sommer | Sofort lieferbar |
| 4 | Souke Sports Winter Herren Fahrradhose | ca. 53 € | 100% Polyester | Winter | Sofort lieferbar |
| 5 | Hiauspor Herren MTB Hose | ca. 39 € | 90 % Polyester | 10 % Elasthan | Frühjahr, Sommer | Sofort lieferbar |
Bibshorts Herren im Vergleich (Stand: 08/2025)
| Position | Modell | Atmungsaktiv | Feuchtigkeitsregulierung | Vorteile |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Gore Wear C5 Opti Herren-Trägerhosen | Ja | Schnellerer Feuchtetransport | mit Sitzpolster, besonders atmungsaktiv, schnell trocknend |
| 2 | Gore Wear C5 | Ja | Schnellerer Feuchtetransport | Trägerkonstruktion aus Netzmaterial, besonders atmungsaktiv, besonders gutes Sitzpolster |
| 3 | Gonso Sitivo | Ja | Keine Herstellerangabe | atmungsaktiv, besonders gutes Sitzpolster, Trägerkonstruktion aus Netzmaterial |
| 4 | Castelli 4520006 | Ja | Schnellerer Feuchtetransport | wasserdicht, rutschfeste Silikon Greifbänder an den Beinenden, maschinenwaschbar |
| 5 | Gore Wear Herren C3 | Ja | Schnellerer Feuchtetransport | Trägerkonstruktion aus Netzmaterial, besonders atmungsaktiv, besonders gutes Sitzpolster |
| 6 | Löffler Bibshorts Hotbond RF XT | Ja | Schnellerer Feuchtetransport | schnell trocknend, elastisch, extra dicht und langlebig |
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