Ohne spezielle Erwartungen nahmen wir im Testkeller das Victoria Trekking 5.8 in Empfang - schon der Name transportiert ja eine gewisse Nüchternheit. Optisch beeindruckt das brave Trapezrahmen-Rad mit hochgezogener Gabel, langem Steuerrohr und entsprechend hohem Lenker vor allem durch unerwartete Wucht.
Doch kaum nimmt man Platz auf dem gut konturierten, angenehm straffen Sattel, stellt sich Wohlgefühl ein: Der Lenker liegt perfekt in der Hand, Arme, Schultern und Rücken bleiben aufgrund der eher aufrechten Sitzposition entspannt. Die Balance stimmt, sobald man die Füße auf die Pedale setzt. Dank langem Radstand rollt das Victoria satt und souverän, die dicken Reifen schlucken Vibrationen weitgehend weg, wenn man seinen Luftdruck entsprechend justiert (knapp 3 Bar bei einem 75-Kilo-Fahrer). Bei breitem Lenker und langem Vorbau ist die Lenkung angenehm ruhig abgestimmt.
Wieder einmal beweist Shimanos Achtgang-Nabe, hier die preisgünstige Nexus 8, dass sie völlig unaufgeregt allen normalen Fahrsituationen gewachsen ist. In Verbindung mit der preisgünstigen CDN-Variante des Gates-Riemens bleibt der Antrieb zudem wartungsarm. Eine gelegentliche Reinigung mit Wasser und Zahnstocher, um Steinchen aus der Riemen-Rille zu pulen, reicht selbst im Winter aus.
Ab Modellvariante 6 ist eine Kettenschaltung an Bord. Die sollte man bevorzugen, wenn längere oder starke Steigungen auf dem Alltagsweg liegen oder das an sich recht schwere Rad häufig beschleunigt wird. Die zuverlässigen Hydraulik-Discs überzeugen dagegen auch bei scharfen Tempi bergab mit Kraft, Sensibilität und guter Dosierbarkeit. Der Gepäckträger packt Einkaufs- oder Tourentaschen bis gut 20 Kilo Last anständig weg. Da seine Strebenfüße höhenverstellbar verschraubt sind, sollte man gelegentlich diese Schrauben nachziehen, um die hohe Seitensteifigkeit nicht zu verlieren. Die Nabendynamo-Lichtanlage reicht völlig aus, solange man nicht in völliger Dunkelheit unterwegs ist.
Seine charmanteste Seite zeigt das Victoria ohnehin in heller Sonne: Je nach Lichteinfall wechselt es die Farbe von Grün zu Violett und wieder zurück. Auf den vielen geraden und leicht gekurvten Oberflächen ist das ein faszinierendes Lichtspiel.
Test-Fazit zum Victoria Trekking 5.8
Brav, verlässlich, praktisch: Das Victoria Trekking 5.8 hat, außer seinem hohen Gewicht, nur Pluspunkte. Als charmantes Augenzwinkern darf man die Flipflop-Lackierung verstehen.
Der Preis des Rades beträgt 1.199 Euro.
Victoria Parcours 5: Elegant und zuverlässig im E-Bike Test
Das Victoria Parcours 5 macht all jenen Avancen, die sorglos und elegant in der Stadt und auf dem Land unterwegs sein wollen. Das entspricht auch der Intention, die Victoria bei der Entwicklung verfolgt: zuverlässige Alltagsräder - fürs Pendeln und für Abenteuertouren, für Groß und Klein. Das Parcours ist in verschiedenen Ausstattungspaketen erhältlich und kommt entweder mit herkömmlicher Kettenschaltung oder Riemenantrieb. Je nach Verfügbarkeit können auch die stärker profilierten Continental eRuban Plus-Reifen gewählt werden.
Wir haben ein Testbike mit dem wartungsarmen Riemenantrieb und den etwas glatteren Schwalbe Al Grounder-Reifen unter die Lupe genommen.
Das Victoria Parcours 5 spricht eine elegante und starke Designsprache mit klaren Kanten und Linien. Der Dämpfer ist clever im Sitzrohr versteckt und von der Seite nahezu nicht sichtbar, was das Setup jedoch leider etwas erschwert. Angesteuert wird er durch ein fast komplett verborgenes Gelenk. Der cleane Look führt sich bis zur Front fort: Die vielen Kabel vor dem Cockpit sind sauber gebündelt und verschwinden am Steuerrohr in den Rahmen. Auf eine Winkelverstellung des Vorbaus wurde zugunsten des Designs verzichtet. Am geschwungenen Vorbau befindet sich eine dezente Aufnahme für das Bosch Kiox 300-Display.
Durch das neue Bosch Smart System haben viele praktische Connectivity-Features Einzug gehalten. So legt der eBike Lock die Motorfunktionen lahm und macht es Langfingern schwer, das Bike zu entwenden. Das Smartphone wird dabei zum digitalen Schlüssel. Die Navigationsfunktion hilft, den richtigen Weg auch in unbekanntem Terrain zu finden. Der kraftvolle Motor stellt 85 Nm Drehmoment zur Verfügung und holt die notwendige Energie aus dem Bosch PowerTube-Akku mit 625 Wh. Wer den Akku zum Laden gerne aus dem Bike nimmt, hat leichtes Spiel. Gut geschützt durch ein lackiertes Cover, lässt er sich einfach nach oben aus dem Unterrohr entnehmen. Das Bike kann auch direkt über den Ladeport geladen werden, welcher oberhalb des Motors platziert ist. Zu beachten ist jedoch, dass der Ladeport nur durch ein dünnes Gummi-Cover abgedeckt und somit unzureichend vor Feuchtigkeit geschützt ist.
Beim Victoria Parcours 5 kommt das neue Bosch Smart System mit dem 85 Nm starken Performance Line CX-Motor zum Einsatz. Die Bosch-Parts punkten mit ordentlicher Motor-Unterstützung und nützlichen Connectivity-Features. Diese sind zudem schön im Rahmen integriert.
Das Victoria Parcours ist mit einer Vollausstattung versehen und somit sowohl für den Alltag als auch längere Touren konzipiert. Zu diesen Komponenten gehört unter anderem der MIK-Gepäckträger mit Federklappe, der ein schnelles und leichtes Befestigen der Taschen ermöglicht. Auch das im Schutzblech integrierte Bremslicht macht sich im Straßenverkehr besonders bezahlt und sorgt für eine gute Sichtbarkeit. Das CONTEC Dlux 120 E+-Frontlicht hätten wir für eine bessere Ausleuchtung allerdings weiter oben am Lenker platziert.
Schwingt man sich auf den Sattel, punktet das Victoria mit einem intuitiven Lenkverhalten und folgt auf gut befestigten Wegen den vorgegebenen Lenkbefehlen. Rollt man über Bordsteinkanten oder durch Schlaglöcher, bietet die Vollfederung genug Komfort und Reserven, um Stöße abzufedern. Die SR Suntour MOBIE34-Gabel und der SR Suntour EDGE-Luftdämpfer verfügen jeweils über 100 mm Federweg und sind ähnlich straff abgestimmt wie am ZEMO. Mit dem grandiosen Ansprechverhalten des CONWAY-Hinterbaus kann das Victoria allerdings nicht ganz mithalten.
Zum etwas satteren Setup tragen auch die härteren Schwalbe Al Grounder 2,35”-Reifen bei. Sie bieten nicht nur etwas weniger Dämpfungseigenschaften, ihre glatte Lauffläche kann auch abseits befestigter Wege nicht die gleiche Traktion aufbringen wie die grober profilierten Schwalbe Johnny Watts-Reifen der anderen Bikes im Vergleichstests.
Bequeme Fahrer, die in Städten oder Regionen mit flacher Topographie unterwegs sind, finden an der Enviolo HD-Nabenschaltung Gefallen. Die Übersetzung kann stufenlos über den Handgriff gewählt werden und ermöglicht in Kombination mit dem starken Motor ein entspanntes Cruisen in der Ebene. Steht jedoch ein Ausflug in den Alpen an, hat die Nabenschaltung nicht genug Bandbreite, um auch steile Anstiege im kleinen Gang gut zu bewältigen. Bei hoher Belastung droht sogar die Gefahr, dass das Getriebe in der Nabenschaltung einfach durchrutscht.
Auch Abenteurer, die viel Gepäck auf dem Heck transportieren, müssen nicht nur das moderate zulässige Gesamtgewicht von 140 kg im Blick, sondern das Bike auch immer fest im Griff behalten. Das Parcours 5 neigt bei hohem Tempo und starker Beladung zu Lenkerflattern, sobald man die Hand vom Lenker nimmt. Von schweren Fahrern und Radlern mit viel Gepäck erfordert das Victoria zudem eine saubere Bremstechnik, sonst kommen die Shimano-Zweikolbenbremsen trotz großer 200-mm-Bremsscheibe an der Front an ihr Limit. Aber auch weniger kräftige Fahrer könnten Mühe haben, das 31,6 kg schwere E-Bike sicher zu bedienen, denn kein anderes Bike im Test war schwerer.
Victoria Parcours 5: Ausstattung und technische Daten
| Komponente | Details |
|---|---|
| Motor | Bosch Performance Line CX Smart System 85 Nm |
| Akku | Bosch PowerTube 625 Wh |
| Display | Kiox 300 |
| Federgabel | SR Suntour MOBIE 34 100 mm |
| Dämpfer | SR Suntour Edge 100 mm |
| Sattelstütze | Limotec A1 75 mm |
| Bremsen | Shimano BR-MT420 200/180 mm |
| Schaltung | Enviolo HD 380% |
| Vorbau | Victoria "integrated Stem" 70 mm |
| Lenker | Ergotec Riser Bar 720 mm |
| Laufradsatz | Mach 1 "MAXX" 27,5" |
| Reifen | Schwalbe Al Grounder 2,35" |
| Gewicht | 31,6 kg |
| Zul. Gesamtgewicht | 140 kg |
Bei Design und Integration der Vollfederung haben die Entwickler von Victoria ganze Arbeit geleistet. Durch das etwas straffere Fahrwerk und die Komponentenwahl, wie Reifen und Schaltung, ist das Victoria Parcours 5 eher city- als offroad-tauglich und hat daher nicht so vielfältige Einsatzmöglichkeiten wie die anderen Bikes im Vergleichstest. Für Fahrten im Flachland ist der Riemenantrieb gut geeignet.
Victoria Fybron 8: Das E-Bike Flaggschiff im Test
Für 2024 präsentiert Victoria sein neues E-Bike-Flaggschiff: Mit dem Fybron 8 haben ein außergewöhnliches Trekking E-Bike auf 27,5er-Laufräder gestellt, bei dessen Anblick sich ein Regenbogen spiegelt ...
Als wir das vollausgestattete Fybron 8 aus unserem Versandeingang in die Radwerkstatt trugen, wurden wir stutzig: Normalerweise wiegen aktuelle Trekking E-Bikes mit SUV-Konzept inzwischen um die 30 kg. Überraschung: beim Anheben des Fybron 8 erfährt man keinen plötzlichen Muskelfaserriss. Die Kontrolle auf der Waage bestätigt: 24,3 kg fürs Testrad in Größe M, das kann sich sehen lassen!
Bei der Durchsicht wird dann auch klar, wie Victoria auf das schlanke Gewicht kommt: Nur Zutaten aus der Gourmet-Küche zieren das SUV-Bike. Der durchaus voluminöse Rahmen ist aus leichtem Carbon, ebenso die Sattelstütze. Dank der Fox-Federgabel dürfte das Fahrwerk des Fybron 8 entsprechend angenehm dämpfen und bietet die Basis für ein richtig gutes Trekkingrad.
Beim Laufradsatz verlässt sich Victoria auf die vielfach eingesetzten DT Swiss HU 1900er-Laufräder, deren geöste Felgen und 2,3 mm starke Speichen gerade im Trekking-Bereich nichts zu befürchten brauchen. DT Swiss gewährt für den HU 1900 Laufradsatz ein Systemgewicht von satten 180 kg, ideal für Touren mit Gepäck über Stock und Stein. Und gerade die montierten Schwalbe Hurricane Reifen sind ein guter Kompromiss zwischen Leichtlauf, Grip und Pannensicherheit.
Im Flaggschiff der Victoria-Flotte gehen die Konstrukteure keine Kompromisse ein und verbauen ins Carbon-Chassis Boschs CX. Das Antriebsaggregat mit seinen 85 Nm Drehmoment wurde auch von uns schon so oft getestet, der CX ist ein Selbstläufer. Kombiniert mit einem integrierten 750 Wh-Akku ist das Antriebssystem ideal für weitläufige Ausflüge. Das Antriebssystem des Fybron ist im aktuellen Smarten System eingebettet, das neben der individuellen Konfiguration der Unterstützungsstufen durch die eBike Flow App z.B. auch eine Navigation ermöglicht und du dein Rad elektronisch sperren kannst.
Wer Srams aktuelles X01 Eagle AXS Schaltwerk betrachtet stellt gleich fest: ein Bowdenzug geschweige den ein Kabel fehlt?! Richtig. Die Übertragung der Schaltbefehle vom AXS Eagle Taster aus funktioniert über Funk. Das sehr leichte Schaltwerk schaltet die zwölf Gänge exakt und schnell, die Entfaltung reicht von 1,80 m im leichtesten Berggang bis zu 9,30 m pro Kurbelumdrehung in der Abfahrt. Das reicht auch für Alpenpässe rauf und runter.
Auf unseren Testfahrten hinterlässt das Fybron 8 stets einen überzeugenden Eindruck: Sei es beim kurzen und schnellen Trip eben mal in den Wald zum Durchatmen oder beim Pendeln von den Stuttgarter Außenbezirken ins Büro und zurück. Auch die eine oder andere Wochenend-Tour gestaltet sich mit dem Victoria Fybron 8 zum Genussausflug: Das Victoria ist ein toll funktionierendes Rad mit äußerst sinnvoller Ausstattung. Und das Licht zeigt sich in der aktuellen eher dunklen Jahreszeit in der Fernlichtstufe gleißend hell. Lediglich die Ausleuchtung an den Rändern könnte einen Tick heller ausfallen.
Der Rahmen ist erstaunlich bequem, die Fox-Forke macht einen tollen Job, das Heck federt dank Carbon-Rahmen und dicken Reifen spürbar mit. Gerade in der Stadt mit seinen engen Gasen und oft verwinkelten Radwegen im Stuttgarter Schlossgarten gefällt die flinke Agilität des Fybron und verleitete unsere Tester meist zur flotten Fahrt, unterstützt vom schnellen Schaltmechanismus der Sram X01 Eagle AXS.
Fazit zum Victoria Fybron 8
Das Victoria Fybron 8 überzeugt mit seinem breiten Einsatzbereich. Das sportlich orientierte sowie leichte Trekking E-Bike macht nicht nur auf Touren echt Laune, auch kurze und schnelle Ausritte zwischendurch oder Pendelfahrten werden mit dem kompromisslos ausgestatteten Pedelec zum Vergnügen.
Ergebnis: Punkte: 781 // Note: sehr gut
Das gefällt:
- Sehr kräftiger Bosch-Antrieb
- Sehr gut verarbeiteter Rahmen
- Hohe Wendigkeit
- Perfekte Ausstattung
Das weniger:
- Schließzylinder am Akkuschacht unglücklich platziert
Das perfekte Rad für...
Victoria Cysalo 7: Preiswertes E-Bike für Alltag und Komfort
Victoria aus Hoya hat seine Modellpalette für 2025 neu sortiert. Ein Fokus der Niedersachsen liegt auf dem Preis-Leistungs-Verhältnis. So ist das gefällig designte Tourenrad Cysalo 7 mit bewährten Großserienkomponenten und einem klassisch eleganten Aluminium-Rahmen ausgestattet. Der 545-h-Akku ist in den Rahmen teilintegriert, lässt sich sehr leicht entnehmen und extern laden. Kettenschutzkasten, Rahmenschloss und variabler Gepäckträger mit Federklappe sprechen für Alltagsnutzen. Gefederte Sattelstütze, Flossengriffe und höhenverstellbarer Vorbau sprechen für Komfort. Die Alu-Schutzbleche halten Schmutz effektiv vom Hosenbein fern, die Contec-Beleuchtung überzeugt, der Frontstrahler könnte etwas heller sein.
Dank des höhenverstellbaren Vorbaus ist die Sitzposition sehr variabel. Der gekröpfte Lenker greift sich angenehm, die Flossengriffe beugen Ermüdung vor. Dafür, dass die Reifen recht schmal und die Federgabel vergleichsweise einfach ist, bietet das Cysalo 7 viel Komfort. Die CST-Reifen überraschen ebenfalls. Sie sind sehr laufruhig und bieten guten Halt.
Eine gute Wahl von Victoria ist der Active Line Plus-Motor. Er ist zwar spürbar weniger kraftvoll als das Bosch-Topmodell Performance Line CX. Aber in Kombination mit der 7-Gang-Nabe erklimmen wir so auch steilere Auffahrten. Erst ab 20 Prozent Steigung wird es mühsam. Die hydraulischen Felgenbremsen packen kräftig zu, sind gut zu dosieren.
Für 2599 Euro bekommen Käufer des Victoria Cysalo 7 erstaunlich viel E-Bike. Der Antrieb ist stimmig, die Komponenten sehr solide.
Ausstattung Victoria Cysalo 7: Zul. hydr. MIK Systemgepäckträger mit Federklappe, bis 25 kg, Rahmenschloss, höhenverst.
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