Mountainbike-Rahmen bieten immer seltener Platz für einen Flaschenhalter mit Trinkflasche.
Das Fidlock-System
Die Firma Fidlock aus Hannover ist Hersteller von magnetischen Verschlüssen.
Funktionsweise
Der Vorteil dieses Systems an einer Fahrradflasche ist, dass kein klassischer Flaschenhalter, bei dem die Flasche von oben nach unten eingeführt wird, benötigt wird. Stattdessen wird die Flasche nach dem Prinzip “Twist & Snap” am Fahrradrahmen angebracht bzw. abgenommen. Dazu wird lediglich ein magnetisches Modul (die “Base”) am Rahmen befestigt, in das die Flasche einrastet. Um die Flasche von der Base zu trennen, wird sie einfach mit einer Drehbewegung aus dem Modul genommen.
Vorteile des Systems
Die Vorteile der magnetischen Halterung liegen auf der Hand: Die Flaschen können auch in engen und kleinen Rahmen verwendet werden. Außerdem wird kein optisch umstrittener Flaschenhalter benötigt und es steht mehr Platz im Fahrradrahmen zur Verfügung, was beim Transport am Fahrradträger praktisch sein kann.
Nachteile des Systems
Auf der anderen Seite ist man bei Fidlock an ein proprietäres System gebunden, dass den einfachen Wechsel zu einer Flasche außerhalb des Fidlock-Universums unmöglich macht. Immerhin sind Ersatzflaschen und Ersatzdeckel einzeln erhältlich.
Fidlock Twist 590
Solltest du dich für Fidlock entscheiden, hast du die Wahl zwischen Flaschen von 450 ml bis 600 ml. Meine Entscheidung fiel auf die Fidlock Twist mit 590 ml Volumen, das ist mir für eine Feierabendrunde ausreichend, sodass ich auf eine Trinkblase oder zweite Flasche verzichten kann.
Die magnetische Fahrradflasche im Detail
Die “Fidlock Twist bottle 590 + Bike Base” wird mit einer knappen Beschreibung geliefert.
Technische Daten
- Volumen: 590 ml
- Material: BPA-freies Polyethylen
- Besfestigung am Rahmen: BCM 64 Aufnahme (bike base)
- Leiferumfang: Magnetischer Fahrradflaschenhalter mit Flasche und Befestigungsschrauben für BCM 64 Aufnahme
- Spülmaschinengeeignet: Ja
Da ich nach dem Wechsel vom Canyon Spectral auf das Trek Remedy zu wenig Platz im Rahmen hatte, um mein altes Flaschensystem zu verwenden, hat das Twist & Snap System von Fidlock mein Interesse geweckt.
Neben der praktischen Halterung finde ich auch die Verschlusskappe der Flasche äußerst nützlich, verhindert sie doch dass Dreck an das Mundstück kommt. Ein Feature, dass es aktuell nur bei der Flasche mit 590 ml Inhalt gibt. Das Mundstück ist auslaufsicher und ermöglicht ausreichend viel Durchfluss auch bei großem Durst.
Ein Nachteil des Fidlock-Universums ist, dass es die Flaschen nur aus Kunststoff gibt. Das verwendete Material ist BPA-freies Polyethylen, das keine Weichmacher enthält. Auch auf umstrittene Ersatzstoffe für Weichmacher wie Bisphenol S oder Bisphenol F wird bei Fidlock verzichtet.
Berichtet wird allerdings an einigen Stellen über einen üblen Geruch der Flasche im Auslieferungszustand. Das kann ich bestätigen.
Auf Nachfrage versichert Fidlock, dass sie sämtliche Prüfungen zur Geruchs- und Geschmacksneutralität bestehen, es aber trotzdem sein kann, dass neue Flaschen riechen. Bedenkliche Materialien wie Phtalate oder PVC, die Gerüche verursachen können, werden nicht verwendet.
Zum Glück ist die Fidlock Flasche Spülmaschinengeeignet, was nicht nur nach dem Fahren Zeit spart, sondern vor der ersten Verwendung den Geruch nachhaltig beseitigt.
Die Fidlock Twist 590 im Praxis-Test
Die Fidlock Base ist schnell montiert. Dazu sollten aber die mitgelieferten Schrauben verwendet werden, da diese flach genug sind, um nicht über die Metallplatte der Bike Base hinauszustehen. Was negativ auffällt: an der Base ist ein Aufkleber angebracht, der sich nicht auf Anhieb rückstandslos entfernen lässt.
Nach der Montage der Base kann es auch schon losgehen.
Das Entfernen der Flasche von der Base während der Fahrt ist ein Kinderspiel, eine leichte Drehung nach rechts und die Flasche ist gelöst. Hier hilft auch die Ergonomie, welche die Flasche etwas komisch aussehen lässt, sie aber sehr griffig macht.
Die Flasche selbst ist recht weich, sodass viel Flüssigkeit auf einmal getrunken werden kann. Die Härte des Materials der Flasche war in der Vergangenheit ein häufiger Kritikpunkt, hier hat Fidlock aber nachgebessert.
Die Schutzkappe mit einer Hand während der Fahrt zu öffnen ist allerdings etwas gewöhnungsbedürftig. Genauso wie das Anbringen der Flasche an der Base, weil ich mich erst daran gewöhnen muss, wo die Magnete sind, die die Flasche an die Base ziehen. Mit häufigerer Nutzung wird dieser Handgriff immer mehr zur Routine.
Die Frage aller Fragen ist aber: hält die Flasche auf ruppigen Trails an der Base? Die klare Antwort ist: ja! Egal ob Wurzelteppich oder Treppen, die Fidlock Twist hält bombenfest und kann wirklich nur durch Drehen vom Rahmen gelöst werden.
Frühere Berichte, dass Flaschen von Fidlock sich auf dem Trail verabschiedet haben lagen vor allem daran, dass sich die Halterung, die die Flasche mit der Base verbunden hat, von der Flasche gelöst hat. Auch hier hat Fidlock mittlerweile nachgebessert, sodass fliegende Flaschen der Vergangenheit angehören sollten.
Als Vorgänger der Fidlock Flasche hatte ich eine Edelstahlflasche von Sigg. Diese ist nicht nur mit der Zeit durch den Flaschenhalter stark verkratzt worden, sondern hat auch auf dem Trail ganz schön geklappert. Das gehört nun ebenfalls der Vergangenheit an und ich kann geräuschlos über die Trails jagen.
Weitere Fidlock Produkte
Seit dem ersten Test der Fidlock Twist hat sich einiges getan. Fidlock hat diverse neue Produkte an den Biker gebracht.
2020 folgte ein neuer Verschluss und im darauf folgenden Jahr gab es dann auch endlich größere Flaschen.
Einfaches Squeezen dank weichem Material und ultra-sicherer Halt dank Belt-Only Technologie bestehend aus einem flexiblen und widerstandsfähigen Gürtel, welcher an einem speziellem Connector verschraubt wird. Vieles macht Fidlock anders.
TWIST hat die Fahrradflasche aus ihrem Käfig befreit! Indem die großen und altmodischen Flaschenhalter mit FIDLOCK’s bewährtem Konzept, das den Spaß und die Kraft der Magnete mit einer sicheren mechanischen Rastung verbindet, ersetzt wurden, hat FIDLOCK die Art wie wir auf unseren Rädern performen können, neu erfunden.
Die neue Belt-Only Technologie besteht aus einem flexiblen und widerstandsfähigen Gürtel, welcher an einem speziellem Connector verschraubt wird. First things first! Passt die große Flasche in den Rahmen? Es klappert nichts und dank des neuen Belt’s.
Im Vergleich zum Vorgängermodell ist eine der größten Pluspunkte der Trinkschutz. Zu oft hatte man die Probleme, dass das Mundstück Dreck und Staub förmlich magisch anzieht. Laut Fidlock wurde zudem der Wasserdurchlass am Mundstück verbessert.
Seit 2017 bin ich mit den Fidlock Twist Flaschen unterwegs. Bei den ersten Modellen gab dann nach 3 Jahren Nutzung Probleme mit dem Gravity Kit. Dies ist jetzt defintiv passé, denn das neue Belt System hält die Flasche sicherer als zuvor.
Mittlerweile hat das Fidlock System den Weg an jedes meiner Räder geschafft und ich möchte das System nicht mehr missen.
Wer schon mit dem Fidlock System unterwegs und vertraut ist, der findet in den bekannten Shops auch die möglichkeit die Flaschen ohne die Baseplate nachzukaufen.
Fidlock Fidguard Trinkflasche
Mit den neuen Fidguard Bottles sollen Trinkflaschen hygienisch frisch bleiben und weder stinken noch ungesunden Nährboden für Keime entwickeln.
Die neue Technologie dahinter verhindert, dass sich durch Restfeuchtigkeit in der Flasche Bakterien ansiedeln.
Dabei soll laut Fidlock das medizinisch erprobte Verfahren rein physikalisch wirken, und es wurde auf die Beimischung chemischer Substanzen verzichtet und so auch auf eine spezielle Beschichtung der Flasche. So werden demnach beim Trinken auch keinerlei bioaktive Substanzen, wie Silberionen, freigesetzt.
Fidlock Fidguard Trinkflasche im Praxistest
Wir hatten die große Ausführung der Fidlock Fidguard Trinkflasche im Test mit 750 Millilitern Fassungsvermögen. Von der Größe also bei manchen MTB-Rahmen schon grenzwertig. Die 600-ml-Variante ist etwas kürzer, passt aber vom Umfang ebenso in einen normalen Flaschenhalter am Rahmen.
Als erstes fiel auf, dass die Trinkflasche kaum nach Plastik roch, was schon mal angenehm ist und Sorgen wegen irgendwelcher Zusatzstoffe zerstreute. Die Flasche ist zugleich recht stabil, aber lässt sich auch mit müden Händen gut komprimieren, um zu trinken.
Das Mundstück ist verhältnismäßig groß aber flach, und es lässt sich sehr gut während der Fahrt mit den Zähnen herausziehen. Die Membran darin verschließt gut, sodass es nicht nachtröpfelt oder bei der Fahrt auf den Rahmen suppt.
Zur Sicherheit sei erwähnt, dass die Fidlock Trinkfalsche damit nicht transportfähig in einer Tasche ist. Dazu muss das Mundstück hineingedrückt werden. Dann ist sie aber 100 % dicht.
Zum Reinigen kann die ganze Fahrradflasche laut Fidlock bis 50 Grad in die Spülmaschine gesteckt werden. Das Mundstück lässt sich dafür auf dem Deckel ziehen, so kann auch da mal feucht durchgewischt werden.
Wie bei allen Trinkflaschen aus Kunststoff empfehlen wir, dem Inneren nicht mit Bürsten zu Leibe zu rücken.
Wir haben die Fidlock Fidguard Trinkflasche während des Test mit Außentemperaturen von meist über 20 Grad wechselnd mit Wasser, isotonischen Getränken und einer Buffer-Lösung auf Milchbasis gefüllt - vor allem Letztere ein ganz wunderbarer Nährboden für Müffelbakterien.
Testergebnisse
- Wasser: keine Geruchsveränderung auch nach mehrtägigem Stehenlassen und täglichem Gebrauch ohne Ausspülen.
- Iso-Drink: Nach dem Ausspülen hat die Flasche kaum den Geruch des Getränks angenommen - anders als einige unserer Alltags-Flaschen.
- Buffer-Lösung: Hier entstand nach dem bewussten Stehenlassen zwar ein unguter Geruch. Aber nach dem Ausspülen mit warmem Wasser, war dieser verschwunden.
Details zur Fidlock Fidguard Fahrradflasche
- 750 oder 600 Milliliter Fassungsvermögen
- Material: PE (Antibakteriell, BPA-frei, lebensmittelecht), PP (Antibakteriell), TPE (Antibakteriell), Silikon, BPA-freies Polyethylen (PE)
- Schneller Durchfluss dank selbstschließender Membran für Tropffreiheit
- Spülmaschinentauglich bis 50 °C
Fidlock Fidguard Twist Bottle 590: antibakteriell und magnetisch
Von technischer Seite ist die kleine Fidlock Twist Bottle 590 identisch mit der zuvor beschriebenen. Sie hat ebenso eine antibakterielle Wirkung und ein funktionelles, angenehmes Mundstück.
Die Twist Bottle setzt allerdings bei der Befestigung am Rad auf das von Fidlock angebotene magnetische Halterungssystem - genannt Twist Base. Das spart zwar ein wenig Gewicht, wenn man nur den Teil des Systems am Rahmen betrachtet. Die Base wiegt laut Fidlock nur 16 Gramm.
Die Flasche muss aber das Gegenstück montiert haben, was noch mal ein paar Gramm wiegt - aber vor allem den kleinen Nachteil hat, dass die Trinkflasche weniger Volumen fasst. Durch die Einwölbung mit einigen Vertiefungen im Inneren der Fidlock Trinkflasche wird auch das Reinigen etwas erschwert. Man kann sie nicht einfach mit einem Tuch auswischen - eine solche Reinigung empfiehlt sich trotz der antibakteriellen Wirkung der Flasche.
Wer den magnetischen Twist-Verschluss nicht kennt: Zwei starke Magnete und ein drehbarer Verschluss halten die Trinkflasche sagenhaft fest. Kein Wackeln, kein Gefummel während der Fahrt, um die Pulle in einen Flaschenkäfig zu zwängen. Und selbst mit Dreck funktioniert das noch sehr zuverlässig.
Quell Nomad Filterflasche
Einen Schritt oder viele Kilometer weiter geht die Quell Nomad Filterflasche. Während man mit herkömmlichen Trinkflaschen doch immer auf einen Wasserhahn mit Trinkwasser angewiesen ist, hat die Quell Trinkflaschen einen eingebauten Wasserfilter. Sie pass dennoch in die meisten Flaschenhalter am Bike, sie ist dabei in etwa genauso lang wie die 750-ml-Flasche von Fidlock oben.
Der Filter muss zu Beginn nach Herstellerangaben zwei mal mit einem kompletten Flascheninhalt durchgespült werden und ist dann einsatzbereit für “optisch klare Gewässer”. Das heißt jeder Bergbach, wohl die meisten deutschen Badeseen können nun einfach zum Nachfüllen der Nomad Flasche herhalten!
Wir fanden die Vorstellung faszinierend und haben es an folgenden Gewässern ausprobiert:
- Rote Traun, Inzell
- Kaltwasserlaine, Ohlstadt
- Walchensee, Urfeld
- Isar, München Innenstadt
Quell Nomad Filter-Trinkflasche im Praxistest
Nach keiner der “Wasserproben” - wir haben tatsächlich die kompletten 700 ml der Quell Nomad Flasche ausgetrunken - gab es Unstimmigkeiten mit dem Verdauungstrakt. Das Wasser schmeckt neutral, empfindliche Zungen mögen ein wenig Kunststoff-Aroma verspüren. Selbst beim Test, bei dem wir Zimt ins Wasser gaben, holte der Filter alles raus und das gefilterte Wasser schmeckte wieder neutral.
Das Mundstück, aber vor allem der Filter sind allerdings nicht so durchlässig, wie man es von Trinkflaschen ohne Filter gewohnt ist. Man muss bei der Quell Nomad Trinkflasche ordentlich quetschen, um das Wasser durch beides zu drücken. Dabei ist der Kunststoff der Quell Filterflasche recht fest und erschwert den Vorgang zusätzlich.
Praktisch ist dagegen die Schutzkappe der Trinkflasche, die auch als kleiner Becher genutzt werden kann. Auch das Mundstück lässt sich sehr leicht mit den Zähnen herausziehen.
Die Quell Nomad Filter-Trinkflasche soll Hersteller u. a. Bakterien, Viren, Parasiten, Mikroplastik, Chlor und Schwermetalle aus dem Wasser ziehen. Daher macht es Sinn, dass der Filter regelmäßig ausgetauscht wird: entweder nach 200 Litern (ca. 300 Mal füllen) oder nach 2 bis 3 Monaten.
Nur Meerwasser kann die Trinkflasche nicht entsalzen - da muss dann doch der lustige Mann mit den süßen Limos vorbeikommen.
Details zur Quell Nomad Trinkflasche mit Filter
- Flaschenvolumen 700 ml
- Flaschenhalter-kompatible Größe (23 x 7,5 cm)
- Spülmaschinenfest (außer Filtereinsatz)
- Hergestellt aus BPA-freiem Lebensmittelmaterial
- 100 % recyclebar (außer Filtereinsatz)
- Filtert u. a. Bakterien, Mikroplastik, Viren, Parasiten, Spurenelemente von Arzneimitteln, Chlor und Schwermetalle (Blei, Kupfer, Eisen)
- Meerwasser kann nicht gefiltert werden
- Filtereinsatz nach ca. 300 Füllungen (ungefähr 200 Liter) oder 2-3 Monate austauschen
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