Schmerzen an Rücken und Nacken beim Radfahren sind leider keine Seltenheit. Wer unter solchen leidet, der sollte seine Sitzposition ändern. Das gelingt, indem Sie die Einstellungen am Fahrrad ändern, darunter die des Vorbaus.
Die Bedeutung des Vorbaus
Der Rennrad Lenker Vorbau mag auf den ersten Blick nur ein unscheinbares Bauteil sein. Dabei steckt so viel mehr dahinter. Seine Aufgabe ist es nämlich nicht nur, den Lenker zu halten. Darüber hinaus kann er je nach Ausführung und Montage auch einen maßgeblichen Einfluss auf die Sitzposition des Fahrenden haben und beispielsweise eine sportliche in eine komfortable, aufrechte Haltung verwandeln.
Der Rennrad Lenker Vorbau macht zwar einen unscheinbaren Eindruck, doch in Verbindung mit den Rahmenmaßen fällt das eigentliche Potential auf. Er geht in dieselbe Richtung wie die Oberrohrlänge des Rahmens und der Reach des Lenkers. Der Winkel und die Montage auf der anderen Seite gehen in eine Richtung mit der Steuerrohrlänge des Rahmens und dem Drop des Lenkers.
Der aktuelle Standard beim Rennrad Lenker Vorbau ist der sogenannte Ahead Vorbau mit zwei Klemmungen, wobei die eine den Vorbau mit dem Gabelschaft und die andere den Vorbau mit dem Lenker verbindet. Die Gabelschaftklemmung ist in der Regel 1 1/8 Zoll (bzw. 28,6 mm) groß und mit zwei Klemmschrauben versehen. Die Lenkerklemmung auf der anderen Seite ist meist 31,8 mm und verfügt über vier Klemmschrauben.
Mit der Einstellung des Vorbaus können Sie die Sitzposition auf dem Rad individuell anpassen - ob aerodynamisch oder komfortabel. Schon das Umdrehen des Vorbaus macht einen großen Unterschied und auch die Höhenänderung des Lenkers hat einen Einfluss. Dabei sollten aber einige Werte nicht überschritten werden.
Kenngrößen des Vorbaus
- Länge (in mm): Diese wird von Steuerrohrmitte zu Lenkermitte gemessen und ist meist zwischen 90 und 120 mm lang.
- Winkel (in °): Maß abweichend vom rechten Winkel zwischen Gabelschaft und Vorbau. In der Regel ist ein Winkel von 6 bis 8° empfehlenswert. Es können aber auch extremere Winkel von 30° oder sogar bis zu 73° eingestellt werden.
Anleitung zur Montage des Ahead Vorbaus
Nun, da wir wissen, welche Kenngrößen der Rennrad Lenker Vorbau hat und welche Einstellungen die besten sind, schauen wir uns Schritt für Schritt an, wie diese Einstellungen vorgenommen werden. Dafür im Folgenden eine kurze Anleitung für eine korrekte Montage des Ahead Vorbaus. Benötigt werden der passende Inbusschlüssel bzw. Bei Kombination Aluminium/Carbon bzw. Vorbaukappe auflegen und Inbusschraube Anziehen, um Steuersatz einzustellen.
Wie stelle ich den Schaftvorbau ein?
Den Schaftvorbau findest du insbesondere bei Kinderfahrrädern, Vintage-Bikes und Fixies. Bei diesem Vorbau-Typ sind Gabelschaft und Vorbau miteinander verbunden, wodurch sich der Lenker leicht in der Höhe verstellen lässt:
- Entferne zunächst (falls vorhanden) die Staubschutzklappe am Vorbau.
- Drehe anschließend die Schraube mit einem 6er-Inbusschlüssel auf. Im besten Fall kannst du jetzt bereits den Lenker in der Höhe verstellen.
- Sollte sich der Fahrradlenker nicht bewegen lassen, kannst du mit der Hand oder einem Gummihammer vorsichtig auf den Inbus-Kopf klopfen, um die Befestigung zu lösen.
- Sobald du die für dich optimale Position des Lenkers gefunden hast, ziehst du die Schraube leicht an und überprüfst, ob der Lenker gerade steht.
- Abschließend muss du nur die Schraube wieder festziehen und die Staubschutzkappe anbringen.
Wichtig: Ziehe den Lenker nicht zu weit aus dem Gabelschaft. Als Orientierung dient dir hierbei die Markierung auf der Vorbaustange. Sie zeigt dir die maximale Höhe des Fahrradlenkers an, die du auf keinen Fall überschreiten solltest.
Wie verstelle ich einen Ahead-Vorbau?
Ein Ahead-Vorbau dient als Bindeglied zwischen Lenker und Gabelschaft und ist mittlerweile bei den meisten Fahrrädern standardmäßig verbaut. Die Einstellung der Lenkerhöhe gestaltet sich bei dieser Variante allerdings schwieriger: Zwar gibt es den Ahead-Vorbau vereinzelt auch mit Gelenk, welches dank mehrerer Schrauben eine einfache Höhenanpassung ermöglicht, die meisten Ahead-Modelle kommen jedoch ohne aus. Entsprechend lässt sich der Ahead-Vorbau nur durch das Einsetzen von Spacern in der Höhe verändern. Diese kannst du ganz einfach ein- und ausbauen. Alles was du dafür braucht, ist der passende Inbusschlüssel.
Willst du den Lenker höher machen, montierst du zusätzliche Spacer unter dem Vorbau. Wenn du den Lenker niedriger machen möchtest, entfernst du die Spacer und steckst diese stattdessen auf das Steuerrohr oberhalb des Vorbaus. Alternativ kannst du den Ahead-Vorbau auch einfach umdrehen und so den Lenker entweder höher oder niedriger machen.
Neigung beim Fahrradlenker einstellen
Neben der Lenkerhöhe kannst du bei vielen Fahrrädern, insbesondere bei Trekkingbikes, die Lenkerneigung variieren. Hierfür brauchst du lediglich den passenden Innensechskant:
- Löse die vier Schrauben am Vorbau.
- Stelle nun den gewünschten Rise bzw. Winkel ein, indem du den Lenker leicht nach vorne oder hinten neigst.
- Ziehe abschließend die Schrauben wieder fest.
Je weiter der Lenker nach unten geneigt ist, desto durchgestreckter sind die Arme. Achte bei der Einstellung des Lenkers darauf, dass deine Arme leicht gebeugt sind. Sind sie dies nicht, sondern komplett durchgestreckt, federn sie dein Körpergewicht nicht richtig ab, wenn du über unebene Wege fährst. Die meisten Vorbauten verfügen über eine Neigungs-Skala, deren maximaler Wert nicht überschritten werden sollte.
Fahrradlenker einstellen - so findest du die optimale Lenkerhöhe
Eher aufrecht, sportlich gestreckt oder flach und aerodynamisch - für die ideale Lenkereinstellung ist nicht nur die eigene Körperanatomie, sondern auch der Fahrstil entscheidend. Daher gibt es auch keine allgemein gültige Formel, die sich sowohl bei Mountainbike, Rennrad und City-Bike anwenden lässt. Allerdings gibt es einige Parameter, die du bei dem jeweiligen Fahrradtyp beachten solltest, bevor du die Lenkerhöhe einstellst.
Beim Trekking-Rad steht der Komfort beim Fahren an erster Stelle, da das Bike vor allem für lange Touren genutzt wird. Die Sitzposition beim Trekking- wie auch City-Bike ist daher relativ aufrecht und schonend für Handgelenke und Rücken. Das Becken sollte leicht nach vorne gekippt sein, sodass der Rücken ein leichtes Hohlkreuz und die Wirbelsäule eine natürliche S-Form bildet.
Die Sitzposition beim Mountainbike ist deutlich sportlicher als beim City- oder Trekking-Rad. Bist du hingegen Downhill-Fahrer solltest du deinen Lenker etwas höher einstellen, da du beim Bergabfahren dein Gewicht hauptsächlich auf das Vorderrad verlagerst.
Rennrad-Fahrer wollen vor allem eines sein: windschnittig und möglichst schnell. Die hohen Geschwindigkeiten erreichen die Sportler durch eine aerodynamische Sitzposition, bei der der Sattel meistens einige Zentimeter über dem Fahrradlenker ist. Somit ist der Winkel zwischen Armen und Oberkörper größer als bei den Mountainbike-Fahrern.
Allgemeine Hinweise zum sicheren Radfahren
Im Gegensatz zu Autofahrern haben Radfahrer keinen Airbag oder eine Knautschzone. Umso wichtiger ist es für Radfahrer, ein paar Hinweise zu beachten, um die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen. Der erste Schritt ist die regelmäßige Überprüfung Deines Fahrrads auf Mängel oder Fehleinstellungen.
Vor der Fahrt: Fahrradlenker überprüfen
Einmal im Monat solltest Du die Befestigungsschrauben am Lenkervorbau und an den Sattelstützen prüfen. Neben dem Sicherheitsaspekt vermeidet ein richtig eingestellter Fahrradlenker auch, dass Du Rückenschmerzen, einen steifen Nacken, taube Hände oder Finger bekommst. Stelle für eine gute Sitzposition sicher, dass der Vorbau am Vorderrad ausgerichtet und ordnungsgemäß mit der Gabel und dem Lenker verbunden ist. Überprüfe dazu folgende Teile an Deinem Fahrradlenker:
- Verbindung von Vorbau und Gabel: Lenker seitwärts bewegen, während das Vorderrad zwischen den Knien klemmt.
- Verbindung zwischen Lenker und Vorbau: Lenker im Vorbau drehen. Der Lenker darf sich nicht bewegen und nicht locker sein. Vergewissere Dich, dass beim Drehen des Lenkers keine Seilzüge herausgezogen oder eingeklemmt werden.
- Fahrradgriffe: Die Griffe am Lenker sollten fest sein.
- Lenkerenden: Die Enden der Fahrradlenker müssen abgedeckt oder mit einem Lenkerstopfen versehen werden. So verhinderst Du, dass sich der Fahrradfahrer im Falle eines Sturzes Schnittverletzungen zufügt. Achte darauf, dass die Lenkerenden korrekt abgedeckt sind. Solltest Du sie verloren haben, gibt es beim Fahrrad-Fachhändler einzelne Lenkerstopfen zu kaufen.
- Steuersatz: Wenn die Steuersatzlager locker im Rahmen sitzen oder die Lenkung nicht leichtgängig ist, muss der Steuersatz mit Spezialwerkzeug und entsprechendem Fachwissen eingestellt werden. Du solltest den Steuersatz einmal im Monat wie folgt überprüfen: Ziehe die Vorderradbremse an und bewege das Fahrrad vor und zurück. Hebe das Vorderrad an. Drehe Lenker und Gabel langsam nach rechts und links.
Lenkervorbau einstellen
Der Lenkervorbau verbindet den Fahrradlenker mit der Gabel und hat Einfluss auf die Position des Lenkers. Dadurch beeinflusst er maßgeblich die Kontrolle, die Sitzhaltung und den Komfort beim Fahrradfahren. Wir unterscheiden zwei Vorbautypen:
- Vorbau zur Direktmontage
- Schaft-Vorbau
Wichtig: Zum Einstellen des Lenkervorbaus empfehlen wir einen Drehmomentschlüssel. Dieser stellt sicher, dass das Anzugsmoment nicht zu hoch ist. Dieser ist meist auf oder nahe der entsprechenden Schraube (auf dem Teil) notiert. Durch ein zu festes Anziehen der Vorbauschrauben kann der Gabelschaft beschädigt werden. Sollte der Schaft dadurch brechen, könntest Du stürzen. Auch locker sitzende Schrauben oder Bolzen können Beschädigungen verursachen und zum Bruch des Teils führen. Wende Dich daher an Deinen Fahrrad-Fachhändler, wenn Du den richtigen Anzugsmoment nicht finden kannst.
Wie lässt sich der Lenkerwinkel verstellen?
- Löse am Vorbau die Schraube(n) der Lenkerklemme.
- Verstelle den Lenker. Der Lenker muss genau mittig im Vorbau sitzen.
- Ziehe die Schraube(n) der Lenkerklemme entsprechend dem Vorbautyp an:
- Geschweißte Vorbauten: 11.3-13.6 Nm (100-120 lb/in)
- Geschmiedete Vorbauten: 17-20.3 Nm (150-180 lb/in)
Winkel bei einem verstellbaren Vorbau ausrichten
Es gibt verschiedene winkelverstellbare Vorbauten, teils auch in unterschiedlicher Länge. Durch diese Parameter lässt sich die Entfernung von Lenker zum Sattel und dadurch die Sitzhaltung auf dem Fahrrad beeinflussen. Um den Winkel zu verändern, gehe wie folgt vor:
- Löse die Schraube zur Winkeleinstellung, bis der Vorbauwinkel sich ändern lässt.
- Richte den Vorbau im gewünschten Winkel aus.
- Ziehe die Schraube zur Winkeleinstellung auf 17-20.3 Nm (150-170 lb/in) an.
Lenkervorbau zur Direktmontage ausrichten
- Löse die Schrauben der Gabelschaftklemme um zwei bis drei Umdrehungen.
- Richte den Vorbau am Vorderrad aus. Dafür bspw. das Vorderrad zwischen die Beine klemmen und Vorderbau gerade ausrichten.
- Ziehe die Schrauben der Gabelschaftklemme entsprechend den Angaben auf dem Vorbau oder auf 11.3-13.6 Nm (100-120 lb/in) an.
Auf einem Fahrrad mit einem Vorbau zur Direktmontage sollte mindestens ein 5-mm-Distanzstück unter dem Vorbau angebracht werden (zusätzlich zum Lagerdeckel). Durch eine falsche Steuersatz-Vorbau-Montage und bei fehlenden Distanzstücken kann der Gabelschaft beschädigt werden, brechen und einen Sturz verursachen.
Fahrräder mit Carbonfaser-Gabelschaft benötigen auch mindestens ein 5-mm-Distanzstück über dem Vorbau. Wenn nicht klar ist, welchen Gabelschafttyp Du hast, frage bei Deinem Fahrrad-Fachhändler nach.
Schaft-Vorbau ausrichten und einstellen
Die Einstellung des Vorbaus bestimmt die Lenkerhöhe. Ein zu hoch eingesetztes Vorbaurohr kann das Material beschädigen. Kommt es zu Anbrüchen, könntest Du die Kontrolle auf dem Fahrrad verlieren und stürzen. Achte deshalb darauf, dass sich die Markierung der minimalen Einsatztiefe im Rahmen befindet.
Um die Höhe eines verstellbaren Vorbaus einzustellen, musst Du zunächst den Vorbauwinkel ändern. Dadurch legst Du die Spreizschraube des Vorbaus frei. Die Spreizschraube sichert den Vorbaukonus, der wiederum den Vorbau in der Gabel fixiert. So änderst Du den Vorbauwinkel:
- Löse die Spreizschraube um zwei bis drei Umdrehungen.
- Klopfe mit einem Holz- oder Gummihammer leicht auf den Kopf der Spreizschraube, um den Vorbaukonus zu lösen.
- Stelle den Lenker auf die gewünschte Höhe ein; achte darauf, dass die Markierung für die minimale Einsatztiefe im Rahmen steckt.
- Ziehe die Spreizschraube auf 13.6 Nm (120 lb/in) an.
Schaft-Vorbau schmieren
Schmiere den Vorbau einmal im Jahr. Wenn Du einen Vorbau zur Direktmontage schmierst, musst Du anschließend die Steuersatzlager neu einstellen. Diese Arbeit sollte nur von Deinem Fachhändler durchgeführt werden.
- Entferne den Vorbau vom Rahmen.
- Wische alte Fettrückstände vom Vorbau ab.
- Trage eine dünne Fettschicht auf den Bereich des Vorbauschaftes auf, der in den Rahmen eingesetzt wird. Fette auch den Vorbaukonus ein.
- Montiere den Vorbau.
Fahrradlenker knarzt/knackt - was tun?
Von Dreck über Rost können verschiedene Gründe verantwortlich für einen knarzenden oder knackenden Fahrradlenker sein. So oder so gibt es einige Punkte, die du überprüfen solltest:
- Prüfe, ob sich die Schrauben des Lenkers gelockert haben, und ziehe sie gegebenenfalls fest.
- Fette den Schaftvorbau.
- Überprüfe die Gelenk- oder Lagervorbauten.
- Wenn der Fahrradlenker aus Stahl besteht, überprüfe ihn auf Rost.
Was kann ich tun, wenn der Fahrradlenker beim Fahren wackelt?
Als erstes solltest du prüfen, ob alle Schrauben fest angezogen sind. Danach gilt es, den Steuersatz zu prüfen. Wenn dieser locker ist bzw. Spiel hat, kann sich das in Form eines wackelnden Fahrradlenkers bemerkbar machen. Der Vorgang bei der Prüfung bzw. Einstellung des Steuersatzes ist unterschiedlich (verschiedene Schrauben etc.).
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