Ehrlich gesagt, konnte ich noch nie ein Fahrrad zeichnen. Dabei liebe ich es, mich aufs Rad zu schwingen und durch die Felder zu radeln, den warmen Sommerwind im Rücken und die Sonne im Gesicht. Wenn ich an den Sommer denke, gehört das Fahrrad für mich einfach dazu. Klar, dass diese Radtouren zu den tollsten Erlebnissen unseres Sommers gehören. Seitdem stehen jeden Tag gemeinsame Radtouren auf der Tagesordnung. Von heute auf morgen fuhr meine 3-jährige Tochter Rad! Ganz alleine!
Ich stand also vor einer Herausforderung. Oha. Wenn ich selbst das Zeichnen eines Fahrrads schwierig fand, wie sollte ich es dann nur Kindern oder ZeichenanfängerInnen beibringen? Ich beschloss, zuallererst selbst Expertin zu werden und zeichnete mit Hilfe von Vorlagen immer wieder Fahrräder. Denn wenn ich ehrlich war, hatte ich es in meinem Leben auch noch nie wirklich probiert und wenn, dann nur halbherzig. Bei meinen Zeichenübungen versuchte ich, die Form des Fahrrads zunehmend zu vereinfachen, Details wegzulassen (die ich doch eigentlich so liebe!) und ich erprobte verschiedene Vorgehensweisen. Zuerst die Räder? Oder der Rahmen? Welche Hilfslinien waren nötig?
Wenn ich mir den letzten Absatz so durchlese, ist das übrigens genau die Herangehensweise, die wir auch unseren Kindern beim Zeichnen lernen vermitteln sollten: Kein Meister ist vom Himmel gefallen. Natürlich dürfen du bzw. deine Kinder sooo viele Details ans Fahrrad zeichnen, wie es euch gefällt! Meiner Tochter ist z.B. gleich aufgefallen, dass der Gepäckträger fehlt. Und ihr Puppenkorb. Andere Kinder vermissen vielleicht die Schutzbleche, die Ventile oder verdrahten sogar das Licht und die Bremse. Meine Schritt-für-Schritt-Anleitung soll dabei helfen, ein einfaches Fahrrad zu zeichnen, und ich musste viele Details weglassen, damit es nicht zu unübersichtlich wurde. Dafür ist hier die Kreativität jedes Einzelnen gefragt!
Benötigte Materialien
Für die Zeichnung benötigst du:
- Einen Bleistift
- Einen Radiergummi
- Einen Zirkel
- Ein Lineal
- Einen schwarzen, radierfesten Zeichenstift
- Farbstifte (optional)
- Papier
Schritt-für-Schritt-Anleitung
Mit dieser Vorlage zeichnest du Schritt für Schritt ein Fahrrad mit all seinen Details. Was kompliziert aussieht, gelingt mit dieser Vorlage ganz einfach. Du brauchst nur etwas Geduld.
- Hilfslinien ziehen: Zuerst ziehst du mit Bleistift und Lineal drei quer verlaufende Hilfslinien. Die Linien liegen mit den gleichen Abständen gerade übereinander.
- Räder zeichnen: Du malst mit dem Zirkel zwei gleich große Kreise in die Linien, einen links und einen rechts. Die Nadel platzierst du auf der mittleren Linie und ziehst einmal herum. Um die Mitte des linken Kreises ziehst du einen zusätzlichen kleinen Kreis und um die Mitte des rechten zukünftigen Reifens einen noch kleineren. Wiederhole dies für das Hinterrad. In das untere Kompartiment zeichnest du mit einem Zirkel die beiden Räder des Autos. Zeichne nun mit dem Bleistift zwei weitere gerade Hilfslinien. Dabei teilst du mit der ersten die Fläche oberhalb der ersten Hilfslinie in zwei gleich große Hälften.
- Rahmen skizzieren: Du ziehst ungefähr von der Mitte der drei Kreise mit dem Bleistift jeweils einen Strich schräg nach links oben. Mit Hilfe des Bleistiftes zeichnest du nun die Positionen von Lenker, Sattel, Gepäckträger, Pedalarm und Kette ein. Umreiße nun mit dem Bleistift die Form der Karosserie. Nutze die Hilfslinien, um dich zu orientieren und die Proportionen einzuhalten.
- Details hinzufügen: Du tauschst den Bleistift gegen den Zeichenstift und gestaltest den Fahrradrahmen, den Sattel, die Lenkstange, die Kette und den Gepäckträger wie in der Vorlage. Zeichne erste Details wie Fenster, Leuchten oder Blinker.
- Speichen und Feinarbeit: Du malst die Speichen in die Räder und ergänzt weitere Details. Außerdem entfernst du die Hilfslinien mit dem Radierer. Vertiefe die Details und arbeite dabei sauber und sorgfältig.
- Ausmalen: Du malst dein Fahrrad farbig an. In der Vorlage ist der Rahmen blau und die Reifen sind graubraun.
Mit dieser Vorlage zeichnest du Schritt für Schritt ein Fahrrad mit all seinen Details. Was kompliziert aussieht, gelingt mit dieser Vorlage ganz einfach. Du brauchst nur etwas Geduld. Halte Bleistift, Radierer, Lineal, Zirkel, einen schwarzen, radierfesten Zeichenstift und Farbstifte bereit.
Tipps und Tricks
- Weniger Details: Um es so einfach wie möglich zu machen, ist jede der folgenden Etappen rot markiert. Denk daran, den Bleistift nicht zu fest zu drücken, damit er leicht ausradiert werden kann, falls Du einen Fehler machst.
- Hilfslinien nutzen: Feine Bleistiftskizzen sind meine Lösung für schwierige Elemente. Falls dann etwas schief geht, kannst Du es jederzeit mit einem Radiergummi entfernen.
- Individuelle Gestaltung: Meine Schritt-für-Schritt-Anleitung soll dabei helfen, ein einfaches Fahrrad zu zeichnen, und ich musste viele Details weglassen, damit es nicht zu unübersichtlich wurde. Dafür ist hier die Kreativität jedes Einzelnen gefragt!
- Übung macht den Meister: Sei geduldig und verliere die Lust nicht, wenn es am Anfang nicht klappt.
Sketchnotes: Visuelle Notizen für Vereine
Sketchnotes liegen voll im Trend. Ursprünglich wurden sie entwickelt, um sperrige Inhalte von Konferenzen und Meetings in einprägsame Bilder zu übersetzen und so das Gelernte besser zu behalten. Längst haben die visuellen Notizen aber auch viele andere Bereiche erobert. Wir sehen hier ein großes Potential für Vereine und haben einige Ideen, wie ihr mit Sketchnotes mehr individuelle Gestaltung in eure Kommunikationsarbeit bringt. In diesem Blogbeitrag zeigen wir euch, für welche Themen ihr sie einsetzen könnt und wie ihr selber sketchen lernt.
Ob in der Vorlesung, bei Meetings, Präsentationen, Telefonaten oder der To-Do-Liste: ständig machen wir uns Notizen, um unseren Alltag besser zu strukturieren und Dinge nicht zu vergessen. Aber kennt ihr das? Oft schreiben wir zwar mit, sehen uns aber unsere Notizen nie wieder an. Woran das liegt? Weil die meisten von uns ihre Notizen schriftlich festhalten und sich unser Gehirn Text nicht so gern merkt. Viel lieber mag es Bilder, das ist wissenschaftlich erwiesen. Und genau hier setzen Sketchnotes an: als Mischung aus Bildern, Symbolen, Texten und Strukturen erleichtern sie die Aufnahme auch komplexer Informationen. Als wir noch ganz am Anfang unserer Onlineplattform standen, haben wir uns gefragt, wie wir unsere Kurse gestalten können, damit das Lernen mit ihnen Spaß macht und abwechslungsreich ist. Zu viel Text wollten wir niemandem zumuten.
Für den Anfang braucht ihr nicht mehr als einen Bleistift, Lineal, Radiergummi, Fineliner und Papier. Um eure Ideen an einem Ort zu sammeln und Fortschritte gut zu dokumentieren, empfehlen wir, euch einen Spiralblock mit etwas festerem Zeichenpapier zuzulegen. Ich persönlich mache für Sketchnotes meistens eine Vorzeichnung mit Bleistift. Das hilft mir bei der Vorstrukturierung des Bildbereichs. Als Filzstift eignet sich ein einfacher Fineliner. Der Strich sollte nicht zu dick sein, damit ihr fein und detailliert zeichnen könnt. Ich zeichne am liebsten mit den PITT artist pens von Faber-Castell. Das Set beinhaltet vier Tuschestifte in verschiedenen Stärken - von ganz fein bis fett. Diese Fineliner trocknen schnell nach dem Auftragen und sind wasserfest und lichtbeständig. Wenn ihr euren Zeichnungen mehr Tiefe verleihen wollt, könnt ihr euch außerdem noch einen hellgrauen Filzstift zulegen. Damit könnt ihr Schatten und Strukturen hinzufügen. Wenn ihr Feuer gefangen habt, könnt ihr eure Materialpalette natürlich noch beliebig erweitern und eure Sketchnotes farbig gestalten (ich benutze allerdings meist nicht mehr als zwei Hauptfarben, sonst wird es schnell zu bunt und damit auch unübersichtlich).
Keine Sorge, um Sketchnoting zu lernen, muss man nicht zeichnerisch begabt sein. Im Vordergrund steht nicht die besonders kunstvolle Umsetzung. Das Ziel ist vielmehr, Begriffe und Ideen so zu zeichnen, dass andere sie schnell erkennen. Bereits mit wenigen geometrischen Grundformen könnt ihr tolle Sketchnotes anfertigen. Die Autorin Sunni Brown hat zwölf Grundformen des visuellen Alphabets definiert. Diese Erkenntnis ist sehr nützlich, da sie uns die Scheu nimmt, komplexe Figuren zu zeichnen. Es kommt nicht darauf an, so realitätsgetreu wie möglich abzubilden. Beim Sketchnoting kann man viele Details weglassen und sich auf die Kerneigenschaften konzentrieren. Kleiner Tipp: auf Schildern im öffentlichen Raum findet ihr überall Symbole, die ihr als Vorlage für eure Sketchnotes nutzen könnt. Mit der Zeit werdet ihr dann sicherer und könnt auch mehr Details hinzunehmen.
Am schwierigsten ist es anfangs, Metaphern zu entwickeln. Nehmt euch bei eurer ersten Sketchnote deshalb ruhig etwas Zeit zum brainstormen. Alle fünf Bildbegriffe erscheinen erstmal eher komplex und schwer zu zeichnen. Die Grundformen helfen euch, möglichst einfach zu denken. Wenn euch für ein Begriff kein passendes Bild einfällt, gebt das Wort doch mal in die Google Bildersuche ein. Meistens bekommt ihr dann einige Clip Art-Vorschläge, an denen ihr euch orientieren könnt. Das ist sehr hilfreich, wenn ihr keine Zeit für ausgiebiges Brainstormen habt oder euch partout keine visuelle Entsprechung einfällt. verschiedene Möglichkeiten, den Bildraum zu strukturieren. Um euch mein Vorgehen bei einer Sketchnote zu zeigen, habe ich mir ein Beispiel ausgedacht, das ihr für euren nächsten Event als Vorlage nutzen könntet: eine Einladung zum Sommerfest.
- Vorzeichnung: Ganz ehrlich, ich zeichne bei Sketchnotes nie einfach drauf los - ich finde es gar nicht so einfach, spontan den Bildraum so zu strukturieren, dass alle Elemente darauf genug Platz haben und nicht gequetscht aussehen. Mit einer Vorzeichnung könnt ihr schon mal prüfen, ob ihr euch für die verschiedenen Bereiche genug Platz genommen habt.
- Fokus: Überlegt euch, welche Elemente ins Auge springen sollen oder wichtig sind, damit der Betrachter versteht, worum es geht. Ich konzentriere mich deshalb jetzt erstmal auf die Bildmitte und wie ihr seht, passe ich Text und Bild ausgehend von der Vorzeichnung ein wenig an. Vor allem für eine etwas aufwendigere Schrift wie beim “Sommerfest” brauche ich eine Hilfestellung durch die Vorzeichnung. Bei den Schriften wechsle ich ab: Titel, Untertitel und Stichpunkte sind nicht identisch.
- Ergänzungen: Jetzt zeichne ich den Rest. Bei den Unterpunkten dürfte es ruhig noch kleinteiliger und dynamischer sein (siehe meine anderen Sketchnotes für erzähl davon ganz oben). Auf eine Einladungskarte sollte allerdings auch nicht zu viel Information, sonst wird es beim angucken anstrengend und eure Zielgruppe guckt sich die Karte nicht richtig an - und kommt nicht zum Fest.
- Farbe: Am Schluss könnt ihr mit Farbstiften noch einmal einiges rausholen und bestimmte Bereiche hervorheben. Wie ganz oben schon gesagt, empfehle ich aber, sich auf zwei Farben zu konzentrieren - sonst wird es schnell unübersichtlich. Ihr könnt aber am Schluss noch einen ganz ganz hellgrauen Schatten malen. Dadurch bekommt die Sketchnote mehr Tiefe. Achtet aber darauf, dass ihr den Schatten immer an derselben Kante zeichnet. Als Hilfestellung könnt ihr euch eine kleine Sonne mit Bleistift in euer Bild malen. Und fertig! Ich habe hier auf Schatten verzichtet, weil der helle Grauton beim Scannen manchmal nicht richtig rauskommt. Am Schluss solltet ihr also auch auf die Qualität des Scans achten und ggf.
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