Ein Tretlager (auch Innenlager genannt) ist ein entscheidendes Antriebsbauteil am Bike. Da es sich im Inneren eines Gehäuses an einer schwer zugänglichen Stelle zwischen den Kurbelarmen befindet, ist der Ausbau dieses essenziellen Fahrrad-Bauteils nicht einfach. Das Tretlager beim Fahrrad stellt die Verbindung zwischen Kurbel und Antrieb her.
Es gibt einige untrügliche Zeichen dafür, dass es Zeit ist, das Tretlager zu wechseln. So verursacht ein defektes oder verschlissenes Tretlager bei jeder kräftigen Belastung der Pedale ein unüberhörbares Knarzen oder Quietschen. Seitliche Belastungen - etwa, wenn der Radfahrer aus dem Sattel geht und im Wiegetritt fährt - verstärken das Geräusch. Ein verbrauchtes Tretlager hat zudem Spiel - es fühlt sich bei Weitem nicht mehr so präzise an wie ein neues Innenlager. Außerdem fällt das Treten mit einem kaputten Innenlager schwerer als mit einem funktionstüchtigen. Falls eines dieser „Symptome“ auftritt, sollte man das Innenlager wechseln.
Ursachen für Tretlager-Defekte
Verschiedene Faktoren beeinflussen den Verschleiß eines Tretlagers. Neben der reinen Kilometerleistung und dem Alter spielt die tatsächliche Beanspruchung eine wichtige Rolle. Wer tendenziell langsam fährt und nicht allzu kräftig in die Pedale tritt, dessen Tretlager hält länger durch. Außerdem hängt der Verschleiß des Lagers - ähnlich wie bei einem Kugellager- von den äußeren Bedingungen ab. Manchmal verursachen sogar relativ neue Lager Schwierigkeiten. Dies liegt häufig nicht am Verschleiß, sondern an eingedrungenem Wasser, Schmutz oder Mangel an Montagefett.
- Fehlerhafte Montage: Oftmals steckt eine fehlerhafte Montage dahinter - manchmal sogar aber ein ernsthaftes Problem, was schlimme Auswirkungen haben kann.
- Verschleiß: Das Tretlager ist - ähnlich wie das Radlager am Auto - ein klassisches Verschleißteil.
- Äußere Bedingungen: Äußere Bedingungen wie Wasser, Schmutz oder Mangel an Montagefett können zu Schwierigkeiten führen.
Geräusche als Indikator
Wenn an Ihrem Fahrrad „komische“ Geräusche zu hören sind, sollten Sie der Herkunft dieser unbedingt auf den Grund gehen! Ein knackendes Tretlager (auch Innenlager genannt) kommt häufiger mal vor, insbesondere wenn man besonders kräftig antritt oder gerade ein neues Bauteil montiert hat. Ein knackendes Shimano-Tretlager /-Innenlager am Rad kann durchaus mal vorkommen. Speziell wenn Sie mit ordentlich Schwung antreten oder auch gerade ein neues Bauteil montiert haben.
- Ungewöhnlichen Geräuschen am Bike sollten Sie stets auf den Grund gehen.
- Wenn Sie an Ihrem Fahrrad ungewohnte Geräusche hören, sollten Sie diesen unbedingt nachgehen und ganz genau hinhören!
Behebung von Knackgeräuschen
Verwenden Sie bei der Montage des Innenlagers / Tretlagers ausreichend Montagepaste beziehungsweise Lagerfett. Knackgeräusche können auch entstehen, wenn Schraubverbindungen zu fest oder zu lose angezogen werden. Achten Sie unbedingt darauf bei BSA Innenlagern die Lagerschalen mit ca. 40 - 45 Newtonmetern anzuziehen. Fetten Sie bei der Montage auch die Welle der Kurbelgarnitur und schieben Sie diese dann durch das Tretlager. Fetten Sie die Verzahnung des anderen Kurbelarms und stecken Sie diesen dann auf die Welle.
Die Zentralschraube wird dann mit der Hand festgezogen. Nachdem die Kurbel einige Male gedreht wurde, ziehen Sie die Schrauben noch einmal neu fest. Anschließend nun die Befestigungsschrauben immer im Wechsel mit ca. 12 - 15 Newtonmetern (je nach Hersteller) festziehen. Zum Schluss noch genau kontrollieren, ob die Kettenblattschrauben wirklich fest genug angezogen sind und ggf.
Tretlager-Arten
Moderne und hochwertige Innenlager (alter Begriff: Tretlager) halten oft viele Jahre und verrichten klaglos ihre Arbeit. Die Innenlagertechnik ist ein sehr komplexes Thema in der Fahrradtechnologie.
Tretlagermodelle gibt es als gepresste und geschraubte Varianten. Das moderne Fahrrad-Tretlager verfügt oftmals über ein vollgekapseltes Patronenlager, das ein offenes Konuslager ersetzt. Üblich sind verschraubte Außenlager, Vierkant- und Vielzahllager und andere diverse Pressfit-Lagertypen. Die Bezeichnung Innenlager ist daher nicht mehr sehr präzise, da es innen- und außenliegende Typen gibt.
Die wichtigsten Tretlagerarten sind:
- Patronenlager (vollständig gekapselt mit integrierter Kurbelwelle)
- Lager mit Vierkantkonus (mit Titan- und Stahlwellen)
- Vielzahnlager (10- oder 12-eckig, teilweise von außenliegenden Innenlagern abgelöst)
- Außenliegendes Lager, geschraubt (großer Abstand zwischen beiden Lagern für mehr Stabilität)
- Außenliegendes Lager, gepresst (Lager und Gehäuse ohne Gewinde, Pressfit-Ausführungen mit Lager in einer Schale)
Tretlager wechseln
Mit etwas handwerklichem Geschick und Erfahrung ist es möglich, dass du das Tretlager deines Fahrrads selbst wechselst. Gegenüber anderen leichteren Reparaturen ist der Vorgang jedoch etwas komplizierter.
Am einfachsten ist es, das Tretlager bei einem erfahrenen Experten wechseln zu lassen. Wenn du dir die Reparatur selbst zutraust, benötigst du geeignetes Spezialwerkzeug für Tretlager. Auch ist wichtig, aus der Vielzahl der verschiedenen Lagertypen das richtige zu wählen.
Am einfachsten ist es, wenn du das alte Tretlager durch das exakt gleiche ersetzt. Auf dem Tretlager Fahrrad befinden sich die relevanten Angaben und Daten, darunter Codes und Lagergröße. Falls du nicht genau weißt, welches Tretlager du benötigst, erkundige dich bei einem Fachhändler.
Das benötigte Tretlager-Werkzeug
- Inbusschlüssel als Satz
- Schraubendreher
- Gabelschlüssel
- Innenlagerwerkzeug
- Kurbelabzieher
- Kurbelkappenwerkzeug
- Drehmomentschlüssel
- Gummihammer
- Montageständer und Montagefett
Ausbau des alten Tretlagers
Um das Tretlager beim Fahrrad wechseln zu können, beginnst du bei der linken Kurbelseite deines Fahrrads. Du lockerst die Inbusschrauben, entfernst die Kurbelkappe und löst die Sicherheitsplatte. Danach ziehst du die linke Kurbel ab und entfernst die rechte Kurbel. Meistens ist das mit dem Gummihammer nötig, da diese relativ fest im Lager sitzt.
Jetzt entfernst du die Lagerschalen. Dafür kannst du das passende Tretlager Werkzeug verwenden. Es empfiehlt sich immer, Spezialwerkzeug zu verwenden, so Abzieher oder Kurbelkappenwerkzeug. Dadurch vermeidest du eventuelle Beschädigungen. Beim Presslager ist die Bündigkeit wichtig, damit es nahtlos funktioniert.
Der Anzugsmoment für die geschraubte Variante liegt bei etwa 40 bis 45 Nm. Schiebe zunächst die rechte Kurbel ins Gehäuse, danach die linke auf die Kurbelachse. Mit dem Kurbelkappenwerkzeug ziehst du die Kurbelkappe an, maximal 1,5 Nm. Anschließend drückst du die Sicherungsplättchen ein und ziehst die Inbusschrauben an. Als Test für die Funktionsweise des neuen Lagers drehst du die Kurbel, die sich locker und ohne Widerstand bewegen sollte.
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