Fahrrad zum Einkaufen: Tipps und Tricks

Der Einkaufsverkehr nimmt einen Hauptanteil an den Wegen ein, die täglich zurückgelegt werden. Viele Menschen überschätzen grundsätzlich die Mengen, die sie mit dem Auto einkaufen und transportieren, und unterschätzen die Möglichkeiten, die man mit dem Rad erledigen kann. Eines der Hauptanliegen des Projektes war es, darüber zu informieren, dass es durchaus möglich ist, mit dem Rad einzukaufen.

Fahrradtypen für den Einkauf

Unabhängig vom Fahr­radtyp muss ein Rad vor allem zum Körperbau und Fahr­stil der Fahrerin oder des Fahrers passen. Hier ist eine tabellarische Übersicht über verschiedene Fahrradtypen und ihre Einsatzgebiete:

FahrradtypEinsatzgebietAusstattungSitzposition
TrekkingbikeTagestouren, Radreisen, Stadt, leichtes GeländeStVZO-Ausstattung, Aufnahme für Fahrradtaschen, Nabe mit Rücktritt (aber auch ohne), einige Modelle mit Federgabel, meist mit unempfindlicher Nabenschaltung, Kettenschaltung auch möglichgemäßigt / komfortabel
CitybikeStadt, Kurzstrecken, TagestourenStVZO-Ausstattung, Nabe mit Rücktritt (oder auch ohne), mit und ohne Federung möglich, meist mit unempfindlicher Nabenschaltung, Kettenschaltung auch möglichkomfortabel / aufrecht
MountainbikeSport / Fitness, Offroad, Cross-Country und Marathonrennen, TagestourenKeine StVZO-Ausstattung, Breite Bereifung, Laufradgröße: meist 27,5 und 29 Zoll, mit einer Federgabel vorne (Hardtail), mit einer Federgabel vorne und einem Dämpfer hinten (Fully), i.d.R. mit Kettenschaltunggemäßigt / sportlich
CrossbikeSport / Fitness, Multitalent: für befestigte und unbefestigte Wege, TagestourenKeine StVZO-Ausstattung, Laufradgröße: 28 Zoll, i.d.R. ohne Gepäckträger und Schutzbleche, einige Modelle mit Federgabel, i.d.R. mit Kettenschaltunggemäßigt / sportlich
RennradSport / Fitness, Asphalt, Straßenradrennen, lange RadausfahrtenKeine StVZO-Ausstattung, Leichte, schmale Laufräder, Laufradgröße: 28 Zoll, schmale Bereifung (23 oder 25 mm), leichte Komponenten, gebogener Lenker, starre Gabel, keine Federungsportlich / aerodynam.

Trekkingbike

Wenn du auf der Suche nach einem Fahrrad für Stadt, Radwege, leichtes Gelände und längere Radtouren/-reisen bist, bekommst du mit einem Trekkingrad einen zuverlässigen und komfortablen Untersatz. Die meisten Trekkingräder sind mit einem Gepäckträger ausgestattet, sodass du darauf Reisetaschen befestigen kannst. Ein Trekkingbike verfügt gewöhnlich über eine Ausstattung gemäß der StVZO.

Citybike

Wenn du auf der Suche nach einem komfortablen Fahrrad bist, bei dem alles auf angenehmes Vorankommen in der Stadt und auf befestigten Radwegen ausgerichtet ist, dann kannst du den Kauf eines Citybikes in Betracht ziehen. Hier bekommst du eine bequeme Sitzposition und zuverlässige Komponenten. Das Cityrad ist komplett ausgestattet und verfügt somit über eine Ausstattung gemäß der StVZO.

Crossbike

Wenn du Touren durch leichtes Gelände und in die Berge unternehmen, aber auch hohe Geschwindigkeiten auf Asphalt erreichen möchtest, dann solltest du über die Anschaffung eines Crossbikes nachdenken. Dabei handelt es sich um eine Variante des Trekkingrades. Es wird aber, um die sportlichen Fahreigenschaften zu gewährleisten, auf Gepäckträger, Ständer, Beleuchtungsanlage und Schutzbleche verzichtet. Dadurch ist das Bike sehr viel leichter und wendiger. Für verkehrssichere Fahrten im Alltag kannst du das Bike aber mit entsprechendem Zubehör nachrüsten.

Mountainbike

Du möchtest abseits der Straße auf breiten Feld- und Waldwegen oder auf moderaten Singletrails ohne große Hindernisse bzw. Unebenheiten fahren? Dann bist du mit einem Hardtail gut beraten. Im MTB-Bereich ist das Hardtail das perfekte Einstiegsrad, da es sehr wartungsarm und preisgünstig ist. Dank des geringen Gewichts bieten sich Hardtails auch für Tagestouren an. Auf unebenem Terrain solltest du über ein ausgereiftes Fahrkönnen verfügen. Mit solch einem Rad entscheidest du dich für die ursprünglichste Form des Bikens.

Wenn du hauptsächlich abseits befestigter Wege und dabei vornehmlich Downhill fährst, dann ist das Fully (Full Suspension) das richtige Bike für dich. Das vollgefederte Bike gibt dir mehr Komfort, wenn es über Singletrails und größere Hindernisse geht. Zudem profitierst du von einer besseren Fahrdynamik durch längeren Bodenkontakt des Hinterrads. Willst du allerdings von den vollen Vorzüge eines Fullys profitieren, dann solltest du über eine fundierte Fahrtechnik verfügen. Im Vergleich zum Hardtail hat das Fully einen höheren Wartungsaufwand und ist teurer.

Rennrad

Bei der Konstruktion dieses Fahrradtyps ist alles auf Geschwindigkeit ausgelegt. Wenn du also gerne schnell unterwegs bist und zudem lange Strecken zurücklegen möchtest, dann ist ein Rennrad das richtige Bike für dich. Solch ein Asphaltflitzer ist daher das perfekte Sportgerät für Straßenradrennen und Radmarathons.

Gebrauchtes Fahrrad kaufen

Ein gebrauchtes Fahrrad ist meist um ein Vielfaches günstiger als ein neues Modell. Aber nicht immer handelt es sich wirklich um ein Schnäppchen oder werden die Mängel auf den ersten Blick sichtbar. Nach der gründlichen Begutachtung des Fahrrads darf die ausgedehnte Probefahrt natürlich nicht fehlen.

Aber Vorsicht: Ist das Angebot zu verlockend, liegt der Verdacht nahe, dass es sich möglicherweise um Diebesgut handeln könnte. Meist etwas teurer, aber in der Regel seriös sind Händler. Viele der großen Fahrradmärkte haben inzwischen Secondhand-Abteilungen. Der Vorteil beim Händler: Hier werden die Räder noch einmal vom Fachmann überprüft, bevor sie angeboten werden, fehlendes Zubehör kann man gleich mit kaufen.

Checkliste für den Gebraucht-Rad-Kauf

  • Laufen Vorderrad und Hinterrad in einer Linie?
  • Halten und funktionieren die Bremsen?
  • Fühlt sich das Fahrrad sicher an?
  • Dreht sich das Tretlager ohne Reibungsverluste?
  • Lässt sich das Rad locker schieben, oder schleift etwas?
  • Ist es verrostet oder stark verkratzt?
  • Sind die Bremsbeläge noch ausreichend vorhanden?
  • Sind Ritzel und Reifen schon verschlissen?
  • Wie sieht der Rahmen aus? Haben die Schweißnähte kleine Risse?

Transportmöglichkeiten für den Einkauf

Wie transportiert man am besten den Einkauf mit dem Fahrrad (u. A. auch etwas größere Dinge) ohne Anhänger?

  • Fahrradkorb: Specialized Coolcave Fahrradkorb 19L. Damit kann man auch Sachen wie Eier, Erdbeeren und Co. gut schützen, ohne sie zusammen zu drücken, und das selbst, wenn man irgendwo mal aneckt. Zudem bleibt der Gepäckträger frei zur weiteren Verfügung.
  • Packtaschen: Hinten am Gepäckträger kann man grosse montieren, beidseitig, z.B. von Thule. Diese lassen sich dann wie verlängern nach oben, wenn sie offen sind.
  • Anhänger: Nichts geht über einen Anhänger. Für diesen Zweck kann ein alter Kinderanhänger umgebaut werden.

Die richtige Größe und Sitzhaltung

Bei der Ermitt­lung der richtigen Rahmengröße helfen Erfahrungs­werte: Das Ober­rohr sollte so nied­rig sein, dass der Fahrer es nicht berührt, wenn er es auf dem Boden stehend zwischen den Beinen hat. Der Lenker muss mindestens so weit vom Sattel entfernt sein, dass die Beine beim Fahren nicht an die Lenk­stange stoßen können. Der Sattel soll sich so weit hinten befinden, dass bei waagerecht stehenden Pedalen die Kniescheibe des Radlers exakt senkrecht über der vorderen Pedal­achse steht.

Wie aufrecht ein Radler sitzen möchte, ist eine Frage von Geschmack und Gewöhnung. Eine flache, stark nach vorn geneigte Haltung bringt wegen des geringeren Luft­widerstands mehr Tempo und empfiehlt sich für sport­liches Fahren auf Renn­rädern, Fitness- oder Mountain­bikes. Auch wer längere Stre­cken auf einem Reise- oder Trekkingrad zurück­legt, spart so Kraft und schont den Rücken. Komfort­abler ist eine aufrechte Sitzhaltung, sie eignet sich gut für kurze Stre­cken mit dem Cityrad und für gemütliche Ausflügen über flaches Land.

Günstige Fahrräder

Für alltägliche Wege, sprich Kurz- und Mittelstrecken auf überwiegend asphaltierten Straßen und befestigten Wegen bei niedriger bis mittlerer Nutzungsintensität, sind die Anforderungen überschaubar: Ein halbwegs robuster, stabiler Rahmen mit entspannter Sitzposition, eine Schaltung mit angemessener Übersetzung und Bandbreite, funktionale Bremsen, betriebssichere Beleuchtung, unempfindliche, vielseitige Reifen, Gepäckträger, Parkstütze, dazu ein Paar Schutzbleche - fertig ist ein Alltags-Gefährt im noch dreistelligen Preisbereich. Ist es nach einigen Jahren verschlissen oder wird gestohlen, ist zudem nicht viel Geld verloren.

Apropos Pflege: Nach aller Erfahrung unterschieden sich günstige Räder von hochwertigen nicht so sehr in der Funktion im Neuzustand wie in ihrer Haltbarkeit. Oberflächen sind korrosionsanfälliger, Lager schlechter gedichtet, Züge weniger leichtgängig ... Auch Günstiges hat eben seinen Preis, und der wird eben weniger in Euro, sondern vermehrt in Funktion und Haltbarkeit gezahlt.

Bemerkenswert ist, dass alle Direktvermarkter Methoden entwickelt haben, ihre Kunden auch nach dem Kauf nicht im Regen stehen zu lassen: Alle drei bieten Werkstattservice in ihren Filialen oder bei assoziierten Fachhändlern, die dem Onlinekäufer zur Seite stehen.

Tipps zur Pflege

Tom Linthaler von Zweirad Stadler rät: „Besonders wichtig: regelmäßige, engmaschige Pflege des Bikes. Das spart wirklich viel Geld und Nerven.“

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