Wenn Sie Ihr Fahrrad verkaufen möchten, sollten Sie dessen Marktwert kennen. Der Gebrauchtrad-Markt boomt.
Es wird warm, alle wollen wieder rauf aufs Rad. Manche bekommen auch Lust auf ein neues Bike und wollen sich daher von ihrem alten verabschieden.
Der Wert hängt vom Alter, dem Modell und Zustand ab. Die gefahrenen Kilometer, das Zubehör und die Verkaufssaison spielen dabei aber auch eine Rolle.
Unser Ziel ist es, den Aufwand für unsere Kunden so gering wie möglich zu halten.
Faktoren, die den Wert eines gebrauchten Fahrrads beeinflussen
Alter und Marke
Das Alter spielt eine wesentliche Rolle bei der Wertermittlung. Das erste ist das Alter deines Rads.
Hast du dein Fahrrad nagelneu erstanden, kannst du generell davon ausgehen, dass es nach einem Jahr bereits 30 Prozent seines ursprünglichen Kaufwerts eingebüßt hat. Nach zwei Jahren ist es nur noch die Hälfte wert. Hat es schon fünf Jahre auf dem Buckel, gehen bereits 65 Prozent seines Kaufpreises flöten.
Ein acht Jahre altes Fahrrad ist nur noch 25 Prozent dessen wert, was du anfangs dafür gezahlt hast. Sobald dein Fahrrad die Zehn-Jahres-Grenze geknackt hat, gilt es offiziell als Oldtimer.
Fahrräder guter Marken sind zwar in der Regel etwas teurer als gleichwertige No-Name-Produkte, sie haben aber den entscheidenden Vorteil, dass sie nicht so schnell an Wert verlieren.
Auch die Marke deines Rads spielt eine wichtige Rolle beim Verkauf. Beim Ankauf eines neuen Markenfahrrads musst du zwar normalerweise etwas mehr hinblättern als für gleichwertige No-Name-Bikes, dafür geht der Wertverlust aber viel langsamer vonstatten. Das hat in erster Linie mit der Qualität zu tun, die mit der jeweiligen Marke verbunden wird.
Zustand des Fahrrads
Niemand möchte ein Fahrrad in schlechtem Zustand kaufen. Ist das Fahrrad stark abgenutzt, macht sich das unabhängig vom Alter auch im Wert bemerkbar.
Der Wert eines gebrauchten Fahrrads wird auch von dessen Zustand beeinflusst. Denn wahrscheinlich will kaum jemand ein Rad voller Rost und Kratzer erwerben. Ist das Fahrrad stark abgenutzt, mindert das unabhängig der anderen Faktoren automatisch seinen Wert.
Kilometerstand
Die Kilometer spielen beim Verkauf eine untergeordnete Rolle. Vor allem, weil sie bei normalen Fahrrädern nur schwer nachgewiesen werden können.
Einige Marken sind für ihre Langlebigkeit bekannt, sodass diese Räder auch bei vielen gefahrenen Kilometern über die Zeit stabiler im Wert bleiben.
Bei E-Bikes haben die Kilometer jedoch einen größeren Einfluss auf den Wert. Das liegt vor allem am Akku.
Zubehör
Mit passendem und hochwertigem Zubehör steigt dein Rad ein wenig im Wert. Überschätze jedoch diesen Effekt nicht.
Einerseits kann es sein, dass der Käufer das Zubehör gar nicht benötigt. Oder er ist bereits im Besitz von entsprechenden Equipment.
Saison
Ein Fahrrad ist ein klassischer Saisonartikel. Für Hobbyfahrer beginnt die Saison im Frühjahr und endet im Herbst.
Wie man den Preis eines Gebrauchtrads ermitteln kann
Steht eine Kaufentscheidung an, müssen einige Grundinformationen mit dem Besitzer abgeklärt werden. Dazu gehören das Alter des Fahrrads, wie viele Kilometer es ungefähr gefahren ist, wann der letzte Service gemacht wurde sowie die Anzahl der Vorbesitzer*innen. Im Idealfall gibt es noch Kaufbelege und Nachweise für Reparaturen.
Nach diesen Eckdaten lässt sich der Preis grob berechnen: Schon direkt nach dem Kauf verliert das Rad etwa 20 Prozent vom Kaufpreis. Nach zwei Jahren ist es nur noch die Hälfte wert. Danach gilt die Faustregel: Alle vier Jahre halbiert sich der Wert.
Wie genau diese Faustregel ist, weiß René Filippek vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC): "Letztlich kommt es auf die Art des Fahrrades und die Nachfrage nach diesem Typ an." Auch der Zustand des Rads spiele eine Rolle.
Begehrte Räder wie Gravelbikes werden eher mehr kosten als die Formel vorschlägt, ein Citybike eher weniger.
Gebrauchtrad-Kauf: Tipps und Checkliste
Wo kann man ein gebrauchtes Fahrrad kaufen?
Am einfachsten ist der Kauf eines gebrauchten Fahrrads beim Fachhändler: Hier werden die angebotenen Fahrräder in der Regel vor dem Verkauf nochmal überprüft und es gibt Beratung. Falls noch ein Teil ausgetauscht werden muss, etwa Sattel oder Beleuchtung, lässt sich das einfach dazukaufen. Unkompliziert ist hier auch das Probefahren. Alles in allem kann das aber dazu führen, dass der Preis beim Händler höher ist.
Zahlreiche Angebote von privat gibt es auf verschiedenen Online-Plattformen. Allerdings ist bei Angeboten im Internet nicht immer die Möglichkeit gegeben, das Fahrrad zur Probe zu fahren, beispielsweise wenn die Anbieter zu weit weg wohnen. Gerade der Kauf von Privatpersonen kann auch mit Risiken verbunden sein: Die Herkunft des Fahrrads ist schlechter nachprüfbar und auch mögliche Defekte müssen selbst erkannt werden.
Hilfreich vor dem Kauf: Die ADAC Checkliste. ADAC Musterkaufvertrag sorgt für Sicherheit.
Vertrauenswürdige Verkäufer erkennen. Bevor man sich ein gebrauchtes Fahrrad kauft, nimmt man zunächst - wenn möglich - den Vorbesitzer und das Fahrrad in Augenschein. Ist es gründlich geputzt oder nur halbherzig gesäubert? Die Antwort auf diese Frage gibt schon einen ersten Hinweis, wie gut der Besitzer sein Rad gepflegt hat. Ein vertrauenswürdiger Anbieter spricht offen über Vorschäden und Mängel.
Wichtig: Technik-Check und Probefahrt
Am wichtigsten ist es, vor dem Kauf eine Probefahrt zu machen und dabei das Fahrrad selbst technisch zu überprüfen. Die Kosten für eine Überprüfung beim Fachhändler variieren je nach Umfang und fangen bei circa 60 Euro an. Für E-Bikes liegen sie deutlich darüber. Neben dem generellen Fahrgefühl sind folgende Aspekte bei der Probefahrt besonders wichtig:
- Vorder- und Hinterrad laufen in einer Linie.
- Rahmen oder Lenker sollten nicht stark verbogen oder verbeult sein.
- Schaltung funktioniert ohne zu haken.
- Bremsen sind funktionstüchtig: Die Reifen blockieren unmittelbar nach Betätigen der Bremse. Dabei sollten sich die Bremsgriffe nicht ganz durchdrücken lassen. Auch der Bremsbelag sollte zumindest über einen Millimeter dick sein.
- Tretlager haben keine Reibungsverluste.
- Kette, Ritzel und Bleche sollten weder verrostet noch stark verdreckt sein, um eine zuverlässige Laufleistung überprüfen zu können.
- Alle Lichter und Federungen sollten zuverlässig funktionieren.
Kleine Schäden wie zum Beispiel Kratzer am Rahmen sind in Ordnung, nicht aber große Risse oder starker Rost an den Schweißnähten.
Checkliste: Vor dem Gebraucht-Rad-Kauf
Wenn Sie diese Punkte bei der Besichtigung beachten, können Sie den technischen Zustand des Fahrrads besser beurteilen.
- Laufen Vorderrad und Hinterrad in einer Linie?
- Halten und funktionieren die Bremsen?
- Fühlt sich das Fahrrad sicher an?
- Dreht sich das Tretlager ohne Reibungsverluste?
- Lässt sich das Rad locker schieben, oder schleift etwas?
- Ist es verrostet oder stark verkratzt?
- Sind die Bremsbeläge noch ausreichend vorhanden?
- Sind Ritzel und Reifen schon verschlissen?
- Wie sieht der Rahmen aus? Haben die Schweißnähte kleine Risse?
E-Bike Wertermittlung
Den Wert deines gebrauchten Elektrofahrrads zu bestimmen, kann auf verschiedene Weisen erfolgen.
- Bestimme den Zustand deines Fahrrads: Beurteile den allgemeinen Zustand deines Fahrrads, einschließlich des Zustands der Batterie, des Motors, der Reifen und anderer wichtiger Teile.
- Beachte zusätzliche Zubehörteile: Hast du zusätzliche Zubehörteile an deinem Fahrrad angebracht, wie einen Gepäckträger, einen Kindersitz oder einen besseren Sattel?
Wenn du ein Fahrrad für 2500 Euro kaufst, wird es bei Inzahlungnahme nach einem Jahr noch 1250 Euro einbringen, nach 2 Jahren 1000 Euro, nach 3 Jahren 875 Euro und nach 4 Jahren kannst du noch etwa 625 Euro Inzahlungnahme erwarten.
Kilometerleistung bei E-Bikes
- Sind 1000 Kilometer viel für ein Elektrofahrrad? Nein, 1000 Kilometer sind überhaupt nicht viel.
- Sind 5000 Kilometer viel für ein Elektrofahrrad? Bei guter Wartung sind 5000 Kilometer nicht so viel. Im Allgemeinen benötigt ein Fahrrad bei dieser Kilometerleistung noch keine große Wartung.
- Sind 10.000 Kilometer viel für ein Elektrofahrrad? Auch hier hängt alles von der Wartung ab. Wenn das Fahrrad gut genutzt und gewartet wurde, muss bei 10.000 Kilometern noch nichts sein. Wenn das Fahrrad immer draußen steht und nie gewartet wird, ist es natürlich eine andere Geschichte.
Achtung vor Betrug
Verbraucherschützer warnen vor einer starken Zunahme von betrügerischen Online-Shops, die Fahrräder und Zubehör anbieten, aber nicht liefern.
Einige Tipps, um Fake-Shops zu erkennen: Neben dem unschlagbar günstigen Preis ist ein weiteres Indiz für möglichen Betrug die Vorkasse als einzige verfügbare Zahlungsoption.
Fake-Shops haben häufig kein Impressum. Und wenn es eins gibt: Prüfen Sie die Adresse (zum Beispiel per Google Maps) und ob sich der Händler wirklich an der angegebenen Adresse befindet. Oder rufen Sie die im Impressum angegebene Telefonnummer an. Führt diese ins Leere, gilt: besser nicht kaufen.
Kaufvertrag
Auch wenn es sich um ein gebrauchtes Fahrrad handelt, sollten Sie auf einen schriftlichen Kaufvertrag bestehen, um spätere Komplikationen zu vermeiden.
Unsere Empfehlungen. Lassen Sie sich alle vorhandenen Originalunterlagen zum Fahrrad aushändigen, egal ob Kauf- oder Reparaturrechnungen. Denn so ergibt sich eine nachvollziehbare Vergangenheit, die im Zweifel als Nachweis dient, dass das Rad nicht gestohlen wurde.
Im Vertrag sollten die Rahmennummer, der Name des Verkäufers und am besten noch dessen Ausweisnummer dokumentiert sein. Die Rahmennummer ist eingraviert und findet sich meist unter dem Tretlager oder am Sattelrohr.
Bestehen Sie auf die Vorlage eines Ausweises und übernehmen Sie die Daten in den Kaufvertrag. Noch besser wäre es, eine Ausweiskopie zu verlangen - vorausgesetzt der Verkäufer ist dazu bereit. So kann man bei Schwierigkeiten leichter an den Vertragspartner herantreten.
Eine ausführliche Beschreibung des Fahrrads im Kaufvertrag kann dabei helfen, spätere Mängel nachzuvollziehen.
Sachmängelhaftung
Private Käufer und Verkäufer sollten sich zur Sachmängelhaftung (bzw. Gewährleistung) ausdrücklich einigen und keinen Vertrag per Handschlag schließen. Achtung: Fehlt im Vertrag ein Ausschluss der Sachmängelhaftung, haftet der Verkäufer zwei Jahre lang für alle Mängel, die bei der Übergabe vorlagen.
Im ersten Jahr wird sogar vermutet, dass die Mängel bei Übergabe schon vorhanden waren. Das muss der Käufer nicht einmal beweisen. Schließen Sie daher einen schriftlichen Vertrag und verwenden Sie einen ADAC Musterkaufvertrag, dieser enthält einen Haftungsausschluss.
Ein Händler, der ein Fahrrad an eine Privatperson verkauft, darf die Sachmängelhaftung nicht komplett ausschließen. Er haftet mindestens ein Jahr für Mängel, die das Fahrrad bei Übergabe schon hatte. Auch hier gilt: Zeigt sich ein Mangel in den ersten zwölf Monaten, wird vermutet, dass er schon bei Übergabe vorlag (sog. Beweislastumkehr).
Der Verkäufer muss innerhalb dieser Zeit beweisen, dass das Fahrrad bei Übergabe mangelfrei war. Kann er das nicht, muss er den Mangel kostenlos beseitigen.
Wo verkaufe ich mein Fahrrad?
Dein Fahrrad verkaufen kannst du unter anderem auf Flohmärkten, Internetplattformen und bei spezialisierten Händlern - die Vor- und Nachteile dazu findest du hier:
Flohmarkt
Willst du dein Fahrrad auf dem Flohmarkt verkaufen, bietet dies eine Reihe von Vorteilen. So herrscht hinsichtlich des Preises Flexibilität und du kannst mit Interessierten verhandeln. Mit ein bisschen Geschick holst du sogar mehr raus, als du eigentlich erwartet hattest. Außerdem zahlst du für einen Stand auf dem Flohmarkt im Vergleich zum Radpreis nur eine geringe Miete. Zudem können Käufer das Fahrrad begutachten, testen und direkt mitnehmen - und du erhältst dein Geld auch meist sofort bar auf die Hand.
Tipp: Es gibt auch spezielle Fahrradflohmärkte, bei denen sich alles um das Zweirad dreht.
Onlineplattform
Du kannst dein Fahrrad aber auch auf einer Onlineplattform verkaufen. Kleinanzeigen bietet dir die perfekte Gelegenheit dazu. Hier kannst du schnell, bequem und kostenlos dein gebrauchtes Fahrrad verkaufen. Wenn es kaputt ist oder du es ohne großen Aufwand loswerden willst, darfst du es sogar verschenken.
Verfasse eine möglichst detaillierte Beschreibung (vergiss Alter, Modell, Marke und andere wichtige Infos dabei nicht). Mach authentische Fotos von deinem Bike und lade alles hoch. Dann kannst du die Beine hochlegen und warten, bis die ersten Angebote reinflattern. Und das Beste: Du musst noch nicht einmal das Haus verlassen, denn der Käufer kommt zur Abholung zu dir.
Fahrradhändler
Die meisten Fahrradläden bieten nicht nur Objekte zum Verkauf an. In vielen Fällen kaufen Fahrradhändler auch gebrauchte Fahrräder an. Ist der Händler interessiert, geht es meist ganz fix und die Euros landen in deiner Tasche. Bei gewerblichen Ankäufern solltest du einen Kaufbeleg bzw. Eigentumsnachweis mitbringen.
Besonders praktisch: Wenn du auf der Suche nach einem neuen Fortbewegungsmittel bist, verrechnen manche Händler den Wert deines alten Rads mit dem des neuen.
Orientierungshilfen für die Einschätzung des Marktwertes
Um sich einen ersten Überblick zu verschaffen, ist es ratsam, so viele Quellen, wie es geht, heranzuziehen, um eine möglichst valide Preiseinschätzung zu erhalten.
Eine der ersten Adressen hierzu ist der ADFC. Dieser gibt bereits eine erste Einschätzung darüber, wie hoch der Wertverlust in den ersten zwei Jahren sein könnte.
Sehr viel genauere Erkenntnisse spezifisch zu dem Fahrrad, das man selbst verkaufen möchte, findet man auf Ebay-Kleinanzeigen, vorausgesetzt es gibt Angebote mit dem exakt gleichen Fahrrad.
Tabelle: Wertverlust von Fahrrädern
| Jahr | Rest-Wert vom Ursprungspreis |
|---|---|
| Nach dem 1. Jahr | 70-80% |
| Nach dem 2. Jahr | 50% |
| Nach dem 3. Jahr | 40% |
| Nach dem 4. Jahr | 35% |
| Nach dem 5. Jahr | 33% |
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