Die Faszination für extrem leichte Fahrräder ist ungebrochen. Das betörende Gefühl, mit einem federleichten Untersatz die Berge zu erklimmen, als hätte man plötzlich Flügel bekommen, ist viel zu verlockend, als dass man darauf einfach so verzichten könnte. Jedes Gramm Gewichtseinsparung macht ein Rad explosiver im Antritt und spielerischer im Handling - Leichtbau birgt Suchtpotenzial, vor allem für Radlerinnen und Radler, deren Leidenschaft die Berge sind.
Klapp- und Falträder unter der Lupe
Klein, handlich und in Zugabteil, Wohnmobil oder Kofferraum dabei: Falt- bzw. Klappräder gelten als praktisches Fortbewegungsmittel und in Verbindung mit dem ÖPNV als umweltfreundlichste Methode, um von A nach B zu kommen. Doch wie sicher sind diese Räder? Im ADAC Test zeigten acht falt- bzw. klappbare Fahrräder sehr unterschiedliche Charakteristiken. Falträder werden an mehreren Punkten gefaltet, um ein kompaktes Packmaß zu erreichen, Klappräder dagegen einmal in der Mitte des Rahmens zusammengeklappt.
Testergebnisse und Empfehlungen
Im Test wurde schnell offenbar, wer in diesem Fahrradsegment bereits auf langjährige Erfahrung zurückblicken kann. Das Konzept von Brompton ist beim getesteten Modell G Line durchdacht bis ins Detail und setzte sich auch gegenüber (fast) allen Konkurrenten im Vergleich durch. Mit einer soliden 2,3 im Gesamtergebnis kann sich das Fahrrad an die Spitze im Vergleichsfeld setzen. Dahinter folgen drei weitere Modelle von Riese & Müller (2,4), Coast-Bikes und Dahon (jeweils 2,5) mit der Note "gut".
Allerdings sind die Beförderungsbedingungen je nach Verkehrsträger und Region sehr unterschiedlich geregelt, daher ist immer der Einzelfall entscheidend. Der ADAC empfiehlt, die Mitnahme von Klapp- und Falträdern bundesweit einheitlich und transparent zu regeln und ohne Zusatzkosten zu ermöglichen, um ihren Transport für Pendlerinnen und Pendler zu erleichtern.
ADAC Tipps und Empfehlungen:
- Die Haltbarkeit der Falt- und Klappräder muss den geltenden Anforderungen standhalten. Rahmen dürfen nicht brechen.
- Die Bremsen müssen auch bei nassen Verhältnissen ihre Leistung bringen. Hier sollte mindestens das vorgeschriebene Verhältnis erreicht werden.
- Bedienungsanleitungen zum Falten bzw. Klappen der Räder müssen im Lieferumfang enthalten sein.
- Zudem sollte ein Typenschild mit der Herstelleradresse und notwendigen Angaben wie zul. Gesamtgewicht am Rahmen vorhanden sein.
- Das zulässige Gesamtgewicht sollte ausreichend bemessen sein.
- Alle Bikes sollten serienmäßig mit einer Lichtanlage und Reflektoren ausgestattet sein.
- Lichtanlagen müssen der StVZO entsprechen und dürfen vor allem nicht blenden.
Tabelle: Test Klapp- und Falträder - Die Ergebnisse
| Hersteller/Modell | Preis in Euro | ADAC Urteil | Fahren | Handhabung | Sicherheit und Haltbarkeit | Schadstoffe in Griffen und Sattel |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Brompton G Line | 2969 | 2,3 | 2,3 | 2,4 | 2,1 | 1,0 |
| Riese & Müller Birdy touring | 1289 | 2,4 | 2,2 | 2,8 | 1,8 | 1,0 |
| Coast Bikes Hightide No. | 535 | 2,5 | 2,4 | 2,6 | 2,4 | 1,0 |
Leichte Rennräder: Ein Überblick
Niemand braucht ein Rennrad, das weniger als 6,8 Kilogramm wiegt. Dieses Gewicht markiert nach dem technischen Reglement des Weltradsportverbands UCI die Untergrenze für Rennräder, die in Wettkämpfen eingesetzt werden dürfen. Leichter dürfen auch die Maschinen der Profis nicht sein, wenn sie die steilsten Berge der Tour de France hinaufkurbeln.
Das Streben nach Leichtigkeit
Dass das Streben nach leichterem Material schon immer eine maßgebliche Triebfeder für die Rennradentwicklung ist, zeigt ein Blick in die Historie. Seit es Rennräder gibt, versuchen die Hersteller, ihren Konstruktionen mit teils aberwitzig anmutendem Aufwand Gramm für Gramm abzutrotzen. Einen vorläufigen Höhepunkt erreichte die Leichtbau-Ära vor etwa zehn Jahren, als die leichte Felgenbremse noch Standard und die Carbonverarbeitung bereits weit fortgeschritten war.
Aktuelle Herausforderungen und Trends
Mit der heute obligatorischen Scheibenbremse rücken Gewichte von weniger als sechs Kilogramm allerdings in weite Ferne. Verstärkte Rahmen und Gabeln und schwerere Komponenten katapultierten die Gewichte nach oben, hinzu kommen die Trends zu integrierten Leitungen, breiteren Reifen und aerodynamischeren Rahmenformen. Die Hersteller versuchen, dieser Entwicklung mit exzessivem Einsatz von Carbon zu begegnen.
Beispiele für leichte Rennräder
Mehrere Neuerscheinungen namhafter Hersteller im Jahr 2023 zeigen, dass es auch heute noch eine Klientel für mehr oder weniger kompromisslos leichte Rennräder gibt. Bianchi legte sein Leichtbaumodell Specialissima neu auf, Canyon überarbeitete das Ultimate und bringt eine gewichtsoptimierte CFR-Variante. Die britisch-taiwanische Marke Factor nutzte die große Bühne der Tour de France, um ihr neues Bergrad O2 VAM zu präsentieren.
Cube Litening Air SLX
Wie ein klassisches Leichtbau-Modell sieht das Cube Litening Air mit seinem aerodynamisch geformten Sitzrohr zwar nicht aus, doch der Rahmen knackt locker die 900-Gramm-Marke, die Gabel liegt bei 370 Gramm, damit kann es das Cube mit vielen Leichtbau-Modellen klangvoller Marken aufnehmen. Grund eins für die Nennung hier ist das Komplettradgewicht von nur 6,6 Kilogramm, das für die Top-Version SLT mit Dura-Ace-Gruppe kommuniziert wird.
Orbea Orca
Mit der jüngst vorgestellten Orca-Generation will auch Orbea im Wettbewerb um die leichtesten Rennräder mitmischen. Bis wir ein Modell ins TOUR-Testlabor bekommen, müssen wir uns noch mit den Herstellerversprechen begnügen: Unter 750 Gramm soll der Rahmen der hochwertigen OMX-Reihe wiegen, aufgebaut soll ein Komplettgewicht von 6,7 Kilogramm möglich sein.
Scott Addict RC Ultimate
Den Klassiker Addict RC gibt es für Leichtbau-Fans gleich in zwei spannenden Varianten. Bereits das RC Pro kann mit einem Rahmen-Set-Gewicht von 1.300 Gramm aufwarten (Rahmen: 900 Gramm in Größe 56). Mit einer erlesenen Serienausstattung mit Shimanos Dura-Ace-Schaltung und Zipp 303-Laufrädern ist die Sieben-Kilo-Marke in Reichweite.
Specialized S-Works Aethos
Ziemlich unangefochten seit seiner Vorstellung 2020 gebührt dem Specialized S-Works Aethos der Pokal für das leichteste Serienrad - zumindest seit Rennräder (schwerere) Scheiben- statt Felgenbremsen haben. Der puristisch designte Rahmen schaffte auf der TOUR-Waage in Größe 56 spektakuläre 618 Gramm, die Gabel wiegt weniger als 300 Gramm.
Verwandte Beiträge:
- Die besten Trekkingräder unter 1100 Euro: Vielseitigkeit für Alltag & Tour im ultimativen Test!
- Triumph Mountainbike Test & Kaufberatung: Modelle, Preise & Erfahrungen
- Decathlon Mountainbike 26 Zoll: Test & Kaufberatung
- Ist Fahrradfahren Sport? Kalorienverbrauch & gesundheitliche Aspekte
- Kinderfeets Laufrad Anleitung: Der Ultimative Ratgeber Für Sicheres und Spaßiges Fahren
- Unfassbare Kosten für den Motorradführerschein in Deutschland – So viel musst du wirklich zahlen!
Kommentar schreiben