Die Sonne scheint, und das Rad schnurrt leise auf dem Donauradweg vor sich hin. Doch es kündigt sich Unheil an: Die Sattelstütze rutscht immer tiefer in den Rahmen. So kann die optimale Tretposition nicht gehalten werden! Murphys Gesetz schlägt wieder zu: Pannen treten eben immer dann auf, wann man sie am wenigsten braucht. Doch dafür gibt es Abhilfe! Mit dem richtigen Fahrradwerkzeugset sind Sie perfekt ausgerüstet.
Mittlerweile fahren geschätzt 72 Millionen Fahrräder auf den deutschen Straßen, und wohl jeder hat die Schattenseite des Rad-Spaßes schon erlebt. Mitten in der Pampa, mit einem defekten Bike und ohne Hilfe - super!
Beim Namen findet man viele Synonyme: Multitool, Minitool, Pockettool oder Multifunktionswerkzeug. Gemeint sind damit immer Universalwerkzeuge, die auf kleinstem Bauraum eine Vielzahl von Werkzeugen an Bord haben. Es gehört zu jeder Grundausstattung eines Radfahrers und sollte weder im Auto, Rucksack noch in der Satteltasche fehlen. Es hilft, das Rad für den Transport zu zerlegen, auf Tour eine Panne zu beheben oder kleine Justagen am Cockpit, der Sattelstütze, Bremsanlage, Schaltung oder anderen Komponenten vorzunehmen.
Doch gerade beim Thema Tool scheiden sich in der Radwelt die Geister. Wie schwer darf es sein? Das Problem dabei ist offensichtlich: Jedes Zweirad benötigt an sich erst einmal unterschiedliches Werkzeug, um wieder auf Vordermann gebracht zu werden. Das heißt im Umkehrschluss, dass nicht in jedem Tool das richtige für Ihr Bike dabei ist. Das macht die Lage etwas komplizierter. Doch ohne ein passendes Fahrradwerkzeugset auf eine Tour zu gehen, wäre töricht. Zumindest ein Satz gutes Flickzeug gehört definitiv in Ihren Rucksack oder die Trikottasche.
Für Sie stellt sich also die Frage: Welches Tool ist denn das richtige für mich? Diese und viele weitere Fragen zu allen Funktionen, Gewicht und vielem mehr beantwortet in folgendem Text unser Fahrradwerkzeug Test.
Grundausstattung und Werkzeugarten
Grundsätzlich müssen wir Ihnen sicher nicht erklären, weswegen Sie von Zeit zu Zeit etwas an Ihrem Bike schrauben müssen. Die meisten Pannen lassen sich daheim in Ihrer Garage ganz bequem mithilfe eines großen Werkzeugkoffers erledigen. Aber das Problem? Die meisten Defekte kommen leider nicht auf Ansage, sondern meistens genau dann, wenn wir sie am wenigsten erwarten. In diesem Fall eignen sich die Koffer natürlich nicht mehr. Für letztere Situation eignen sich eher praktische Minitools, die das wichtigste an Werkzeug in einem Tool vereinen. Auch wenn der praktische Drehmomentschlüssel hier vielleicht nicht dabei ist: Mit dem richtigen Fahrradwerkzeug für unterwegs sind Sie während einer Tour zumindest ausreichend aufgestellt, um kleinere Probleme sofort lösen zu können. Am besten ist es natürlich, Sie besitzen einen großen Werkzeugkoffer mit allem möglichen für daheim und ein Fahrradwerkzeug für unterwegs.
Je nachdem, ob man an einem City-, Trekking-, Rennrad oder Mountainbike schraubt, benötigt man verschiedene Werkzeuge. Daher empfiehlt es sich, vor dem Kauf eine Liste anzufertigen, auf der alle für die eigenen Räder benötigten Werkzeuge aufgeschlüsselt sind.
Zur Grundausstattung haben sich folgende Tools herauskristallisiert: Inbusschlüssel der Größen 2,5 bis 8 Millimeter, ein Torx T25, je ein Schlitz- und Kreuzschlitzschraubendreher, ein Kettennietdrücker sowie zwei unterschiedliche Speichenschlüssel/Nippelspanner. Mindestens drei Größen finden sich bei Brooks, Contec, Lezyne und Rose. Bei Trekkingrädern mit Alltagsausstattung ist es sinnvoll, auf die passenden Maul- oder Ringschlüsselgrößen zu achten. Gerade bei Schutzblechen, Lichtanlagen oder am Gepäckträger kommt meist eine 8-mm-Mutter zum Einsatz.
Neben dem Standardwerkzeug findet man an Multitools aber auch andere Gimmicks. Die meisten davon müssen nicht am Tool sein, weil man sie einzeln nachrüsten oder selbst bauen kann. Reifenheber sind hierfür das beste Beispiel: Hersteller wie Barbieri, Maxalami, Merida, Milkit, Pro, SKS integrieren diese im oder am Tool (Birzman, Pedro’s, SuperB). Daher kann es Sinn machen, ein Tool ohne Reifenheber zu wählen und sich hochwertige, schlanke Modelle dazuzukaufen (etwa Schwalbe). Wenn Luft aus den Ventilen entweicht, ist ein Ventilschlüssel unabdingbar. Ein Modell für Autoventile (Schrader) findet sich nur bei Unior. Fahrer von Tubeless-Reifensystemen freuen sich bei kapitalem Reifenschaden über sogenannte Dichtwürste samt dazu nötiger Werkzeuggabel. Diese sind bei Lezyne, Maxalami und Milkit inkludiert.
Scheibenbremsen sind heute Stand der Technik. Treten Kettendefekte auf, haben alle Test-Tools einen Kettennieter an Bord. Bei Birzman und Pro findet sich zudem ein Kettenhaken, der beim Vernieten oder Einsetzen eines Kettenschlosses die Enden zusammenhält. Das alles hilft aber nichts, wenn man kein Kettenniet oder ein neues Kettenschloss dabei hat.
Hier eine Übersicht der gängigen Werkzeugarten:
- Schraubendreher: Klassische Schraubendreher sind ein wichtiger Bestandteil eines jeden Werkzeugkoffers. Sie bestehen aus einem Griff mit einer Klinge und einer Spitze vorne dran. Und gerade um diese Spitze geht es: Sie ist je nach Schraubenkopf, den Sie bearbeiten müssen, ganz individuell geformt. Es gibt immer noch einige Räder und Hersteller, für welche Sie bei der Reparatur einen Schraubendreher benötigen.
- Inbusschlüssel: Sagt Ihnen der Begriff Innensechskant etwas? Nein? Kein Problem, ist dieser Begriff doch längst vom Wort "Inbus" ersetzt worden. Denn damit ist tatsächlich das Tool beschrieben, mit welchem Sie Innensechskantschrauben drehen und entfernen können. Mittlerweile hat sich Inbus aber im normalen Sprachgebrauch etabliert. Inbusschlüssel sind wohl das wichtigste Fahrradwerkzeug. Denn im Prinzip sind fast alle Räder durch eine mehr oder weniger große Anzahl solcher Schrauben zusammen gehalten, wobei nur die Größe variiert. Daher benötigen Sie für verschiedene Schrauben und Räder auch unterschiedliche Schlüssel.
- Reifenheber: Ein Reifenheber dient dazu, den alten Reifen von der Felge abzuziehen und einen neuen darauf festzumachen. Im Prinzip ist er ein kleines Hebelwerkzeug mit einem kleinen Haken. Er wird dabei zwischen Reifen und Felgenhorn (der äußere Rand der Felge) geklemmt, damit der Haken greifen und seine Hebelwirkung entfalten kann. Das andere Ende befestigen Sie anschließend an einer Speiche, um die Spannung zu halten. Sollte sich der Reifen so noch nicht lösen lassen, können Sie einen zweiten Reifenheber identisch verwenden.
- Kettennieter: Kettennieter eignen sich, wie ihr Name schon vermuten lässt, dazu, Ketten zu öffnen oder wieder zu schließen. Sie greifen also immer zu diesem Tool, wenn die Kette zu lang oder zu kurz geraten ist. Auch bei einem Riss der Kette kommen Sie zur Reparatur nicht an einem Kettennieter vorbei. Dabei schiebt dieses Tool die Bolzen der Kette auseinander, um einzelne Kettenglieder nach Gutdünken auswechseln zu können.
- Speichenspanner: Ob Nippeldreher, Speichenschlüssel oder Zentrierschlüssel: Mit all diesen Begriffen ist einzig und allein ein Speichenspanner gemeint. Diesen verwenden Sie, um die Speichennippel an Ihrem Bike zu lockern oder alternativ auch zu spannen. So können die Speichen bei einem Achter im Fahrrad wieder richtig zentriert werden.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Natürlich gleicht nicht jedes Minitool dem nächsten. Sie weisen nicht nur beim Gewicht Verschiedenheiten auf, sondern gerade auch bei der Anzahl der Funktionen.
Tipp: Wer zuhause mehrere unterschiedliche Fahrräder hat - z. Bsp. ein Mountainbike, ein Rennrad und ein Citybike für zwischendurch - sollte sich eher nach „Maxitools“ umschauen. Denn nicht jedes Fahrradwerkzeugset hat genau das passende Werkzeug für jeden Radtyp.
Jetzt wissen Sie, warum Sie unbedingt ein Fahrradwerkzeug für unterwegs und eines für größere Reparaturen daheim brauchen. Doch was zeichnet den Testsieger in unserem Fahrradwerkzeug Test noch aus? Um diese Frage zu beantworten, konzentrieren von Profirad uns in diesem Ratgeber noch auf die Punkte Gewicht und die Anzahl der Funktionen.
- Gewicht: Das Gewicht spielt für viele Biker, aber wohl vor allem für alle Racer unter Ihnen eine extrem wichtige Rolle. Doch natürlich können Sie auch nicht komplett auf ein Fahrradwerkzeug Set verzichten. Daher müssen Sie gerade als ambitionierter Radfahrer neben der Anzahl der wichtigen Funktionen auch darauf achten, dass das Minitool für unterwegs nicht zu schwer ist. Genau in diesem Fall sollten Sie auf eine gute Wartung Ihres Rennrads achten, damit Sie nicht ein komplettes Maxitool mitnehmen müssen. Denn je mehr Funktionen das Tool hat, desto schwerer ist es im Normalfall auch.
- Anzahl der Funktionen: Die Anzahl der Funktionen entscheidet natürlich primär über den Preis, den Sie für das Fahrradwerkzeug für unterwegs zahlen müssen. Es gibt Werkzeugtools mit nur 9 Funktionen, aber auch solche mit 25 oder mehr. Richtige Werkzeugkoffer haben dabei meist mehr Funktionen als Tools zum mitnehmen, wiegen aber auch mehr und lassen sich schwer transportieren. Achten Sie wenigstens darauf, dass das Tool immer die grundlegenden Funktionen abdeckt. Natürlich kann aber auch das beste Minitool nicht mit einem Werkzeugkoffer mithalten, wenn es um die Ausstattung geht. Sollten Sie also ein Werkzeug oder eine Funktion wirklich dringend vermissen, können Sie dieses noch separat im Nachhinein erwerben. Zunächst einmal sind Sie durchaus gut gewappnet, wenn Sie über ein Set Inbusschlüssel und einige Schraubendreher verfügen. Ein Torxschlüssel hilft Ihnen, wenn Sie an Ihrer Hydraulikbremse arbeiten.
Qualität und Verarbeitung
Ein Detail hat uns besonders gefallen: Durch die integriere Bit-Lösung bei Milkit können defekte Bits einzeln nachgekauft werden, was auch der Nachhaltigkeit zuträglich ist! Zum Verstauen wandern manche Werkzeuge in eine Hülle. Eine gewebte Tasche aus Nylon gibt es bei Pro. Milkit oder Zefal bieten ein stabiles Hardcase, das am Rahmen montiert wird.
Nice to have, aber unnötig sind Flaschenöffner oder Messer. Tritt ein Problem auf, muss das Werkzeug performen! Daher sind hochwertige Materialien und eine gute Verarbeitung elementar. Allerdings treiben diese Punkte sowie aufwendige Bearbeitungsprozesse (Fräsen, Schmieden, Härten) den Kaufpreis nach oben. Wer hier geizig ist, spart im Pannenfall also an der falschen Stelle! Schlechte Passungen können Schraubenköpfe ruinieren.
Gute Qualität findet man allerdings nicht im Bau- oder Supermarkt, sondern im gut sortieren Fahrradladen oder Onlinehandel. Unter den ergonomischen Aspekten achten wir auf lange Hebel für kraftschonendes Schrauben, angenehme Ecken und Kanten sowie ein gutes Griffvolumen. Den größten Zuspruch bekamen Crank Brothers, Pedro’s und M-Wave. Bei der Handhabung gibt es Pluspunkte für eine längere Werkzeugausführung.
Bei der Verarbeitung stehen die Materialien, Oberflächen, Verarbeitung und die generelle Haptik im Mittelpunkt. Den besten Eindruck liefern hier Brooks, Lezyne, Milkit, Topeak und Unior. Gefertigt werden die meisten dabei in Asien. Wird das Set in der Trikottasche oder am Rahmen verstaut, spielen Gewicht und Bauraum eine wichtige Rolle. Beim Gewicht liegt Milkit weit vor Zefal, Topeak und Contec. Das mit Abstand schwerste Set kommt von Brooks. Das geringste Volumen bei klassischer Verpackung brauchen Zefal, Topeak und Contec. Die Volumigsten kommen von Pedro’s und Barbieri.
In der Praxis kann beim Transport in der Trikot- oder Satteltasche auf lange Sicht ein anderes Problem auftauchen: Korrosion. Der Test dazu wurde beim unabhängigen Prüfinstitut velotech.de in Schweinfurt durchgeführt. Die Ergebnisse geben Aufschluss, welcher Hersteller bei der Oberflächenbeschichtung gut gearbeitet hat.
Pflege und Wartung
Ein Multitool kostet Geld und verrichtet nur im perfekten Zustand seinen Job. Dazu ist es nötig, das Tool regelmäßig zu reinigen und pflegen. Die Schritte dazu sind einfach: Tool unter Wasser abspülen, mit einer Bürste säubern, trocknen lassen und dann alle Gelenke und Schraubverbindungen mit Universalöl behandeln.
Testberichte und Empfehlungen
Die Werkstatt im Hosentaschenformat kann einiges. Aber im Detail gibt es am Ende dann doch recht große Unterschiede. Eine klare Empfehlung bekommen Topeak für das kompakte Design trotz vieler Tools sowie das Pro als einer der besten Allrounder. klassische Multitool kommt von Pedro’s.
Hier sind einige der im Test erwähnten Multitools im Detail:
Lezyne Super SV 23
Das Lezyne Super SV 23 trägt das »Super« in seinem Namen völlig zurecht: Werkzeuge aus Edelstahl, CNC-gefräste Alu-Seitenwangen, »QuickLink«-Kettenschloss-Halter, integriertes Tubeless-Reparatur-Kit, viele Torx- und Speichenschlüssel, für seine Größe recht leicht (154 g), nahezu perfekte Verarbeitung, prima Optik - da gibt’s nix zu meckern. Die Ausstattung lässt mit sieben Innensechskant- und drei Torx-Schlüsseln, vier Speichenschlüsseln, zwei Gabelschlüsseln, Kolbendrücker, Nieten- und Flaschenöffner kaum Wünsche offen. Den nicht vorhandenen Flach-Schraubenzieher werden nur Besitzer älterer Fahrräder vermissen, an neueren Rädern kommen einfache Schlitzschrauben praktisch nicht mehr vor.
Das Magazin »Radfahren.de« hat das SV 23 im Herbst 2024 getestet, im Rahmen eines Minitool-Tests mit 19 Kandidaten. Lezyne ist für perfekte Verarbeitung und edle Optik bekannt. Das Super SV 23 begeistert mit einer sehr guten Werkzeugauswahl, auch für sportive und Tourenfahrer.
Auch das Online-Fahrrad-Portal »Velomotion« hat im Frühjahr 2024 25 Multitools getestet, darunter das Lezyne Super SV 23. Das Design und die Werkzeugauswahl wissen absolut zu begeistern. Positiv hervorzuheben sind bei den Werkzeugen besonders das TL-Reifenstopfen-Kit, das Disc-Richtwerkzeug sowie der Bremsbelagspreizer. Damit hebt sich das Super SV-23 (…) von vielen anderen Minitools in unserer Testreihe ab. (…) Der viel zu weiche Torx T10 Schlüssel zieht die Gesamtwertung des Tools deutlich nach unten. Auch die Haptik gibt Grund zur Kritik.
MilKit Hassle’off
Die Schweizer gehen Probleme ja gern etwas anders an, und so hat der Tubeless-Spezialist MilKit aus Zürich sein Multitool völlig neu konstruiert. Soviel vorab: Wer alle Features des Hassle’off (stilecht mit »Baywatch«-Rettungsschwimmer-Boje auf der Verpackung) genannten Tools nutzen will, der sollte auch tubeless unterwegs sein - denn dafür wurde es von Firmengründer Pius Kobler entwickelt. Neben drei Plugs und der Applikations-Nadel zum Stopfen größerer Löcher in Tubeless-Reifen enthält es auch eine kleine Schere, um einen Plug auf die passende Länge zuzuschneiden.
Als Werkzeug gibt’s zunächst ein »Daysaver« genanntes, großes, L-förmiges Tool aus rostfreiem Stahl mit sieben ineinander gesteckten Innensechskant-Einsätzen und einem Torx-Einsatz - alles magnetisch, damit die guten Stücke nicht so leicht verloren gehen. Demselben Zweck dient ein Magnet oben an der Box: Da finden gerade nicht benötigte Bits ihren sicheren Platz.
Alles in allem ist das MilKit-Tool eine sehr praktische Problemlösung für Tubeless-Fahrer, die dem Schweizer Taschenmesser schon sehr nahe kommt - allerdings zu einem stolzen Preis. Nachteil gegenüber den »normalen« Minitools: Es ist am Rad fixiert und muss bei Bedarf ummontiert werden.
Contec F22
Das Contec F22 gefällt durch kompakte Abmessungen und geringes Gewicht - und das mit 21 Werkzeugen. Der Preis dafür sind allerdings ziemlich kurze Einzel-Tools, die bei fest sitzenden Schrauben recht hohe Handkräfte erfordern. Wer die aufbringen kann, und zudem ein Rad mit vielen unterschiedlich großen Torx-Schrauben sein Eigen nennt (v.a.
Am Nietenöffner finden sich ein Kolbenspreizer (um die Bremsbacken nach einem Tausch der Beläge auseinander zu drücken, oder falls die Bremse beim Transport ohne Vorderrad versehentlich betätigt wurde), ein 10-mm-Gabelschlüssel, drei Speichenschlüssel (3,2 mm; 3,5 mm; 5,65 mm) und der unvermeidliche Flaschenöffner. Der Nietenöffner erfordert durch den kurzen Hebel viel Kraft, funktioniert aber gut. Alle Innensechskant-Schlüssel bieten bauartbedingt wenig Hebelweg.
Acid Husk 24
Das Husk 24 von Acid, der Eigenmarke des Oberpfälzer Radherstellers Cube, steht für ein anderes Konzept in Sachen Multitools: Zwei Alu-Rohre kommen in den Lenkerenden unter. Zudem gibt es die Option, die beiden Tool-Röhrchen mit speziellen Adaptern am Rahmen oder am Flaschenhalter anzubringen. Das Acid hat 2023 den German Design Award Gold bekommen, und es bringt nicht weniger als 24 Funktionen in den beiden 15,5 cm langen Rohren unter. Dazu gehören: Sieben Innensechskant- und drei Torx-Bits, zwei Schraubenzieher (Kreuz, flach), alles in einem Magnet-Halter. Weiter drei Speichen- und ein Ventil-Schlüssel, zwei auf die Rohre aufgeschraubte, große Reifenheber, ein Kettennietenöffner, ein Kettenschloss mit Magnet-Halterung und ein Tubeless-Reparatur-Set mit fünf Plugs.
Fast genial dagegen ist die Idee bzw. die Möglichkeit, das Röhrchen mit dem Nietenöffner als Verlängerung an den Bit-Halter aufzuschrauben. So hat man einen Hebel mit über 15 cm Länge und bekommt selbst richtig fest sitzende Schrauben ohne allzu großen Kraftaufwand auf. Auch ein Reifenheber lässt sich so verlängern - bei den meist sehr fest in der Felge sitzenden »Tubeless ready«- und Tubless-Reifen sehr hilfreich.
Das Acid Husk 24 ist daher unser Tipp für alle, die beim Werkeln nicht so viel Kraft aufbringen können und gut verstautes Werkzeug schätzen.
Park Tool IB-3
Das IB-3 kommt vom Kult-Werkzeugmacher Park Tool aus Minnesota/USA, der bekannt und gerühmt ist für qualitativ hochwertige und durchdachte Fahrrad-Werkzeuge, die vor allem bei Profi-Mechanikern beliebt sind. Das IB-3 macht in Sachen Qualität keine Ausnahme und ist dabei durchaus günstig (da »Made in China«).
Das eigenwillige »I-Beam«-Design von Park Tool baut die Werkzeuge anders als üblich rund um einen großen Aluminium-Körper, an dessen Seiten sie angebracht sind. Der Reifenheber ist aufgesteckt und verfügt über zwei integrierte Speichenspanner und einen 8er Ringschlüssel. Dieser Heber dient zudem als Dreh-Knauf für den Nietenöffner.
SKS Tom 18
Das SKS Tom 18 ist sehr kompakt, es kommt zudem in einer schützenden Neopren-Tasche - und zu einem ziemlich guten Preis. Unter den 16 Tools findet sich ein Kunststoff-Fach für zwei Kettennieten. Ob man das wirklich braucht, sei mal dahingestellt.
Ebenfalls dabei sind zwei Reifenheber, einer zum Abheben des Mantels und ein weiterer am Nietenöffner, um den Mantel komplett vor der Felge zu hebeln. Beide sind im Vergleich zu »konventionellen«, eigenständigen Reifenhebern zu kurz und nicht wirklich gut zu handhaben. Zudem sind sie aus Metall; wer mit hochwertigeren Felgen, v.a. solchen aus Carbon unterwegs ist, riskiert damit unschöne Kratzer.
Vergleich verschiedener Mini-Tools im Test
Hier eine Zusammenfassung der Testergebnisse verschiedener Mini-Tools:
| Mini-Tool | Preis | Gewicht | Funktionen | Ausstattung | Handhabung | Qualität | BIKE-Urteil |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Blackburn Wayside Multi-Tool | 45 Euro | 194 g | 20 | 8/10 | 9/10 | 8/10 | 48 Punkte - gut |
| Crankbrothers M20 | 40 Euro | 205 g | 22 | 9/10 | 8/10 | 8/10 | 49 Punkte - gut |
| Lezyne Super SV 23 | 60 Euro | 154 g | 24 | 9/10 | 8/10 | 8/10 | 51 Punkte - sehr gut |
| Pedro’s ICM 21 | 41,90 Euro | 220 g | 20 | 8/10 | 9/10 | 10/10 | 53 Punkte - sehr gut |
| Topeak Mini P20 | 40 Euro | 129 g | 18 | 7/10 | 6/10 | 10/10 | 49 Punkte - gut |
Vergleich verschiedener Ratschen-Sets im Test
Hier eine Zusammenfassung der Testergebnisse verschiedener Ratschen-Sets:
| Ratschen-Set | Preis | Gewicht | Funktionen | Ausstattung | Handhabung |
|---|---|---|---|---|---|
| Blackburn Big Switch | 60 Euro | 160 g | 17 | 5/6 | 3,5/6 |
| Lezyne Ratchet Kit | 40 Euro | 137 g | 13 | 3/6 | 4,5/6 |
| Syncros Guide Kit | 70 Euro | 207 g | 17 | 5/6 | 4,5/6 |
| Topeak Ratchet Rocket Lite NTX+ | 80 Euro | 248 g | 14 | 5/6 | 5,5/6 |
| Wera Bicycle Set 1 | ca. 72 Euro | 227 g | 13 | 3/6 | 5,5/6 |
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