Fahrradversicherung Test Vergleich: So finden Sie den besten Schutz

Eine gute Fahrradversicherung kann im Ernstfall bares Geld sparen. Im Jahr 2024 wurden in Deutschland über 245.000 Fahrraddiebstähle gemeldet. Eine passende Versicherung kann vor den finanziellen Folgen schützen. Die Stiftung Warentest hat in ihrer Ausgabe (06/2025) daher 119 Tarife von 45 Anbietern untersucht und gibt Empfehlungen für verschiedene Bedürfnisse.

Brauche ich eine Fahrradversicherung?

Die Antwort auf diese Frage kann unterschiedlich ausfallen - je nachdem, ob Sie Gelegenheitsradler oder Vielfahrerin sind oder ein besonders teures Rad fahren. Brauche ich wirklich eine spezielle Fahrradversicherung? Reicht nicht auch die Hausratpolice?

Es gibt verschiedene Szenarien, in denen Dein Rad in der Hausratversicherung nicht mehr ausreichend abgesichert ist und sich eine Fahrradversicherung lohnt. Eine Fahrradversicherung bietet umfassenden Schutz, den nicht jeder benötigt. Ist Dein Rad sehr günstig oder steht stets drinnen, reicht unter Umständen schon der Schutz über die Hausratversicherung.

Eine separate Fahrradversicherung ist sinnvoll, wenn Du keine Hausratversicherung hast, Dir der Schutz der Hausratversicherung nicht ausreicht oder der Versicherungsbeitrag dann zu teuer wird. Da die Leistungen der verschiedenen Fahrradversicherungs-Tarife sehr unterschiedlich sind, solltest Du vor einem Vertragsabschluss verschiedene Tarife miteinander vergleichen. In unserer Tabelle findest Du leistungsstarke Tarife für Dein Fahrrad. Die Anbietertabelle mit Empfehlungen für E-Bikes findest Du im Ratgeber zur E-Bike-Versicherung.

Hausratversicherung oder eigenständige Fahrradversicherung?

Wir erklären, welche Vor- und Nachteile mit dem Schutz des Rades in der Hausratversicherung verbunden sind.

  • Hausratversicherung: Deckt Fahrraddiebstahl nur ab, wenn das Rad in verschlossenen Räumen gestohlen wird. Ein zusätzlicher Schutz für Diebstahl außerhalb kann hinzugebucht werden.
  • Spezielle Fahrradversicherung: Bietet umfassenden Schutz, einschließlich Diebstahl, Vandalismus und Unfällen. Einige Tarife verzichten auf komplizierte Sicherheitsauflagen.
  • Kaskoversicherung: Ideal für hochwertige Räder ab 3.000 Euro oder bei intensiver Nutzung.

Diebstahlrisiko und Kosten

Das Diebstahlrisiko ist von Region zu Region verschieden. Am häufigsten werden Fahrräder in Großstädten wie Berlin oder Studentenstädten wie Münster, Göttingen oder Freiburg gestohlen. Wer in einem Stadtstaat oder einer Studentenstadt lebt, hat das größte Risiko, Opfer eines Fahrraddiebstahls zu werden. In Mittel- und Süddeutschland schlagen Fahrraddiebe im Schnitt seltener zu.

Eine Fahrradversicherung mit Diebstahlschutz muss nicht teuer sein. Einige Tarife sind sogar für teure Fahrräder in Hochrisikogebieten sehr günstig, zum Beispiel für ein 1 500-Euro in Göttingen oder ein 6 000-Euro-Rad in Bremen.

Unser neuer Online-Rechner zeigt Ihnen, ob sich eine Fahrradversicherung (Diebstahlschutz) für Sie lohnt. Wichtig: Der Umkehrschluss gilt nicht. Nur weil eine Versicherung teurer ist als der Erwartungswert, heißt das noch nicht, dass sie sich nicht lohnt!

Stiftung Warentest Empfehlungen

Die Stiftung Warentest hat verschiedene Tarife getestet und empfiehlt unter anderem die folgenden Tarife:

  • Signal Iduna - Fahrrad-Diebstahl (Paket S): Bietet in Städten mit hohem Risiko wie Berlin und Göttingen einen günstigen Schutz. Für ein 1.500 Euro teures Trekkingrad kostet die Police jährlich etwa 32 Euro.
  • Huk24 - Diebstahl-Schutz: In Remscheid kostet der Tarif für das gleiche Modell 25 Euro jährlich. In Städten mit höherer Diebstahlrate wie Berlin steigt der Preis jedoch auf 101 Euro.
  • Barmenia - Diebstahl-Schutz+Kasko-Schutz: Bietet umfassenden Schutz, einschließlich Akkuschutz und Schutzbriefleistungen.

Worauf Sie achten sollten

Bei den Policen gibt es aber große Unterschiede, unter anderem spielt der Wohnort eine Rolle. In Göttingen und Berlin wird viel geklaut, da ist also das Risiko sehr hoch, dass das Rad irgendwann gestohlen wird.

Wer ein einfaches Rad hat und nur ab und an damit radelt, kommt mit einer normalen Hausratversicherung oft günstiger weg, sofern der Radbesitzer eine solche schon abgeschlossen hat. Allerdings nur, wenn ein Einbruch stattgefunden hat und das Rad aus dem Keller, der Wohnung oder dem Fahrradschuppen gestohlen wurde. Außerdem ersetzen die Versicherer meist nur eine konkret vereinbarte Summe, also zum Beispiel 1.000 Euro, egal ob das Fahrrad teurer war oder nicht.

Wer ein teures Rad sein Eigen nennt, sollte es über eine separate Fahrradversicherung absichern. Wichtig dabei: Achten Sie darauf, dass der Neuwert des Rades ersetzt wird, nicht der Zeitwert. Denn der sinkt wie einem Auto über die Jahre stetig. Auch müssen die Bedingungen, unter denen das Rad angeschlossen ist, möglichst unkompliziert sein. Wenn der Versicherer das Schloss vorschreiben will oder dass es an einem Gegenstand angeschlossen statt einfach nur abgeschlossen ist, sollten Sie einen anderen Anbieter in Betracht ziehen.

Liebhaber von Luxusrädern ab 3.000 Euro können von einer Kaskoversicherung profitieren. Die sichert oft auch einen Unfall, alle Verschleißteile, Vandalismus oder Elektronikschäden am Akku ab. Aber Achtung: Akkus sind häufig nur versichert, wenn sie noch neu sind, in der Regel fünf Jahre alt.

Einige Anbieter im Test punkten mit Extra-Leistungen wie einer Pannenhilfe, Kostenübernahme für ein Leihrad oder erstatten sogar Zugtickets oder Hotelkosten, wenn das Rad unterwegs den Geist aufgibt.

Überlege, wie Du Dein Rad nutzt, ob Du es häufig draußen abstellst oder mit Zubehör unterwegs bist. Außerdem wichtig: wie viel ist Dein Rad wert?

Wenn Dir der Schutz über die Hausratversicherung nicht reicht, überlege Dir, welche Leistungen Dir bei einer Fahrradversicherung wichtig sind.

Mindestkriterien für eine Fahrradversicherung

Entscheidest Du Dich für eine separate Fahrradversicherung, achte auf folgende Mindestkriterien. Sie sollten erfüllt sein, damit Dein Rad sinnvoll geschützt ist. Alle Tarife in unserer Tabelle erfüllen diese Kriterien und bieten damit sehr gute Leistungen:

  • Diebstahl ohne sogenannte Nachtzeitklausel: Damit die Versicherung zahlt, muss das Fahrrad nachts nicht eingeschlossen werden.
  • Der Diebstahl von Radbestandteilen, dazu gehört bei E-Bikes auch der Akku, sollte mit abgesichert sein. Ebenso loses Zubehör, wie zum Beispiel der Kindersitz.
  • Beim Schutz gegen Diebstahl solltest Du auch darauf achten, dass Gepäck bis mindestens 1.000 Euro pro Versicherungsfall versichert ist - also pro Diebstahl. Die einzelnen Teile sollten jeweils bis zu 300 Euro versichert sein.
  • Grobe Fahrlässigkeit und unsachgemäße Handhabung: Dein Rad sollte auch für den Fall abgesichert sein, wenn Du nicht sorgsam genug mit ihm umgehst oder zum Beispiel mit Kopfhörern und lauter Musik einen Unfall baust. Geht Dein Rad kaputt und Du bist schuld daran, springt eine gute Versicherung ein.
  • Versicherungssumme: Bei einem Totalschaden solltest Du eine sogenannte Neuwertentschädigung bekommen. Dir wird dann die Summe erstattet, die das Fahrrad neu gekostet hat. Ist Dein Fahrrad älter als drei Jahre, sind geringere Entschädigungssummen üblich.
  • Versicherte Schäden: Neben Diebstahl sollten auch Vandalismus und Schäden durch Elementarereignisse wie Hagel, Sturm und Feuer sowie durch einen Unfall abgesichert sein.
  • Verschleiß: Betrifft vor allem den Akku bei E-Bikes. Diese sollten bis zu drei Jahren versichert sein.
  • Mindestlaufzeit: Der Vertrag sollte ein bis drei Jahre laufen.
  • Selbstbeteiligung: Auf eine Selbstbeteiligung solltest Du verzichten oder sie sollte maximal 50 Euro betragen.

Alle Versicherer unterscheiden bei ihren Tarifen zwischen normalen Fahrrädern und E-Bikes. Bei E-Bikes musst Du darauf achten, wie die Absicherung des Akkus in den jeweiligen Tarifen geregelt ist. Wichtig ist das vor allem für den Bereich Diebstahl von Komponenten/Zubehör und Verschleiß.

Fahrradversicherung für E-Bikes

E-Bikes erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Fast eine Million Pedelecs fahren inzwischen auf Deutschlands Straßen. Ein E-Bike für 1.500 Euro ist noch vergleichsweise preiswert. Dementsprechend macht eine gute E-Bike Versicherung schon Sinn.

Der wesentliche Unterschied zwischen einer Fahrrad- und einer E-Bikeversicherung liegt in der Erstattung des Akkus bei Diebstahl oder Beschädigung.

E-Bike Versicherung: Diese Möglichkeiten gibt es

Besitzer eines E-Bikes haben drei Möglichkeiten, ihr Pedelec zu versichern:

  1. Einschluss in die Hausratversicherung
  2. Spezielle E-Bike Versicherung (Diebstahl, Beschädigung, Verschleiß, Schutzbrief) abschließen
  3. E-Bike Diebstahlversicherung

Was kostet eine E-Bike Versicherung?

Die Kosten der E-Bike-Versicherung richten sich nach dem Wert des E-Bikes und den Leistungen beziehungsweise dem Versicherungsumfang. Günstige E-Bike-Versicherungen starten bei unter 5 Euro pro Monat.

Der Beitrag für ein 2.500 Euro teures E-Bike liegt bei rund 60-70 Euro im Jahr.

Worauf sollte man bei den Leistungen achten?

  • Diebstahlschutz: Ist der Diebstahlschutz im Grundpaket enthalten?
  • Unfallversicherung: Werden Schäden durch Stürze oder Kollisionen abgedeckt?
  • Verschleiß: Werden Kosten für Verschleißteile wie Bremsen, Reifen und Akkus übernommen?
  • Schutzbrief: Bietet die Versicherung Pannenhilfe und Rücktransport des Rads?

Lastenradversicherung

Es gibt keine speziellen Lastenradversicherungen. Die Räder können mit den gleichen Tarifen versichert werden wie andere Fahrräder. Dabei unterscheiden Versicherer zwischen Lastenrädern mit oder ohne Elektroantrieb. Da ein Lastenrad meist mehr kostet als ein Citybike und auch häufiger draußen steht, ist eine Fahrradversicherung oft sinnvoll.

Kostenübersicht

Die Beiträge in der Tabelle zeigen noch einmal, dass ein Vergleich wichtig ist, da die Versicherungen die Räder und Wohnorte sehr unterschiedlich bepreisen. Dadurch können auch unsere Empfehlungen, die im Schnitt günstiger waren, für ein bestimmtes Fahrrad an einem bestimmten Ort teurer sein als eine andere Versicherung.

Versicherung Rad 1.200 €, Berlin Rad 1.200 €, Baden-Baden Lastenrad 3.000 €, Leipzig Gebrauchtrad 2.800 €, Münster
P & P Sofortschutz Plus 60 € 60 € 70 € 70 €
Ammerländer Classic 88 € 63 € 161 € 123 €
Huk24 Diebstahl, Reparatur & Verschleiß 107 € 45 € 215 € 202 €
GVO Top Vit Plus 103 € 103 € 140 € 140 €

Alle Zahlen gerundet

Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: Mai/Juni 2025)

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